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Alt 03.02.2010, 15:43
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Friedrich Friedrich ist offline männlich
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Standard Schöppe von Beruf

uschka:

Ich habe eine Sterbeurkunde von 1673, in der steht:
er war Gerichts Schöppe allhier von
Ist ein Schöppe ein Shöffe, und was hatte er für Augaben in dieser Zeit?

Marlies:

Du liegst richtig, er war Schöffe.
Schöffe bedeutet soviel wie (an)ordnen, schaffen. Er hat also geholfen, das Urteil zu finden.

uschka:

hatte zu dieser Zeit jede kleine Gemeinde einen Schöppen oder war es dann die nächste größere Gemeinde.

Udo Wilhelm:

Schöffe ist ein ehrenamtlicher Richter, mit dem Berufsrichter beurteilt er die Tat des Angeklagten und setzt das Srafmaß fest.

Marlies:

soweit die Gerichtsbarkeit in der Verantwortung dieses Ortes selbst lag, werden es wohl auch Schöppen des Ortes gewesen sein.
Die Gerichtsbarkeit lag aber meistens in den Händen des Landesherrn, der dann Richter einsetzte, die den "Dingtag" abhielten.
Im Hunsrück wurden 1506 für einen Dingtag 14 Gerichtsschöppen und 14 Landschöppen verpflichtet.
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"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)