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Alt 14.02.2020, 11:43
SusanneVonG SusanneVonG ist offline
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Hallo Gisela,

ich sehe jetzt erst, daß Dir ja alle weiteren Daten zu dem Ehepaar bekannt sind, Du den knappen Tr-Eintrag aus MKB wirklich nur zur Vervollständigung Deiner Unterlagen benötigst. Trotzdem möchte ich noch einen Pkt. ansprechen, den ich aus dem oben angegebenen Buch gelernt habe.

Bei diesen (ärgerlich) kurzen Trauungseinträgen könnte es sich auch nur um einen Nachweis für das Dimissoriale handeln. Hier findet sich ja der Zusatz 'Trauungen für die Kompanie/Schwadron des Rittmeisters Borstel in Tangermünde'. Seit 1750 stand zeitweise nur dem jeweiligen Rgt.-Feldprediger das Recht zur Trauung zu, egal ob der Soldat lutherisch, reformiert oder gar katholisch war. Aber gerade bei der Kavallerie waren die Teileinheiten in der Regel weit verstreut. Man konnte ja damals nur schlecht alle Pferde eines ganzen Regiments an einem Ort versorgen. Im vorliegenden Fall war der Stab des Rgt. mit seinem Militärpfarrer in Salzwedel, Dein Vorfahre aber war in Tangermünde, was damals sicher eine Reise von so etwa 90 km mit dem Pferd oder der Kutscher darstellte. Es könnte sein, daß daher alle anstehenden Trauungen im Mai 1767 stattfanden, weil der Feldprediger dafür extra angereist war. Oder eben der Soldat bat den Feldprediger um ein Dimissoriale für eine Zivil-Trauung in Tangermünde. Der Feldprediger bekam dafür eine Gebühr und mit dem Erlaubnisschein konnte er dann zum Pfarrer vor Ort gehen. Vielleicht solltest Du daher - interessehalber - das Trauungsbuch der evangelischen Stadtpfarrei von Tangermünde nach einer Hochzeit im Frühjahr 1767 überprüfen. Fehlt die Tr., dann war der Feldprediger tatsächlich extra nach Tangermunde gereist.

Grüße
Susanne.
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