FN Hungerige/Hungerge

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  • HeikoH
    Erfahrener Benutzer
    • 13.11.2017
    • 231

    FN Hungerige/Hungerge

    Hallo zusammen,

    ich habe eine Bitte/Frage:

    Ich brauchte aus dem "Deutscher Familiennamenatlas", hrsg. von Konrad Kunze und Damaris Nübling (de Gruyter) ein paar Kopien/Scans.
    Vielleicht hat ihn ja jemand zu Hause stehen und kann helfen, ich würde mich freuen.

    aus Bd. III (2012), Morphologie der Familiennamen
    - S. 13 (FN Hungriger)

    aus Bd. IV (2013), Familiennamen nach Herkunft und Wohnstätte
    - S. 32-35 (FN Hungar)
    - S. 37 (FN Hunger)
    - S. 930-933 (FN Hungreder)

    Die FN-Varianten, die mich v.a. interessieren sind Hungerige, Hungerge, Hungrige und Hungern.

    Danke!
    Heiko (Hungerige)
    FamilieHungerige [at] public [minus] files [punkt] de
    Zuletzt geändert von HeikoH; 14.11.2017, 17:02.
    Genealogische Visitenkarte
    Forschungsgebiete:
    Bochum, östl. Teil von Ostwestfalen-Lippe (Kreise Lippe, Paderborn und Höxter), West- und Ostpreußen, Eichsfeld
    Interessengebiete:
    Ahnenimplex, Verwandtenehen, Heiratskreise, Quantitative Genealogie, Nummerierungssysteme, Visualisierung
    Häufigste Namen im Stammbaum:
    Hungerige, Hungrige, Hungerge, Hungern, Gröblinghoff, Crawinkel, Reisdorf, Döring, Haase, Pudenz, Galuske, Grabowski (bis 1920, dann: Rechner), Micus, Reineke, Berg, Leyk
  • Laurin
    Moderator
    • 30.07.2007
    • 5644

    #2
    Hallo Heiko,

    die Erfüllung Deiner Bitte greift ggf. in das Urheberrecht ein und könnte in dem erbetenen Umfang (nur) von einer Bibliothek realisiert werden.
    Bitte habe dafür Verständnis - unser Forum hier beantwortet i.A. "nur" Fragen, die direkt mit der Bedeutung und geograf. Herkunft von Namen im Zusammenhang stehen.
    Kleinere Scans aus Büchern in diesbezügl. Antworten sind eigentlich nur dann zulässig, wenn das betreffende Werk bereits "gemeinfrei" ist - insofern bewegen wir uns hier schon in einer rechtlichen Grauzone.

    PS: Zum Vornamen Hunger gibt es bereits im Thema "Ausgefallene ... Vornamen" eine Diskussion.
    Freundliche Grüße
    Laurin

    Kommentar

    • Lola38
      Erfahrener Benutzer
      • 20.01.2013
      • 484

      #3
      Hallo lieber HeikoH, hier vielleicht eine kleine Hilfe für Dich.

      600 bis 100 vor Chr. MEDER (MEGEYER), iranisches Volk im Zagros-Gebirge.
      Im 10. Jahrhundert Magyaren, bzw. (H)ungarus laut fränkischer Chronikschreiber als lateinischen Begriff.

      LG lola38

      Kommentar

      • OlliL
        Erfahrener Benutzer
        • 11.02.2017
        • 4596

        #4
        Die Bücher sind auf jedenfall per Fernleihe in eine Bücherei bestellbar. Meine Uni-Bib hier hat die sogar "vor Ort".....
        Mein Ortsfamilienbuch Güstow, Kr. Randow: https://ofb.genealogy.net/guestow/
        Website zum Familienname Vollus: http://www.familie-vollus.de/

        Kommentar

        • HeikoH
          Erfahrener Benutzer
          • 13.11.2017
          • 231

          #5
          Hallo zusammen,

          danke für die Hinweise! Ich hatte einfach nur gehofft, dass es auf diesem Weg schneller geht. In einer Zeit, in der Google Books massenhaft auch nicht-gemeinfreie Bücher digitalisiert und teils als "Schnipsel", teils aber auch mit kompletten Seiten online stellt, schienen mir 9 Seiten kein großer Verstoß gegen das Urheberrecht zu sein. Ich kann aber verstehen, dass ein öffentliches Forum diese Haltung haben muss.
          Werde demnächst mal in die UB fahren und mir die Seiten dort kopieren (sofern die Bände vorhanden sind).

          @Laurin:
          Danke für den Hinweis auf die Diskussion, werde sie mir demnächst gerne mal anschauen.

          @Lola38:
          Die Idee, dass der Ursprung des Namens von "Hungaria" stammen könnte, hatte ich auch schon (s.u.). Konkrete Hinweise dafür habe ich aber noch nicht gefunden.

          Hier das, was ich bisher über den FN Hungerige / Hungerge herausgefunden habe:

          Vorkommen:

          Der älteste Hinweis auf den Namen „Hungerige“ stammt aus dem Jahr 1398: Zu diesem Zeitpunkt wird in Olmütz (Mähren) Nikloss Hungerige aktenkundig, "weil er mehrfach gegen die Regeln und Ordnungen seines Handwerks verstoßen hat".

          Danach findet sich der Name „Hungerge“ in einem Regest (Archiv Darfeld) aus dem Jahr 1475; darin heißt es: anno domini millesiomo quadringentesimo septuagesimo quinto [1475]: Vor Gerhardus Ocke, Rentmeister und Richter Bischof Heinrichs von Münster und Administrator (Vorsteher) zu Bremen in der Stadt Horstmar, haben Sundach van Munster und dessen Frau Konegund Roleve van Senden einen Kamp genannt de Hungerge an der Wederloken Straße bei dem Kamp Johann Wychmannyncks und Rolfs Hungerge verkauft.

          Ab 1637 taucht der Name dann kontinuierlich in Ostwestfalen-Lippe auf, v.a. (bis 1878) in Istrup (Brakel) und Herste (Driburg), seit 1723 dann in (Bad) Driburg (Kreis Höxter), seit 1768 in Feldrom (Horn-Bad Meinberg, Kreis Lippe) und ab 1867 in Bochum (Ruhrgebiet).

          Die häufigsten Namensvarianten sind HUNGERIGE, HUNGERGE, HUNGERINGE, HUNGRIGE und HUNGERN.
          Erhalten haben sich in Deutschland die Namen HUNGERIGE und HUNGERGE, in den USA die Namen HUNGRIGE und HUNGRIDGE.
          Bisher haben sich alle Träger dieser Nachnamen als miteinander verwandt herausgestellt.

          Theorien:

          Es kursieren 3 Theorien zur Namensherkunft; ich würde mich freuen, dazu ein paar Meinungen zu hören, wie plausibel diese sind:
          1. Die naheliegenste ist die offensichtliche Ähnlichkeit mit dem Wort „Hunger“. Nach dieser Theorie ist der Name Hungerige über das mittelhochdeutsche hungerec (hungrig) entstanden. „Die Hungerigen“ wären also die, die wenig zu essen gehabt haben.
          2. Eine weitere Deutung ist die des Sprachwissenschaftlers Dr. Hermann Váry (ehem. Lektorat für Türksprachen der Ruhr-Universität Bochum): Er vermutet, der Name Hungerige habe denselben Wortstamm wie Hungaria (= Ungarn). Hungerige bedeute demnach so viel wie „aus Ungarn stammend“.
          3. Aus einem Namensgutachten eines Herrn Scholand von 1925 (das nur als Bleistift-Entwurf vorliegt) geht hervor, dass der Name sich am ehesten mit "Richter der Hundertschaft" übersetzen lässt (rige, rig, rich = Richter; Hung, Hund, Hundschaft = Hundertschaft).

          Wie sind die Meinungen dazu? Über Hinweise würde ich mich freuen!

          Danke und viele Grüße!
          Heiko
          Zuletzt geändert von HeikoH; 14.11.2017, 16:58.
          Genealogische Visitenkarte
          Forschungsgebiete:
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          Hungerige, Hungrige, Hungerge, Hungern, Gröblinghoff, Crawinkel, Reisdorf, Döring, Haase, Pudenz, Galuske, Grabowski (bis 1920, dann: Rechner), Micus, Reineke, Berg, Leyk

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          • Xylander
            Erfahrener Benutzer
            • 30.10.2009
            • 6446

            #6
            Hallo Heiko,
            Theorie 3 kann man mE ausschließen. Zum einen treten die Hunnen/Honnen als Hundertschaftsrichter in den mir bekannten Fällen nicht mit einem zweitem Wort-Bestandteil mit der Bedeutung Richter auf. Zum anderen würde dieser zweiter Bestandteil richter/richtere/richtaere lauten und nicht rig usw. Außerdem passt das Verbreitungsgebiet nicht.

            Aufgrund der geographischen Lage muss man wohl von einer mittelniederdeutschen Form ausgehen. Getrennt davon sehe ich die frühe Nennung in Mähren, dort dann wie von Dir vermutet mittelhochdeutsch
            Viele Grüße
            Xylander

            Kommentar

            • HeikoH
              Erfahrener Benutzer
              • 13.11.2017
              • 231

              #7
              Hallo Xylander,

              deine Anmerkungen passen gut zu dem, was ich auch schon von anderen Familienforschern mit Kenntnissen der Onomastik gehört habe: Auch diese halten die 3. Hypothese für wenig plausibel - schade eigentlich, gefällt mir der "Richter der Hundertschaft" als Namensdeutung subjektiv doch am besten Aber da ist dem Herrn Scholand in den 20er-Jahren wohl etwas der Heroismus aus dem Ruder gelaufen ...
              Schwerer kann ich die Annahme akzeptieren, dass der Name unabhängig voneinander in Mähren und in Westfalen gebildet wurde - das würde meine Hoffnung zerstören, vielleicht doch noch eine Linie von 1637 (Ostwestfalen) ins Jahr 1398 (Mähren) finden zu können. Zumal der Name Hungerige wirklich sehr selten ist - wie schon geschrieben: Alle, die wir bisher mit diesem Namen gefunden haben, sind mit mir verwandt. Andererseits ist die Bildung von identischen Nachnamen an unterschiedlichen Orten ja nicht ungewöhnlich ...

              Vermutlich wird sich das wohl auch zukünftig nicht wirklich klären lassen. Meine Vorfahren waren alles Bauern, da wird vor Einführung der Kirchenbücher wohl nicht mehr viel zu finden sein.

              Viele Grüße
              Heiko
              Zuletzt geändert von HeikoH; 14.11.2017, 22:31.
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              • Verano
                Erfahrener Benutzer
                • 22.06.2016
                • 7819

                #8
                Zitat von HeikoH Beitrag anzeigen

                Vermutlich wird sich das wohl auch zukünftig nicht wirklich klären lassen. Meine Vorfahren waren alles Bauern, da wird vor Einführung der Kirchenbücher wohl nicht mehr viel zu finden sein.

                Vielleicht doch.
                Steuerlisten, Abgabenprotokolle, Dienstgeldregister, Schuld- und Pfandaufzeichnungen, Ortsfamilienbücher. Armenkasse-Berichte.


                Musst mal sehen, was es in Westfalen gibt.
                Viele Grüße August

                Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.

                Kommentar

                • HeikoH
                  Erfahrener Benutzer
                  • 13.11.2017
                  • 231

                  #9
                  Hallo Verano,

                  ja, zumindest einige Steuerlisten aus Istrup (Brakel) habe ich schon durchgesehen, leider alle aus der Zeit nach 1637, dem Geburtsjahr meines Spitzenahns. Für die Zeit davor bin ich skeptisch, habe zumindest noch nichts gefunden.

                  Viele Grüße
                  Heiko
                  Genealogische Visitenkarte
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                  Kommentar

                  • Anna Sara Weingart
                    Erfahrener Benutzer
                    • 23.10.2012
                    • 15113

                    #10
                    Hi
                    Hunger: ahd. hungar, mhd. hunger.; bedeutete: magerer Boden, und andere Bedutungen, siehe:
                    Quelle: http://www.boari.de/flurnamen/worker...ungeracker.htm

                    Deine Familie Hungerige besaß dann vielleicht einen mageren Hunger-Acker.
                    Gruss
                    Zuletzt geändert von Anna Sara Weingart; 19.11.2017, 13:23.
                    Viele Grüße

                    Kommentar

                    • HeikoH
                      Erfahrener Benutzer
                      • 13.11.2017
                      • 231

                      #11
                      Interessant, die Seite kannte ich noch nicht.
                      Danke!
                      Genealogische Visitenkarte
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                      • Xylander
                        Erfahrener Benutzer
                        • 30.10.2009
                        • 6446

                        #12
                        Ja, interessant.
                        Heiko, kennst Du diese beiden Bücher? Vielleicht findet sich darin etwas.


                        Außerdem könnte sich eine Anfrage bei der Mundart- und Namenkommission des LWL lohnen

                        Mir hat man dort schon mehrfach geholfen

                        Viele Grüße
                        Xylander

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                        • HeikoH
                          Erfahrener Benutzer
                          • 13.11.2017
                          • 231

                          #13
                          Hallo Xylander,

                          die beiden Bücher kenne ich, hatte aber noch keine Gelegenheit, mal reinzusehen. Die Kommission ist eine gute Idee, dort werde ich mal anfragen.
                          Danke für den Tipp!

                          Viele Grüße
                          Heiko
                          Genealogische Visitenkarte
                          Forschungsgebiete:
                          Bochum, östl. Teil von Ostwestfalen-Lippe (Kreise Lippe, Paderborn und Höxter), West- und Ostpreußen, Eichsfeld
                          Interessengebiete:
                          Ahnenimplex, Verwandtenehen, Heiratskreise, Quantitative Genealogie, Nummerierungssysteme, Visualisierung
                          Häufigste Namen im Stammbaum:
                          Hungerige, Hungrige, Hungerge, Hungern, Gröblinghoff, Crawinkel, Reisdorf, Döring, Haase, Pudenz, Galuske, Grabowski (bis 1920, dann: Rechner), Micus, Reineke, Berg, Leyk

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                          • Löffel
                            Erfahrener Benutzer
                            • 31.08.2006
                            • 121

                            #14
                            Zitat von Laurin Beitrag anzeigen
                            Hallo Heiko,

                            die Erfüllung Deiner Bitte greift ggf. in das Urheberrecht ein und könnte in dem erbetenen Umfang (nur) von einer Bibliothek realisiert werden.
                            Bitte habe dafür Verständnis - unser Forum hier beantwortet i.A. "nur" Fragen, die direkt mit der Bedeutung und geograf. Herkunft von Namen im Zusammenhang stehen.
                            Kleinere Scans aus Büchern in diesbezügl. Antworten sind eigentlich nur dann zulässig, wenn das betreffende Werk bereits "gemeinfrei" ist - insofern bewegen wir uns hier schon in einer rechtlichen Grauzone.

                            Hallo,

                            Das ist so nicht richtig. §53 UrhG regelt das eigentlich eindeutig:
                            In Absatz 1 heißt es da: "Zulässig sind einzelne Vervielfältigungen eines Werkes durch eine natürliche Person zum privaten Gebrauch auf beliebigen Trägern, sofern sie weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dienen, soweit nicht zur Vervielfältigung eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage verwendet wird."

                            Und in Absatz 2: "Zulässig ist, einzelne Vervielfältigungsstücke eines Werkes herzustellen oder herstellen zu lassen
                            1. zum eigenen wissenschaftlichen Gebrauch, wenn und soweit die Vervielfältigung zu diesem Zweck geboten ist und sie keinen gewerblichen Zwecken dient"

                            Daher sollte das eigentlich kein Problem darstellen.

                            Viele Grüße
                            Löffel

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                            • HeikoH
                              Erfahrener Benutzer
                              • 13.11.2017
                              • 231

                              #15
                              Hallo, danke für diesen konkreten Hinweis.
                              Vielleicht ist dies ja nochmal ein Anlass für die Moderatoren/-innen dieses Forums, ihre Richtlinien zu diskutieren.

                              Viele Grüße
                              Heiko
                              Genealogische Visitenkarte
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                              Hungerige, Hungrige, Hungerge, Hungern, Gröblinghoff, Crawinkel, Reisdorf, Döring, Haase, Pudenz, Galuske, Grabowski (bis 1920, dann: Rechner), Micus, Reineke, Berg, Leyk

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