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Alt 24.02.2020, 14:31
Ferdix Ferdix ist offline männlich
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Hallo Susanne,

zunächst möchte ich Dir danken für deine Mühe und den Aufwand, den du betrieben hast, den Fall Hubryk zu untersuchen.
Als ich den letzten Beitrag in diesem Thread geschrieben hatte, wusste ich noch nichts über Ludwik Hubryks Beruf. Dass er Dorfschullehrer und später am Hof von Czartoryski tätig war, habe ich erst vor ein paar Monaten herausgefunden. Das hier war meine Quelle (Seiten 51-53): http://dlibra.umcs.lublin.pl/dlibra/...content?id=242 War das auch deine Quelle?

Nun zum Thema Adel / Szlachta:
Zitat:
Zu den beiden gezeigten KB-Einträgen. Bei seiner Trauung fehlt der Adelshinweis bei seiner Ehefrau.
Im Heiratseintrag steht "Generosos" - was ja Plural von "Generosus" sein soll, betrifft also Braut und Bräutigam.
In den Kirchenbüchern (nicht nur in Puławy auch anderswo in Polen) habe ich in Latein meistens folgende Anredeformen gelesen: Laboriosus, Honestus und Generosus. Wäre Ludwik Hubryk "nur" ein Bürgerlicher, hätte man eher Honestus schreiben müssen. Hubryk wurde 1793 in der Kirche Puławy getraut - in dem Ort war er nicht Lehrer, d.h. seine Beziehung zum Pfarrer kann hier kein Grund gewesen sein, weshalb er und seine Frau "Generosos" genannt wurden. Es sei denn die Kirche in Puławy und Końskowola wurden vom selben Pfarrer betreut. Ob der Pfarrer verschwenderisch mit den Anredeformen umging, kannst du gern hier nachprüfen: http://ksiegimetrykalne.pl/viewer/#p...3_1_7_0097.jpg
Meines Erachtens kommt das Prädikat "Generosus" dort nicht häufiger vor, als in anderen polnischen Kirchenbüchern, die ich gelesen habe.

Weiterhin habe ich gelesen (falls ich die Übersetzung richtig verstanden habe), dass die Dorflehrer für die Region um Puławy aus dem ärmeren Landadel rekrutiert wurden (siehe oben verlinkte Quelle S. 50):
Zitat:
Lubelska Komisja Cywilno-Wojskowa uniwersałem z 27 II 1790 r. zlecała proboszczom, aby organizowali przy parafiach nauczanie uboższej szlachty i „ciemnej prostoty", dając początkowe nauki czytania, pisania i rachunków.
Zitat:
Bei der Taufe werden die beiden Paten zwar magnificus genannt, aber wir sind uns doch einig, daß Poltzek/t und Hemplowa sicher keine Adligen sind.
Die beiden sind offensichtlich deutscher Abstammung und gehören natürlich nicht zum alten polnischen Adel, genauso wie Hubryk, aber sie können doch auch als Ausländer in die Szlachta aufgenommen worden sein.

Sicherlich kann man diesen niederen Adel in Polen nicht mit deutschem Adel vergleichen. Es gab sicher eine große Anzahl von Angehörigen der niederen Szlachta, von denen vermutlich niemand wichtig genug war in einem Adelsverzeichnis gelistet zu werden.


Aber nun zum eigentlichen Thema - seine Herkunft:

Da finde ich deine Theorie, dass seine Vorfahren aus Litauen und konkret aus Vilnius kommen könnten, sehr interessant und klingt auch plausibel. Ich habe ein wenig im Internet dazu recherchiert und folgende Quellen gefunden, wo der Zacharias Hubrig/Hübrig zunächst als Geselle (1655) und später als Kaufmann (1682) genannt wird:
Waren das auch deine Quellen? Gehst du davon aus, dass dieser Zacharias Deutscher war?

Zitat:
Der bekannteste Hubryk war Ludwigs Sohn Lukas, ein Freiheitskämpfer der poln. Aufstände aus den 1830er Jahren. In seiner Biographie heißt es, er stamme aus einer Kaufmannsfamilie. Er selbst war übrigens Konditor, später auch Gastwirt.
Über Łukasz habe ich gelesen, dass er 1833 nach Sibirien verbannt wurde und dort einige Jahre später starb (Anna Stogowska, ZESŁAŃCY SYBERYJSCY UCZESTNICY, PARTYZANTKI „ZEMSTA LUDU”, w 1833 R. NA TERENIE MAZOWSZA). Ich habe aber keine Biographie von ihm gefunden, wo geschrieben steht, dass er aus einer Kaufmannsfamilie stammt. Würdest du mir bitte deine Quelle nennen, das würde mich interessieren?

Zitat:
1798 bei der Tf seines Sohnes Lukas standen zwei adlige Kinder als Paten: Cecylia und Leon Dembowski, Kinder des Rittmeisters der Litauischen Garde, Joseph D.
Den Taufeintrag konnte ich nicht finden, hast du auch dazu einen Link für mich?

Die Frage wäre nun, wann und ob ein Hubrig aus Vilnius weiter nach Polen gezogen ist. Ich nehme an, dass Ludwik Hubrik bereits in Polen geboren ist, sonst hätte er kaum polnische Kinder unterrichten können. Hast du eine Idee, wie ich weiter vorgehen sollte?
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Gruß,
Alex

Geändert von Ferdix (24.02.2020 um 14:56 Uhr)
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