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Alt 13.11.2007, 21:24
Franz Erhardt Franz Erhardt ist offline
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Standard Auswanderer aus dem Kreis Fürstenfeldbruck 1928-1929

Quelle: Fürstenfeldbrucker Zeitung 1928-1929

Dachau, 24. Februar 1928. (Übers Meer)
Abschied von der alten Heimat nahmen gestern drei junge Dachauer, und zwar die ledigen Schlosser Georg Langenegger, Ludwig Gamperl und der Landwirtssohn Anton Stangl, um sich in Nordamerika eine neue Existenz zu gründen. Die Musikkapelle Schwarz, [...].
Kommenden Samstag vormittags werdem die Auswanderer vom Bremer Hafen aus mit dem Loyd-Dampfer „Karlsruhe“ die Ausreise antreten.

Germering, 28. Juli 1928 (Auswanderung.)
Drei Personen unseres Dorfes verließen am Mittwoch die Heimat, um in Nordamerika ihr Brot zu suchen. Es sind dies zwei Geschwister Mang und Frau Therese Federl. Das Ziel ihrer Reise ist die Stadt Milwaukee im gleichnamigen Staate.
Wohlüberlegt und mit sicheren Aussichten auf sofortigen Verdienst reisen diese Personen in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Geschwister Mang haben bereits einen Bruder und Frau Federl den einzigen Sohn in dieser Stadt. Sie finden deshalb sofort Anschluß und Unterstützung, Daß die Leute nicht ins Ungewisse steuern müssen, ist ein großer Trost für die Angehörigen. Hoffentlich finden sie drüben Glück und kehren in einigen Jahren wieder wohlbehalten zurück.

Röhrmoos, 24. August 1928. (Ins Land wo Milch und Honig fließt.)
Am Diesntag verliesen die beiiden Töchter Marie und Anna, des Distriktsstraßenwärters Simon Zollbrecht ihre Heimat, um über das große Wasser nach Nordamerika auszuwandern.
Sie fahren heute Freitag, mit der Hamburg-Amerika-Linie auf dem Passagierdampfer „Albert Ballin“ von Hamburg ab.
Der Bruder Kaspar wanderte bereits vor 3 Jahren nach Amerika aus und hat in Neuyork eine sehr gute Stelle inne. Wir wünschen den beiden tapferen Mädeln viel Glück in der neuen Welt!

Schöngeising, 25. August 1928 (Abschied.)
Ein kleiner Freundeskreis versammelte sich am vergangenen Samstag im Nebenzimmer des allseits bekannten Gasthausbesitzers „Zur Eisenbahn“, Herrn Martin Rammelmeier in Schöngeising, um seinen in nächster Zeit nach Amerika gehenden Sohne Anton die letzten Stunden in der Heimat zu verschönern. Zwei Brüder und eine Schwester befinden sich schon über dem großen Wasser; wir wünschen, daß es diesem strebsamen, jungen Manne in der Ferne ebensogut gehen möge, wie seinen übrigen Geschwistern. Glückliche Reise!

Fürstenfeldbruck, 16. Okt. 1928 (Auswanderer.)
Am Samstag vergangener Woche ist der Sohn des Besitzers des Gasthauses „Zum Hirschen“, Franz Xaver Wolf, nach Halifax in Canada ausgewandert.



Fürstenfeldbruck, 6. März 1929. (Auswanderer)
Mitte nächster Woche wird Herr Fritz Asam seinen Heimatort verlassen und ins Dollarland gehen, wo er bereits eine Stellung hat.

Fürstenfeldbruck, 9. März 1929. (Abschied.)
Aus dem Kath. Männl. Jugendverein wird uns folgendes berichtet: Etwas ganz besonderes war es, das neulich die Älterengruppe und die Vorstandschaft ins Präseszimmer führte; der Abschied vom Verein und der Heimat unseres lieben, unvergeßlichen Thomas Braumiller sollte gefeiert werden, der dieser Tage mit einem Freunde von Bremen aus seine Amerikafahrt antritt,um iin der neuen Welt für sein und seiner lieben Wohl zu schaffen. [...]

Schöngeising, 7. April 1929 (Abschied.)
Gestern Abend versammelten sich im Gasthause „Zur Eisenbahn“ (Besitzer Herr Rammelmeier) mehrere junge Leute, um mit ihrem scheidenden Freunde Thomas Huber noch einige heitere, gemütliche Stunden zu verbringen. Thomas Huber ist der einzige Sohn der jetzigen Frau Bohnheim; sein Vater fiel auf dem Felde der Ehre. Er verläßt nun seine Heimat, um über dem großen Wasser in Nordamerika (Brocklyn) Arbeit zu finden. Sein bereits drüben beschäftigter Freund Toni Rammelmeier, der voriges Jahr hinüberging, hatte ihm mitgeteilt, daß er sofort in der gleichen Fabrik als Kunstschlosser Beschäftigung und guten Verdienst finden könnte. Diese Aussicht veranlaßte Thomas Huber, nunmehr am Donnerstag, den 11. April, nachmittags 4.20 Uhr, mit noch vielen anderen Auswanderern die Ausreise nach Bremen mit Extrazug anzutreten und von dort die Seefahrt mit dem Dampfer „Columbus“ nach Neuyork zu unternehmen. [...]

Geltendorf, 24. April 1929. (Auswanderung)
ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist heutzutage keine Seltenheit mehr. Besonders wenn man jung und frank und frei ist, wie der 28jährige Hilfsarbeiter Nikolaus Mannhardt von hier. Die Burschenschaft Geltendorf ließ es sich nicht nehmen, ihrem scheidenden Kameraden bei Gastwirt Mayr einen feuchtfröhlichen Abschied zu bereiten [...] Den vielen, angesichts der am Samstag bevorstehenden Abreise, gemachten Vorschlägen und Glückwünschen wollen auch wir den Wunsch anschließen „Glückliche Reise“.

Eching, 1. Okt. 1929 (Ausgewandert) [am Ammersee]
ist von hier der Hammerschmiedmeisterssohn Hans Steindl. Er will sich in Nordamerika eine neue Heimat suchen. – Der Schreiner Hermann Eggert von hier erwarb im Kaufwege das Anwesen des verstorbenen Schreinermeisters Alois Baumgartner.


[Das ist nicht viel, aber vielleicht braucht es mal jemand]
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