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Alt 09.12.2019, 19:00
JürgenSonntag JürgenSonntag ist offline männlich
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Hallo Oskar,

es kommt bestimmt auch auf den Zeitraum an, für den man sucht. Möglicherweise wurde kurz nach 1945 manches noch nicht so genau genommen wie in den 1950er bis 1980er Jahren. Für einen anderen Ort (Frankenberg/Sachsen) habe ich erfahren, dass es doppelte Melderegister gab: zum einen im Stadtarchiv dasjenige der Stadt und zum anderen das sogenannte Kreismeldearchiv. Letzteres enthielt wohl die Karten der Volkspolizeikreisämter (VPKA). Dort waren ausdrücklich auch die "illegal" in den Westen verzogenen Personen registriert. Vielleicht wäre das noch ein Ansatz auch beim Stadtarchiv Leipzig, das ja für die kreisfreie Stadt auch das Meldearchiv des VPKA haben müsste.

Für die Zeit ab 1952 wurden alle in den Westen geflüchteten Personen akribisch registriert, ihr Vermögen enteignet oder beschlagnahmt usw. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Flucht ein Grund war, Unterlagen zu vernichten - eher im Gegenteil!

Wichtig wäre, dass Du bei Deinen Anfragen angibst, dass und wann etwa die betreffende Person die DDR verlassen hat. Die Archivare wissen dann schon, wo sie nachschauen müssen.

Ansonsten hilft vielleicht auch eine Anfrage bei der Stasi-Unterlagenbehörde Berlin oder der Lastenausgleichsarchiv in Bayreuth. Letzteres habe ich aber noch nicht in Anspruch genommen.

Weiterhin viel Erfolg und viele Grüße!

Jürgen
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