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Alt 29.07.2020, 21:46
Benutzerbild von Robert K
Robert K Robert K ist offline männlich
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Hallo Toni,

ich versuche noch einmal meine Einschätzung zum Deinerseits gezeigten Wappen anhand der zugänglichen Daten zu erläutern.

1.
Hugo Pfister aus Riedlingen, Tübingen, Baden-Württemberg, Deutschland, * 21.04.1876
oo Monika Sauer
Das Wappen dürfte zwischen 1897 (Vollendung des 21. Lebensjahres) und 1912 (dem Jahr der ersten Ausgabe des Bandes „Gustav Adelbert Seyler: Fünfzehnhundertneunundfünfzig bürgerliche Wappen“) gestiftet worden sein.
Hugo Pfister studierte an den Kunstakademien in München, Paris, Florenz und Rom und ist ein bekannter Rhön- und auch Kirchenmaler. Im Jahre 1926 malt Hugo Pfister die Fresken im "Hotel & Restaurant zum Ritter" in Fulda. Er starb 1969 in Fulda.

Das Wappen ist heraldisch korrekt, so wie man es von einem studierten Kunstmaler erwarten kann.


2.
Jakob Pfisterer aus Pleikartsforst (nicht "vom Pleikartshof"), Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland, * 20.10.1865
oo Elsa Vierling
Hätte es im Jahre 1934 bereits ein Familienwappen gegeben, so wäre es sehr wahrscheinlich, dass dieses (wie bei den anderen Familien üblich) auch im Badischen Geschlechterbuch gezeigt worden wäre.


Das Wappen ist i. S. Tingierung fehlerhaft (Helm hellblau, der Sporn nebst Rädchen grau); einen Blason scheint es nicht zu geben. Die Jahreszahl "1734" kann willkürlich gewählt worden sein, um den Anschein einer frühen Stiftung vorzutäuschen (wir hatten hier und in den Nachbarforen bereits Phantasie-Angaben bis zwölfhundert-nochwas).


Resümee
Eine Regel der Heraldik lautet „Namensgleichheit bedeutet nicht Wappengleichheit“; in diesem Fall haben wir nicht einmal den gleichen Familiennamen (Pfister vs. Pfisterer).
Die Wappen weisen aber eine sehr große Ähnlichkeit auf und das Wappen von Hugo Pfister ist -Stand jetzt- älter. So drängt sich der Verdacht auf, dass das Wappen Pfisterer dem von Hugo Pfister ein bisschen zu stark nachempfunden wurde. Es gab leider Geschäftsmodelle, bei denen man ein vorhandens Wappen leicht abgeändert einem potenziellen Stifter als "altüberliefert" andrehte. Gerne bediente man sich bei namensähnlichen Wappen...

Und auch da wiederhole ich mich gerne: "Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen."

Anmerkungen zum Stammbaum im Badischen Geschlechterbuch
Ich kann überhaupt keinen Nachweis für die Verwandtschaft der drei Linien IIIa, IIIb und IIIc erkennen. Ganz im Gegenteil: Die Pleikartsforster Linie beginnt plötzlich mit VIa, die Generationen I und II fehlen (wie auch IIIa bis Va) komplett.
Tatsächlich aufgeführte Personen/Generationen habe ich mit einem grünen Punkt gekennzeichnet:


So betrachtet beginnt der gesicherte Stammbaum des "zweiten Zweigs" in diesem Buch erst mit Philipp Georg Pfisterer (*22.04.1837). Der Wunsch, eine derart unvollständige Genealogie veröffentlichen zu lassen, ist schwer nachvollziehbar.

Beste Grüße
Robert
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