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IDonath 11.06.2011 20:45

Auszuege aus der Chronik Werdau von 1841
 
Brandungluecksfaelle

1661 den 26. September brannte durch Schuld des Maelzers das Malz- und Darrhaus des Buergers und Fleischhauers Hans Fischer hier ab. Der Maelzer musste, laut Acten, Hans Fischer Schadenersatz dafuer leisten

1670 den 31. October Abends 6 Uhr kam gleichfalls n dem Malzhause des hiesigen Buergers Balthasar Pommer durch Verwahrlosung des Maelzerjungen Feuer aus, welches mit socher Wuth und Schnelligkeit um sich griffm dass in einem Zeitraume von nicht ganz vier Stunden Alles, was an Gebaeuden innerhalb der Ringmauer sich vorfand, in Asche gelegt wurde.

1714 den 11. Febr. Abends 8 Ur brannte Hans Schneiders Gut in Koenigswalde nebst Scheune und Staellen bis auf den Grund weg. Seine Habseligkeiten hatte er zum Theil in seines Nachbars Werners Behausung gerettet. Doch leider wurde kurz darauf auch Werners Behausung ein Raub der Flammen und mit ihr auch Alles, was Schneider an Gerettetem und an Geschenken daselbst untergebracht hatte.

1718 brannnte des Lieutenant v. Ende Gut in Steinpleis sowie in Kleinhessen Lorenz Bauer und Christian Schortmann ab.

Den 15. Febr. 1724 brannte Hans Endelichs in Kleinhessen Bauerngut ab.

1725 den 5. April Abends zwischen 9 und 10 Uhr und sodann wieder den 8. April Abends 9 Uhr wurde in einem und demselben Hause in unserer Stadt von einem Soldaten, Namens Schubert, und dessen Frau Feuer angelegt. Zum grossen Gluecke aber ist es beide Male zeitig genug bemerkt und gedaempft worden.

1730 den 9. November ist bei Meister Andreas Schubert hier bei Gelegenheit der Hochzeit seiner Tochter, Feuer ausgekommen und nicht nur dessen Wohnhaus, sondern auch die Haeuser von Hans Klotz, einem Riemer, von Christoph Kriegelstein und von Mstr. Altkirch, einem Seiler, abgebrannt.

1732 kam den 1. Adventssonntag waehrend des Gottesdienstes abermals Feuer in Andr. Schubert’s Hause aus, wurde aber mit Gottes Hilfe bald gedaempft.

1745 d. 23. Febr. kam, muthmasslich durch einen Soldaten, bei Michael Popp hier Feuer aus, so dass das Haus abbrannte.

1756 der 1. Mai war fuer die Bewohner unserer Stadt ein Tag allgemeinen Entsetzens und Jammers. An diesem Tage naemlich brach Nachmittags gegen halb 5 Uhr in dem hinter der Stadtmauer auf dem niedern Graben neben dem (jetzt seit mehren Jahren verschuetteten) sogenannten Brurteiche gelegenen Hause des Buergers und Toepfers Gottfried Burkhardt (jetzt No. 385). Da zu dieser Zeit ungluecklicherweise ein heftiger Nordwind wehte, so fuehrte dieser die Braende nicht nur durch die Oeffnungn der benachbarten Bastei in die Niederlage des daselbst wohnenden Seifenfieders Voigt, wo Inselt und dergl. dem Feuer reichliche Nahrung gaben, das sich nun mit reissender Schnelligkeit der innerhalb der Stadtmauer befindlichen Haeuser bemaechtigte, sondern auch auf die ausserhalb der Stadtmauer nach dem niedern Thore zu in der unteren Vorstadt befindlichen Haeuser sowie auf die vor der Stadt nach Zwickau zu und am Kranzberge gelegenen Scheunen, so dass gleich anfangs nicht nur die Scheunen, sondern auch zehn Haeuser zu gleicher Zeit in vollen Flammen standen, bis in Kurzen die ganze Stadt in ein Feuermeer umgewandelt ward.
…(So waren z. B. dem Fabrikanten und Zeuchm. Joh. Carl Huebner, ausser seinem Hause und uebrigen Mobiliarvermoegen auch Handwerksgeraethschaften, fuer mehr als 3000 ? vorraethiges wolkenes Gespinnt und ueber 60 Stueck zur Ablieferung nach Gera corraethig gelegene Zeuche verbrannt.)
…Leider forderte doeser Tag auch mehrer Menschen Leben zum Opfer. Weiland Joh. Paulus Jaeger’s hinterlassene 18jaehrige Tochter und Frdr. Wilhelm Baumann, ein Tuchknappe aus Apolda, deren Verlobter, hatten in den Jaeger’schen Hauskeller (in dem jetzt mit No. 27 bezeichneten Temper’schen Hause am Ende des Marktes) Sachen geschafft und waren daselbst erstickt und verschuettet. Den 2. Mai fand man sie todt daselbst.
Der Rathsherr Joh. Conrad Friedrich (ein Sattler) und seine Ehefrau, beides betagte Personen, die sich nicht schnell genug aus den Flammen retten konnten, wurde vom Feuer gefaehrlich verletzt. Ihm war das ganze Gesicht, beide Ohrern, die Haende, die Arme bis an den Oberarm, die Fuesse und die Beine bis ueber das Knie verbrannt. Trotz der angewendeten Mittel zur Rettung starb er schon den 2. Mai des Nachts. Sein Eheweib aber, welche nur im Gesichte, an den Haenden und Vorderarmen verbrannt war, wurde am Leben erhalten.
Der 83jaehrige Pastor M. P.P. Wagner waere beinahe auch bei diesem Brande eine Beute des Todes geworden….
Der Diak. M. Stolle hatte seine saemmtliche Bibliothek und uebrigen Meubles, bis auf einen Priesterrock u. ein altes Kleid, verloren, Past. M. Wagner aber weder ein Buch aus seiner Bibliothek noch sonst das Mindeste von seinen Meubles gerettet, und nichts als ein Schlafrock und das Hemde auf dem Leibe davon gebracht; der Sustitut Otto hatte ebenfalls nicht mehr als 5 Buecher, einen alten Rock und den Priesterrock und nur einige wenige Stuecke von seinen Meubles den Flammen entziehen koennen.)

1771 am 2. Osterf. (den 1. April) kam frueh 6 Uhr beim Flschr. J. Georg Klopfer Feuer aus, das aber mit Gottes Hilfe wieder gedaempft wurde.

1785 den 2. Sonnt. nach Trin. In der Nacht brannte in Kleinhessen Mich. Fichtners Wohnung ab.

1802 den 17. Januar, als am 2. Sonnt. P. Epiphan. frueh 4 Uhr kam bei dem Lohgerber Joh. Andr. Eckardt sen. auf dem niedern Muehlgraben in der Naehe der Angermuhle Feuer aus…

1803 den 14. Juli frueh 3 Uhr brannte in Leubnitz das Haus des Schuhmacher Saus ab.

1809 brannte eines Tages Abends zwischen 9 und 10 Uhr die Scheune auf dem (damals Steinbach’schen) Stadtgute auf dem Pfortenberge ab. Das Feuer war angelegt.

Am 19. Juni (1809) brannte Mart. Trommers Gut in Langehessen ab. Es kamen dabei 30 Stueck Vieh mit um das Leben.

1816 den 3. Mai gegen Abend um 6 Uhr wurden auf der Sorge bei Werdau, zwei Wohnhaeuser nebst Scheunen und Nebengebaeuden in Asche gelegt. Das Feuer, welches beim Bauer Matthes aufging, griff so schnell um sich, dass nichts gerettet werden konnte.

1829 den 5. Februar frueh nach 4 Uhr brach in der obern Vorstadt in dem Hintergebaeude (wahrscheinlich im Stalle) des Fabrikanten Carl Wilh. Oberlaender, der sich eben in Braunschweig zur Messe befand, Feuer aus und es brannten im Ganzen 7 Haeuser nebst Hintergebaeuden ab, wobei zugleich 1 Pferd und 2 Kuehe um’s Leben kamen. Zwei dieser Haeuser gehoerten C. W. Oberlaender’n, die Besitzer der uebrigen waren: Tuchm. C. Simon, Tuchm. Roth, Seiler J. Christlieb Huth, Haeberer und Strumpfwirker Joh. Gottfr. Loescher (dessen Haus jetzt mit No. 151 bezeichnet ist).

1830 den 12. November brannten abermals in der oberen Vorstadt 5 Haeuser ab, naemlich das des Handarbeiters J. G. Mild, wo das Feuer auskam (jetzt No. 189), ferner die Haeuser von Gottlieb Jaeger, Joh. Verwittw. Schuerer, Barbier Taude und Leinweber Ahnert. Bei diesem Brande ereignet es sich, dass der Zimmergeselle Stuerzer, welcher noch einige Mobilien aus einem bereits brennenden Hause retten wollte, durch das Einstuerzen einer Decke verschuettet, und dann todt und halb verbrannt hervorgezogen wurde.

1832 den 7. Maerz Abends wurden die Bewohner Werdau’s aufs Neue durch den fuerchterlichen Ruf: „Feuer!“ in Schrecken gesetzt. In der Behausung des Seifenfiedermeisters C. Gotthilf Liebel in der obern Vorstadt (jetzt No. 150) war, wie man vermuthete, durch Anlegung, ein Feuer entstanden, welches die Hintergebaeude schnell verzehrte, das Wohngebaeude zerstoerte und sehr gefaehrlich zu werden drohte. Von allen Seiten her war Hilfe herbeigeeilt (es waren 20 Spritzen auf dem Platze) und gluecklicherweise eine grosse Windstille eingetreten. Nachdem man daher die beiden anstossenden Haueser des Drechslermstr. Christn. Wilh. Jahr und des Schuhm. Schristn. Gotthilf Neidel (jetzt No. 149 u. 148) niedergerissen hatte, gelang es unter Gottes gnaedigem und maechtigen Beistande, der weiteren Zerstoerung durch die Flammen Einhalt zu thun.

1837 den 4. August Nachmittags 5 Uhr zogen 2 Gewitter auf,…; in Langenhessen aber fuhr der Blitzstrahl auf das unsern der Kirche gelegene Seifert’sche Bauerngut herab und zuendete, so dass dasselbe nebst Seitengebaeuden bis auf den untern Stock abbrannte.

1838 den 31. Maerz frueh wurden die Einwohner allhier abermals durch Feuerlaerm erschreckt. In dem Kolbig’schen Hause am Markte (jetzt No. 14) war in der Erkerstube durch die Unvorsichtigkeit eines daselbst logirenden Dosenfabrikanten die Diele in Brand gerathen.

1838 den 20. September Morgens 2 Uhr weckte der seit mehren Jahren so oft vernommene Schreckensruf abermals Werdau’s Einwohnerschaft wach, um sie mit Furcht und Grausen zu erfuellen. In der Webergasse war naemlich in des Tuchmachermeisters Christ. Gottlob Krauss Behausung (auf dem
Heuboden) Feuer ausgebrochen, und es wurden im Ganzen 4 Haeuser nebst Hintergebaeuden in Asche gelegt, naemlich: das genannte (No. 73) und Traug. Benj. Schroeder’s (No. 74) sowie C. Aug. Liebel’s (No. 72) und Joh. Herm. Gottlieb Koehler’s Haus (No. 71). Joh. Aug. Klopfer’s Haus (No. 70) wurde stark beschaedigt und von Joh. Gottlob Naundorf’s Haus (No 75) der obere Theil abgetragen, waehrend das Hintergebaeude abbrannte. Schlosser Krause’s und Christian Schoer’s Hintergebaeude wurden, obschon vom Feuer ergriffen, doch gerettet.

1840 den 5. Februar frueh 11 Uhr brannte das hinter dem Schulgraben gelegene Roth’sche Wohn- und Spinngebaeude (No. 477) ab

1841 den 28. Apr. sind die Gutsgebaeude des ¼ Huefners C. F. Gilbert in Langenbernsdorf in Feuer aufgegangen.

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IDonath 11.06.2011 20:46

Hinrichtungen

1498 wurde hier einer von den oberen Rathsherren, Namens Morche, welcher sich an Rathsgeldern vergriffen hatte, hingerichtet, und sein Leichnam auf dem hiesigen Kirchhofe begraben.

1545 am Freitage nach Fab. Sebastian ward zu Werdau ein Kandelgiesser, names Georg Schindler, aus Muehlhausen gebuertig, wegen Falschmuenzerei lebendig verbrannt.

1552 am Freitage nach Christi Himmilfahrt wurde Hans Schneider aus Langenbernsdorf, ein Raubmoerder, in Werdau geraedert.

1560 den 4. Januar ward wegen angeblicher Zauberei an Menschen und Vieh eine Wehfrau zu Werdau, Names Margaretha Stellmacherin, als Hexe allhier verbrannt, nachdem nur erst Tags zuvor eine andere gleichzeitig eingezogene angebliche Hexe, die alte Runzin aus Langenbernsdorf, die in Zwickau auf dem Schlosse die Tortur ausgestanden hatte, ohne etwas zu gestehen, im Gefaengnisse gestorben war.

1637 am Freitage nach Pfingsten ward der Juwelier Martin Schubert wegen schwerer Verbrechen zu Werdau auf dem Markte gehenkt

1659 den 4. Maerz ist Susanna Hoffmann aus Werday, welche ihr eigene Soehnchen ermordet hatte, auf dem Windberge mit dem Schwerte vom Leben zum Tode gebracht worden.

Auch in Werdau wurde 1689 den. 3. Mai Einer, Names Michael Meinert zur Staupe geschlagen

1712 fand man im zweiten Bergkeller unweit des Pfortenwehres ein todtes Kind, welches bereits drei Tage daselbst gelegen hatte, und an welchem man nach der im Siechhause vorgenimmenen Section Spuren der Ermordung entdeckte. Die dieses Mordes verdaechtigte Anna Sabina, Tochter der Christiane Artz allhier wurde hierauf gefaenglich eingezogen, und gestand, dass sie dieses ausser der Ehe von ihr geborne Kind ohne Mitwissen ihrer beiden im Hause befindlichen Geschwister sowie ihrer Mutter ermordet und hierauf in einem Korbe nach jenem Bergkeller getragen habe. In Folge dieses Gestaendnisses wurde die Kindsmoerderin noch in diesem Jahre auf dem Windberge enthauptet und dann auf dem Gottesacker der St. Moritzkirche zu Zwickau begraben.

1740 den 15. October erschoss der vagabondirende Jaegerbursche Todt einen Bauer und Fuhrmann in Langenhessen, Names Simon Seyffart, in dem Gehoelze unweit Koenigswalde, als Letzterer von Zwickau, wo er Getreide verkauft hatte, wieder nach Hause fuhr. Nach 4 tagen wurde er gefaenglich eingebracht und den 23. December auf dem Windberge von oben geraedert, sein Leichnam aber auf das Rad gelegt.

So wurde den 10. Mai 1737 Christoph Hoffmann, welcher den 3. Maerz 2 Weiber in Voigtsgruen ermordet hatte, zu Planitz mit gluehender Zange gezwickt und geraedert.

1750 den 28. Aug. wurde zu Frankenhausen der dortige Wirth, Hans Schulze hingerichtet, weil er einem boehmischen Tabulerkraemer, J. D. Pietschmann, beide Beine abgeschnitten und ihn dann in einem Sacke in den Teich geworfen hatte.

1752 den 21. April wurde zu Frankenhausen der Dienstknecht Laugner hingereichtet, weil er seinen Dienstherrn erschlagen hatte.

1755 den 26. Febr. war Sabina Finkin in Lauterbach in ihrem bette von ihrem Ehemann ermordet worden. Dieser wurde in Lauterbach in einem Teiche gesaeckt.

Die letzte Hinrichtung auf dem Windberge wurde an dem Soldaten Friedrich aus Neustaedtel bei Schneeberg, welcher daselbst seine beiden Pflegeaeltern mit einer Keule erschlagen hatte, den 15. December 1823 vollzogen. Sein kopf und Leichnam wurde auf das Rad gelegt.

1479 am Sonnabend nach Jacobi hat Georg Bartel von Brunnym eine rechte Urphede geschworen, des Herzogs zu Sachsen Land und Leute, die Stadt Zwickau und besonders des Amtmann Martin Roemers Leute zu Werdau mit Worten noch Werken zu beschaedigen oder zu beleidigen, weil ihn der Werdauer Stadtrath gefaenglich eingezogen hatte, und zwar deshalb, weil er mit Ambrosius Steinach Marcus Toepfern, einen Zwickauer Buerger, bei Mergenthal Abends {ueberlassen hat und verkogelt gewesen ist“

1523 werden zwei Stiefgeschwister (von einem Vater und 2 Muettern zu Werdau) Names Anna Zelkornin und Thomas Seidel, auch Zelkorn genannt, die in der Meinung, Stiefgeschwister koennten sich heiraten, was sie auch willens gewesen, sich mit einander fleischlich vermischt hatten, dieser Blutschande wegen in Ansehung ihres Unverstandes nur mit ewiger Landesverweisung (zu Zwickau) bestraft, nachdem sie zuvor Urphede geschworen.
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IDonath 11.06.2011 20:47

Einzelne verunglueckte Personen

1598 den 22. December ereignete sich nach Schmidt’s Zwickauer Chronick II, 443 folgendes: „and diesem Tage sind etliche Manns- und Weibspersonen von Werdau nach Zwickau gegangen, da ist einer, Rudolph Mueller genannt, mit seinem vermeinten Weibe, so er nicht zur Ehe gehabt, zu Unfrieden worden, und sie im Steinpohl wohl abgeschlagen; nachmals ist er mit Ungestuem wieder auff sie gelaufen, und hat sie umgestossen, und indem das Weib ein Messer in Haenden gehabt, und ein Kess und Brod damit gessen, auff sie gefallen, und hat sich selbst einen toedlichen Stich also beim Geschaeffte hinein gegeben, dass er noch desselben Tages daran gestorben“

Im naechsten Jahr (1614) wurde Matz Finke von Kleinhessen von 2 Moerdern, welche ihm aufgelauert hatten, erschlagen.

1664 Anfangs September an einem Sonntage Abend um 10 Uhr wurde in der Behausung des Wagners Seidel in der untern Vorstadt ein junger Mensch aus Langenbernsdorf, Names Georg Caspar Pampel, welcher beim Trinken mit andern Gaesten in einem Tumult gerieth, durch einen Stich getoedtet.

1668 den 31. Mai wollte der Flossbote Hans Krumbahr ein Zeuchmacher aus Werdau, Holzgelder, 305 Gulden 17 Gr. An Betrag, die er vom Flossmeister in Leubnitz behaendigt erhalten hatte, ins Amt Weida tragen. Als er aber die Stadt Werdau im Ruecken hatte, wurde er unfern der Langenbernsdorder Strasse hart neben des hiesigen Buergers und Gerbers Michael Weidisch Felde moerderisch ueberfallen, durch sechs, anscheinlich mit einer Hacke beigebrachte Kopfwunden getoedtet u. beraubt. Am 4. Juni machter besagter Weidisch die Anzeige, dass er diesen Leichnam, mit Reissbuendeln bedeckt, neben seinem Felde in einem Busche gefunden wurde christlich beerdigt, Michael Weidisch aber ins Verhoer genommen und, da mehrfache Verdachtsgruende sich heraustellten, zur Haft gebracht und im Schlossthurme von 4 Waechtern bewacht. Der Rath, welcher damals die Gerichtsbarkeit pachtweise inhatte, liess hierauf, nach mehrfaeltigen Verhoeren, auf hoeheren Befehl den Scharfrichter mit den Folterwerkzeugen vor dem Inquisiten erscheinen. Hierauf wurde derselbe entbloesst, auf die Leiter gebracht, die aumenschrauben angelegt und allmaehlig zugeschraubt. Als er dessen ungeachtet nicht gestand, so wurden ihm Bande an die Haende gelegt und dieselben zugeschneurt, jedoch, indem der Scharfrichter „etwas Lindigkeit spueren liess“ nicht bis auf die Knochen. Als er hierauf immer noch beharrlich leugnete, wurde er, nachdem er Urphede geschworen, sich an der Obrigkeit, Richter, Gerichtspersonen ec. nicht raechen zu wollen, der Haft entlassen

1674 den 26. Febr. frueh Morgens fiel weil. Christoph Troegers, B.u. Tageloehners allhier nachgelassene 70jaehrige Wittwe, am untern Muehlgraben wohnhaft, beim Wasserschoepfen in denselben und ertrank.

1677 den 27. Maerz Vormitt. Zwischen 10 und 11 Uhr hat der Muetzenschneider Gottfried Foerster allhier seinen Nachbar, den Tuchscheerer Paul Schoen, welcher zu ihm, seinem guten Freund, gekommen, um sein Morgenbrod bei ihm zu verzehren, bei Vorzeigung einer Flinte aus Unvorsichtigkeit erschossen und hierauf die Flucht ergriffen. Ueber Foerstern wurde die Strafe ewiger Landesverweisung ausgebrochen, ihn jedoch dieselbe auf sein Ansuchen zuletzt in Ganden erlassen.

1678 am 2. Januar Nachm. Gegen 2 Uhr fand der hiesige Cantor David Ulman beim Neujahrssingen einen schrecklichen Tod. Bei dme durch das Thauwetter schluepfrig gewordenen Wege stuerzte er in der untern Vorstadt in der Naehe des Kuttelhofes in einen offenen und mit hohem Eise umlagerten Brunnen. Sein anwesender Sohn, der Rector M. Ulman sowie die Adjutanten des Chors halfen ihm zwar so schleuig als moeglich wieder heraus und brachten ihn in die Stube des Kuttelhofs. Hier gab er aber nach wenigen Augenblicken den Geist auf.

1684 im August stuerzte die der kathol. Consession angehoerende hochschwangere Frau des Nagelschmieds Barthol Friedrich hier Nachts von der Treppe herab, wurde darauf unzeitig von einem Toechterchen entbunden, welches alsbald nach der Geburt verschied, sowie auch die Mutter kurz darauf ihren Geist aufgab.

1687 den 14. Juli stuerzte Mstr. Hans Meissen’s hochschwangere Ehefrau allhier von dem Boden ihrer Scheune auf die Tenne herab und gab nach vier qualvollen Stunden den Geist auf.

1697 den 12. Juni ertrank ein Kind Georg Seydel’s in einem in der Stube befindlichen Waschfasse (Stosse).

1707 den 15. April ist Georg Melzer allhier im Pfortenwehre ertrunken

1710 den 4. Maerz am Fastnachtsdienstage Vormittags fuhr Christian Simon von hier mit seinem Sohne Georg in den Wald, um Baeume zu faellen. Als sie auf der sogenannten Drei am G-Fluegel einen Baum zur Haelfte abgeschnitten, kam ein starker Wind und brach den Baum vollends ab, wodurch Georg Riedel erschlagen wurde.

In diesem Jahre (1710) starb der hiesige Barbier Johann Siegm. Grimmel ueber der Abloesung seines Beines.

1713 den 13. Oct stuerzte David Ritzschen’s Eheweib von der Scheune und war auf der Stelle todt. (Im Monat April ging Magdalena Ritzsche, geb. Krause, mit dem Kinde auf dem Arme ueber das Pfortenwehr und stuerzte mit dem Kinde in den Tuempel unter das Floessholz. Ihrem Manne, der zu ihrer Rettung herbeieilte, gleiteten die Fuesse aus, dennoch kamen unter Gottes gnaedigen Schutze Vater, Mutter und Kind gluecklich auf das Trockene zurueck)

1714 den 12. Febr. wurde der Brechenmacher Hans Tommes zu Langenbernsdorf im Walde beim Faellen einer Buche von derselben erschlagen. In diesem Jahre starb Mich. Baer in Steinpleis durch den Sturz vom Scheunenbalken.

Es war am 7. Mai im J. 1715 als der Zwickauer Amtmann Joh. Heinr. Buerckner mit dem Amstactuar Joh. Wolfgang Kahle sich zu einer Expedition nach Werdau begeben wollte, um eine streitige Reinigung zwischen dem damaligen Oberfoerster zu Werdau, Joh. Georg Stockmar, und einem hiesigen Buerger zu besichtigen und den Parteien die gebetene Weisung zu geben….

1716 den 3. Juni, als an dem Mittwoch nach Pfingsten wollte der hiesige Zimmermeister Andreas Heckel am Pfortenwehre arbeiten, stuerzte unversehens in den Wehrtuempel und ertrank.

1717 den 3. Mai wurde auf Mich. Oberlaender’s Felde an der Leubnitzer Strasse des hiesigen Buergers Andr. Hendel’s Knecht, Namens Christian Vollert aus Langenbernsdorf von Caspar Hoppen’s Pferde erschlagen.

1720 den 6. Dezember ist ein Maedchen, Namens Maria Elisabeth, Tochter einer Schwester des hiesigen Buergers Christian Weiss, in der Radstube der Pfortenmuehle verunglueckt.

1721 den 28. April des Nachts sass der hiesige Buerger u. Huffschmied Gottfried Arnold mit einem Richter aus Lichtentanne im Leubnitzer Wirtshause beim Bierkruge. Im Laufe des Gespraechs veruneinigten sich beide, worauf sich endlich der Richter entfernte. Arnold aber eilte demselben nach und fiel ihn an. Beide wurden handgemein, und der Richter zu Boden geworfen. Endlich ergriff letzterer das Messer und stach Arnolden in den Arm und dann auch in das Herz. Am naechsten Morgen fand man Arnolden todt und wurde derselbe von den Leubnitzer Gerichten aufgehoben und am 3. Mai zu dessen Section geschritten. Erst den 6. Mai (also nach 8 Tagen) wurde derselbe am Scheidewege von Fraureuth und Leubnitz ohne Sarg eingegraben.

1722 den 21. Maerz zwischen 11 und 12 Uhr wurde abermals ein hiesiger Buerger ermordet. Peter Herzog, ein Soldat, welcher 2 Jahre lang in Werdau, unter andern auch bei dem B. u. Fleischhauer Joh. Georg Klopfer in der obern Vorstadt, in Quartier gelegen hatte und dann nach Dresden gekommen war, lief, nachdem er ueber ½ Jahr in Dresden gestanden hatte, nach Werdau und stieg in jener Nacht bei besagtem Klopfer, seinem ehemaligen Wirthe, durch das Fenster einer obern Kammer, ging hierauf in die Fleischkammer herab, um sich das Fleischbeil zu holen, womit er dannin der Wohnstube das Wandschraenkchen erbrach, aus welchem er 20 ? Geld und allerhand Mobilien entwendete. Klopfer, welcher mittlerweile erwacht war, verfolgte in blossem Hemde den Dieb und hetzte den Hund auf denselben, der Dieb aber versetzte mit dem Seitengewehre dem Hunde einen Hieb und brachte hoerauf Klopfern eine toedtliche Wunde in den Unterleib bei und entrann. Er soll den 21. Maerz frueh von Dresden abgegangen und den 22. Maerz nachts bereits wieder daselbst angelangt sein) nach drei qualvollen Stunden gab Klopfer den 22. Maerz Morgens 3 Uhr seinen Geist auf. Den 23. Maerz wurde er secirt und den 25. mit Abdankung begraben. Der Moerder herzog wurde in Dresden ergriffen und daselbst den 1. mai d. J. mit dem Schwerte hingerichtet.

1726 wurde des hiesigen Obsthaendlers Gottlieb Oletel’s Ehefrau, als sie des Nachts aus ihrem Bette nach ihrem 6 Wochen alte, in der Wiege liegenden Kinde langte, von einem Stickflusse befallen, so dass sie ueber das Kind hinfiel und dieses erstickte.

1727 den 12. Januar ging der hiesige Schlossermeister Christian Eberhardt zur Kirche, als er eben zur zweiten Emporkirchentreppe hinanzusteigen im Begriff war, fiel er todt nieder.

1728 den 30. December fiel Magdalena Halbauer von der Scheune auf die Tenne herab und gab am folgenden Tage ihren Geist auf.

1730 den 17. Mai ist Mstr. Gottfried Obenauf’s, Schneiders und nachmal. Kirchner neunjaehriger Sohn, Namens Gottlieb, von dem unterhalb des Pfortenwehres befindlichen (damals sogenannten Brur, jetzt Teufel-) Stege in’s Wasser gefallen, den 18. Mai unterhalb Bosenhof aufgefunden und Sonntags darauf begraben.

1732 den 27. Juli haben 2 Knaben im Gruenwehrtuempel gebadet. Beide sanken unter; der eine indessen, ein Sohn des hiesigen Buergers Christoph Matthes arbeitete sich gluecklich wieder heraus; der andere aber, Joh. Friedr. Voigt aus Plauen ertrank.

1734 den 4. Juli ertrank der Tuchknappe Benjamin Feustel aus Lengenfeld in einem der obern Vorstadt nach Leubnitz zu befindlichen Teiche. Er war frueh hierher gekommen, um seiner Mutter Schwester zu besuchen und Nachmittags mit 2 hier als Schuhmacher in Arbeit stehenden Landsleuten baden gegangen.

1737 den 9. Januar frueh Morgens fand man Gottfried Richtern von hier todt im Roemer’schen Wehrtuempel.

1739 am letzten Tage im Jahre stuerzte der Tucknappe Joh. Christian Wendig, Mstr. Georg Wendig’s allhier Sohn vom Steige in das Pfortenwehr und ertrank.

1741 den 16. August des Nachts huetete Johann Georg Bergner von hier sein Getreide vor dem Wilde u. wurde von einer unbekannten moerderischen Hand auf dem Felde erschossen

1742 den 24. April wollte des Obermuellers Martin Oberlaenders juengstes Toechterlein der Mutter etwas aus der Wohnstube holen und in den Garten nachtragen, und stuerzte in den Muehlgraben, wo es ertrank. Nach vielen Suchen fand man es erst nachmittags.

1746 den 25. August hat sich der 12jaehrige Sohn des hiesigen Buergers Christian Oberlaender, Names David, in Mannichswalde durch einen ungluecklichen Flintenschuss getoedtet. Er wurde in Werdau auf dem Gottesacker begraben.

1750 starb der hiesige Stadtschreiber Christian Wilhelm Wagner an den Folgen eines zweimaligen Sturzes vom Pferde.

1751 den 14. Mai fiel ein Soehnchen vom hiesigen Buerger Gottfried Kriegelstein in den Muehlgraben und wurde in der Radstube in der Angermuehle todt gefunden.

1753 den 18. Februar am Sonntage Septuagesima ist der hiesige Buerger und Huffschmied Christian Schubarth beim Vormittagsgottesdienste vom Schlage geruehrt worden. Da er sich wieder wohl fuehlte, so begab er sich Nachmittags wieder in die Kirche, wurde aber daselbst zum zweiten Male vom Schlage getroffen, so dass er in der Kirche seinen Geist aufgab.

1754 den 25. Juli, als am Tage Jacobi ist Joh. Michael, Mstr. Joh. Mich. Kiessling’s, B. u. Huffschmieds allhier, aeltester Sohn in der Lehmgrube bei der Ziegelhuette ueberschuettet worden und todt geblieben. Am 4. September fiel Maria, Mstr. Christian Rockstroh’s, B. u. Schuhm. Allhier, neunjaehrige Tochter vom sogenannten Brursteige (unterhalb des Pfortenwehrs) in die Pleisse und wurde erst den 7. d. M. im Gruenwehre wiedergefunden.

1757 den 6. Juni ist der Einw. Und Handarbeiter Christian Brueckner aus Obervielau, welcher hier um Tagelohn gearbeitet, durch den Einfall der Lehmgrube getoedten worden. Am 15. Juli d. J. ist C. Gottlieb Gottfr. Handschuh’s. B. u. Essigbrauers hier, aeltestes Soehnchen unvermuthet ueber aufgesetzten Fliegengift gekommen, hat davon genossen und daran sterben muessen.

1758 den 12. Februar, als am Sonntage Invocavit waehrend des Nachmittagsgottesdienstes wurde Joh. Christoph Tippmar, ein Zeuchmachergeselle, Mstr. Joh. Christn. Tippmar’s, B., Z. u. Leinwebers allhier juengster Sohn, 21 jahre alt, in Mstr. Gottfr. Weidig’s, B. u. Lohgerber Wohnstube durch einen Schuss getoedtet. Wie es sich eigentlich damit verhielt, konnte man nicht ergruenden, der stumme Sohn genannten Weidig’s gab durch Zeichen zu vertsehen, dass Tippmar unversehens sich erschossen habe. Bei der Section fand man im Kopfe 2 Kugeln sowie 20 und etliche Schrote.

1761 den 18. Mai wurde der Maurergeselle Joh. Chr. Lippoldt beim Abbrechen der alten Kirchenmauer durch einen Stuerz so verletzt, dass er Tags darauf verschied.

1765 den 24. Oct. Wurde eine alte Wittwe, Maria Baer, im Muehlgraben, wohin sie ohne Zweifel aus Altersschwaeche u. Unvorsichtgkeit gefallen war, todt gefunden. In demselben Monate wurde Barbara Hupfer in der obern Vorstadt im Muehlgraben todt gefunden.

1773 den 9. Februar ist des an der Pforte wohnenden B. u. Schuhm., Joh. Christian Roth’s juengester Sohn, Namens Carl Friedrich , im Pfortenwehre ertrunken und am 10. Februar gefunden und hier begraben worden.

1783 am Tage Maria Reinigung, als an welchem Tage die Pleisse ungemein angeschwollen war, ging Jgfr. Johanne Sophie, Mstr. Ketzscher’s allhier aelteste Tochter mit ihrer juengsten Schwester ueber den in der obern Vorstadt (damals) befindlichen Steg zu ihrer Nachbarin, u. hatte beim Nachhausegehen das Unglueck, von diesem Stege in die wogende Pleisse hinabzustuerzen. Am andern Tage ward sie in der naehe des (jetzt bei der Teufel’schen Fabrik) nach den Bergkellern fuehrenden Steges aufgefunden.

1787 im Maerz verunglueckte allhier ein armer hiesiger Einwohner, Namens Christian Gotthilf Hesse. Den 5. Sept. d. J. ertrank das 2 1/4 jaehrige Toechterchen des hiesigen ZeuchmacherMstr. Friedlieb Conrad Cobbe in einem Stosse.

1793 d. 15. Juni stuerzte das dreijaehrige Toechterchen des hiesigen Kuerschnermeisters Gottlieb Foerster, Joh. Wilhelmine, in ein mit Wasser gefuelltes hoelzernes Gefaess und wurde todt herausgezogen. Durch schleunige Anwendung der geigneten Mittel gelang es unter Gottes Beistand dem Chirurgen Joh. Aug. Boehm, nach Verlauf einer Stunde das Kind in das Reich der Lebendigen zurueckzufuehren. Gott hatte sie fuer unsern wuerdigen Rector Jahn aufbewahrt, an dessen Seite sie noch jetzt sich des Lebens erfreut.

1794 den 14. Februar fiel der fast sechsjaehrige Knabe J. Wilhelm Kuhn, Sohn des Zeuchmachers J. Christoph Kuhn allhier, von dem mehrgenannten unterhalb des Pfortenwehrs befindlichen Stege in die Pleise und ertrank. Am 15. Febr. wurd er in Langenhessen begraben.

Sonntags den 28. Sept. (1794) stuerzte in den Abendstunden ein hiesiger Leinwebermeister, Names Michael Kretzschmar, 62 Jahre alt, (im trunkenen Zustande) von der nach der Neustadt fuehrenden steinernen Bruecke in die Pleise hinab und wurde sofort todt herausgezogen. Man trug ihn in’s nahe gelegene Hospital und wendete alle vorgeschriebenen Belebungsmittel an, jedoch ohne Erfolg.

1795 den 8. October gegen 9 Uhr stuerzte das 3 ½ jaehrige Soehnchen des hiesigen beim Faerbehause wohnenden B. und Tuchm. Huebler, Joh. Gothilf, in den vorbeifliessenden Muehlgraben und wurde bei der Pfortenmuehle todt herausgezogen.

Am 25. Nov. D. J. hat sich das 1 ½ jaehrige Soehnchen des gewesenen Bauers und Einw. in Leubnitz, Joh. Hupfer’s Namens Gottlieb, indem es mit Feuer spielte, das Kaeppchen, Hemdchen und den Leib verbrannt, so dass es ½ Stunden darauf, trotz aller angewendeten Mittel, starb.

1798 den 24. Sept. ertrank Meister Grosser’s 2 ¾ jaehriges Toechterchen in der Pleisse und wurde erst am andern Tage auf dem Anger herausgezogen.

1799 den 15. August Nachmittags 3 Uhr ist die 3 ¾ jaehrige Enkelin des Lohgerbers Eckardt, Christiane Friederike Weissner aus Treuen, im untern Muehlgraben hier ertrunken und bei der Angermuehle aus dem Wasser gezogen worden.

1804 den 12. Juli fiel die 14 ½ jaehrige Tochter des B. und Zimmermeisters Joh. David Knoll hier; Christiane Sophie, bei bedeutend angeschwollener Pleise, vom (jetzt Teufel’schen) Stege hinab. Sie schrie um Hilfe, die Mutter eilte herbei, doch umsonst, die stroemenden Fluthen rafften sie dahin. Man durchsuchte den ganzen Tag den Fluss mit Haken nach dem Leichnam der Verunglueckten, den aber die jammernden Aeltern erst am 3. Tage in Schweinsburg auffanden.

Am 18. Juli d. J. starb nach entsetzlichen Qualen Gottlieb Schoen, der achtjaehrige Sohn des hiesigen B. und Tuchm. Gottlieb Schoen. 20 (nach andern 18) Wochen vorher war er von einem tollen Hunde gebissen worden. Nach genannter Frist brach auch bei ihm die Wuth aus, bis ihn endlich der Tod erloeste. Am 7. Sept. Vormittags 11 Uhr lief des hiesigen Sandschmieds Mstr. Muenzer’s 1 ½ jaehriges Soehnlein, Friedr. Wilhelm, neben einem mit 3 Pferden bespannten Lastwagen her, schlug mit einer Peitsche nach dem einen Pferde, so dass sich diese in die Straenge verschlang, ohne dass das Kind die Peitsche aus der Hand liess. Das Kind wurde von den fortfahrenden Pferden umgerissen, kam unter ein Rad des Wagens, so dass ihm der Kopf zerquetscht und dasselbe auf der Stelle getoedtet wurde.

1806 den 3. Decbr. verunglueckte Jgfr. Marie Sophie Schlegel, 50 jahre alt, allhier in der Pleisse und ward erst den 9. Dec. aufgefunden, sowie den 11. begraben.

1807 den 5. April, als an einem Sonntage, ging der Kupferschmied Joh. Nicolaus Roediger aus Arnstadt, welcher seit einem Jahre seinen Aufenthalt in Werdau genommen hatte, mit seinem Gesellen Carl Gottlieb Hagans aus Erfurt nach Langenhessen zu Brantwein. Als sie beim naechtlichen Dunkel nach Werdau zurueckgingen, stuerzten sie oberhalb des Gruenwehres (zwischen dem Degsberge und dem Klopfer’schen Garten) in die Pleisse, wo sie am andern Morgen todt neben einanderliegend gefunden wurden. Am 7. April wurden sie auf dem hiesigen Gottesacker in der Stille begraben.

Am 22. October Mittags 12 Uhr fuhr der hiesige Buerger und Webermeister Johann Friedrich Ketzscher Lehm aus der Grube, welche bei der an der Fraureuther Strasse stehenden Werdauer Ziegelhuette sich befindet, wobei ihn sein 14jaehriger Sohn Karl Friedrich unterstuetzte und wohin ihn zugleich sein 5jaehriges Soehnchen David Friedrich begleitet hate. Eben befanden sich diese beiden Soehne in der Grube, als der obere Theil derselben hereinbrach und dieselben verschuettet und toedtete. Am 25. Oct wurden beide begraben.

1808 den 8. April, als an welchem Tage es, sowie am vorhergehenden, ungemein stark regnete, so dass hier und da Ueberschwemmungen herbeigefuehrt wurden, war der hier wohnende koenigl. Tranksteuer-Einnehmer Christian Zentzler (51 ½ Jahre alt), um in Vormundschaftsangelegenheiten einen Termin abzuwarten, nach Zwickau gegangen und nicht wieder nach Werdau zurueckgekehrt. Die bekuemmerten Seinigen schickten Boten aus, um ihn aufsuchen zu lassen, und erst am dritten Tage, also den 10. April, wurde er im Walde, unfern der Waldschenke bei marienthal todt gefunden. Es fand sich an ihm weder eine Spuhr von koerperlicher Verletzung noch von Beraubung. Eine Wittwe und 5 Kinder beweinten seinen Hintritt. Am Abende des 11. April wurde er mit hoher Concession in Werdau beerdigt.

Am 29. Juni zu Mittage fiel das 4 ½ jaehrige Toechterlein des an dem niedern Muehlgraben wohnenden Zeuchmachers Christian Graesser in das vorbeifliessenden Wasser und ertrank, nachdem sie vorher zu sechs verschiedenen Malen aus dem Wasser gerettet worden war.

1809 den 4. Mai, als zu welcher Zeit die Pleisse bdeutend angeschwollen war., stuerste der Brodbaecker Friedrich (24 Jahre alt) in das Baermuehlenwehr und wurde in der Naehe der Krippe toadt herausgezogen.

Am 12. Juli d. J. ertrank in einem Wasserfasse des B. und Webermstr. Ernst Gottlob Knuepfer 4jaehriges Soehnchen, Carl Gottlob.

Am 14. Sept. vormittags 9 Uhr wurde Joh. Friederike, des B. und Weissgerbermstr. Joh. Gottlieb Hopf 8 3/4jaehriges Toechterchen, indem sie vor der Wohnung der Eltern aus Bloedsinnigkeit unter einen Lastwagen gerathen war, unversehens zu todte gefahren.

1813 den 29. Sept. starb der 68jaehrige, vormals hier, seit 26 J. aber in Grasslitz wohnhafte Webermstr. J. Gottlieb Mueller, welcher zu seiner Tochter hierher zu Besuch kam, in Folge von den Kosaken erhaltener Msshandlungen, die ihn ausserdem noch ausgepluendert ahtten.

Am 2. Weihnachtsfeiertag holte der 28 J. alte B. u. E. hier J. Friedr. Hahn Holz aus dem Walde und that einen ungluecklichen Fall mit dem Baume, so dass ihn dieser auf der Stelle erschlug.

1814 den 17. Juli Nachm. 5 Uhr erstickte Carl Heinrich Trumpoldt, der 15 1/3 jaehrige Sohn des hiesigen B. und Webermstr. C. Frdr. Tr., an einem Pflaumenkerne.

1815 den 6. Fbr. wurde der seit 14 Tagen vermisste hier in Werdau in Arbeit gestandene Tuchknappe Bauch aus Langenhessen im Muehlgraben bei der Angermuehle todt gefunden

1817 den 15. Sept. verunglueckte des B. u. Tuchmachers Heinr. Gross 3 1/2 jaehriges Soehnchen, Franz Ferdinand, im Gruenmuehlenbache. Alle Versuche zur Wiederbelebung waren vergebens.

1818 den 4. April wurde beim Holzfaellen im Walde ein Mann aus Leubnitz, Names Saus, von einem Baume erschlagen.

Am 9. December fuhr der Fuhrmann Wimmer aus Werdau mit seinem Sohne auf 2 Wagen Baumwolle nach Mylay. In der Naehe dieser Stadt rollte beim Aushemmen der Wagen noch eine Strecke des Bergs fort, stuerzte dann um und erschlug Wimmer’s Sohn auf der Stelle.

1819 am 21. December fiel die elfjaehrige Tochter des Uhrmacher Wolf auf dem Gruenanger beim Ueberschreiten eines dort befindlichen Steges in die Pleisse. Die Mutter sah durch das Fenster ihre Tochter herabstuerzen, ohne retten zu koennen. Erst am 2. tage wurde sie in Langenhessen todt aufgefunden und auf dem dortigen Gottesacker begraben.

1820 den 23. Juli Mittags 1 Uhr verunglueckte in der Pleisse das fast dreijaehrige Soehnchen des B. u. Handarbeiters J. Christian Eismann, Friedr. August.

Am Gruendonnerstage frueh 9 Uhr gab eine unvorsichtoge Magd dem 4 1/2jaehrigen Heinr. Ernst der 2 ½ jaehrigen Caroline, Kindern des B. u. Webermstr. J. Dav. Kittelmann eine bedeutende Portion Branntwein. Waehrend das Maedchen gerettet wurde, starb der Knabe selbigen Nachts 12 Uhr an eingetretener Gehirnentzuendung.

1823 den 19. Mai, als am 2. Pfingstage, stuerzte des Webermstr. J. Gotthelf Huebner 3 jaehriges Toechterchen, Joh. Christliebe, vom Gange des Hofes herab und gab nach 12 Stunden seinen Geist auf.

Am 23. Juni verunglueckte der Weissbaeckermstr. Adam Heinr. Mothes durch einen Sturz vom Wagen.

Am 15. Sept. war der Bauer und Einw. Gottlieb Weidlich in Leubnitz im Begriff, einen Wagen eizuhemmen, und verunglueckte unter demselben.

1825 den 4. Maerz Abends 6 ¾ Uhr ertrank der 57jaehrige Handarbeiter Joh. Gottlieb Ackermann im Pfortenwehre und wurde Nachts 12 Uhr gerichtlich aufgehoben.

1829 den 20. Januar machten Gevattersleute nach vollzogener Taufe eine Luftfahrt auf dem Schlitten, die aber zur Trauerfahrt wurde. Als sie naemlich in der obern Vorstadt beim Liebel’chen Hause (No. 150) anlangten, schleuderte der Schlitten und stuerzte mit den darin befindlichen Personen in den ausgemauerten dort befindlichen Wassergraben mit solcher Heftigkeit, dass die Ehefrau des Weissbaeckermstr. Johann Gottlieb Kriegelstein nicht nur an den Rippen beschaedigt, sondern derselben auch der Halsring ausgerenkt wurde, und sie am 3. Tage nach unsaeglichen Schmerzen starb, die Hebamme Uhlig aber bedeutende Verletzungen in der Hirnschale erhielt und des Tuchmachermstr. Carl Soeldner’s Ehefrau die Hand sich ausrenkte. Letzter Beiden wurden indessen wieder hergestellt.

Am 14. Decbr. ertrank der 57jaehrige Seilermeister Carl Gottlob Schneider im Ziegelteiche, in welchen er in der Dunkelheit geraten war.

1833 im Herbste ertrank des Hutmachergesellen J. Gottfr. Steinels 6jaehriges Toechterchen, Christiane, in der Pleisse vor dem Hause No 284

1834 starb des Tischlermstr. Christian Regel siebenjaehriges Toechterchen, Henriette, am Genusse zu Branntwein aufgesetzter Himbeeren.

1838 am 7. Januar ertrank des hiesigen Buergers und Tuchmachermstr, Traug. Ferd. Schoen’s vierjaehriges Soehnchen in der Naehe des Tuchmacher-Faerbehauses im Muehlgraben

Am 14. Juli d. J. fand der Tuchmacherlehrling Carl Emil Heilmann aus Ronneburg, welcher bereits seit 1 ½ Jahr hier bei Mstr. Jaehn in der Lehre gestanden hatte, im 16. Altersjahre in einem Leubnitzer Wege gelegenen Teiche beim gesellschaftlichen Baden den Tod. Als geuebter Schwimmer scheute der ruestige Juengling die ihm bekannten tiefen Stellen des Teiches nicht; allein ein Blutschlag traf ihn in den Fluthen. Er gewahrte seinen Untergang und rief um Hilfe, doch vergebens; die versuchte rettung gelang nicht. Am 16. Juli wurde er allhier feierlich zu Erde getragen.

Am 2. Sept. d. J. wurde abermals hier ein jugendliches Leben Opfer eines gewaltsamen Todes. Das 2 Jahr 5 Monate alte Soehnchen des hiesigen B. u. Tuchmachermstr. Friedr. Wilh. Groh gerieth unmitelbar vor dem vaeterlichen Hause unter einen fahrenden Wagen und gab in Folge dessen bald darauf seinen Geist auf.

Im November ertrank in der Pleisse bei der Krebsmuehle der 62 jaehrige Schuhm. Joh. Georg Ackermann von hier (Bruder des 1825 verunglueckten).

1839 ertrank an derselben Stelle der 69 jaehrige Handarbeiter Michael Gottesmann aus Werdau.

Am 22. Juni war deer Handarb. Koetzsch in Leubnitz bei einer Vermessung beschaeftigt, und stuerzte durch einen ungluecklichen Sprung in ein schneidendes Instrument, wodurch er seinen Tod fand.

1840 den 28. Juni ertrank der dreijaehrige Sohn des Handarbeiters C. Gottlob Kaufmann hier.

Am 6. Juli riss das zweijaehrige Toechterchen des hiessigen B. u. Tuchm. C. Dav. Wolf einen Topf kochender Klosbruehe vom Tische, wurde von derselben ueberschuettet und dermassen verbrannt, dass es Abends 6 Uhr desselben Tages seinen Geist aufgab.

Am 28. September stuerzte er auf dem obern Anger, oberhalb des Pfortenwehrs gerade vor dem aelterlichen Hause das ziemlich 1 ¾ jaehrige Toechterchen des hiesigen B. u. Tuchmachermstr. C. Friedr. Popp, welches einen Apfel in die Pleisse werfen wollte, und dabei das Gleichgewicht verlor, hinein und ertrank.
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IDonath 11.06.2011 20:49

Verzeichnis der hiessigen Geistlichen

A) Vor der Reformation

Von den katholischen Geistlichen hiessigen Orts habe ich nur die Namen vom folgenden drei erlangen koennen:
1) eines gewissen Johannes, welcher 1355 (und frueher), sodann
2) eines Heinrich von Stodnitz, welcher 1397 als Werdauer Pfarrer erwaehnt wird ind
3) eines Wolf Heidenreich, welcher ganz kurz vor der Reformation (1512) als Messpriester der Fruehmesse oder des Altars zum Leichnam und Blute Christi in hiessiger St. Marienkirche (im Namen des Erfurter Domherrn Nicol Otto) amtirte. Noch sei bemerkt, dass 1523 nicht mehr Nicol Otto, sondern Johann Schiling Inhaber dieses Lehns war.

B) nach der Reformation

1) Pastoren

1/ Johannes Reymann, war ein perseonlicher Freund D. Martin Luther’s, mit dem er auch in Briefwechsel stand und durch dessen Empfehlung er der Ehre gewuerdigt wurde, bei der im J. 1533 in Sachsen gehlatenen Kirchen- und Schulvisitation in Gemeinschaft mit dem beruehmten M. Georg Spalatin als geistl. Visitator verordnet zu werden. Er wurde (wie es scheint 1540) als erster evangelischer Superintendent nach Hain berufen.

2/ Johannes Stumpff, war Pfarrer hier vom J. 1540 bis zu seinem Tode d. 28. December 1549

3/ Johann Angermann von 1550 bis 1579, in welchem Jahre er starb

4/ Martinus Fischer, vorher Rector hier, dann Pfarrer zu Ostrau, hielt seine Pfarrprobepredigt hier im Februar 1580. Nachdem er das Amt 18 Jahre lang gefuehrt, uebergab er dasselbe im J. 1598, und starb den 4. Juni 1600

5/ M. Caspar Pamler, aus Reichenbach gebuertig, war seit 1598 Substitut M. Fischers gewesen, gelangte im J. 1600 zum vollstaendigen Genusse des Diensteinkommens, wurde aber bereits 1607 als Pfarrer nach Schneeberg berufen. Im J. 1614 wurde er Superintendent zu Plauen, wo er im J. 1624 starb.

6/ Abraham Roscher, Sohn des Schleierhaendlers Abr. R. in Schneeberg, wo er 1566 geboren wurde, kam, nachdem er vier Jahre evangel. Prediger in Steiermark gewesen war, als ein Vertriebener nach Sachsen, indem der Kaiser Ferdinand II am 28. September n1598 den Befehl gegeben hatte, alle protestant. Lehrer und Prediger sollten bei Verlust des Leibes und Lebens binnen 8 Tagen die saemmtlichen Erblande raeumen und sich nicht fuerder darin betreten lassen. Erst im J. 1602 fand er eine Anstellung als Pfarrer in Bockwa bei Zwickau. Im. J. 1608 aber kam er als Pastor nach Werdau, wo er d. 22. Juni 1620 starb. Bemerkenswert ist uebrigens, dass bei der Synode, welche der Superint. D. Wolfrum d. 20. Juni 1613 in Zwickau hielt, Roscher die Synodalpredigt uebernahm

7/ M. Johannes Crueger, gebuertig aus Wittenberg, war von 1608 bis 1611 Diaconus in Werdau, in welchem letzteren Jahre er als Pfarrer nach Langenbernsdorf berufen wurde. Nach Roschers Tode ward er im Nov. 1620 zum Werdauer Pastor designirt und trat im J. 1621 sein Pfarramt hier an. Bereits 1627 aber erhielt er den Ruf als Superintendent zu Neustadt an der Orla, wo er im Januar 1640 starb.

8/ M. Johann Eulenaw (Eulenau) war aus Wurzen gebuertig. Sein Vater hiess ebenfalls Johann, seine Mutter Katharina, war Tochter des dortigen Superint. M. Val. Braune. Er hatte in Leipzig studirt, wo er 1613 Bacealaureus und 1615 Magister wurde. Vom 18. Dec. 1617 bis ins J. 1627 war er conrector an der Kreuzschule zu Dresden… Im J. 1627 kam er als Pfarrer hierher, wo er d. 29. Juni 1642 starb.

9/ M. Andreas Ferber, aus Zwickau gebuertig, war Pastor und Adjunct hier von 1642 – 1665, in welchem letzteren Jahre er d. 20. Juni in Carlsbad, wohin er sich zur Wiederherstellung seiner Gesundheit begebn hatte, im 51. Jahre seines Alters vom Tode ereilt wurde. Sein Leichnam ward hierher nach Werdau gebracht u. d. 23. Juni in der Marienkirche beigesetzt.

10/ Christoph Nacke, gleichfalls ays Zwickau, war von 1663 bis 1665 Rectr hier, Im letzterem Jahre ward er Pfarrer und Adjunct allhier und bekleidete dieses Amt bis zu seinem den 6. Mai 1694 im 58. Altersjahre erfolgten Tode. Er wurde ebenfalls in der hiessigen marienkirche beerdigt.

11/ Johann Friedrich Freiessleben aus Steinpleis, woselbst er 9 Jahre lang seines Vater Substitut war. Er erhielt seine Probepredigt als hiesiger Pfarrer den 8. Sonnt. Nach Trinit 1694 und starb als solcher im J. 1705 in seinem 47. Lebensjahre.

12/ Paul Christoph Gilbert de Spaignart, geboren 1655 zu Muehlberg, wurde 1685 Pfarrer im Dorfe Auerbach bei Zwickau und kam 1693 als Diaconus hierher, wo er am 2. Sonnt. Nach der Erscheinung Christi die Probepredigt hielt. Im Juli 1705 ward ihm das erledigte Pastorat allhier swie seiner Zeit die Ephorie-Adjunctur uebertragen. Wegen seiner schwaechlichen Gesundheit aber musste er im 50. Lebensjahre sein Amt niederlegen. Er hielt am 13. Sonnt. N. Trin. 1715 die letzte Predigt, worauf ihm M. Gerog Ritzschmann substituirt wurde, der am 21. Sonnt. n. Trin. Die Probe- und am 1. S. n. d. Erschein. 1716 die Antrittspredigt hielt. Am 23. Jan. 1723 starb P. Gilbert u. wurde d. 27. Jan. in hiesiger marienkirche begraben. (M. Ritzschmann kam hierauf als Pfarrer nach Stracha bei Wittenberg.)

13/ M. Peter Paul Wagner, geb. d. 28. Mai 1673 zu Gersdorf bei Lichtenstein, wo sein Vater, Samuel W., Pfarrer war. Nachdem er im J. 1702 in Wittenberg beim Jubilaeum als Magister promovirt hatte, wurde er im August 1705 als Diaconus nach Werdau berufen und hielt den 30. Octr. d. J. seinen Einzug; im J. 1723 aber ward ihm (nebst Adjunctur) das hiesige Pastorat uebertragen, dass er am 10. Sonnt. n. Trin. Antrat. In Folge seines hohen Alters wurde hm 1) 1750 M. Gottlieb Heinrich Martius substituirt, und nachdem das hiesige Diaconat zu Theil worden war, so wurde 2) 1752 M. Joh. Gotthilf Otto aus Zwickau als Pastor subst. Eingesetzt. Am 23. Apr. d. J. hielten Vormittags M. Otto als solcher und Nachmittags M. Martius als Diaconus ihre Antrittspredigt. Als M. Otto im J. 1760 Pfarrer in Steinpleis wurde (wo er bald starb), folgte der 3. Substitut: M. Gabr. Christlieb Holzmueller. Doch an demselben Tage, wo dieser seine Anzugspredigt hielt, naemlich d. 10. Juli 1760 starb M. Wagner im 98. Lebensjahre, nachdem er hiesiger Gemeinde 55 Jahre lang als Geistlicher vorgestanden hatte, und zwar 18 Jahre als Diakonus und 37 Jahre als Pastor. Im J. 1755 hatte er sein 50jaehriges Amtsjubilaeum begangen. Der Zwickauer Superint. D. Beck hielt ihm am 23. Juli die Leichenpredigt ueber Psalm 84, 11.

14/ M. Christian Gotthelf Stolle, geb. d. 23. Sept. 1723 in Wiesa bei Annaberg, in welchem letzteren Orte sein Vater spaeter als Postmeister lebte, kam im J. 1754 als Diakonus hierher u. trat d. 1. Februar 1761 als hiesiger Pastor sein Amt an. (Nach Absterben des Past. M. Dominicus in Crimmitschau ward er Adjunct der Ephorie). Er starb am Morgen des 3. Pfingsfeiertags (d. 24. Mai) 1774 und ward d. 26. Mai frueh in hiesiger Kirche vor dem Altare in der Stille beigesetzt. Er hinterliess eine Wittwe und drei Kinder.

15/ M. Gabriel Christlieb Holzmueller, geb. d. 29. Jan. 1729 zu Dresden, wo sein Vater gastgeber war, frequentirte die Schule zu Chemnitz, studirte zu Leipzig von 1749 bis 1753 und wurde 1756 als Candidat examinirt. Ordinirt und confirmirt als Past. Subst. Hier d. 8. Juli 1760; trat er das hiesige Diakonat d. 13. December 1760 und das 1774 d. 10. Aug. ihm uebertragene Pastorat d. 27. Nov. 1774 an. Er starb d. 2. Juni, als am 1. Juni Sonnt. n. Trin. 1782 im 54. Lebens- und 22. Amtsjahre, und hinterliess 1 Wittwe, 1 Sohn und 6 Toechter…

16/ M. Johann George Schmidt, im J. 1728 zu Niederalbertsdorf geboren, besuchte von 1741 bis 1745 die Schule zu Gera u. bis 1750 die zu Zwickau u. studirte 1750 bis 1754 zu Leipzig. Von 1757 bis 1776 wirkte er als Rector der Stadtschule zu Koenigstein u. von 1776 bis 1782 als Diakonus zu Zoeblitz. Am 1. Sonnt. n. Trin. 1782 hielt er in Werdau die Probe- u. den 1. Advent d. J. die Anzugspredigt als Pastor (1792 ward er Adjunct der Zwickauer Ephorie). Im J. 1798 legte er freiwillig sein Amt nieder u. es hielt d. 9. Sonnt. n. Trin. d. J. der aelteste Sohn des hiesigen Rect. Engelmann, der Candidat Heinr. Gotthilf Engelmann, seine Probe- u. am 14. October seine Antrittspredigt als Pastor substitus. Schon im J. 1799 aber wurde dieser zum Pfarramte nach Bockwa bei Zwickau designirt. Sein Schwiegervater u. Senior, M. J. G. Schmidt folgte ihm dahin, nachdem ihm 180 Thlr. von den Werdauer Pfarreinkuenften zugesprochen worden waren, u. starb bereits im J. 1800.

17/ M. David Friedrich Schmidt, geb. aus Mueglenz bei Wurzen, war von 1776 bis 1782 Prediger am Zucht- u. Arbeitshause zu Zwickau, von 1782 bis 1800 aber Diakonus in Werdau, als welcher er am Trinitatisfeste 1782 seine Probe- u. am 3. p. Trin. die Anzugspredigt hielt. M J. 1800 wurde ihm das hiesige Pfarramt uebertragen, das er am 2. Februar antrat, aber nicht laenger als 15 Wochen verwaltete; denn schon am 21. Mai 1800 ereilte ihn der Tod.

18/ Gottlieb Goepfert, geboren in Juedenhann im Schoenburgischen, war, ehe er hieher berufen wurde, Diakonus zu Neukirchen bei Crimmitschau, wo er am Reformationsfeste 1784 die Probe- u. am 2. Sonnt. nach Epiph. 1785 die Anzugspredigt gehalten hatte. Im J. 1800 wurde er als Diakonus nach Werdau berufen, u. hielt aicj als solcher d. 6. April d. J. seine Anzugspredigt. Inzwischen ward er, auf besondern Wunsch der Kirchgemeinde Leubnitz – Werdau zum Pfarrer allhier berufen, u. hielt als solcher, anch geendigter Gnadenzeit von P. Schmidt’s Wittwe, d. 1. Maerz 1801 seine Antrittspredigt. Er starb am 13. Februar 1811….

19/ Johann Erdmann Roth war zuerst Pastor in Neusalza bei Plauen, dann in Podelwitz. Als Pastor zu Werdau hielt er am 1. Weihnachtsfeiertage 1811 Vormiitags seine Antritts- u. zugleich Nachmittags seine letzte Predigt, er war sehr krank hierher gekommen u. starb bereits d. 4. Januar 1812 in einem Alter von 59 Jahren 1 Monat u. 3 Wochen.

20/ M. Friedrich Gustav Wange war vorher Pfarrer in Fremdiswalde (Inspection Grimma) und hielt als Pastor zu Werdau den 13. Sept. 1812 die Probe- und den 25. Oct. (22. p. Trin.) d. J. die Antrittspredigt. Er starb als hiesiger Pastor und Adjunct der Ephorie Zwickau den 24. Febr. 1825 im 66. Lebensjahre und wurde den 26. Febr. beerdigt.

21/ Eliefer Fortunatus Roloff hielt den 23. Febr. 1812 die Probe- und den 22. Maerz d. J. die Anzugspredigt als Diakonus in Werdau. Nachdem er das Diakonat 15 ½ Jahr verwaltet hatte, wurde ihm das erledigte Pfarramt allhier nebst der Ephorie-adjunctur uebertragen und er hielt am Michaelisfeste 1825 die Antrittspredigt als Pastor. Kaum hate er aber dieses Amt 2Jjahre bekleidet, so sank er, vom Schlage getroffen, den 14. Nov. 1827 unerwartet und schmerzlos in die Arme des Todes. Er hinterliess eine Wittwe und einen einzigen Sohn.

22/ Wilhelm Ferdinand Baerensprung, geb. d. 18. Mai 1792 in Liebenwerda, wo sein Vater Buergermeister und Apotheker war, wirkte von 1824 bis 1828 als Pfarrer zu Lipitz bei Hubertusburg und hielt zu Michaelis 1828 seine Antrittspredigt als Pastor zu Werdau. Auch ihm wurde die Adjunctur uebertragen. Als aber die Zwickauer ephorie im J. 1837 getheilt wurde, ward er zum Superintendenten der neu gebildeten Ephorie Werdau ernannt und als solcher am 1. Advent d. J. feierlichst eingewiesen. …
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IDonath 11.06.2011 20:50

Diakonen

1/ Jacob Viescher ist 1533 Diakonus hier gewesen und wird noch 1545 als solcher erwaehnt

2/ Laurentius Knorr war Diakonus hier bis 1552, wo er als Diakonus nach Ronneburg kam. Von da kam er 1558 als Pfarrer nach Patzdorf, wo er 1579 starb.

3/ M. Jodocus Loescher, Sohn eines Furhmanns aus Raschau bei Voigtsberg, hatte in Wittenberg Collegia bei D. Luthern gehoert und war Diakonus hier bis zum J. 1576, in welchem er starb.

4/ M. Caspar Schwarz aus Werdau wurde im J. 1577 zum hiesigen Diakonus berufen und wird im J. 1598 als Pfarrer zu Behlen erwaehnt.

5/ Erasmus Engerle kommt in den Acten im J. 1579 als hiesiger Diakonus vor

6/ Salomon Harder kommt seit 1591 als Werdauer Diakonus in den Acten vor und bekleidete dieses Amt bis 1600, in welchem Jahre er als Pfarrer nach Langenbernsdorf kam, wo er im J. 1610 oder 1611 starb

7/ M. Wolffgang Puerzell (oder Poerzel), aus Crimmitschau geb., wo sein Vater, Johann P., als Gerichtschreiber lebte, war Diakonus hier von 1601 bis 1608, in welchem jahre zu Pastor in Bockwa wurde.

8/ M. Johannes Crueger 1608 – 1611. (Siehe die Pastoren)

9/ Caspar Wolff, Joh. Wolff’s, eines hiesigen Schumachers Sohn, geb. 1583, hielt seine Probepredigt am Sonnt. Reminiscere 1611 und erhielt Tags darauf die Vocation ausgehaendigt. Er wird nch 1637 als hiesiger Diakonus erwaehnt.

10/ Georg Werner war Diakonus hier von 1641 bis 1679, in welchem letzteren Jahre er am 3. Dec. im 69. Lebensjahre starb. Seine Leiche wurde, wie diess damals Sitte war, von acht benachbarten Geistlichen zu Grabe getragen. Der aus Werdau gebuertige Zwickauer Superint. D. Casp. Loescher hielt, auf Wunsch des Seligen, bei seinem Begraebnisse, den 7. Dec., die Leichenpredigt. Dieser treue Diener des Herrn, welcher 38 Jahre lang das Wort desselben der hiesigen gemeinde gepredigt, hatte nach sener beerdigung noch ein schreckliches Schicksal. In der Fruehe des auf sein Bgraebnis folgenden Tages geht ein hiesiger Buerger ueber den Gottesacker, um im Walde Voegelnetze zu stellen. Als derselbe an des Diakoni Werner Grab vorbeigeht, vernimmt er ganz deutlich Pochen in demselben. Er eilt in die Stadt, um die noethige Anzeige zu machen. Doch – die Hilfe kam leider, in Folge einer unerklaerlichen Verzoegerung, zu spaet Nach Eroeffnung des Grabes und Sarges fand man den theuren Geistlichen todt, mit vor Todesangst abgebissenen Fingern! Ihm folgte im Amt sein Sohn.

12/ M. Adam Werner, war Diak. Hier von 1680 bis 1687. Er starb den 28. Mai im 42 jahre seines Lebens an der Auszehrung.

13/ Johann Caspar Fugmann, aus Plauen, war bei der verwittweten Kurfuerstin in Dresden Capellprediger, kam 1687 als Diakonus hierher und ward 1691 als Pfarrer nach Gruenhain berufen.

13/ M. Christian Valerius Zeiss, war vorher Past. Subst. In Gruenhain, kam 1691 als Diakonus nach Werdau, 1693 aber als Pastor nach Siebenlehn, 1696 nach Rosswein und 1713 als Superintendent nach Herzberg. Er hat eine Postille (Altenburg 1704) geschrieben.

14/ Paul Christoph Gilbert de Spaignart 1693 – 1705 (siehe Pastoren)

15/ M. Peter Paul Wagner 1705 – 1723 (s. d. Pastoren)

16/ M. Johann Georg Thechius, geboren zu Hof 1686, soll zuerst Feldprediger gewesen sein, ward 1713 Substitut in Porschendorf und 1715 Pfarrer in Auerbach bei Zwickau. Diakonus in Werdau ward er im J. 1723, und zwar hielt er den 30. Mai die Probe- und den 5. August die Antrittspredigt. Er starb als soclher den 22. Dec. 1751, im 66. Lebensjahre, ward den 24. Oct. Auf hiesigen Gottesacker begraben, und den 31. Oct., als am Reformationsfeste, hielt ihm der Superinten. D. Beck die Gedaechtnispredigt.

17/ M. Gottlieb Heinrich Martius, geb. auf der Pfarre zu Baiersdorf den 13. febr. 1723, wurde 1750 Pfarrsubstitut in Werdau und 1752 Diakonus, welches Amt er bis 1754 bekleidete. Er wurde hierauf Pfarrer zu Langenhessen und den 28. Juni 1768 Pastor (und Adjunct) in Crimmitschau, wo er den 12. Oct. 1791 starb…

18/ M. Christian Gotthelf Stolle 1754 – 1761

19/ M. Gabriel Christlieb Holzmueller 1761 – 1774

20/ Friedrich Gottlob Grafe, geb. zu Rosswein den 26. Aug. 1734, wurde auf der Fuerstenschule zu Meissen u. auf der Universitaet Leipzig gebildet, und hielt im J. 1774 den 9. Oct. (19. p. Trinit) die Probe- sowie den 27. Nov. (1. Adv.) Nachmittags die Antrittspredigt als Diakonus (Vormittags M. Holzmueller als Pastor). Er starb unverheiratet den 10. Apr. 1782 im 53. Lebensjahre an einer Brustkrankheit.

21/ M. David Friedrich Schmidt 1782 – 1800

22/ Gottlieb Goepfert war 1800 nur ¾ Jahr lang Diakonus

23/ Daniel Friedrich Blankmeister, Enkel des P. Bl. In Netzschkau, hielt den 7. Dec. (2. Adv.) 1800 die Probe- und den 1. Maerz (Sonnt. Remin.) 1801 die Antrittspredigt als Diakonus hier. Im J. 1811 wurde er als Pfarrer nach Podelwitz bei Leipzig berufen.

24/ Eliefer Fortunatus Roloff, von Ostern 1812 bis Michaelis 1815

25/ M. Ernst Klotz, aus dem Pfarrhause Stollberg, geb. d. 16. Sept. 1799. Nachdem er seine Studien vollendet hatte, ward er Privatdocent an der Universitaet Leipzig und Vesperprediger daselbst. Die Probepredigt als hiesiger Diakonus hielt er den 23. Oct. (21. p. Trinit.) 1825 und die Antrittspredigt am 1. Adventssonntage d. J. Seit Anfang des J. 1832 verhinderte ihn anhaltens Krankheit an der Verkuendung des goettlichen Wortes und es verwaltete unterdessen sein Bruder Friedrich K., und, als dieser als Pfarrer nach Kleinwolmsdorf berufen ward, Franz Krenkel als Vicar die Diakonatsgeschaefte. Im Kreise seiner Familie zu Stollberg hoffte er auf genesung, fand sie aber nict. Am 9. April 1832 entschlief er daselbst zu einem schmerzlosen Sein. Nur 33 Jahre dauerte sein Pilgerleben. Er hinterliess eine kinderlose Wittwe…

26/ Ernst Friedrich Hoffmann, geb. den 23. Dec. 1800 im Schulhause zu Marienthal bei Zwickau, besuchte von 1816 – 1822 die Schule zu Zwickau und von 1822 – 1825 die Universitaet zu leipzig, war von 1825 bis 1830 Privatlehrer hier, von 1830 bis 1832 aber zweiter Lehrer an der hiesigen Maedchenschule. Seine Probepredigt als Diakonus hielt er den 16. Sept. (13. p. Tr.) 1832 und die Antrittspredigt am 14. Oct. d. J. Er ist uebrigens der erste hiesige Diakon, welcher das Amt eines Localschulinspectors bekleidet.
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IDonath 11.06.2011 20:52

Kirchner

An der St. Egidien- od. Ilgenkirche: Burkhard Ulman und Wolf Hoffmann im J. 1533

An der St. Marienkirche:
1617, Hans Raub, ein Tuchmacher

1632 Christoph Stueler (confirmirt 1634)

Von 1659 bis 1710 Hans Hupfer, ein Zimmermann

1710 – 1729 Michael Obenauf

1771 – 1741 Michael Obenauf, dessen Sohn

1744 – 1761 Gottfried Obenauf, B. u. Schneider

1763 - 1801 Adam Gottlieb Weise, B. u. Tischler

1802 – 1815 Johann Gottlieb Klopffer, B. u. Tuchmacher

Christian Friedrich Regel, geb. den 21. Febr. 1779, trieb vorher die Nadlerprofession und trat den Kirchnerdienst zu Johannus 1815 an, wurde aber, in Folge gegen seine Anstellung eingelegter Appellation, erst im J. 1818 zu Leipzig examinirt und confirmirt
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IDonath 11.06.2011 20:53

Schule

Bei der Localvisitation vom J. 1579 kam es in Anregung, dass eine Maegdleinschule allhier moechte gehalten werden. Im J. 1598 bis 1603 hielt die Frau des Cantor Barthol Voegler und 1603 die seines Nachfolgers die Maegdleinschule.

1. Rectoren

Martinus Fischer wird 1568 als solcher erwaehnt und kam bald darauf als Pfarer nach Ostrau, sowie spaeter wieder als Pfarrer nach Werdau

Paul Angermann bis 1573, wo er Pastor in Baiersdorf wurde

Georg Winter tritt zu Michaelis 1573 an

Paulus Gruber wird 1578 als Rector erwaehnt und ward 1585 Pfarrer in dem benachbarten Flecken Blankenhain

Paul Jahn aus Werdau, vorher Cantor hier, wird 1588 Rector und 1593 abgesetzt

Abraham Reydeck, vorher Cantor hier, wird 1593 Rector

Georgius Escherus, tritt im J. 1599 das Rectorat an

Johann Jahn bekleidete das Amt von 1607 bis zu seinem Tode 1612

M. Caspar Ebel gelangte 1613 zum Rectorate und fuhrte es bis 1617

Georgius Wolfahrt aus Wildenfels, vorher Baccalaureus aus Zwickau, trat das Rectorat im J. 1617 an und kommt noch 1622 als Rector vor

M. Adam Ehrentraut war bis 1629 Rector hier und kam dann als Pfarrer nach Bockwa

Paul Schlegel war 1607 allhier geboren, wo sein Vater Wolf Sch., als Nagelschmied lebte. Nachdem er seit 1621 die Fuerstenschule zu Grimma und seit 1627 die Universitaet Leipzig besucht hatte, kam er im J. 1630 als Rector in seine Vaterstadt, wo er die Pest erlebte und ihm on Folge derselben zwei Cantoren von der Seite gerissen wurden. Im J. 1637 wurde er Pastor in Rottmannsdorf bei Zwickau und im J. 1637 Pastor in Neukirchen bei Crimmitschau. Er war gluecklicher Vater von 10 Kindern, und zwar von 6 Soehnen, welche saemmtlich noch bei seinem Leben als Geistliche angestellt wurden. Einer derselebn, Joh. Christian Sch., war Superintendent in Zwickau. Bei seinem Tode, welcher den 5. Jan 1684 erfolgte, wurde er von seinen 6 Soehnen zu Grabe getragen und von seinen beiden Schwiegersohnen hielt ihm der eine die Leichenpredigt, der andere die Parentation. …

Balthasar Spitzner, geb. zu Auerbach den. 23. Maerz 1609, war 1634 bis 1636 Rector allhier, 1636 – 1641 Pastor in Truenzig, und von da bis zu seinem den 2. April 1681 erfolgten Tode Pastor zu Blankenhain. In der Kirche lezteren Ortes befindet sich unweit der Kanzel sein mit stattlichem Schnurr- und Knebelbarte ausstaffirtes Bildnis.

Georg Wolfarth II. war Rector bis 1663, wo er Pfarrer in Ober- und Niederalbertsdorf wurde.

Christoph Nacke, vorher Informator im Hause des hiesigen Past. M. Ferber, war Rector von 1663 bis 1665, dann Pastor hier

M. Johann Joachim Ulman, gebuertig aus Eisleben, kam von Leipzig hierher und war Rector hier von 1665 bis 1680, in welchem Jahre er als Pfarrer an die St. Moritzkirche bei Zwickau berufen, und, da eben in Leipzig die Pest grassirte, vom Zwickauer Sup. D. Loescher, hin Auftrag des Leipziger Consistoriums, in der Marienkirche zu Zwickau ordinirt wurde. Er verwaltete aber dieses Amt nur 2 Jahre, indem er am 22. Septbr. 1682 an der Pest starb.

Johann Schinck, geb. d. 11. Juli 1625 in Zwickau, ward 1678 Conrector an der Klosterschule zu Rossleben in Thueringen, und war von 1680 bis 1694 Rector in Werdau. Im. J. 1694 wurde er Pfarrer zu St. Moritz, im J. 1707 aber Diakonus zu St. Katharinen in Zwickau und endlich 1727 Protodiakonus daselbst. Er starb den 6. Mai 1730.

Georg Werner, seit 1688 Cantor allhier, war Rector von 1694 bis zu seinem Tode 1710

Sigismund Foerster aus Werdau, Rector von 1711 – 1738, starb den 3. Juli 1738…

Christian Goeberth aus Werdau, war Rector von 1739 bis zu seinem den 22. Mai 1744 erfolgten Tode

Johann Adam Zuerckler, aus Plauen gebuertig, trat das hiesige Rectorat im J. 1745 an und verwaltete es bis zum J. 1760, wo er im August als Rector nach Eibenstock kam.

Johann Gottfried Hallbauer aus Werdau, Sohn eines Baeckers, wurde im August 1760 als Rector eingewiesen und starb schon den 29. April 1762

Gottlieb Heyer, eines hiesigen Tuchmachers Sohn, wurde 1762 Rector und starb den 2. Febr. 1766 in einem Alter von 28 Jahren. Er hinterliess eine Wittwe mit 1 Sohn und 1 Tochter.

Carl Friedrich Storch, der Sohn eines hiesigen Gastwirths, trat im Juni 1766 das Rectorat hier an, das er aber 1773 in Folge seiner Berufung als Pfarrer nach Lichtentanne niederlegte.

Johann Gotthilf Engelmann, geb. 1734 in Zwickau, eines Buchbinders Sohn, ward, nachdem er seit 1759 das hiesige Cantorat verwaltet hatte, im Aug. 1773 Rector.Es ward ihm das Glueck zu Theil, im J. 1809 sein 50jaehriges Lehrerjubilaeum feiern zu koennen. Am 8. Mai d. J. versammelten sich de Schulknaben Vormittags 10 Uhr auf dem Rathhause, um von da paarweise nach der Schulwohnung zu ziehen, wo sie, in einem Kreise aufgestellt, zwei Lieder sangen. Nachmittags 6 Uhr begab sich die Geistlichkeit und Rath ebenfalls nach der Schilwohnung, um den erblindeteb Jubelgreis auf das Rathhaus zu geleiten, wo er mit Trompeten- und Paukenschlag empfangen und ihm zu Ehren Concert und Ball gehalten wurden. An diesem seinem Ehrentage wurde ihm von seinen ehemaligen Schuelern ein gedrucktes Gedicht, ein silberner Becher, ½ Dutzend silberne Loeffel ec. verehrt. Nachdem ihm bereits seit d. J. 1805 sein Nachfolger als Substitut zur Seite gestanden hatte, starb er den 28. Mai 1820 in dem Alter von 86 Jahren. Er hinterlies 2 Toechter und 1 Sohn.

Johann Gottlieb Jahn, der letzte Werdauer Rector mit welchem diesen Titel fuehrt, ist geboren zu Baiersdaorf den 28. Dec. 1781, bescuhte von 1792 – 1796 die hiesige Stadtschule und von 1796 – 1802 die lat. Schule zu Zwickau, worauf er sich 1802 – 1805 auf der Universitaet Leipzig den theolog. Und paedagogischen Wissenschaften widmete. Nachdem er seit 1805 als Rector substit. Hier amtirt hatte, verwaltete er das Rectorat von 1820 – 1836. Im Juli 1836 liess er sich, seiner Gesundheitsumstaende halber, mit Vorbehalt einer Pension emeritiren, Er ist mithin 31 Jahre hindurch fuer die Heranbildung der hiesigen Jugend thaetig gewesen.
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IDonath 11.06.2011 20:54

1) Cantoren

Magnus Schoen wird zu Michelis 1570 Cantor und ist es bis 1575

Abraham Reydeck bekleidete das Cantorat bis 1585

Paul Jahn, war Cantor von 1585 – 1588

Tobias Winkler gelangte 1588 zum Cantorate

Abraham Reydeck, vermuthlich des vorhin genannten Sohn, wird 1593 Cantor

Bartolomaeus Voegler, aus Zwickau gebuertig, ward im J. 1598 Cantor, im J. 1599 vom hiesigen Rathe „enturlaubet“, kommt indessen noch 1600 als Cantor hier vor

Daniel Roegbner, Sohn des Past. R. zu Lauterbach, ward 1608 Cantor hier und 1612 als Diakonus nach Neukirchen bei Crimmitschau befoedert

Petrus Scharf, ein Stadtkind, trat 1617 das Cantorat an

Michael Lippold starb 1631, als er bereits die Vocation zu einer auswaertigen Stelle erhalten hatte, an der Pest

Johann Moeckel, aus Auerbach gebuertig, ward ebenfalls 1631 ein opfer der damals hier grassirenden Pest

Jacobus Kuhling war Cantor von 1633 bis 1639

Joachim Rauscher, aus Iglau in Maehren gebuertig u. der Religion wegen aus diesem seinem Vaterland vertrieben, ward im J. 1639 als Cantor berufen und alsbald wieder vom Rathe verstossen. Im J. 1643 wird er als Pfarrer zu Ober- und Niederalbertsdorf erwaehnt, wo er sich noch 1656 befand.

Wolfgang Gruenler wurde im J. 1642 als Pfarrer nach Truenzig berufen

David Ulman wird im J. 1656 als Cantor hier erwaehnt und verunglueckte am 2. Jan. 1678

Christoph Conradi war Cantor hier von 1679 bis 1688

Georg Werner, Cantor von 1688 bis 1694, in welchem Jahre er in das erledigte Rectorat aufrueckte

Christian Friedrich Dietrich, war Cantor hier von 1694 bis zu seinem Tode 1708

Christian Henckel, der Sohn eines Kuerschners, war Cantor von 1709 bis 1743, in welchem Jahre er den 29. Maerz starb.

Johann Christoph Goetze, von Eineborn im Altenburgischen gebuertig, bekleidete das hiesige Cantorat von 1744 bis an seinen Tod. Er starb den 8. Februar 1759 im 41. Lebensjahre u. hinterlies 1 Wittwe u. 4 unversorgte Toechter

Johann Gotthilf Engelmann, 1759 – 1773

Gottfried Rosenbaum, aus Unterkakau bei Naumburg gebuertig, hatte in Leipzig die Thomasschule frequentirt und auf dasiger Universitaet viele Jahre studirt, trat das Cantorat den 8. August 1773 an und starb bereits den 3. November 1774, noch unverheirathet, an der Auszehrung.

Christoph Philipp Grote (der Grossvater muetterlicherseits vom Verfasser dieser Chronik) aus Lichtenstein gebuertig, wurde den 31. Januar 1775 als Cantor und Schulcollege hier eingewiesen, Er verwaltete ruestig dieses Amt, bis er auf das Krankenlager gestreckt ward, wo ihm, noch kurz vor seinem Tode, die Vocation zu einer Pfarrstelle bei Meissen ueberbracht wurde, die er aber schmerzlich laechelnd mit den Worten zurueckgab: „Es ist zu spaet!“ Er hatte wahr gesprochen, denn am Sonnt. Misericord. 1783 schlossen sich seine Augen auf immer, Er starb im 46. Lebensjahre und hinterliess 1 Wittwe mit 1 Sohn u. 2 Toechtern. Waehrend der Vancanzzeit, welche von da an bis Michaelis 1785 waehrte, wurde der Unterricht in der zweiten Knabenclasse vom damaligen Kirchner U. G. Weise besorgt.

Gottlob Leberecht Schulze, war vorher Schullehrer zu Kirchberg, hielt seine Probe hier den 6. August 1785 u. trat das Cantorat d. 8. Sept. d. J. an. In Folge seines vorgerueckten Alters ward er im November 1821 ermeritirt, und starb den 25. Maerz 1823 mit Hinterlassen 1 Wittwe, 3 Soehne und 4 Toechter

Carl Ehregott Braeuer, geb. d. 16. Oct. 1796 zu Annaberg, besuchte von 1805 an das dasige Lyceum. Im Nov. 1813 folgte er dem Aufrufe zum Banner der saechs. Freiwilligen, lehrte aber zu Michaelis 1814 zu den Wissenschaften zurueck, indem er de Universitaet Leipzig besuchte. Von 1817 bis 1819 amtirte er als Schulsubstitut in Schkeuditz und Zoechen, hierauf 1819 – 1821 als Cantor in Eibenstock. Seit Anfang des Jahres 1822 wikt er hier als Cantor und Lehrer. Das zahlreiche Verzeichnis seiner Compositionen ist dessen Biographie beigefuegt….
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IDonath 11.06.2011 20:55

Maedchenlehrer

Cornelius Faelckner wird 1611 erwaehnt u. kommt noch 1634 als solcher vor

Johann Christian Kretzschmar bekleidete dieses Amt von 1671 bis 1714

Johann Gottlob Kiessling, war seit 1709 der Substitut des Vorigen u. starb 1724. Er war der Erste, welcher zugleich das Organistenamt verwaltete

Johann Krantz, vorher Organist u. Schulcollaborator zu Meerana, trat 1724 hier an u. starb d. 15. Febr. 1743. Von da bis 1744 wurden die Maedchen von einem Interimslehrer, Names Johann Michael Haendel unterrichtet.

Johann Christoph Spies, vorher Cuerassier- Regiments-Pauker, trat im J. 1744 an u. starb am Gruendonnerstag (d. 16. April) 1772 in einem Alter von 65 Jahren

Johann Gottfried Baumgaertel, aus Oelsnitz im Voigtlande gebuertig, vorher Baccalaureus an der Stadtschule daselbst, folgte Jenem im Amte 1772, wurde aber im J. 1782 abgesetzt

Carl Christoph Koehler, frueher in Kirchberg, trat zu Johannis 1782 dieses Amt an, u. legte es im J. 1812, also nach 30jaehriger Fuehrung u. im 74. lebensjahre nieder

Gottlob Friedrich Mueller, geb. d. 29. Sept. 1775 in Joehstadt. Von seinem 12. Lebensjahre an besuchte er das Lyceum zu Annaberg, woselbst er auch einige Jahre als Chorpraefect fungirte. Im J. 1799 trat er die Stelle eines Hilfslehrers des dasigen Cantor Winkler an, worauf er im J. 1803 als Schullehrer nach Bockwa bei Zwickau berufen wurde. Diesen Posten verliess er wieder im J. 1812, da ihm die hiesige Organisten- und Maedchenlehrerstelle uebertragen wurde, die er auch ein volles Vierteljahrhundert, naemlich bis zu Michaelis 1837 bekleidete, worauf er aber dieselbe, unter Vorbehalt einr jaehrlichen Pension, wegen seines vorgerueckten Alters niederlegte. Er lebt gegenwaertig in Zwickau.

Vor der Errichtung der Buergerschule bekleideteten die neu fundirte zweite Maedchenlehrerstelle:

Ernst Friedrich Hoffmann, 1830 bis 1832

Franz Otto Stichert, geb. den 7. Maerz 1810, Sohn des (1834 verstorbenen) hiesigen B. u. Handelsmanns Christoph Heinr. St. Von 1823 – 1828 auf dem Lyceum zu Zwickau in den noethigen Schulwissenschaften und von 1828 – 1832 auf den Univesitaeten Leipzig und Hatte – Wittenberg in den theologischen und paedagogischen Wissenschaften gebildet, wurde ich im J. 1832 in Dresden als Predigtamtscandidat examinirt. Nachdem ich vorher schon 1 Jahr als Hauslehrer im Voigtlande thaetig gewesen war, trat ich im September 1832 als Lehrer an hiesiger Stadtschule an, Im. J, 1834 verehelichte ich mich mit Emilie Liebhold, einer Tochter des Bezirks- und Amtswundarztes Liebhold in Zwickau….
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IDonath 11.06.2011 20:56

Lehrerpersonal an der 1836 vereinigten Buergerschule


Carl Ehregott Braeuer
Franz Otto Stichert
Gottlob Friedrich Mueller bis Michaelis 1837

Carl Gottlob Eger, geb. den 15. Juli 1813 in Wurzen, ward 1834 Thorschullehrer in Plauen, kam im Sept. 1834 als Hilfslehrer des Rect. Jahn nach Werdau, und trat den 25. Juli 1836 in die Reihe der staendigen Lehrer an hiesiger Buergerschule, aus der er aber bereits den 23. Febr. 1839 durch den Tod schied. Er hinterlies eine Wittwe und ein Soehnchen, dass ihm aber bald im Tode folgte.

M. Carl Gottlob Kuehne, geb. den 3. Nov. 1804 in Budissin, wurde 1826 Lehrer an der Rathsfreischule zu Leipzig, 1830 dirigirender Oberlehrer an der Freischule zu Buissin u. im J. 1836 Director der hiesigen Schule….

Friedrich Louis Walther, (Predigtamtscandidat), geb. 1806 in Schneeberg, trat 1836 hier an….

Carl Ehrhard Schmidt, geb. den 10. Jan. 1819 in Leipzig, hatte daselbst seit 1832 in dem Guenther’schen und dann im Naundorf’schen Institute gewirkt und trat ebenfalls 1836 hier an.

Johann Gottlob Hauschild, geb. 1817 in Zedtlitz bei Borna, war 1834 Fabriklehrer in Kemtau u. Gubenberg bei Chemnitz, 1836 Lehrer an hiesiger Buergerschule und wirkt seit 1840 als Lehrer an der Buergerschule zu Zwickau. (Als Wiederbesetzung der von ihm verlassenen Stelle durch eingetretene Umstaende verzoegert wurde, besorgten nach einander drei Vicare den Unterricht der ihm anvertraut gewesenen Classe, Names Stuetzner, Trommler und Riedel)

Carl August Windisch, geb. d. 4. Jan. 1816 in Marieney im Voigtlande, ward 1835 Hilfslehrer in Hohenstein und 1836 Lehrer an hiesiger Buergerschule. In Folge ueberkommener Kraenklichkeir aber schied er im J. 1840 aus dem Lehrerstande und ward Kirchner zu Frankenberg….

Samuel Friedrich Robert Gerlach, geb. den 29. Juli 1815 in Friedeberg bei Freiberg, wirkte seit 1836 als Hilfslehrer in Forchheim und ward 1837 als Organist und Buergerschullehrer hierher berufen

Carl Moritz Krieger, geb. den 26. Oct. 1816 in Pirna, ward 1834 Armenlehrer daselbst, 1835 Hilfslehrer an dasiger Buergerschule und trat den 12. Mai 1839 hier an.

Johann Gottlieb Haferkorn, geb. 1817, amtirte erst als Hilfslehrer in Einsiedel, trat den 23. Apr. 1840 hier an, ging aber bereits zu Ostern 1841 als Lehrer nach Koenigswalde bei Annaberg ab.

Johann Paulus Kiesshauer, (Predigtamtscandidat), geb. d, 12. Aug. 1808 zu Russdorf, war vorher Informator bei Baron von Mannsbach in Frankenhausen, trat zu Ostern 1841 hier an und verwaltet zugleich gegenwaertig die (vorher von Windisch und dann von Haferkorn verwaltete) Chorpraesectur.

Robert Hermann Thieme, geb. den 5. Maerz 1820 in Borna bei Oschatz, ward zu Ostern 1839 Hilfslehrer in Luppa und trat den 25. Mai 1841 hier an.
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IDonath 11.06.2011 20:56

Amtslandrichter zu Werdau

Bis zum J 1584 verwaltete (der schon 1560 erwaehnte) Ilgen Kruegelstein das Landrichter- und Buergermeisteramt zugleich. Auf Befehl des Kurf. August aber wurde ihm ersteres aufgekuendigt und es trat 1584 Christoph Krausse als Landrichter ein.

Im J. 1602 wird Johann Schilling als Land- und Stadtrichter erwaehnt.

Auf Befehl des Kurf. Christian II. aber wurde das Landrichteramt im J. 1607 dem Melchior Franck uebertragen. 1612 wird er zugleich als Stadtrichter erwaehnt.

1627 ist David Mueller Land- und Stadtrichter; 1634 (u. spaeter) Christoph Scherff desgleichen;

1661 (u. spaeter) Matthias Kriegel desgl.;

1723 ist Sam. Rockstroh Landr. Und Steuereinnehmer;

1735 ist Johann Christian Trummer Landrichter und zugleich Geleits- u. Landaccis- sowie Tranksteuer-Einnehmer (+ 1761).

Hierrauf Joh. Georg. Klotz Landr. und zugleich Gel. Und Landaccis-Einnehmer (+ 1791);

1792 Carl Gottlob Breyer

1803 Carl Wilh. Gendel

Vom 1805 bis 1835 der Advocat und Gerichtsdirector Joh. Friedrich Dippner

… wurde den 11. Oct. 1835 allhier ein koenigliches Gericht errichtet und eroeffnet, an dessen Spitze der bisherige koenigl. Justiztiar zu Kirchberg, Friedrich Ludwig-Wolf, gestellt wurde.
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IDonath 11.06.2011 20:57

a) Personales des vormaligen koenigl. Gerichts allhier

Friedrich Ludwig-Wolf, Justitiar, geb. d. 2. Febr. 1796, besuchte 1807 – 1813 des Lyceum zu Zwickau, 1813 – 1817 die Universitaet Leipzig und wirkte seitem in Crimmitschau als Advocat u. Gerichtshalter, sowie als Raths- u. spaeter als Gerichtsactuar. 1831 d. 13. Januar ward der Stadtschreiber in Kirchberg u. d. 19. Maerz 1834 koenigl. Justiztiar daselbst. Am 7. Oct. 1835 kam er in gleicher Eigenschaft hierher u. ist seit d. 1. Jan. 1841 Justizamtmann allh. (uebrigens ist er zugleich Coinspector der hiesigen Kirche u. Schule).

Ludwig Heinrich Holle aus Langenbernsdorf, ward als Accessist hier verpflichtet den 3. Nov. 1835 und ging ab den 30. Juli 1836

Carl Eduard Hauschild aus Linz, ward im Decbr. 1835 als Accessist u. Protocollant u. im Maerz 1836 als Viceactuar hier verpflichtet und ging im Juli 1836 als 2. Actuar in das Justizamt Forder-Glauchau.

Carl Ludwig Ublich aus Zwickau, ward den 4. Aug. 1836 als Protocollant und Viceactuar verpflichtet und ging im Aug. 1837 ins Kreisamt Freiberg ab.

Friedrich Wilhelm Busse aus Dresden, ward d. 1. Sept. 1837 als Viceactuar hier verpflichtet und ward im J. 1840 in das Justizamt Voigtsberg versetzt.

Carl Ferdinand Wilisch aus Schwarzenberg, verpflichteter Viceactuar hier seit dem 8. Juni 1838.

Gustav Adolph Boehm von hier, ward 1835 Sporteleinnehmer und starb den 14. Febr. 1838.

Ferdinand Duerner aus Dippoldiswalde, ward den 1. Sept. 1837 Sportel-Controleur u. im Febr. 1838 Sporteleinnehmer.

Carl August Ruehlemann aus Dresden, ward Sportel-Controleur d. 2. Apr. 1838.

Joh. Gust. Weisflog ward den 14. Oct. 1835 als Lohncopist verpflichtet.

Friedrich Ferdinand Kuenzel aus Oelsnitz ward Lohncopist hier im Maerz 1838
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IDonath 11.06.2011 20:58

a) Personale des koenigl. Justizamtes Werdau

Friedrich Ludwig-Wolf, Justizamtmann (s. Oben)

Carl Friedrich Traugott Siegert, den 7. Jan. 1841 als wirkl. Actuar hier verpflichtet

Carl Ferdinand Wilisch (s. oben)

Friedrich Adolph Hezel, als Viceactuar hier verpflichtet den 14. Jan, 1841

Ferdinand Duerner u. Carl Aug. Ruehlemann (s. oben)

Aug. Gottlob Krug, den 7. Jan. 1841 als wirkl. Actuar hier verpflichtet

Friedrich Ferd. Kuenzel (s. oben)

Joh. Joseph Geissler, als Lohncopist verpflichtet den 5. Jan. 1841
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Buergermeister

Im 16. Jahrhunderte:
1515 Alerius Angermann
1533 Benedict Ritsch (diesem hat die Gemeinde ein eigenes Haus gekauft)
1534 Melchior Brand (ist’s nich 1548)
1541 Simon Schoen und Jacob Schmidt
1559 Moritz Krumbhar
1571 Martin Seidel
1578 Abraham Kiessling
1584 Ilgen Kriegelstein
1592 Simon Breunling (ist’s noch 1600)
Abraham Bock, gegen dieselbe Zeit hin

Im 17. Jahrhunderte:
1607 Hans Vogel
1610 Zacher Gruber
1611 Joh. Schilling
1618 Caspar Seidel
1620 Wolf Rudel
1627 Caspar Sauss
1638 Peter Roeller
1649 Michael Seydel
1650 Christian Wachter
1653 Bernhard Becker
1667 Esaiass Lippold (+ d. 16. Dec. 1693)
1678 Caspar Schenker
1684 Georg Winter (auch schon vorher)
1694 Paulus Schnorr

Im 18. Jahrhunderte:
Noch 1711 Caspar Schenker
1717 Johann Zachar
1721 Georg Seidel (+ 1727)
1728 Christian Voigt
1729 Georg Schnorr
1730 Gottfried Kiessling (+ 20. Nov. 1750)
1731 Michael Oberlaender (+ 1775)
1750 Zacharias Zachar (+ 10. Jan. 1765)
1764 Christian Friedrich Lippold (+ 22. Nov. 1782)
1775 Joh. Georg Barth (+ 22. Nov. 1797)
1882 Christian Oberlaender (+ 9. August 1795)
1796 Christian Tenzler (+ 1805)
1797 Christian Klotz ( + 1803)

Im 19. Jahrhunderte:
Noch bis 1803 Christ. Klotz
Noch bis 1805 Chr. Tenzler
1803 Joh. Andr. Deeg (+ 3. Nov. 1804)
1803 Joh. Samuel Meyer, rsignirte 1813
1806 Christian Gottlieb Mothes (+ 12. Mai 1816), war zugleich Geleits- und Landacciseinnehmer
1813 Christian Gotthils Obenauf (+ 20. Dec. 1817)
1817 Christian Friedrich Wagner (+ 11. Juli 1826)
1822 Joh. August Naundorf (abgetreten 1829)
Seit 1829 Gotthilf Naundorf, der jetzige

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IDonath 11.06.2011 21:00

Kaemmerer
1717 Martin Jaenig
Darauf Balthasar Schubert (+ 1727)
1728 Gottfried Kiessling
1729 Johann Mich. Oberlaender
1731 Joh. Ernst Grimmel (resignirt 1739)
1732 Christ. Naundorf
1734 Christoph Dietel
1739 Christian Tenzler
1740 Zacharias Zacher
1744 Joh. Georg Popp
1750 Sam. Richter
1753 Christian Friedrich Lippold, der erste perpetuirliche Kaemmerer
1764 Christian Oberlaender
1782 Joh. Gottlob Popp (resign. 1788)
1788 Balthasar Goeldner ( + 1794)
1794 Christian Klotz
1797 Joh. Andr. Deeg
1803 Christian Gottlieb Mothes
1805 Christian Gotthelf Obenauf
1813 Christian Friedrich Wagner (zugleich Tranksteuer-und General-Land-Uccis-Einn.)
1816 Joh. Aug. Naundorf
Ist’s seit 1823 Carl Gottlieb Schmelzer, der jetzige

Stadtschreiber

1541 (und frueher) Nicolaus Haltmann
1573 Joh. Krumbhar, ist’s noch 1592
1665 Joh. Kretzschmar
Simon Dulpius kommt noch 1687 als solcher vor und wird 1669 als Actuar beim hiesigen Stadtgericht erwaehnt
1694 Joh. Georg Neuberth (wird noch 1700 als Stadtschreiber erwaehnt)
1728 bis 1750 Christian Wilhelm Wagner, n welchem letzteren Jahre er starb
Christian Gottlieb Schmidt, kommt 1758 als Stadtschr. vor
Vor ihm war’s schon (1755) und nach ihm wird’s’s wieder: Joh. Christoph Gilbert (ist’s noch 1770)
Joh. Christian Pror, starb d. 2. Juli 1804
Friedrich Ferdinand Baumgarten, starb den 13. Oct 1816
1817 Ferd. Aug. Schlesier (abgegangen 1830)
1830 – 1835 Simon Gustav Meisel. Mit seinem Abgange erlosch die Function eines Stadtschreibers allhier fuer immer.

Stadtrichter

1602 Joh. Schilling
1612 Melchior Franke1627 David Mueller
1634 Christoph Scherff
1661 Matthias Kriegel
1667 Christian Nitzsch
1691 Joh. Christoph Martius
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IDonath 11.06.2011 21:00

Die uebrigen Rathsmaenner

Im J. 1384 sind Geschworene der Stadt Werdau: Henrich Stange, Henrich Peier, Henrich Metzcel u. Matts Peck

Im J. 1534 sind Rathmanne der Stadt: Benedict Schwarz, Antonius Discher, Christian Moench sowie ein Alerius Angermann

Im J. 1541 sind Rathsmaenner: Philipp Seidel, Fabian Liebold und Lorenz Koehler

Im J. 1590 Gregor Seydel, Ilgen Vetterlein und Nicol Schnorr, Rathsgeschworne

Im J. 1596: Adam Mueller, Magnus Bross, Abraham Bock und Matthaeus Adam

Im J. 1642: Zachariass Zacharias, Andreas Schaarschmidt, Michael Sendel und Balthasar Nitzsch. In demselben Jahre wird’s auch Hans Pessler.

1667 wird Hieronymus Schwarz (und frueher Paulus Schnorr) als Rathsmitglied genannt.

Im J. 1669 kommen Letztere und David Marer als Rathsgeschworne (u. zugleich als Schoeppen des hiesigen Stadtgerichts) vor.

Im J. 1717 ist Balth. Seidel unter den Rathsmannen.

1728 sind Christian Froehlich, Georg Porzig und Christian Naundorf Rathsfreunde im ersten, und Christian Scherf, Michael Kiessling u. Joh. Ernst Grimmel im 2. Mittel

1731 Joh. Adam Kind u. Joh. Helnrich
1732 Christoph Dietel1734 Zacharias Zacher
1735 Christian Tenzler
1736 Joh. Georg Popp
1740 Christoph Janig
1741 Christian Friedrich
1742 wird’s Dav. Schneider
1749 Sam. Richter
1735 Joh. Mich. Grunig
1756 Christian Oberlaender
1757 Joh. Gottlieb Kinf
1758 Joh. Georg Klotz
1762 Joh. Georg Barth
1764 Joh. Christian Groser
1770 Joh. Gottlieb Schierer
1775 Batlth. Goeldner jun.
1783 Joh. Christian Temper
1791 Christian Grunig
1794 Christian Gotlieb Mothe
1796 Joh. Andr. Deeg und Christian Friedr. Goeldner sen.
1797 Joh. Sam. Meyer und Christian Gottlieb Graeser (+ 1813)
1799 Carl Gottl. Huebner (+ 1810)
1803 Chr. Gotthilf Obenauf
1804 Christian Fredrich Wagner
1805 Chr. Gottfr. Klug (+ 1820)
1806 Carl Gotthilf Temper (abgetreten 1831)
1808 Friedr. Ferd. Baumgarten
1811 Frdr. Aug. Springer ( + 1813)
1813 Dav. Oberlaender (+ 19. Nov. 1834)
Christ. Friedr. Voegler (+ 21. Febr. 1835) und Joh. Aug. Naundorf
1816 Gotthilf Naundorf
1826 Joh. Georg Beckert (abgetreten 1835, dann neugewaehlt, und wieder abgetreten 1838)
1835 Joh. Benjamin Graeser (abgetr. 1841)
1837 Rudolph Albert Birnbaum, Advocat und Gerichtsdirector, als Rathmann und verpflichteter Protocollant
1838 Joh. Gottlieb Wetzel
1840 Christian Frdr. Kolbig (+ 1841)
1840 Carl Heinr. Mueller
1841 Joh. Gotthilf Huebner
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IDonath 11.06.2011 21:01

Werdauer Stadtfinder, welche sich den Wissenschaften widmeten

M. Ludwig Goetz, war 1485 Rector der Dresdner Kreutzschule und wird als ein fuer seine Zeit sehr gelehrter Mann geschildert. Im J. 1492 ward er Prinzenerzieher. Als solcher begleitete er in d. J. den Prinzen Friedrich, Sohn des saechs. Herzogs Albert, nach Italien und leitete seine Studien auf der Universitaet Siena. Im J. 1493 ward er Capellan des Herzogs Georg des Baertigen, der ihn im J. 1496 zum Messpriester am Peterpauls-Altare in der Kreuzkirche zu Dresden ernannte, im J. 1503 aber ihn wuerdigte, ihn zu seinem Beichtvater zu erwaehlen.

Matthias Morche, Sohn eines hiesigen Rathsherrn, geb. im Geburtsjahre Luthers (1483). In seinem 15. lebensjahre traf ihn das harte Geschick, dass sein Vater hingerichtet wurde. Er ward Pfarrer in Podelwitz (Inspection Delitsch) und starb den 20. Sept. 1562.

Caspar Mueller, war von 1545 bis 1553 Protodiakonus an der St. Katharinenkirche zu Zwickau, und starb 1553

Caspar Fischer geb. 1522, bekleidete zuerst drei verschiedene Schulaemter, worauf er im J. 1531 Diakonus in Ehrenfriedersdorf wurde. Vom J. 1554 bis 57 war er Diakonus in Glauchau, hierauf ward er endlich 1557 Pastor in Meerane, wo er 1603 starb. Er hatte 52 J. als Prediger amtirt und 1601 sein Jubilaeum gefeiert.

Urban Wolf, war von 1556 bis 66 Pfarrer in Stelzendorf (Insp. Weida)

Alerius Angermann, war der zweite evangelische Pfarrer zu Truenzig, um’s J. 1556

Paul Pommer, war von 1556 bis 1572 (der zweite evang.) Pastor zu Ortmannsorf

Balthasar Boetticher, war von 1617 bis 1630 Pastor in Ebersbrunn

M. Georg Kober, war bis 1559 Pastor am Hospital St. Georg in Leipzig, ward in d. J. Subdiakon an der St. Thomaskirche und 1571 Diakonus daselbst. Er starb den 21. Aug. 1573

Christoph Kern, ward den 13. Febr. 1588 als Pastor zu Tammenhain bei Wurzen ordinirt und fungirte als solcher bis 1599.

M. Balthaser Crusius, war bis 1587 Rector in Gardeleben, von 1587 bis 97 Rector in Chemnitz und dann bis 1598 in Schneeberg; 1598 ward er Pastor in Syra (Insp. Borna). Als er Alters halber endlich sein Pfarramt niedergelegt hatte, privatisirte er in Chemnitz, wo er nach langem Krankenlager in 80. Lebensjahre den 16. Maerz 1630 starb. Er wird als ein vortrefflicher Dichter geruehmt. Nach M. A. Seyfried (series rector Chemic) war er auch Pfarrer in Bockwa und Auerbach.

M. Paulus Odontius (er hiess eigentlich „Zahn“ und hat nach der Sitte der damaligen Gelehrten, ihren Namen halb lateinisch, halb griechisch umzuwandeln, sich Odontius genannt.), geb. in Werdau 1570, verliess im J. 1595 als Student sein Vaterland Sachsen und begab sich nach Steyermark, wo er Lehrer und Fuehrer dreier Junker von Lobkowitz und Trautmannsdorf und dann im J. 1598 Schlossprediger der Freifrau von Windisch-Graez auf Waldstein wurde, Da zu der Zeit die evangelischen Geistlichen in Steyermark nach dem Willen des Erzherzog Ferdinand mit unchristlicher Haerte behandelt wurden, so hatte dieser unser Landsmann um des Evangeliums willen unsaegliche Leiden und Verfolgungen zu erdulden. Diese seine Leiden hat er selbst erzaehlt in einer Schrift, welche den Titel hat: „ Kurze und wahrhaftige historische Erzaehlung, wie und welcher Gestalt Paulus Odontius, gewesener evangelischer Prediger zu Waldstein in Steyermark wegen der Lehre und Predigt des heil. Evangelii von der Graezerischen Inquisition gefaenglich eingezogen, auch um desselbigen standhaftigen Bekenntnis zweimal zum Tode verurtheilt, aber durch goettliche Hilfe allein wiederum aus der Feinde Haenden und Banden wunderbarliche Weise ledig geworden. Alles wie es sich in der That begeben und in Wahrheit zugetragen, beschrieben von ihme selbsten M. Paulo Odontio, jetziger Zeit Pfarrer zu Oederan 1602 (oer wohn 1603)“. Nach dem Tode der Bezitserin naemlich und nachdem von Graez aus seiner Absetzung, (die bloss deshalb gefordert ward, weil er evangelisch war), ohne Erfolg verlangt worden war, wurde bei Nacht das Schloss Waldstein auf befehl der Regierung zu Graez erstuermt und Odontius seiner bedeutenden Baarschaft, Kleider und Kostbarkeiten beraubt und gefangen nach Graez gefuehrt, wo er bei Nacht nich in ein Gewoelbe der fuerstlichen Burg geworfen wurde. Hier erhielt er bald Besuch von seinen Jesuiten, welche erst durch sanftes Zureden und dann durch hartes Drohen ihn am Abfall vom evangelischen Glauben zu bewegen suchten. Da er aber unerschuetterlich blieb, so wurde er den Stadtgerichten uebergeben, an eine Kette geschmiedet und zum Schwerte verurteilt. Dass Urteil wurde dann in Galeerenstrafe verwandelt und er auf einen Wagen geschmiedet und dann bis Senoschitz (in der Naehe von Triest) gebracht. Man wollte ihn nach Rom schaffen, wo, wie der Pater Rector zu Graez ihm ift gedroht, er gewiss verbrannt werden wuerde. In Senoschitz wurde er fuer die Nacht im obertsen Stocke der Wohnung des Stadtrichters sorgfaeltig bewacht. Hier bittet er, man moechte ihn zum heimlichen Gemach fuehren. Ein Rathsdiener nimmt ihm die fesseln ab und fuehrt ihn in den Hof hinab, wo er ihm einen gewoelbten Stall anweist. Odontius tritt hinein und der Waechter bleibt an der Thuere stehen. Hier bemerkt der gefangene eine hintere Thuere, eilt durch diese hindurch, findet wieder eine zweite durch die Mauer gehende Thuere offen, gelangt bis an die hohe Stadtmauer, wo eine eiserne Thuere die Flucht zu hemmen scheint, aber sie ist angelegt und Odontius flieht unaufgehalten in den nahen Wald. Die Zeit, bis sein Gefangener zurueckkehre, duenkte endlich dem Rathsdiener lang, er ruft, er sucht, und mit ihm suchen die herbeigeholten Soldaten vergebens. Am fruehen Morgen werden Hunderte aufgeboten, den Entflohenen aufzufinden, der im Dickigt des Waldes zitternd den Zuruf der Verfolgenden, das bellen der ihn aufspuerenden Hunde vernahm. Vier bauern kamen ihm endlich mit ihren Hunden ganz nah, seine Angst stiegt auf’s Hoechste – doch, er blieb unentdeckt. Es ward endlich still, und er wagte sich aus dem Schlupfwinkel hervor. Er verbarg sich in eine nahe Steinkluft, hungerte und duerstete hier zwei volle Tage, irrte dann im Walde umher, kam an das Ufer der Sau und musst hier 6 meilen weit hinaufgehen, ehe er gluecklich auf das jenseitige Ufer gelangen konnte. Nun eilte er durch Oesterrecih und Boehmen nach Sachsen. In Oesterreich war auf den Kopf des fluechtigen Odontius vom Erzherzog Fertinand ein Preis von 500 Thlr. gesetzt. Am 12. Apr. 1603 ward er Pastor in Oederan, wo er sich den 21. Nov. D. J. mit Maria, des dortigen B. u. Hdlsm. Tob. Braunsdorf Tochter, verheirathete und berets den 7. Dec 1605 im 35. Lebens und 7. Amtsjahr starb. Die Nachricht, dass er auf dortigem Altmarkte meuchelmoerderisch getoedtet worden sei, ist ohne Beweis, vielmehr ist im Todtenbuche bei seiner Todesanzeige ausdruecklich „das selige Absterben und Abschied des Pfarrers“ bemerkt. Sein hinter dem Altare der Oederaner Stadtkirche aufgestellter Leichenstein enthaelt die Worte: haec facies retulit quam Paulus Odontius olim Praeco Die Fatis inclytus ambigius.

Tobias Adami, geb. den 30. Aug. 1581, ein beruehmt gewordener Rechtslehrer, fuerstl. Saechs. Weimarischer und Eisenach’scher Hofrath, reiste im J. 1611 durch Griechenland, Syrien, das gelobte Land, ueber Malta zurueck nach Italien (Neaple, Rom, Florenz, Padua, Venedig, Genua, Nizza, ec.) In Neapel pflog er der innigsten Freundschaft mit dem beruehmten philosophischen Dominicaner Thomas Campanella. Er kam in den Besitz von vielen Manuscripten dieses Philosophen, von denen er mehre die uebrigen aber meistenteils revidirt hat. Er bereiste uebrigens auch Spanien, Frankreich, die Niederlande, England, etc. auf welchen Reisen er ueberall die Universitaeten besuchte und mit den bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit Bekanntschaft machte. Er selbst schrieb Annotations de Salviano, ward von den auslaendischen Gelehrten als eine Zierde seiner Zeit und seiner Nation geehrt und starb den 29. Nov. 1643.

Georg Winter, Sohn des hiesigen Rect. G. W., studirte in Leipzig Theologie, war beim Domcapitular D. Christoph v. Haugwitz in Wurzen Hauslehrer und predigte in Werdau zum ersten male 1606. Seine weiteren Schicksale sind unbekannt.

Gregorius Tetisch, ward am 16. mai 1609 als Pfarrer in Klein-Eichstaedt bei Querfurt (Insp. Freiburg) ordinirt, verband sich den 17. Juli d. J. mit Susanna geb. Wengler aus Leipzig und ist 1612 entweder gestorben oder versetzt worden.

Tobias Winkler, ward 1612 Pfarrer in Theuma bei Plauen und scheint bis um’s J. 1620 daselbst gewirkt zu haben.

Melchior Zeiss, war seit 1619 Pfarrer in Sirbis (Insp. Weida) und starb im J. 1664

Adam Major (Grosser), war von 1619 bis 24 Diak. In dem Staedchen Muenchenbernsdorf, von 1624 bis 39 Pfarrer in Groebitz und dann bis zu seinem Tode 1639 Diak. In Weissenfels und Pfarrer zu Weitelsdorf

Matthias Schramm, ward den 19. Oct. 1627 Conrector in Oschatz, dann am 18. Maerz 1633 pastor zu Lausa und starb zu Oschatz den 27. Aug. 1637 an der Pest

Paul Schlegel (s. oben die Rectoren)

Dr. Caspar Loescher, geb. den 8. Mai 1636, erhielt seine Schulbildung hier und in Naumburg und bezog 1656 die Universitaet Leipzig, wo er sich kuemmerlich behelfen musste, bis er in Dr. Sam. Lange’s Haus als Informator von dessen Kindern kam, wo er 10 Jahre verlebte. Im J. 1660 wurde er magister, im J. 1662 Baccalareus und 1668 Licentiat der Theologie. In letzterem Jahre wurde er als Superintendent und Consistorialrath nach Sondershausen berufen. Waehrend dieser Amtsfuehrung erhelt er von Leipzig aus, im J, 1674, die theologische Doctorwuerde. Im J. 1676 (nach Andern 1673) ward er Pastor primarius an der Predigerkirche zu Erfurt, Subsenior der dortigen evangel. Gemeinde und Inspector des Gymnasiums. Von 1679 bis 87 war er Superintendent in Zwickau. Von da wurde er nach Wittenberg berufen, wo er den hoechsten Gipfel seiner Wuerde und seines literaerischen Ruhmes erreichte. Er wurde daselbst im J. 1687 Generalsuperintendent des kursaechs. Kreisses, Past zu. St. Marien, Consistorialassessor und erster Professor der Theologie. Hier war es, wo er in die pietistischen und terministischen Streitigkeiten verflochten wude, indem er unsere evangelisch-lutherische Kirche mit aller Energie seines Geistes gegen jegliche Befehdungen schuetzte. Er starb daselbst im 83. Lebensjahre den 11. Juli 1718, allgemein verehrt und als Vater von 12 Kindern und Grossvater von mehr als 50 Enkeln. 86 Schriften verschiedenen theolog. Inhakts verdanken ihm das Dasein, deren Aufzaehlung wir hier um so eher enthoben sein koennen, da sein aeltester Sohn, der beruehmte Dr. Valentin Ernst Loescher, welcher den 8. Febr. 1749 als Superintendent zu Dresden starb, von dessen Leben wie von dessen Schriften ausfuehrlich Nachricht ertheilt hat in dem Conspectus vitae literariae et laborum literarioruum D. Casp. Loescheri (Altes und Neues, Jahrgang 1720 S. 842 ff) von Dr. V. C. Loescher befinden sich uebrigens viele treffliche Lieder in unserem (Zwickauer) Gesangbuche.

M. Christoph Kranz, geb. 1637, besuchte die Thomasschule zu Leipzig u. das Gymnasium zu Altenburg, studirte in Jena Theologie, war Erzieher beim kurfuerstl. Oberschenken, Albert von Guenterod, dessen Sohn er auf die Univ. Leipzig begleitete. Im J. 1670 ward er Pastor zur Ortrand und 1673 Archidiakonus in Freiberg, wo er 1699 starb.

Abraham Crueger, Sohn des hiesigen Past. M. Cr. Besuchte 1630 die Landesschule zu Grimma, ward im Oct. 1640 Pastor zu Ziegenrueck, und starb 1639, nachdem er 2 jahre zuvor Alters halber einen Substituten erhalten hatte.

Paul Kranz, Sohn des hies. Tuchmachers P. Kr. Besuchte die Schule zu Grimma 1645

Joh. Gottlob Dulpius besuchte dieselbe 1686

Christian Fischer besuchte sie 1709 und ward spaeter Magister

Ferner besuchten diese Schule ein Sohn des hies. Stadtschr. J. Georg Neubert 1702 – 1708; ein Sohn von Sigism. Grimmel 1716 – 24; ein Sohn von Christian Gilbert 1724 bis 30. Von ihren spaeteren Schicksalen ist nichts naeheres zu erlangen gewesen.

Gabriel Seydel, ward den 22. Juni 1677 als Pfarrer zu Ruedigsdorf bei Kohren ordinirt und starb 1686

M. Johann Friedrich Wachter, jedenfalls Sohn des hies. Buergerm. Christ. W., war koenigl. daenischer Feldprediger und ward im Pestjahre 1680 zu Leipzig dem Pestilenzpfarrer M. Munks den 28. Aug. als Adjunct zugeordnet, wurde aber schon am 18. Sept. d. J. ein Opfer der Pest.

M. Johann Halbauer, geb. den 25. Dec. 1648, ward im J. 1681 Pastor in Crimmitschau u. 1690 Adjunct der Ephorie. Im J. 1705 erhielt er auf seinem Wunsch einen Sabstituten und starb den 20. Febr. 1710. Er legirte 100 Mfl. zum Besten der der Crimmitschauer Currentknaben.

Wolfgang Gruenler jun., ein Sohn des gleichnamigen hies. Cantors und spaeteren Pfarrers zu Truenzig, folgte seinem Vater in letzter Stelle 1682 und starb den 15. Sept. 1719

Andreas Heyneck, wurde den 24. Sept. 1704 Diakonus zu Geringswalde bei Rochlitz und starb den 21. Maerz 1719

M. Michael Gottlieb Kiessling, geb. d. 15. Juni 1691, besuchte die Landesschule zu Grimma und von 1713 an die Universitaet Wittenberg. Er ward 1727 Pastor substitutus in Limeyna und 1723 Pastor in Steinpleis, wo er 1753 starb.

M. Georg Sigismund Thechius, Sohn des hiesigen Diak. Th., wurde den 5. Sept. 1757 als design. Rector in Glauchau examinirt, legte den 6. Oct. Seine Probe ab, ward den 21. Nov. 1757 als solcher confirmirt, im Apr. 1759 aber bereits zum Pastor in Ziegelheim vocirt, und starb 1795.

Joh. Gottfr. Halbauer (s. die Rectoren)

Joh. Gotthard Halbauer, wie der Vorige eines hies. Weissbaeckers Sohn, war Generalaccis-Commissair des Leipziger Kreises und Rechtsconsulent

Christian Gottlob Schmidt, eines hies. Seifenfieders Sohn, war 1760 Stadtschreiber hier (s. die Stadtschr.)

Dr. Joh. Christoph Kind, studirte von 1736 an in Leipzig und ward Stadtrichter und Oberhofgerichtsadvocat daselbst. Er sit als der erste deutsche Uebersetzer von Plutarch’s „lebensbeschreibungen“ sowie durch andere Uebersetzungen vorteilhaft bekannt, und starb im J. 1793. Der als einer unserer Vorzueglichen Dichter und erzaehlenden Schriftsteller weithin beruehmte Hofrath Joh. Friedrich Kind ist dessen Sohn, von dem bekanntlich auch der Text zu der beliebten Oper „der Freischuetz“ herruehrt.

Christian Gottfried Weise, Sohn des hies. Kirchners W., besuchte die Univ. Leipzig von 1779 bis 81, worauf er beim Landaccis- und Geleitscommissar Hptm. V. Heynitz in Schneeberg als Secretair angestellt wurde. Nach dessen bald erfolgtem Tode ward er Commissariatsactuar beim Comm. Mattbesius in Annaberg.

Carl Friedrich Storch (s. die Rectoren)

Dr. Joh. Adam Gottlieb Kind, ein beruehmter theoretischer und praktischer Jurist, Sohn eines hies. Gerbers, geb. den 01. Oct. 1747. nachdem er in hiesiger Schule den ersten Unterricht genossen hatte, besuchte er von 1762 bis 68 die Landesschule zu Grimma und sodann die Universitaet Leipzig. Hier habilitirte er sich 1773, nachdem er 2 jahre hindurch Fuehrer von 4 jungen Russen gewesen war, die auf Kosten der Kaiserin Katharina II in Leipzig studirten. Im J. 1774 ward er Doctor der rechte, 1776 ausserordentlicher Professor, 1779 Syndicus der Universitaet und 1783 Professor des sachs. Rechts und Beisitzer des Oberhofgerichts. Im J. 1788 ward er in Anerkennung seiner gruendlichen Gelehrsamkeit und seiner Verdienste um das Vaterland zum Mitgliede des Appellationsgerichtes in Dresden ernannt un 1789 als Appellationsrath verpflichtet. Er war zeimal Mitglied der Reichsvicariatscommission, Deputirter bei der vormaligen Gesetzgebungscommission und im J. 1810 Mitglied der zur Revision der Universitaet Leipzig niedergesetzten Commission. Schon im J. 1794 hatte er eine Praebende im Stifte Zeitz erhalten, in welchem er zuletzt Dechant war. Im J. 1824 feierte er sein 56jaehriges Doctorjubilaeum. Sein Amt verwaltete er bis kurz vor seinem Tode und starb am 16. Novbr. 1826. Seine vielen vortrefflichen akademischen Schriften, insbesondere aber seine Quaestiones forenses (4 Bde. Lpz. 1799 bis 1801, 2. Aufl. 1807), welche Abhandlungen ueber Entscheidungen und Urtheile ds Appellationsgerichts enthalten, sowie seine Schrift „ Ueber die Bildung juristischer Staatsdiener“ (Leipzig 1818) sichern ihm ein bleibendes Andenken.

Dr. Johann Daniel Kind, Bruder des eben Genannten, wurde am 26. Maerz 1760 zu Werdau geboren. Nach dem fruehzeitigen Tode seiner Aeltern nahm sich besonders dieser sein Bruder, Joh. Ad. Gottlieb, und sein Onkel Stadtr. Dr. Kind in Leipzig seiner an. Vom J. 1774 an besuchte er die Landesschule zu Grimma, bezog 1780 die Universitaet Leipzig. Wo er die Rechtswissenschaft studirte, wurde am 6. maerz 1783 Magister der Philosophie und habilirte sich bei der leipziger Universitaet durch Vertheidigung seiner Schrift den unionibus hereditariis in Germania oer juris manuarii aevum usitatis am 20. Apr. 1783. Nachdem er schon am 18. Sept. 1783 unter dem Vorsitze seines obengenannten Bruders die von ihm geschriebene Abhandlung quaestio forensis, cessio hereditatis a peregrino in indigenam factam utrum jus detractus tollat nec ne, oeffentlich vertheidigt hatte, wurde er am 6. Apr. 1786 nach vorgaengiger Vertheidigung seiner Dissertation de obligatione mariti rerum uxoris mobilium heredis aes alienum hereditarium dissolvendi als Doctor juris promovirt, worauf er mehre Jahre in Leipzig als Advocat practicirte, auch juristische Collegia las. Im J. 1780 trat er als Mitglied des Schoeppenstuhls daselbst ei, wurde 1793 Assessor beim Oberhofgerichte, spaeter Oberhofgerichtsrath und im J. 1797 Senior des Schoeppenstuhls zu Leipzig, wo er am 16. Juni 1814 starb. Der gegenwaertig in Leipzig lebende Stadtgerichtsrath Dr. Kind ist dessen Sohn.

Joh. Christoph Brur, Sohn eines hies. Tuchmachers, war Pfarrer in Schwand bei Plauen u. starb d. 4. Nov. 1796. 44 J. alt.

Carl Gottlob Breyer, Sohn des Viceoberfoerst. Br., geb. den 28. Febr. 1766, war practicirender Advocat und Landrichter (siehe die Landrichter)

Gotthilf Friedrich Schuerer, Sohn des hies. , Sohn des hies. Rathsh. Sch., geb. den 23 Apr. 1762, besuchte das Lyceum zu Zwickau u. die Univers. zu Leipzig, ging dann als Hauslehrer in die Oberlausitz. Ward 1792 als Pfarrsubstitut in Lauterbach berufen, und 1807Pfarrer in Mosel, wo er im J. 1809 starb.

Joh. Christoph Kruegelstein, Sohn eines hies. Baeckers, geb. den 14. Dec. 1757, ward 1790 Pfarrer in Auerbach bei Zwickau und starb im J. 1830.

Benjamin Klotz, Sohn des Landr. Joh. Georg K., war practicirender Advocat und starb in Mylau im Juni 1838.

Immanuel Gotthilf Klotz, des eben genannten Bruder, geb. den 2. Jan. 1766, ward 1793 saechs. Feldprediger, 1796 Diak. In Stollberg, 1808 aber Oberpfarrer und Ephorieadjunct daselbst und starb den 19. Jan. 1840 am Schlagflusse.

Gottlob Friedrich Holzmueller, Sohn des hies. Past. M. H. geb. den 1. Oct. 1773, ward 1804 Pfarrer in Eyla (und Thierbach) und starb den 31. Maerz 1839.

Christian Gottlieb Klotz, S. des Brgrm. K. geb. den 30. Jan. 1764, ward 1798 Rector in Dehna, 1807 Pastor in Stadt Wehlen und 1814 Pastor in Struppen, wo er (seit 1832) emeritirt) 1838 starb.

M. Joh. Carl Gottlieb Jaeger, S. eines hies. Leinweber, geb. den 9. Oct. 1776, war um 1815 Tertius, dann Conrector in Eilenburg, von welcher Dienste er aber entfernt wurde, worauf er als Privatlehrer erst in Schoenhaide und dann in Dresden lebte.

M. Krauss, war erst Lehrer an der Hohenthal’schen Schule in Leipzig und Katechet in Connewitz, dann Rector und Hospitalprediger in Koenigsbrueck. (Die Hohenthal’sche Schule, vom Oberconsistorialrath Graf Hohenthal 1774 fuer 60 arme Kinder gegruendet, ward zu Anfang dieses Jahrhunderts, nach der Stiftung der Leipz. Rathsfrei- und Buergerschule, nach Koenigsbrueck verlegt.)

M. Gottlieb Rothe, Sohn des hiesigen Brauers J. G. R., besuchte 6 J. lang die Zwickauer Schule und 3 J. die Leipziger Univ., wo er Theologie studirte. Er ward Lehrer einer concession. Schule zu Neustadt-Dresden und starb im 58. Lebensjahre.

Dr. Friedr. Wilh. Schulze, Sohn des hies. Cantor Sch., geb. allhier den 9. Mai 1788, kam in seinem 15. Jahre als Kaufmannslehrling nach Naumburg, von wo aus er auf einer Geschaeftsreise mit einem Chirurgus und Chemikus bekannt wurde, durch den sich die Liebe zur Chemie, Chirurgie und ueberhaupt zur Arzneikunde bei ihm entzuendete. Indem er sich nun im 19. Lebensjahre mit dem angestrengesten Privatfleisse (ein Gymnasium hat er nie besucht) in den altem Sprachen vervollkommnete und auf die Universitaet vorbereitete, bezog er letztere Ostern 1812. Im Kriegsjahre 1813 stand er in Weissenfels dem Stadtarzte Dr. Otto in dem grossen Militaerhosptale und sonst als Gehilfe bei und vollendete dann bis Oster 1815 seine medicinischen Studien . (Die Doctorwuerde erlangte er in Wittenberg.) Ungefaehr um Johannis 1815 nahm er seinen Wohnsitz in Lucka bei Altenburg und wirkte daselbst als ausgezeichneter, weit und breit bekannter Arzt bis zu seinem Tode, den 3. August 1828.

Dr. Carl Aug. Schulze, Bruder des Vorigen, geb. den 7. Maerz 1781 (zu Kirchberg bei Kirchberg), kam als vierjaehriger Knabe hierher und besuchte bis 1792 die hiesige Schule, dann aber bis 1798 die Landeschule zu Grimma, worauf er in Leipzig bis Ende 1802 Theologie und dann hauptsaechlich Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaften studirte. Nachdem er seit 1802 als Mitarbeiter an der Rathsfreischule zu Leipzig gewirkt, ging er 1804 als Hauslehrer nach Hamburg (im Hause des Banqu. Mendelsohn), waehrend welcher Zeit er mit seinem Zoeglingen viele Reisen (z. B. nach Holland, Frankreich etc.) unternahm. Ungefaehr vom J. 1813 an lebte er, Schulze-Montanus genannt, als akademischer Privatdocent der Mathematik und Physist in Berlin, wo er den 21. Juli 1822 starb. Nach einem oeffentl. Akadem. Lehramte hatte er nie gestrebt, dagegen aber viele bedeutende Schueler gezogen. Er schrieb: 1. Die chemischen Reagentien (ist vielmals aufgelegt worden). 2. Systemat. Handbuch der gesammten Land- und Erdmessung mit ebener und sphaerischer Trigonometrie etc. 2. Bde. Mit 13 Kupfertaf. Berlin 1819. 3. Handbuch der Geometrie, synthetisch und analytisch behandelt, mit 10 lithogr. Tafeln. Verl. 1822. Uebrigens hat er an vielen Zeitschriften fuer die Faecher der schoenen Literatur, der Physik etc. mitgearbeitet.

M. Carl Friedrich Obenauf, Sohn des hies. Brgrm. O., geb. den 22. Nov. 1801, besuchte die Landesschule zu Grimma und die Univ. Leipzig, ward im Jan. 1826 Hausgeistlicher beim Zuchthause zu Zwickau und starb bereits im Maerz 1827.

Dr. Christian Gotthelf Stolle, Sohn des hies. P. St., geb den 12 Dec 1771. Kaum 2 ½ J. alt verlor er seinen Vater durch den Tod. Nachdem er hier die noethige Vorbildung genossen hatte, besuchte er das Lyceum zu Annaberg, wo er 5 J. verweilte. Im J. 1791 besuchte er die Universitaet Wittenberg, wo er 1795 Magister wurde. Nach seinem Abgange von der Universitaet (1798) lebte er 3 J. lang als Informator im Hause des Hofrath Naeke zu Dresden, worauf er 4 J. lang den zweiten Sohn des geheim. Rathh. Grafen v. Loeben zur Univ. vorbereitete und 1804 nach Wittenberg begleitete. Im. J. 1805 ward er Pfarrer in Scheibenberg, wo er sich 1806 mit der Wittwe des. Dr. Gutmann verehelichte. Im J. 1825 erhielt er den Ruf als Superintendent und Oberpfarrer zu Bischofswerda, welches Amt er im Maerz d. J. antrat. Beim Jubelfeste 1830 ward er von der Univ. Leipzig zum Doctor der Theologe promovirt. In Folge seines vorgerueckten Alters bat er im J. 1836 mit ausdruecklicher Versichtleistung auf alle und jede Pension oder weiteren Dienstgenuss um seine Entlassung, die ihm auch mit einem sehr gnaedigen Verlobungsschreiben vom hohen Cultusministerio im Mai d. J. zuertheilt wurde. Seit dieser Zeit privatisirt er in Dresden. Nachdem er die theolog. Doctorwuerde erhalten hatte, schrieb er auf diese Veranlassung eine Dissertation „de intima religionis naturalis cum supernaturali conjunctione atque ex eadem proficiscente mutua utriusque relatione.“

Dr. Gottlob Leberecht Schulze, Sohn des hies. Cantor Sch., geb. den 15 April 1779 (zu Hirschfeld), akm als sechsjaehriger Knabe hierher und besuchte die hiessige Schule bis zum Jahr 1792, wo er auf die Landesschule zu Grimma kam, die er nach 5 jahren mit der Univ. Leipzig vertauschte, um sich 4 jahre hindurch den theologischen u. a. Studien zu widmen. Nachdem er seit 1800 als Mitarbeiter an der Rathsfreischule zu Leipzig gewirkt hatte, trat er im December 1803 als Tertius am Luceum zu Schneeberg an, worauf er zu Johannis 1809 Pfarrer zu Polenz (und Ammelshain) bei Grimma ward. Im J. 1815 verehelichte er sich mit Henr. Concordia geb. Steyer aus Grimma. Gegen Ende des J. 1823 ward ihm die Wuerde eines Kirchen- und Schulraths zu Budissin uebertragen, womit er zugleich Mitglied der dasigen Oberamtsregierung ward. Im J. 1830 ward er von der theol. Facultaet zu Leipzig honoris cause zum Doctor der theologie promoviert. Mit Anfang des J. 1832 aber erreichte die aeusserliche Anerkennung seiner Verdienste um das Vaterland den hoechsten Gipfel, indem er als Geheimer Kirchen- und Schulrath in das hohe koenigl. Saechs. Staatsministerium des Cultus und oeffentlichen Unterrichts zu Dresden berufen ward. Bei der Feier seiner 60. Geburtsfestes, im J. 1839, bei welcher fast alle Geistliche und Lehrer des Landes ihre Verehrung gegen ihn mehrfach bethaetigten, ernannte ihn der Werdauer Rath zum Ehrenbuerger der Stadt, waehrend das Lehrercollegium ihn an diesem Tage mit einem gedruckten Gedichte begruesste. Seine Schriften sind: …

Dr. Joh. Carl Leberecht Grote, Sohn des hiesigen Cantor Gr., geb. den 23. Dec. 1779, verlor im 4. Lebensjahre seinen Vater und ward in Lichtenstein von seinen beiden Oheimen, dem Dr. und dem Adv. Grote erzogen. Dadurch kam er in Verbindung mit dem Grafen von Stollberg-Wernigerode, durch dessen Unterstuetzung es ihm moeglich ward, auf der Universitaet Berlin sich den medicinischen Studien zu widmen, nach deren Beendigung ihn derselbe als Berg- und Huettenarst nach Wernigerode berief. Nachdem er mittlerweile als Dr. med. promovirt hatte, folgt er dem juengere Grafen, dem durch Erbschaft die Graffschaft Gedern zufiel, als Leibarzt nach Gedern. Waehrend ihm derselbe das Physicat in der Grafschaft uebertrug, ernannte ihn zugleich der Grossherzog von Hessen zum grossherzogl. Bezirksphysikus, indem er ihm zu gleicher Zeit in Anerkennung seiner Verdienste das Praedicat eines Hofraths ertheilte. Er ist uebrigens als Mitarbeiter fuer mehre gelehrte medicin. Zeitschriften thaetig.

Dr. Friedrich Gotthilf Klopfer, Sohn eines hiesigen Schuhmachers, geb. den 30. Maerz 1787, ward 1810 Tertius und 1815 Conrector am Lyceum zu Schneeberg, im J. 1817 Rector am Lyceum zu Zwickau, 1823 Director des Lyceums in Celle u. 1825 Professor an der Ritterakademie in Lueneburg. Er gab das mythologische Woerterbuch von Ritsch heraus, Leipzig und Sorau 1821.

Dr. Ludwig August Mothes, Sohn des Buergermeister M., geb. denn 15. mai 1794, besuchte, vom Rector Jahn vorgebildet, das Friedrichsgymnasium zu Altenburg und 1813 die Universitaet Leipzig. Im J. 1822 ward er mittelst der Disputation de interventione cambiali Doctor beider Rechte und darauf Oberhofgerichts- und Consistorial-Advocat. Im J. 1824 in welchem Jahre er sich mit Therese geb. Richter aus Leipzig verehelichte, machte ihn die oekonomische Societaet zu leipzig zum Ehrenmitglied und bald darauf zu ihrem Syndicus. Im J. 1829 ward er Leipziger Kramerconsulent, in welcher Function er die Statuten der dortigen Handelslehranstalt 1831 bearbeitete. Im J. 1827 ueberkam er die Generalprocuratur bei dem Debitwesen des Grafen Hohenthal-Hohenpriessnitz, zu welchem 17 Rittergueter in Preussen, sachsen, Weimar und Altenburg gehoerten. Dieses umfaenglichste Geschaeft, welches vielleicht je einem saechs. Advocaten ubertragen wurde, beschaeftigt ihn noch gegenwaertig. An der Umgestaltung der Verhaeltnisse in Leipzig nach 1830 nahm er als Consulent und Protokollant der intermistischen repraesentantschaft vielfachen Antheil. Im J. 1836 stiftete er mit harkort den Potschappler Actienverein. Fuer den Staat Sachsen-Coburg contrahirte er drei verschiedene Anleihen und erhielt in Folge dessen im J. 1839 vom Herzog von Coburg-Gotha das Verdienstkreuz. Von mehren Gerichtsbestallungen, die er bekleidete, behielt er zur Zeit nur noch Wahren und Stahmeln bei. Als Consulent der Ritterschaft des Leipziger Kreises arbeitete er 1840 den bei Breitkopf und Haertel gedruckten Entwurf zum Statut einer ritterschaftl. Hypothekenbank nebst Motiven aus. Auf mehren Reisen nach Strassburg, Muenchen, ueber Thyrol nach Mailand, Verona, Brescia, Vicenza, Padua, Venedig, Triest, durch Salzburg, Boehmen, nach Hamburg und Berlin, dann Wien und zuletzt Breslau verfolgte er meust juristische Zwecke. Seine erste Druckschrift ist schon erwaehnt. Die zweite „ueber den Handel mut Staatspapieren“ gab er in Gemeinschaft mit D. Seeburg unter dem Namen D. Augustin und D. August heraus. 3) Ueber Veraenderung des Muenzfusses, mit besondr. Ruecksicht auf das Kgr. Sachsen, Leizpig bei Kayser 1828. Ausserdem war er im Fache des Handels- und Wechselrechts bei Verabfassung von Schiebe’s Handelslexicon thaetig. Anhandlungen ueber eben diesen Zweig der Jurisprudenz und ueber Staatds- und Nationalwirtschaft finden sich von ihm in den Poelitz-Buehlau’schen Jahrbuchern der Gesch. u. Polit., in der Tauchnitz’schen Ztschr. f. Rechtspfl. U. Verwaltung und in den voigtl. Blaettern. Noch sei bemerkt, dass er bei dem 100jaehrigen Stiftungsfeste der Loge Minerva in Leipzig die Festcantate dichtete, welche Lortzing in Musik setzte. (Kurz nach der Gruendung unserer Buergerschule machte er derselben ein bedeutendes Geschenk an grossen franzoesischen Wandkarten)

Christian Ludw. Baumgarten, Sohn des hiesigen Oberfoerst. B. geb. (zu Merseburg) den 9. Febr. 1772, besuchte 1787 bis 1792 die Landesschule zu Pforte und studirte 1793 bis 1797 zu Wittenberg. Im J, 1807 ward er Accisinspector in Reichenbach, wo er noch jetzt lebt, und bleib es bis zur Aufhebung der Accisverfassung. Er ward den 17. Dec. 1815 als Stadtschreiber daselbst verpflichtet, auf welche Stelle er im Nov. 1832 resignirte.

Carl Gottlob Temper, Sohn des Rathsherrn T., geb. 1794, ward 1819 Subrector zu Parchim in Mecklenburg-Schwerin und ist seit 1824 Pfarrer zu Ruppertsgruen bei Plauen.

Heinrich Benjamin Schulze, Sohn des hies. Cantor Sch. geb. den 6. Juni 1798, besuchte 1812 bis 1815 das Lyceum zu Zwickau und von da bis 1817 das zu Schneeberg, zu Ostern d. J. trat er als Hilfslehrer seiner Vaters hier an und ward 1821 Cantor in Weida, seit 1833 aber ist er Cantor und Musikdirector am Gymnasium zu Zwickau. Er gab heraus: „140 Choralmelodien nach Hiller in Partitur gesetzt etc. Zwickau 1838“

Maximilian Goepfert, Sohn des hies. P. G., geb. 1799 (in Neukirchen bei Crimmitschau), kam kaum 1 Jahr alt hier 1 Jahr alt hierher, und genoss seine erste Bildung in hiesiger Stadtschule, worauf er das Lyceum zu Zwickau besuchte und dann in Leipzig Theologie studirte. Im J. 1825 ward er Tertius in Marienberg, 1835 zweiter Lehrer an der dortigen Buergerschule und seit 1836 bekleidet er das Rectorat zu Zoeblitz.

Friedrich August Janke, geb. den 12. Febr. 1798, studirte auf der Dresdner Akademie 3 J. lang Chirurgie und Geburtshilfe, liess sich in Lunzenau als praktischer Arzt und Geburtshelfer nieder und bekleidet daselbst gegenwaertig zugleich das Buergermeisteramt.

Dr. Heinrich Rudolph Mueller, Sohn des hiesigen Organ. M., geb. den 24. Febr. 1805 (zu Bockwa), kam als siebenjaehriger Knabe nach Werdau, besuchte die hiesige Stadtschule und von 1817 bis 22 das Zwickauer Lyceum, worauf er in Leipzig Medicin und spaeter auf der Dresdner Akademie Chirurgie und Geburtshilfe studirte. Hierauf war er 3 jahre Famulus beim koenigl. Leibaerzt Dr. Franke in Dresden, und lebte daselbst jetzt als practischer Arzt und Geburtshelfer..

Simon Gustav Meisel, Sohn des chemischen Laboranten Aug. Hnr. Erdm. M. (+ 1824), geb. den 5. Jan. 1803, besuchte 1817 das Lyceum zu Schneeberg und von 1818 bis 1821 das zu Zwickau. Hierauf bezog er Ostern d. J. die Universitaet Leipzig, um sich dem jurisdischen Studio zu widmen. Von Michaelis 1824 zn arbeitete er nach ueberstandenem Examen pro praxi einige Jahre in der Expedition des Gerichtsdir. Muennich in Srimmitschau, wo er, nachdem er seine Advocatenspecimina gefertigt hatte, zum Actuar verpflichtet wurde. Im Apr. 1828 ward er Advocat und wendete sich zur Ausuebung der Praxis in seiner Vaterstadt, wo er im Juni d. J. Ulrike Ernestine geb. Isaac heirathete. Im Oct. 1830 ward er zum hiesigen Stadtschreiber ernannt. Als aber diese Function aus den bereits oben angegebenen Ursachen erlosch, ward er auf sein Ansuchen im Oct 1835 zum wirkl. Amtsactuarius bei dem Amte Frauenstein ernannt, welches Amt er bis 30. Juni 1838 verwaltete. Nachdem er Ende des J. 1837 die Beamtenprobeschriften gefertigt hatte, ward er zum koengl. Justitiar beim Gerichte Oberwiesenthal ernannt, welche Stelle er seit dem 1. Juli 1838 bekleidet. (Gegenwaertig befindet er sich auf Zeit als Mitarbeiter im Koen. Apellationsgerichte zu Zwickau).

Carl August Rabe, Sohn des hiesigen Schuhmachers Joh. Frdr. R. geb. den 17. Nov 1894, ward 1829 Lehrer an der Buergerschule und Nachmittagsprediger zu Leipzig, und ist seit 1832 Pfarrer zu Seusslitz und Merschwitz (Insp. Grossenhain). Er gab 3 Predigten und 1 Schriftchen in den Druck, naemlich 1) die christl. Weisheit bei traur. Erfahr. Im Leben (Predigt) Lpz. 1829. 2) warum gab Jesus seines Bekennern das Gebot der Liebe als das groesste und vornehmste? (Gastpred.) Hannov. Und Lpz. 1831 3) Warum gibt es noch immer einen Papst? Lpz. 1831 4) Dem zurechnungsfaehigen Brandstifter wird schon die Erde zu einem Orte der Qual. (Pred.) Drsd. 1841.

Ernst Albert Seydel, Sohn des hiesigen Accis-InspectorS., geb. den 14. Juli 1805, besuchte die Schule zu Zwickau und die Universitaet Leipzig, wo er die Rechte studirte. Er war eine Zeitlang als Stadtgerichtsactuar in Pirna thaetig, ist aber gegenwaertig Ober-Grenzcontroleur in Schandau.

Christian Friedrich Doerfel, Sohn des hies. Buchbd. D., geb. den 15. Juli 1804, studirte auf der chirurgischen Akademie zu Dresden und lebt jetzt als praktischer Arzt in Pirna.

Carl Gottlob Temper, Sohn des hiers. Weissgerbers, geb. den 18. Sept. 1809, besuchte bis zum 14. Jahre die hiesige Schule, hierauf 7 Jahre lang das Zwickauer Lyceum, von 1831 bis 1834 d. J. pro licentia concionandi, in Dresden dagegen Ostern 1837 pro ministreio examinirt wurde. Seit seinem Abgange von der universitaet wirkte er auf verschiedenen Stationen als Hauslehrer, 1836 bis 1839 im Huase des Grafen zur Lippe in der Oberloessnitz bei Desden, gegenwaertig auf dem Rittergute zu Freibergsdorf.

Franz Otto Stichert (s. oben dass Verzeichnis Lehrer)

Friedrich August Baumgarten, Sohn des Stadtschr. B. geb. Den 5. Apr. 1811, besuchte das Gymnasium zu Altenburg und ist gegenwaertig Gerichtsaktuar in Wolkenburg.

August Springer, Sohn des hies. Rathsherrn Spr., geb. den 14. Dec. 1811, besuchte von 1824 bis 31 die Landesschule zu Grimma und dann die Universitaet Leipzig und ist jetzt Actuar beim Gerichtsdir. Adv. Pfotenhauer in Leipzig.

Franz Roloff, Sohn des hies. P. R. geb. den 18. Mai 1814, kam zu Ostern 1828 auf die Schule zu Zwickau und 1834 auf die Universitaet Leipzig und ist jetzt Actuar beim Gerichtsdir. Adv. Pfotenhauer in Leipzig

Franz Steeger, Sohn des damal. hies. Adv. und jetzigen Amtmann St. In Wildenfels, geb. hier den 2. Apr. 1815, besuchte 1829 bis 1836 das Lyceum zu Zwickau und dann die Universitaet Leipzig, wo er Jura studirte. Er befindet sich jetzt als Accessist im Amte Stollberg.

Moritz Robert Braeuer, Sohn des hies. Cant. B., geb. den 27. Nov. 1820, bezog den 19. Oct 1834 die Thomasschule zu Leipzig und studirt seit Ostern 1841 auf dasiger Universitaet Theologie
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IDonath 11.06.2011 21:03

Subscribentenverzeichnis

Baiersdorf
Herr Pastor Krenkel

Berlin
Cropius’sche Buchhandlung

Blankenhain
Herr Forstmeister Jokisch-Scheuereck.

Crimmitschau
Herr Franz Ehrhard Blau, Zeuchmacher
Herr Heinr. Louis Kuerzel, Lotterie-Collect.
Herr S. Gottlob Weichert, Stadtwachtmeister

Dresden
Herr Frdr. Aug. Kannegiesser, Buerger und Landschaftsmaler

Fraureuth
Herr Handelsm. Georg Beck
Her Muehlenbes. Lorenz
Herr Joh. Paul Meyer
Herr pastor Oberlaender
Herr Kaufm. Fr. Aug. Schulze
Herr Cantor Zeuner

Freibergsdorf
Herr Candidat C. Gottlob Temper

Koenigswalde
Herr Schullehrer Schietzel

Langenbernsdorf
Herr C. Gottlob Baumgarten, Muehlenbesitzer
Herr Joh. Dav. Friedrich, der Obere
Herr Dav. Koerner, Schmiedemeister
Herr Gastgeber Naundorf

Langenhessen
Herr Destillat. C. Fr. Boehm
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Herr Cantor Wagner
Herr Pastor Werner

Leubnitz
Herr Gemeindevorstand Ahnert
Herr Gastgeber J. Paulus Rahm

Lunzenau
Herr Buergermeister Janke

Merseburg
Herr C. Gottlieb Holzmueller, Handlungscommis.

Mosel
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Neumark
Herr Inspector Schneider

Oberlungwitz
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Oberwiesenthal
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Reichenbach
Herr Bernhard Kessler, Fabr.

Ruppertsgruen
Herr Fabr. Aug. Coelln
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Steinpleis
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Herr Fabr. Frdr. Aug. Ruehling

Werdau
Herr J. Chr. Angermann, Amtswchtm.
J. Ferd. Augustin, Toepfer
W. J. Baerensprung, Suprt. 2 Cr.
J. Gottlob Baermig, Seifensdr.
Barth’s Wittwe, J. Magdal.
Chr. Fr. Baessler, Nadler
J. Georg Bauch, Fuhrmann
J. Mich. Bauch, Tuchscheerer
C. Aug. Bauer, Postbote
J.Gottfr. Bauer, Uhrmacher
J. Georg Beckert, Handelsm.
Chr. Gottlieb Beier, Schneider
Der Bildungsverein
R. U. Birnbaum, Adv. u. Ger. Dir.
Heinr. Blueher, Tuchm.
C. C. Braeuer, Cantor
C. Gottlob Brausse, Weber
Chr. Friedr. Brausse, Weber
Heinr. Brur, Tuchm.
C. Friedr. Burkhardt, Schneider
Joh. Heinr. Burkardt, Schuhm.
Wilh. Burkhardt, Kaufmann
Aug. Corduan, Stadtmus.
Ludw. Cramer, Tuchm.
Chr. Fr. Daeumler, Schuhm.
J. F. Dippner, Adv. u. Ger. Dir.
J. Georg Dir, Handelsm.
C. Donnerback, Fleischer
J. Friedr. Duenger, Tuchbereit.
C. Gottlob Ebersbach, Tuchbereit.
J. Gottlieb Ebersbach, Maschinenb.
Traug. Ebersbach, Maschinenb.
Chr. Fr. Eckardt, Tuchm.
Hr. Lehrer Eger’s Wittwe, Therese
W. H. Eilenstein, Handelsm.
Gottfr. Etzdorf, Tuchm.
C. Gottlob Fickenwirth, Boettcher
C. J. Foerster, Kuerchner
C. Friedr. Franke, Tuchm.
J. Ferd. Fraenzel, Zimmerm.
C. Friedr. Paul, Tuchscheerer
Joseph Geissler, Amtscopist
F. R. Gerlach, Organist
Der Gewerbeverein
C. Hnr. Goll, Schmidt
C. Friedr. Golle, Fleischer
Gotth. Golle, Riemer
Balth. Imman. Goeldner, Tuchm.
C. Aug. Goeldner, Tuchm.
C. B. Goeldner’s Wittwe
C. Friedr. Goeldner, Tuchm.
Gottlob Friedr. Goeldner, Tuchm.
J. Christlieb Goeldner, Tuchm.
C. Aug. Graesser, Weber
J. Benj. Graesser, Handelsm.
J. Chr. Graesser, Weber
Chr. Friedr. Grosser, Weber
C. Aug. Crunig, Tuchm.
C. Heinr. Gruetzner, Posament.
J. H. Hahn, Gerber
J. Gottlob Heiland, Tuchm.
Dr. H. A. Heisterbergk, prakt. Arzt
Chr. Gotth. Haertel, Weber
Chr. Gottlob Hendel, Radler
C. Aug. Hochmuth, Rechtscand.
C. Hoffmann, Diak.
Friedr. Holzmueller, Tuchm.
J. Gotth. Huebner, Weber
C. Friedr. Hupfer, Tuchm.
Gottlieb Hupfer, Gastgeber
J. Gotth. Jacob, Schuhm.
Heinr. Jaennig, Baecker
Baecker Jaenig’s Wittwe, J. Chr.
C. Aug. Jahn, Lohgerber
C. Ludw. Jahn, Lohgerber
Ferd. Jahn, Tuchm.
Heinr. Aug. Jahn. Tuchm.
J. G. Jahn, Rect. Emer.
Chr. Wilh. Jahr, Drechsler
C. Kaempfe, Barbier
Chr. Gottl. Kaendler, Weber
Chr. Fr. Kaufmann, Tuchber.
Buchb. Keller’s Wittwe
F. Jul. Kempte, Schoenfaerber
J. P. Kiesshauer, Lehrer
J. Gottlieb Kiessling, Tischler
Chr. Gotthold Kirmsse, Schndr.
J. Gottfr. Kirsten, Schuhm.
C. Gottlob Klinger, Weber
Chr. Dav. Klopfer, Fleischhauer
Chr. Fr. Klopfer, Fleischhauer
J. Aug. Klopfer, Tuchm.
Chr. Friedr. Klopfer, Tuchm.
Aug. Klopfer, Tuchm.
Chr. Gotth. Klopfer, Tuchm.
J. Gottlob Klopfer, Tuchm.
J. Gottlob Klopfer, Tuchm.
Gotth. Klopfer, Mueller
C. S. Klotz, Wagenfabrikant
C. Fr. Klug, Handelsm.
Aug. Knoll, Zimmerm.
C. Heinr. Knoll
C. Heinr. Knopf, Schoenfaerber
C. Fr. Knuepfer, Weber
J. H. G. Koehler, Tuchber.
Fr. Aug. Koehler, Weber
C. Fr. Koehler, Tuchm.
C. Fr. Koehn
Gotthilf Koehn, Tuchm.
Ch. S. Kranz, Tuchm.
Ch. Gottlob Krauss, Tuchm.
Gottlieb Kriegel, Fuhrmann
J. Fr. Kriegel, Lohgerber
Hr. Mor. Krieger, Lehrer
D. F. Kruegelstein, Baecker
J. Gottl. Kruegelstein, Baecker
Ernst Kruegelstein, Baecker
J. Christoph Kuehn, Weber
M. C. G. Kuehne, Schuldir.
Ferd. Kuenzel, Amtscopist
Adoplh, Kutzleben, Schoenfaerber
Chr. Fr. Leonhardt, Kaufm.
J. Ernst Liebmann, sen., Tuchfabr.
Friedr. Liebmann jun., Tuchm.
Chr. Wilh. Lindner, Tuchm.
Chr. Fr. Lippoldt, Gerber
C. Fr. Loeffler, Tuchm.
Fr. Heinr. Lubsch, Toepfer
J. Andr. Lucki, Schneider
Fr. Ludwig-Wolf, Justizamtm.
C. Aug. Lutzner, Schneider
Fr. Malz, Weber
C. Wilh. Matthes, Weber
C. H. Mueller, Posament.
Ferd. Mueller, Posament.
C. F. Frz. Nagler, Schneider
Gotth. Naundorf, Buergermstr.
Gabriel Naundorf, Tischler
Ed. Naundorff, Kaufm.
J. S. Naundorff, Tischler
C. Ludw. Naundorf, Schuhm.
C. Heinr. Naundorf, Schuhm.
J. S. naundorf, Maschinenbauer
Ch. Fr. Naundorf, baecker
J. Aug. Naundorf, Weber
C. Carl. Naundorf, Tuchm.
Chr. Gottlob Naundorf, Tuchm.
Chr. Fr. Naundorf, Tischler
Chr. Gotth. Neidel, Schuhm.
Ernst Gottlob Nessnass, Weber
Fr. Neumann, Tuchm.
Nitzschen’s Wittwe, Frieder.
C. Gottlob Nitzsche, Fabr.
Aug. Fr. Noa, Kuerschner
Brgm. Obenauf’s Wittwe, Christ.
E. W. Oberlaender, Tuchfabr.
J. Gotth. Oberlaender, Tuchm.
Georg Oberlaender, Baecker
Chr. Gotth. Oberlaender, Weber
Chr. Gottlieb Oettler, Weber
C. Ludw. Otto, Tuchm.
C. Fr. Otto, Tuchm.
Herrm. Paufler, Buchbinder
Wilh. Peters, Steuereinn.
J. Fr. Piehler
C. Fr. Piehler
C. Fr. Poeckert, Stellmacher
F. A. Poeckert, Tuchm.
J. Gottlob Poeckert, Steelm.
Chr. Fr. Poehler, Wundarzt
C. Fr. Popp, Tuchm.
Gottfr. Chr. Proehl, Tuchm.
C. Gottlieb Puchert, Weber
Ferd. Duerner, Amtssporteleinn.
Fr. Rabe, Scuhm.
Traug, Regel, Tuchm.
Franz Regel, Tuchm.
Chr. Gottlieb Regel, kellerwirth
Chr. Heinr. Roedel, Gensb’arm
Chr. Fr. Roth, Tuchm.
H. F. Roth, Tuchm.
Heinr. Roth, Handelsm.
C. Aug. Roth, Tuchm.
Heinr. Roth, Handelsm.
C. Aug. Roth, Tuchm.
C. Ruehlemann, Amtssport. Cont.
J. Fr. Ruder, Schlosser
Gust. Ruppert, Kfm.
Hnr. Schaefer, Tuchm.
Gottlob, Scharf, Zinngiesser
Fr. Aug. Scheller, Weber
J. Georg Schenk, Toepfer
C. Scherff, Tuchm.
Chr. Fr. Schiffner
Schlegel’s Wittwe, Cjrist.
Rob. v. Schlieben, Particulier
C. Gottlieb, Schmelzer, Kaemmr.
Carl Schmelzer, Weber
C. Aug. Schmidt
Chr. Fr. Schmidt, Tuchm.
F. W. Schneider, Weber
J. Christoph Scholz, Seiler
J. Dav. Schoen, Tuchm.
J. Gotth. Schoen, Tuchfabr.
Christian Schoen, Tuchm.
C. G. Schoen II., Tuchm.
Hr. Ch. Gottlob Schoen
C. Aug. Schoen
Schoen u. Roth, Tuchfabr.
Gotlieb Schroeder, Sattler
J. F. Schroeder, Sattler
J. F, Schroeder, Tuchm.
Traug. Benj. Schroeder, Tuchm.
C. Benj. Schuerer, Tuchfabr.
C. Fr. Schuerer, Schneider
Aug. Schuerer, Mueller
Gotth. Schuerer, Kfm.
J. W. Schuster, Tuchm.
Aug. Schuster, Tuchm.
Chr. Gottlieb Seifert, maur.
J. G. Seiler, Tuchm.
C. F. T. Siegert, Actuar
C. Aug. Simon, Tuchm.
Wilh. Singer, Weber
Chr. Fr. Starck, Sattler
C. Aug. Stark, Sattler
Dav. Starke, Sattler
J. Dav. Stark, Zimmerm.
Dr. Steinbach’s Wittwe, Aug.
C. Heinr. Steinbach, Baecker
Fr. Aug. Steinbach, Weber
C. Heinr. Teichmann, Nagelschm.
J. Gottlob Teichmann, Nagelschm.
Aug. Temper, Weissgerber
C. Chr. Tenzler, Fabr.
C. Ehrenfried, Teschner
J. Leonh. Teufel, Tuchm.
J. C. Teufel, Tuchm.
R. H. Thieme, Lehrer
Gottlob Thuemler, Guertler
Gotth. Tilly, kfm.
Adolph Trumpoldt, Tuchscheerer
J. Dav. Trumpoldt, Schuhm.
C. Fr. Uhlig, Weber
Adolph Ulrich, Tuchm.
J. Gottlieb Ungethuem, Fleischer
Gottlieb Urlass, Schneider
Vollbrechtshausen, Kfm.
Gust. Wagner, Hdlsm.
C. Fr. Wagner, Boettcher
Victor Walther, Baecker
Ch. Fr. Walther, Weber
J. Gottlieb Wetzel, Mueller
Hr. Chr. Fr. Wetzel, Mueller
C. Fr. Wilke, Schneider
Gottlieb Winkler, Tuchscheerer
C. G. Wittig, Tuchm.
J. Gottlieb Zacher, Tuchm.
Chr. Fr. Zacher
Joh. Fr. Zimmermann, Nadler
Ch. Fr. Zoellner, Schneider
C. Fr. Zoellner, Schneider
C. Fr. Zoellner, Schneider
Chr. Dav. Zschenderlein, Weber
Franz Ludw. Zschiegner, Tuchm.
Ed. Zueckler, Apotheker

Zwickau
Hr. Kellerwirth Buhle
Hr. Lehrer Hauschild
Hrn. Kfm. Krause’s Wittwe
Henr. Geb. Rothes
Hr. Musikdir. Schulze

:glueck:

BeateGräßer 29.03.2012 18:52

1808
Am 29. Juni zu Mittage fiel das 4 ½ jaehrige Toechterlein des an dem niedern Muehlgraben wohnenden Zeuchmachers Christian Graesser in das vorbeifliessenden Wasser und ertrank, nachdem sie vorher zu sechs verschiedenen Malen aus dem Wasser gerettet worden war.

Die Kleine war meine 3 Fache Urgroßtante.:(
Ihr Name: Christiane Friederike geb. 13 Dez 1803 Werdau.

Vroni Kießling 30.12.2013 13:13

Gräßer
 
Hallo Beate,

wir haben bestimmt, wenn auch nur angeheiratet, etwas miteinander zu tun. Ich finde leider keine Christiane Friederike bei meinen Gräßers, die passt, und auch keinen Christian. Kannst Du mir von Christian die Vorfahren mitteilen?

Meine Gräßerin war Regina (1686-1765), die Tochter von Georg (*1645), Enkelin von Samuel (*<1618). Dieser ist der Bruder von Fabian (1623-1673), dessen Nachkommen dann in Werdau und Zwickau so erfolgreich waren/sind.

Regina war aber die 2. Frau von Gotthard Schettel, aus der Ehe vorher stammt meine direkte Vorfahrin. Unser gemeinsamer Anknüpfungspunkt liegt schon weit zurück, ich bin aber trotzdem gespannt.

Schreiber-Stammbaum 05.03.2015 13:24

Suche infos zu meinem UrUropa Friedrich Ernst Grafe * Nov 1860 und gest. 5.7. 1906 in Wiedmar vom Blitz erschlagen, war mit einer Hebamme Bertha verheiratet.

Kennt jmd jemamden, der etwas darüber weiß?


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