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Alt 01.03.2021, 01:45
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Huber Benedikt Huber Benedikt ist offline
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Wobei zu ergänzen ist, dass die Braut trotzdem weiterhin bis zur Vollendung des 24. Lj. unter Vormundschaft des Ehemannes blieb.
Nur wenn sie Witwe wurde galt sie als volljährig.

Lt. kaiserlicher Verordnung dato 12. April 1758:
Eheschließungen Minderjähriger bedürfen der Zustimmung des/der Vormund/s/e. Bei Verweigerung kann Genehmigung durch die Obrigkeit beantragt werden.
Minderjährige Ehefrauen bleiben unter Vormundschaft ihres Ehemannes.

https://books.google.at/books?id=uyR...page&q&f=false

Lt. ABGB dato 1.1.1812:
Wer das 20. Lebensjahr zurückgelegt hat kann mit Zustimmung des Vormundschaftsgerichtes und des Vormundes für volljährig erklärt werden, z.B. um eigenständig ein Gewerbe auszuüben oder einen Handwerksbetrieb führen zu können.
D.h. Minderjährige, denen die Ausübung eines Gewerbes oder eines Handwerksbetriebes behördlich genehmigt wird, wurden damit automatisch auch für volljährig erklärt.
Männer wurden mit der genehmigten Verehelichung ebenfalls automatisch volljährig.
Ehefrauen jedoch nicht. Diese unterstanden bis zur Erreichung des 24./21. Lebensjahres der Vormundschaft des Ehemannes.
Wurden sie in dieser Zeit Witwen, dann wurden sie für volljährig erklärt.
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"Back to the roots" heisst nicht daß man mit zunehmendem Alter immer kindischer werden muss !

Geändert von Huber Benedikt (01.03.2021 um 02:20 Uhr)
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