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Alt 31.03.2021, 10:49
Carolien Grahf Carolien Grahf ist offline weiblich
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Hallo


Nehmen wir an Brita Jönsdotter haben ein uneheliches weibliches Kind mit Namen dem Siv.



Für Mädchen galt die gleiche Regelung jedoch mit -dotter. Die Varianten waren dann Siv Svensdotter [Andersson][Jönsdotter].


Bis 1856 konnte man am Namen erkennen, in welcher Beziehung die Mutter zum Erzeuger stand. Ein Mädchen Namens Siv Britasdotter war eindeutig illegetim (oäkta), was zur Folge hatte, das diese Frauen in weiten Teilen Schwedens geächtet wurden. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt,war ein uneheliches Kind eine Straftat. Die Mütter wurden inhaftiert.



Das führte zu so manchem Kindsmord, Aussetzung oder selbst gebastelter Abtreibung.

Man führte nun ein, das der Vater der unverheirateten Mutter der Namenspatron sein wird. Also Siv Jönsdotter. In vielen Fällen wurde dann der Grossvater zum Vater des Kindes (Vaterkind).



Uneheliche Kinder die im Ausland geboren wurden, erhielten weiter den Namen der Mutter -dotter.


Sobald die Mutter geheiratet hat (wen auch immer) erhielt das illegitime Kind des Namen des Ehemannes in Form von Vorname +dotter oder seinen Familiennamen. Eine Adoption war nicht notwendig, jedoch wurden in einigen Gemeinden vom Pfarrer eine Erklärung (ich erkenne das Kind als mein eigenes an) dazu verlangt und im Kirchenbuch eingetragen.



War die Mutter mit dem Erzeuger verlobt, haben dann aber nicht geheiratet, trägt das Kind, welches Geschlecht auch immer, den Namen des Erzeugers. Entweder Vorname +son/+dotter oder den Namen des Vaters der Mutter.



Steht im Kirchenbuch kein Name des Vaters und trotzdem kein Vermerk (extrem selten) wie "O" bzw oäkta, waren die Eltern wohl verlobt. Dann sollte man ins Vigsel/Lysningsbuch schauen, mit wem sie damals verlobt gewesen ist.
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