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Alt 05.07.2016, 18:04
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Garfield Garfield ist offline weiblich
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Ich kopiere das mal noch hier in das Sammelthema:

Zitat:
Zitat:
Zitat von Simone99 Beitrag anzeigen
Bin schon wieder da mit einer weiteren Frage: Habt ihr euch keine Gedanken gemacht wegen dem Licht beim einscannen? Dies kann ja wie der Blitz beim fotografieren alte Dokumente "beschädigen". Hier würde mich die Meinung der Profis interessieren.
Danke und beste Grüsse
Simone
Hallo

Ich habe in den letzten 10 Jahren wo immer möglich in Archiven (bei den Spezialisten der Digitalisierung oder bei der Bestandserhaltung, nicht einfach an der Theke) informiert. Obwohl viele Archive oder Bibliotheken immer noch Fotografie-Verbote haben, gibt es so ziemlich nichts, was für dieses Verbot spricht.

Was Dokumente in jeglichem Material und jeglichen Alters schädigt, ist UV-Licht. Möglich, dass alte Lampen ähnliches Licht absondern oder sonst wie schädlich sind, das konnte mir so wirklich genau nicht erklärt werden. Da wo ich vor einigen Monaten in der Scan-Abteilung gefragt habe (Zürich, Schweiz), wird mit LEDs, die garantiert nicht schädlich seien, gescannt. Meines Wissens sind aber alle LED nicht schädlich für Dokumente. Das kurze Blitzlicht sollte einem Dokument eigentlich nichts antun können, da spricht eher die Sache mit dem spiegeln / zu hellem Dokument dagegen, mit Blitz zu fotografieren.
Aus konservatorischer Sicht lohnt es sich, Dokumente einmalig zu scannen oder abzufotografieren und dann mit den Kopien zu arbeiten. Dann wird das Dokument vor häufigem Blättern/Anfassen geschützt, was das Dokument im Endeffekt am meisten schützt.

Zusammenfassend:
- blitzen möglich, macht aber wenig Sinn
- moderne Scanner (meistens mit LED) kein Problem
- Kunstlicht ab und zu auch kein Problem (ausser spezielle UV-Lampen)
- möglichst kein direktes Tageslicht und kein indirektes über längeren Zeitraum

Optimale Aufbewahrung (laut unserem Lehrbuch vor 10 Jahren):
- 18 Grad, 45% Luftfeuchtigkeit = trocken!), konstant
- dunkel
- kein Kontakt mit Säure (normales Papier) oder Weichmacher (normale Plastikmappen jeglicher Art, ausser sie sind speziell für Archive gemacht, wobei man da genau auf die Inhaltsstoffe achten sollte)
- Fotos nicht in gepufferte Umschläge, nur säurefrei ist besser
- wenn das im Privatbereich nicht eingehalten werden kann, sollte wenigstens auf folgendes geachtet werden: konstante Temperatur, trocken (also lieber Dachboden als Keller), kein normales Papier zum Trennen, absolut keine normalen Plastikmappen

Wenn man die Aufbewahrung schonend hin kriegt, stört es die Dokumente auch nicht, einmalig gescannt zu werden .
Habe gerade was Schriftliches zum Thema Scannen gefunden. Auf der Seite vom Bundesamt für Gesundheit der Schweiz steht zum Thema LED-Lampen unter anderem:
Zitat:
Auf Grund ihrer nicht vorhandenen oder kleinen ultravioletten Strahlungsabgabe stellen LED-Lampen für Personen, die überempfindlich auf ultraviolette Strahlung reagieren, eine Alternative zu Halogen- oder Energiesparlampen dar.
Zitat:
Die von LED erzeugte ultraviolette Strahlung wurde im Auftrag der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt AUVA in Österreich bestimmt (Schulmeister et al. 2011; Buberl et al. 2011). Die Messungen zeigen, dass die ultraviolette Strahlung heutiger LED die Grenzwerte für ultraviolette Strahlung um ein Vielfaches unterschreiten.
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Viele Grüsse von Garfield

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Geändert von Garfield (11.07.2016 um 06:49 Uhr)
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