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Alt 21.04.2021, 10:06
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo Eva,

das ist ein schönes Beispiel, was so alles in der Armee möglich war.

Uderwangen gehörte zum Landwehrbezirk Bartenstein, als Infanterist hätte er demnach 1905 wahrscheinlich seinen Wehrdienst im I. Armeekorps, 73. Infanteriebrigade, IR 146 oder IR 147 - also einer ostpr. Einheit - abgeleistet.

Schieder war nicht Preußen, sondern Fü. Schaumburg-Lippe, demnach wohl VII. Armeekorps, 26. Infanteriebrigade, IR 15 oder IR 55 - also eine westph. Einheit.

Das IR 175 war jedoch ein westpr. Regiment. Das war XVII. Armeekorps, 87. Infanteriebrigade, mit den Landwehrbezirken Marienburg u. Pr. Stargardt.

Jetzt wurde der Hermann ja bereits im September 1914 verwundet - demnach praktisch zu Kriegsbeginn. Zu dieser Zeit, also während der ersten Mobilmachung, wurden die Reservisten aber doch sicher noch den Einheiten zugeteilt, in denen sie ihren Wehrdienst abgeleistet hatten. Wie kommt aber ein Ostpreuße oder Schaumburg-Lippener in eine westpreußische Einheit? Aus politschen Gründen wurden junge Männer aus dem Westen hin und wieder östlichen Truppenteilen zugeteilt, um dort - wie man damals sagte - das polnische Element zu verringern. Aber ob dazu das Fürstenhaus Lippe seine Bürger für hergab, schwer zu glauben.

MfG
Manni
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