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Alt 29.07.2018, 03:36
Artsch Artsch ist offline
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Hallo Gerd,

leider nur Angaben über:
(1948) Hofmann, Karl, Uhrmacher, Peniger Straße 144.
(1949) Hofmann, Karl, Uhrmacher, Markt 69.

Wenn man sich die Einwohnerzahlen ansieht, ist die Angabe von 1910 am niedrigsten. Das erscheint mir der Grund für den Auspflug in einen weiteren Geschäftsbereich. Wahrscheinlich wurde ein Zimmer im Haus geräumt für das zusätzliche Warenangebot, so daß beide Geschäfte im selben Haus betrieben wurden (Markt 92). Was dort dann wirklich verkauft wurde, fällt vielleicht nur in den zusammengefaßten Bereich der verschiedenen Geschäftszweige.
Hinzu kam ja noch die Werkstatt und ein Zimmer für den Lehrling, der meistens Kost und Logie hatte. Im ersten Lehrjahr verdiente ein Lehrling nahezu nichts, weil das Arbeitswerkzeug angeschafft wurde, die Schule kostete auch (Unterbringung usw.), der Vater mußte manchmal noch Geld bringen.
Zu Theodors Lehrlings-Zeiten lernte der Lehrling bis zu 5 Jahren. Danach war man Hilfskraft.

Einwohner in Kohren:
1871: 1146 E.
1890: 944
1910: 820
1925: 981
1934: Vereinigung mit Sahlis (ca. über 200 E.)
1939: 1134 (Kohren-Sahlis) (siehe E. 1871)
1946: 1818 (Zuwachs der Einwohner durch Ausbombung der Städte und Flüchtlinge aus den Ostgebieten.)

Ein Uhrmachermeister stellte wohl nur noch selten oder gar nicht eine Uhr her, (auch wenn er das Wissen dazu selbstverständlich hatte). Seine Arbeit war jetzt der Verkauf und Reparatur einer solchen. Weiterhin gehörte etwa die Lehrlingsausbildung zu seinem Aufgabenbereich. Habe keine Lehrlingssuche oder sonstige Einstellungsangebote für Hilfskräfte noch Werbeanzeigen von ihm entdecken können. Falls er ausbildete, fand er seine Lehrlinge im Umfeld oder im brieflichen Austausch mit Berufskollegen. Auch auf keine der Versammlungen der Innungen ist er namentlich erwähnt. Wäre ja auch mit einer Reise verbunden gewesen.
Schon das Amt des Stadtverordneten (1914) weißt auf übrige Zeit hin. Wahrscheinlich wurde dieses Amt nur durch ein größeres Ansehen der Person honoriert.
Die Uhren dieser Zeit wurden ja noch vererbt, ab und zu zum Reinigen abgegeben, der Wecker brauchte mal eine neue Aufziehfeder, ansonsten suchte man den Uhrmacher bei Beschädigungen z. B. der Taschenuhr auf.
In Kriegszeiten erweiterte man das Sortiment auf billigere Uhren für Soldaten, die von Angehörigen ins Feld geschicht wurden, auch führte man nun Tabackdosen, Orden, Medaillions und ähnliches.
Uhren waren auch der Mode unterworfen. Mancher Uhrmacher führte nur Herrenuhren.
Die Geschäftsumzüge hängen vielleicht mit dem Bedarf an Raum zusammen oder dem Auslaufen des Pachtvertrages.


Beste Grüße
Artsch
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