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J26M377 18.03.2019 23:36

Verlustlisten Erster Weltkrieg / Regimentszugehörigkeit
 
Hallo zusammen,

mir geht es um folgenden Eintrag in den Verlustlisten

http://des.genealogy.net/search/show/8100446

Unteroffizier Wilhelm Meß

Da dieser Eintrag aus dem Jahr 1918 stammt, ist die Sortierung alphabetisch und nicht nach Regiment geordnet.

Besteht eine Möglichkeit herauszufinden in welchem Regiment Wilhelm gedient hat?

Gibt es andere Quellen außer der Verlustlisten, die hier durchsucht werden können?

Eine Anfrage bei der WASt läuft bereits.

AUK2013 18.03.2019 23:55

Hallo.

Eine weitere Möglichkeit bietet der Volksbund.

Gräbersuche Online:

https://www.volksbund.de/graebersuch...SABEgL4tvD_BwE

Stand 18.03.2019 - Insgesamt Kriegstote und Vermisste 4.790.755

Basil 19.03.2019 06:34

Hallo,

vielleicht gibt es einen Vermerk in der Meldekartei des Wohnortes. Oder es existieren noch Musterungslisten des Aushebungsbezirks im zuständigen Stadt- oder Staatsarchiv. Die Regimentsgeschichten sind auch eine Möglichkeit. Es gibt auch noch Lazarettakten (Krankenbuchlager), allerdings existieren für die Jahrgänge 1890-99 nur noch die Geburtsmonate Januar und Juli.

Gruß
Basil

Gerrit 20.03.2019 02:45

Hallo Basil,
danke für Deinen interessanten Kommentar.
Könnte man da ggf. für einen seit 1905 dienenden Oberschlesier Erfolg haben?
Ich ging bislang davon aus, dass die Akten des preußischen Kontingentes gänzlich in Potsdam lagerten und dann 1945 verbrannten.
Gruß aus Panama
Gerrit

Basil 20.03.2019 07:15

Hallo Gerrit,

ich vermute, deine Frage bezieht sich auf die von mir genannten Musterungslisten. Ich hatte dabei als Beispiel die Listen der Ersatzkommission Bremen im Sinn, die heute im Staatsarchiv Bremen liegen. Die Listen wurden von den Standesämtern erstellt und die Ersatzkommissionen waren militärisch und zivil besetzt. Wäre doch möglich, dass auch Akten anderer Ersatzkommissionen bzw. Aushebungsbezirke nicht an das Heeresarchiv in Potsdam abgegeben wurden. Ich denke, das sollte man bei der Suche als Möglichkeit in Betracht ziehen.

Gruß
Basil

J26M377 20.03.2019 08:55

Vielen Dank für eure Hilfe

Die Suche über den Volksbund war leider nicht erfolgreich.
Lazarettakten sind aufgrund des Geburtsdatums (26.04) wohl auch keine Alternative.

Nach der Meldekartei werde ich mich mal umsehen.

Bleiben zwei Fragen offen:

Musterungslisten:
Sollten diese Listen beim Stadtarchiv Hannover liegen und relativ umfangreich sein, dann könnte eine Suche ziemlich kostspielig werden.
Lässt sich eine Suche in diesen Listen irgendwie eingrenzen?

Regimentsgeschichten:
Wo kann ich diese Geschichten finden?

Basil 21.03.2019 06:37

Hallo,

die alphabetischen Listen wurden nach Geburtsjahrgängen erstellt. Es gab die Aushebungsbezirke Stadt Hannover und Landkreis Hannover.

Regimentsgeschichten findest du in Bibliotheken. Einige Archive und Bibliotheken haben damit begonnen, Regimentsgeschichten aus ihren Beständen online verfügbar zumachen.
Unter military-books.lima-city.de werden viele digitalisierte Geschichten für kleines Geld angeboten.
In Hannover hatte das X. Armeekorps sein Hauptquartier. In den Artikeln zu den untergeordneten Regimentern und Bataillonen finden sich unter den Literaturhinweisen die Titel der Geschichten.
Du könntest auch in diesem oder einem anderen Forum fragen, ob jemand die entsprechende(n) Regimentsgeschichte(n) hat und mal nachschauen könnte.

Gruß
Basil

J26M377 21.03.2019 09:10

Hallo Basil,
vielen Dank für Deine Hinweise.
Mir ist bekannt, dass Wilhelm Meß in der Stadt Hannover aufgewachsen ist und seine spätere Ehefrau in Schlesien kennengelernt hat.
Vermutlich war er also irgendwo dort in Schlesien stationiert.
In den Verlustlisten ist das Datum 1918-07-17 angegeben. Zu dieser Zeit war doch aber nur noch die Westfront aktiv (?)
Hat dieses Datum eventuell nichts damit zu tun?

Basil 22.03.2019 09:48

Hallo Jan(?),

der 17. Juli 1918 ist das Veröffentlichungsdatum der Verlustliste. Die Verwundung lag einige Wochen davor. Ja, seit Dezember '17 gab es an der Ostfront einen Waffenstillstand und seit März '18 einen Friedensvertrag. Aber z.B. die in Neisse beheimatete 12. Division war bis auf einen Ausflug an die Ostfront Anfang 1917 und einen weiteren Ausflug an die Italienfront Ende 1917 die meiste Zeit an der Westfront eingesetzt, so auch 1918.

Es hat ihn also nach Neisse verschlagen. Ich nehme an, die Heirat in Lipowa war in der Nähe von Neisse? In Neisse waren neben einem Divisions- und drei Brigadestäben das Infanterie-Regiment Nr. 23, das Feldartillerie-Regiment Nr. 21, das Fußartillerie-Regiment Nr. 6 und das Pionier-Bataillon Nr. 6 stationiert. In Oppeln war das Inf.-Rgt. Nr. 63. Bei Oppeln gibt es ja auch ein Lipowa.

In der Regel war es so, dass die Armeekorps ihre Rekruten aus den eigenen Bezirken bezogen. Dabei kam es auf den Wohnort zum Zeitpunkt der Einberufung an. In den Verlustlisten wurden dagegen meist die Geburtsorte genannt. Mein Urgroßvater z.B. wurde 1893 in Oldenburg geboren, diente aber im Krieg in der sächsischen Armee. Er lebte in Sachsen, hatte dort Abitur gemacht und eine Lehre begonnen und sich bei Kriegsausbruch beim örtlichen Regiment gemeldet. Aber natürlich galt im Krieg auch die Regel, dass Soldaten dort eingesetzt wurden, wo Bedarf war.

Was ist denn über die Zeit nach dem Krieg (1918-21) bekannt? Warum blieb Wilhelm Meß in Neisse? Blieb er als junger Unteroffizier beim Militär? In Neisse waren das Freiwilligen-Inf.-Rgt. Nr. 23, dann das Inf.-Rgt. 16 (vorläufige Reichswehr), dann das Inf.-Rgt. 15 (Übergangsheer) und ab 1921 die 3. und 4. Kompanie des 7. (Preuß.) Inf.-Rgt. des Reichsheeres.

Gruß
Basil

Basil 22.03.2019 11:56

Hallo,

habe gerade in deinem anderen Thema gesehen, dass Helene Scholz in Deutsch-Leippe bei Grottkau, heute Lipowa (Grodków) geboren wurde. In Grottkau war die II. Abteilung des Feldartillerie-Regiments Nr. 21.

Basil

Nachtrag: So, jetzt habe ich auch gelesen, dass auch die Heirat in Deutsch-Leippe war. Also bei Grottkau. Bei Ancestry steht in einem Stammbaum, ich vermute es ist deiner, als Geburtsort für Helene Scholz Lipowa, Niederschlesien, und für die Heirat Lipowa, Schlesien. Ich hatte das als Woiwodschaft interpretiert, richtig wäre für Deutsch-Leippe aber Woiwodschaft Oppeln (Opole). Da war ich etwas verwirrt.


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