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Alt 23.11.2020, 14:07
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Noch einmal herzlichen Dank für die Rückmeldungen und Hinweise.


Leider ist das Schiff unter argentinischer Flagge gefahren, allerdings immer wieder die Strecke Bremerhaven-Southhampton-Halifax-Quebec. Insofern könnte es nach der Rückkehr tatsächlich dennoch eine Meldung gegeben haben. Meine Tante ist allein gereist und stand meiner Mutter sehr nahe. Dass sie heimlich eine neue Beziehung eingegangen ist, hält meine Mutter für unwahrscheinlich. Sie war frisch geschieden und freute sich auf einen unbeschwerten Neuanfang in Kanada, auf den sie sich z.B. mit intensiven Sprachkursen vorbereitet hat. Meine Mutter hält es auch für undenkbar, dass sie sich nach einer eventuellen Ankunft einfach nie mehr gemeldet hätte - egal, was sie in Kanda gemacht hätte oder ihr zugestoßen wäre. Sie hat noch aus Bremerhaven eine letzte Postkarte geschickt mit dem Versprechen, sich so schnell wie möglich aus Kanada zu melden.
Die "offizielle" Auskunft erhielt die Familie auf Nachfrage über das Reisebüro von der argentinischen Reederei. Das Schreiben existiert leider nicht mehr.

Da meine Tante nicht selbst eine Auskunft anfordern kann, wir aber auch nicht nachweisen können, dass sie überhaupt und notwendigerweise mindestens zehn Jahre tot ist, geben die kanadischen Behörden keinen Einblick in die Einreiseunterlagen aus ihren Häfen.

Die Vermutung, ihr sei auf der Reise etwas zugestoßen (möglicherweise führte sie ihr "Startkapital" in bar mit sich), entstand in der Familie sehr schnell. Der Rotkreuz-Suchdienst lehnte eine Suche ab (keine Vermisste durch Kriegs- oder Naturkatastropheneinfluss), die deutsche Polizei lehnte Ermittlungen ab (keine Anzeichen für einen unnatürlichen Todesfall, außerhalb des Zuständigkeitsbereichs) und in der Familie war damals niemand des Englischen mächtig, so dass man schnell an die Grenzen des damals machbaren stieß. Die Angehörigen (Geschwister) wandten sich in ihrer Ohnmacht damals sogar an die "Bild"-Zeitung, die natürlich keinen Grund für eine Recherche sah.

So bin ich nun nach all den Jahren der erste, der noch einmal versucht, etwas über die Tante in Erfahrung zu bringen, vor allem für meine Mutter (96 Jahre alt), die das Schicksal ihrer Schwester nie losgelassen hat.
Ich werde es auf jeden Fall auch beim StAmt I in Berlin versuchen.
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