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Alt 18.09.2017, 18:35
Kleinschmid Kleinschmid ist offline
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Zwei Punkte noch:

Zunächst: Die Hamburger Familie gehört nicht zum Adel. Auch wenn man - siehe Artikel im Dt. Herold - Ende des 19. Jhd. behauptete, zum Uradel bzw. aus Geldern zu stammen. Die Genealogie der Familie von Bergen in Hamburg findet sich nämlich ganz ausführlich im Genealogischen Handbuch Bürgerlicher Familien, Bd. 21 (1912), Hamburg Bd. 3, S. 26-36 (dort auch der Hinweis auf die Edith Berry).

Der Stammvater ist hier ein Schiffer aus Geversdorf an der Oste, der vermutlich um 1600 in Balje an der Unterelbe geboren wurde. Dessen Söhne wurden Schuster oder auch Schiffer. Es ist m. E. schwer vorstellbar, daß dieser Schiffer ein Nachfahre der anhaltischen Adelsfamilie sein soll. Es sieht daher eher nach der Aneignung eines fremden Wappens aus. Dafür spricht auch, daß man anscheinend selbst nicht so genau wußte, wie das Wappen eigentlich aussah. So lassen sich für die Hamburger nachweisen (siehe Artikel im DGB):
Der Vogel entweder mit oder ohne Oelzweig im Schnabel.
Die Helmzier:
- 3 fünfblättrige Rosen mit grünen Kelchblättern
- ein von Schlangen umwundener, goldener Merkurstab
- 3 goldene Ähren
- 3 Straußenfedern, belegt mit dem achtspitzigen Hanseatenkreuz

Noch zu der anderen Sache:
Flora Edith Fanny Berry, Rufname Flora (!), wurde von einem Ernst von Bergen adoptiert, nahm den Namen Edith von Bergen an, ohne daß dies in ihrer Geburtsurkunde geändert wurde (!), heiratete einen Ernst Kellner, und die Eheleute nannten sich fortan Kellner von Bergen. Wie verfährt man aber jetzt als Familienforscher? Eigentlich sollte doch die Familie von Bergen im Stammbaum höchstens in einem Randvermerk bei der Edith Berry erscheinen, denn die Nachfahren von ihr stammen ja schließlich von dem Ehepaar Berry/Reuter (läßt sich bei ancestry, hier Berliner Standesamtsregister, gut nachweisen) ab und nicht von den von Bergen/Franke, oder nicht?
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