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WeM 19.03.2017 11:01

Neffe möchte von DD (WASt) Auskunft zu Onkel - wie begründen?
 
Liebe Forumsmitglieder,
in der Familie meines Mannes haben wir mehrere Onkel (väterlicher- als auch mütterlicherseits), die im 2. Weltkrieg gefallen sind bzw. seitdem als vermisst gelten. Viel wissen wir darüber nicht, die Generation vor uns war dazu nicht sehr mitteilsam. Es war wohl alles sehr schmerzlich und irgendwann haben sie mit den Verlusten gelebt. Im Rahmen unserer Familienforschung nun ein neuer Anlauf, vll. doch noch etwas klären zu können. Aber wo man auch nachfragt, letztlich läuft es darauf hinaus, dass man eine Auskunft von der DD braucht.
Wir haben zu den Onkel, die nicht verheiratet waren und auch keine Kinder hatten, bei der DD (WASt) um Auskunft gebeten. Bei den verheirateten Onkeln haben wir es sowieso nicht probiert.
Nun haben wir ein Schreiben der DD bekommen, demzufolge mein Mann (offizieller Antragsteller) "eine Einverständniserklärung bzw. Vollmacht des Betroffenen, im Todesfalle eine Einverständniserklärung bzw. Vollmacht der/des Rechtnachfolgers" an die DD schicken soll.
Nun, der Betroffene = Onkel ist entweder gefallen oder vermisst, Rechtsnachfolger = Kinder gibt es nicht, Rechtsnachfolger = Eltern (Geschwister?) alle verstorben.
Ist mein Mann als Erbe seines Vaters, der wiederum seine Mutter beerbt hatte, Rechtsnachfolger?
Ansonsten: Hat Jemand hier im Forum Erfahrung mit so einem Fall und kann uns helfen, wie wir unseren Antrag an die DD (WASt) begründen können.
Vielen Dank und lG,
Waltraud

Brunoni 19.03.2017 12:14

Hallo Waltraud,

ich habe zuerst Kontakt gesucht zur Kriegsgräberfürsorge. Da hatte ich schon mal einen
guten Partner an der Hand und bekam auch Ratschläge.
Bei mir handelte es sich um zwei Onkel und einen Großcousin.
Dann habe ich die WASt angeschrieben und bekam auch dieses Schreiben mit Vollmacht und so.
Ich konnte glaubhaft versichern, daß keine Angehörigen mehr leben außer mir.
Im Fall des Großcousin habe ich sicherheitshalber noch den Erben (Rechtsnachfolger) seiner Mutter benannt.
Damit waren alle Punkte geklärt.

Viele Grüße
Brunoni

Acanthurus 19.03.2017 13:10

Ich habe bei gefallenen Geschwistern immer wahrheitsgemäß angegeben, dass die Betroffenen nicht verheiratet waren und keine Kinder hatten. Habe dann immer Auskunft bekommen.

Grüße, A.

IchVersuchsMal 19.03.2017 13:30

Bei Gefallenen (Geschwister meines Großvaters) schrieb ich an den Volksbund. Die hatten keine Daten und leiteten das an die WaSt weiter. Von dort bekam ich dann die gewünschte Auskunft.

Ich persönlich würde den Weg über den Volksbund gehen

Gertrud Dinse 19.03.2017 15:06

Ich hab mir ehedem die Sterbeurkunde besorgt. Hat die WAST akzeptiert.

Gertrud

Svenja 19.03.2017 16:06

Hallo

Dazu müsste man doch zuerst wissen, wann und wo die Sterbeurkunde ausgestellt worden ist bzw. ob die Vermissten jemals für tot erklärt worden sind (dann gäbe es evtl. noch Dokumente beim zuständigen Amtsgericht).

Bezüglich der Vermissten könnte man noch eine Anfrage beim Suchdienst des DRK machen, evtl. erfolgte dort eine Vermissten-Registrierung und sie tauchen in den Vermisstenbildlisten auf. Wenn sie an der Ostfront vermisst werden und evtl. in russische Kriegsgefangenschaft geraten sein könnten, sollte man konkret nach Unterlagen aus russischer Kriegsgefangenschaft fragen.

Gruss
Svenja

WeM 19.03.2017 16:25

grüß euch zusammen,
vielen lieben Dank für Eure Antworten.
Wie gesagt sind mehrere Onkel vermisst/gefallen. Das Schicksal und die Erkenntnisse dazu sind bei jedem von ihnen etwas anders. Davon abhängig haben wir uns auch an Volksbund und/oder DRK gewandt. Die Ergebnisse daraus sind aber teilweise lückenhaft oder widersprüchlich. Deshalb wäre eine Auskunft der DD wünschenswert. Kann natürlich sein, dass wir danach auch nicht schlauer sind. Aber wer nicht fragt,.....
Wir werden wohl jetzt eine Antwort an die DD erstellen und erklären, dass es keinen Ehepartner und keine Kinder gab und keine näheren Verwandten als wir leben. Dann sehen wir weiter.
Danke nochmals und liebe Grüße,
W.

Gerrit 20.03.2017 08:45

Hallo,

mir ging es mit einem Großonkel ähnlich. Ich habe einen Auszug aus meinem Genealogieprogramm erstellt, aus dem die möglichen Erben und noch lebenden Verwandten - nur meine Mutter - ersichtlich waren. Das hat ausgereicht.

Letztendlich kann die DD/WASt das alles gar nicht exakt nachprüfen, daher lassen sie sich gerne solche Belege einreichen.

Hinweis: Auf der Eheurkunde der Urgroßeltern wurde ein Randvermerk angebracht, der auf die Todeserklärung ca. 1955 des Großonkels hinwies. Ich meine gelesen zu haben, dass diese Erklärungen zentral in Berlin vorgenommen und dann an die jeweiligen Amtsgerichte verschickt wurden.

VG

Gerrit

Kleeschen 20.03.2017 11:03

Zitat:

Zitat von Gerrit (Beitrag 996143)
Ich meine gelesen zu haben, dass diese Erklärungen zentral in Berlin vorgenommen und dann an die jeweiligen Amtsgerichte verschickt wurden.

Hallo,

andersherum. Die Todeserklärungen wurden von den jeweiligen Amtsgerichten vollzogen, im Standesamt I Berlin werden die Urteile dazu gesammelt.

Ein Bruder meiner Urgroßmutter ist im Krieg von den Russen erschossen worden und die Kinder ließen ihn in den 1980ern für tot erklären. Ich habe einen Beschluss hierfür gesehen. Mich würde interessieren, wie Umfangreich die Dokumente in Berlin hierzu sind. Weiß da jemand was drüber?

Viele Grüße
Kleeschen

Gerrit 20.03.2017 17:25

Hallo,

@Kleeschen: danke für die Richtigstellung; das war mir entfallen. Ich habe das Urteil nicht angefordert bzw. dem nachgeforscht, da mir bereits umfangreiche DRK-Unterlagen dazu vorlagen. Zeugen gab es demnach nicht und auch keine Gefangenenunterlagen der Roten Armee.

VG


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