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Daniel86 06.02.2021 01:12

Kennzeichnung von Rufnamen
 
Ich wollte mal in die Runde fragen, wie ihr Rufnamen kennzeichnet.

Anfangs habe ich diese in Großbuchstaben erfasst, fand das irgendwann aber optisch nicht mehr schön und setze sie seitdem in einfache Anführungszeichen. (In PAF, was ich noch immer nutze, hat das den Vorteil, dass die Namen in der alphabetischen Liste ganz normal einsortiert sind. Doppelte Anführungszeichen würden die Sortierung ändern.)
In letzter Zeit fällt mir aber vermehrt die Variante mit Großbuchstaben auf Websites oder bspw. in MyHeritage-Stammbäumen auf. Hat sich diese Variante durchgesetzt? Oder gibt es einen Standard, an den man sich halten sollte? Mir persönlich wäre dabei wichtig, dass auch andere Programme die Eingabe entsprechend erkennen können.

Anna Sara Weingart 06.02.2021 01:37

Hallo
ich mache das überhaupt nicht. Das gibt nur Probleme beim Datenaustausch, bzw. Datenexport

Beispiel wie ich es mache:
Friedrich SCHILLER, *10.11.1759

In der Bemerkung (GEDCOM-tag NOTE) zu dieser Person schreibe ich:
auch: Johann Christoph Friedrich (Taufname)

Sein Rufname wurde also zum einzigen Vornamen im GEDCOM-tag GIVEN_NAME


Aber meistens kenne ich den Rufnamen gar nicht, so dass ich den der Taufnamen unverändert übernehme

nix 06.02.2021 07:10

Ich halte das Kürzen des Vornamens auf den Rufnamen für grenzwertig. Denn damit wird ja bei einem GEDCOM-Export nicht mehr sein kompletter Name als Name exportiert. Und der komplette Vorname erscheint auch nicht mehr in irgendwelchen Listen etc. Damit gehen Daten verloren.


Ich habe auch schon die Variante gesehen mit Anführungszeichen.


Großbuchstaben halte ich für unglücklich, da die üblicherweise für den Nachnamen genutzt werden.



Am besten ist da natürlich ein Programm, das ein eigenes Feld für den Rufnamen hat. Solch ein Programm könnte den den dann eventuell auch per GEDCOM exportieren - ja, es gibt dafür kein eigenes Kennzeichen im Standard, aber viele Programme benutzen da _RUFNAME für, was ja nach GEDCOM-Regeln ganz legal ist.

consanguineus 06.02.2021 08:59

Hallo zusammen!

Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt. In meiner Excel-Tabelle ist es einfach: dort wird der Rufname, falls er gleichzeitig einer der Taufnamen ist, unterstrichen. --> Johann Georg . Falls der Rufname keiner der Taufnamen ist und gleichzeitig nie in offiziellen Dokumenten erwähnt wird, wird er geklammert und in Anführungszeichen gesetzt. --> Johann ("Hans") Georg. Falls es neben dem Taufnamen (alternativ: dem Namen, der bei der ersten überlieferten Amtshandlung gebraucht wird) weitere in Dokumenten vorkommende Namen oder Namensvarianten gibt, setze ich sie in Klammern. --> Johann Georg (Hans Jürgen).

Soweit, so schlecht. Mir ist die Unzulänglichkeit dieses Vorgehens bewußt, wie auch der Umstand, daß ich diese Freiheiten bei MyHeritage oder sonstwo nicht habe. Großschreibung des Rufnamens kommt aber für mich nicht infrage, da ich bei Excel schon den Familiennamen groß schreibe. Und bei MyHeritage noch nicht einmal den. Ich weiß absolut keine Lösung. Wer ohne Hintergrundwissen meinen Stammbaum bei MyHeritage betrachtet, wird nie darauf kommen, daß mein Großvater väterlicherseits Georg gerufen wurde und nur unter diesem Namen auftrat, obwohl das nur sein dritter Vorname war. Der systembedingte Informationsverlust ist also enorm. Das ist zumindest meine Meinung.

Viele Grüße
consanguineus

Andre_J 06.02.2021 11:30

Hallo zusammen,

das von mir geliebte Gramps kann beides: Rufnamen und Spitznamen.

Dabei muß der Rufname ein Teil des Vornamens sein, sonst wird gemeckert. Spitzname kann der nicht-latinisierte Vorname sein, also z.B. Hans oder Gretken.

Im Gedcom-Export geht das leider verloren, und in den vorhandenen Berichten kommt das auch nicht zur Geltung. Aber immerhin ist es schon mal sauber erfasst.

Gruß,
Andre_J

Anna Sara Weingart 06.02.2021 11:46

Zitat:

Zitat von nix (Beitrag 1336683)
Ich halte das Kürzen des Vornamens auf den Rufnamen für grenzwertig. ...

Ich mach es nur bei den Leuten, die nur unter dem Rufnamen bekannt sind, wie Friedrich SCHILLER, statt Johann Christoph Friedrich SCHILLER.

Bei Anderen würde ich schreiben, beispielsweise:
Johann Christoph Friedrich MÜLLER
auch: Friedrich

Er tauchte in den Einträgen auch als Friedrich auf, wobei ich gar nicht wüsste, ob das sein "Rufname" wäre, vermutlich eher Fritz

nix 07.02.2021 06:59

Zitat:

Zitat von Andre_J (Beitrag 1336738)
das von mir geliebte Gramps kann beides: Rufnamen und Spitznamen.

Dabei muß der Rufname ein Teil des Vornamens sein, sonst wird gemeckert. Spitzname kann der nicht-latinisierte Vorname sein, also z.B. Hans oder Gretken.

Im Gedcom-Export geht das leider verloren, und in den vorhandenen Berichten kommt das auch nicht zur Geltung. Aber immerhin ist es schon mal sauber erfasst.


So ähnlich ist das in Familienbuch 6.0 auch. Sowohl Ruf- als auch Spitzname lassen sich gesondert erfassen. Ist der eingetragene Rufname kein Bestandteil des Vornamens wird das moniert (man kann aber darüber hinweggehen).

Aber beides wird auch korrekt in GEDCOM exportiert. Und auch in relevanten Ausgaben aufgeführt.


Im Prinzip geht das sogar noch einen Schritt weiter: Man kann auch indigene Namen erfassen. Das ist für mich interessant da ich Verwandte habe die solche Namen tragen. Was da noch fehlen würde sind Hofnamen, wie sie insbesondere im Westfälischen absolut üblich waren. Aber das ist ja eher ein Nachname als ein Vorname.

nix 07.02.2021 07:02

Zitat:

Zitat von consanguineus (Beitrag 1336694)
In meiner Excel-Tabelle ist es einfach: dort wird der Rufname, falls er gleichzeitig einer der Taufnamen ist, unterstrichen. --> Johann Georg . Falls der Rufname keiner der Taufnamen ist und gleichzeitig nie in offiziellen Dokumenten erwähnt wird, wird er geklammert und in Anführungszeichen gesetzt. --> Johann ("Hans") Georg. Falls es neben dem Taufnamen (alternativ: dem Namen, der bei der ersten überlieferten Amtshandlung gebraucht wird) weitere in Dokumenten vorkommende Namen oder Namensvarianten gibt, setze ich sie in Klammern. --> Johann Georg (Hans Jürgen).


Das hat aber alles die Nachteile, die Daniel86 vermeiden wollte - die Sortierbarkeit nach dem Vornamen geht verloren. Aber wenn schon Excel (was ich für die Familienforschung grauenhaft finde) - warum dann nicht noch ein paar Spalten für Rufname und Spitzname und Gebrauchsnamen enifügen?

consanguineus 07.02.2021 08:56

Zitat:

Zitat von nix (Beitrag 1337007)
Das hat aber alles die Nachteile, die Daniel86 vermeiden wollte - die Sortierbarkeit nach dem Vornamen geht verloren. Aber wenn schon Excel (was ich für die Familienforschung grauenhaft finde) - warum dann nicht noch ein paar Spalten für Rufname und Spitzname und Gebrauchsnamen enifügen?

Hallo Nixe,

ja, für Familienforschung ist Excel in der Tat eine Katastrophe, da gebe ich Dir recht, aber für Ahnenforschung ist Excel ganz hervorragend geeignet.

Ich habe schon manches Mal über weitere Spalten für alternative Vornamen oder den Rufnamen nachgedacht. Umgesetzt habe ich es bisher aus zwei Gründen nicht. Ich bräuchte ein gutes Dutzend zusätzlicher Spalten, da es Vorfahren gibt, die, inclusive aller möglichen feinen Nuancen, so viele verschiedene Vornamensschreibweisen haben. Für den Rufnamen bräuchte ich wohl auch mehrere, da manche Menschen sogar mehrere Rufnamen haben, bzw. diese sich im Laufe des Lebens ändern. Der zweite Grund ist ganz einfach der, daß ich die Möglichkeit einer Sortierung nach Vornamen bislang nicht vermisst habe. Ich bin ein Statistikfan und liebe daher Excel, weil da selbst für einen Informatikmongo wie mich viel zu machen ist. Aber eine Sortierung oder Auswertung nach Vornamen kam mir noch nie in den Sinn.

Viele Grüße
consanguineus

Christian40489 07.02.2021 23:49

Hallo zusammen,
ich hätte da noch einen anderen Aspekt, der mich interessiert.
Wenn man z.B. zahlreiche Personen mit gleichen Vornamenskombinationen und gleichem Familiennamen hat und Rufnamen, die ja nicht immer der jeweils erste Vornamen sind, durch Großschreibung oder durch Anführungszeichen gekennzeichnet werden, kann ich nicht nach einem Rufnamen auslesen. Klar, könnte man einen Gedcom Tag _RUFNAME einfügen. Aber um das dann nutzen zu können, müsste ich ca. 25.000 Datensätze händisch bearbeiten. Diese Lösung scheidet also aus. Aber wie sonst könnte man das lösen? Eure Tipps sind sehr willkommen!
Gruß Christian


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