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Alt 29.05.2018, 15:53
Dunkelgraf Dunkelgraf ist offline
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Hallo,

in Thüringen und Franken war das möglich, weil die Steuern nicht pro Person, sondern pro Hof bezahlt wurden. Es waren auch Hofeinheiten die z.B. aus 20 Ackern Land, 10 Ackern Wiesen und 3 Ackern Wald bestanden. Einzelne Grundstücke durften nur mit Genehmigung der obersten Landesbehörde daraus verkauft werden. Zwei Höfe zu bewirtschaften war also leicht möglich, auch in verschiedenen Orten. In dieser Region war es auch gar nicht üblich, dass der älteste Sohn Hoferbe wurde, sondern dieser wurde nach Möglichkeit in einen anderen Hof verheiratet, die Vermittlung übernahmen die Taufpaten, bei denen er seine erste Dienststelle nach der Konfirmation in der Regel antrat. In Thüringen und Franken galt das Minoratsrecht bzw das fränkische Erbrecht. Söhne und Töchter sind gleich erbberechtigt und jedes Kind erhält gleich viel. Da das bedeutete, dass Höfe immer gleicher werden würden, wurden sie nur als "Einheitspacket" vererbt und verkauft. Haupterbe dafür wurde immer das jüngste Kind, egal ob Sohn oder Tochter.

Dunkelgraf
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