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Thjodolf 11.09.2017 22:42

Echtheit des Familienwappens
 
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Hallo zusammen,

seit meiner Kindheit hängt bei meiner Familie und allen Verwandten von mir ein Druck des Familien-Wappens mit einer kurzen Beschreibung einiger Familienmitglieder vom 12. bis 17. Jhd.
Der Familienname ist Ferrauti und ursprünglich aus Rom. Mein Ur-Großvater kam aus L'Aquila. Ich würde gerne wissen, ob dieses Wappen echt ist, habe aber keine Ahnung, wie ich anfangen soll, da es ja - sollte es echt sein - ein italienisches Wappen ist.

Hat einer von Euch einen Tip für mich? Ich habe mal das Foto des Wappens beigefügt sowie eine Version, die ich per Bildbearbeitung erstellt habe, damit man die Symbole besser erkennt.

Vielen Dank vorab und Grüße,
Tino Ferrauti

Billet 12.09.2017 10:16

@ Ferrauti

Bedaure, einen gleichgelagerten Wappen-Eintrag zur Schreibweise "Ferrauti" konnte ich bislang in keinem Index finden. :cry:
Auch nicht unter der angegebenen Aufteilung der Symbolik.

Hracholusky 12.09.2017 12:47

Ein historisches italienisches Wappen Ferrauti gibt es. Das sieht aber anders aus und gehört zur Familie Ferrauti aus der Region Pistoia in der Toskana. Hier unten links:
http://daten.digitale-sammlungen.de/...roesser=100%25

Billet 12.09.2017 13:24

Herr v. Roy schreibt hierzu :

Sollte es sich um dieses Wappen handeln
http://www.heraldrysinstitute.com/lang/it/cognomi/Ferrauti/Italia/idc/826551#history ,
dann wäre dem „Heraldischen Institut“ nicht zu trauen.

MfG

Thjodolf 12.09.2017 21:03

Vielen Dank für die Antworten. Die Wappen passen nicht zu dem Druck, den meine Familie hat. Ich frage mich nur, wenn es unecht sein sollte, warum man sich die Mühe macht. Vor allem mit dem Text, der darunter steht.

Im Text ist von folgenden Familienmitgliedern die Rede:
Claudio (Richter) 1273,
Giacomo (hat liturgische Werke geschrieben) 1308,
Ernesto (römischer Prokonsul, delegiert in Spanien) 1500,
Filippo (Präsident des Senatsrat) 1588,
Teodoro (Hauptmann) 1634
und Stefano (Stellvertreter des Oberbürgermeisters in Viterbo) 1773

Leider kann ich nicht mehr in Erfahrung bringen, woher mein Opa das Wappen hatte.

gki 12.09.2017 22:11

Hallo!

Zitat:

Zitat von Thjodolf (Beitrag 1034656)
Im Text ist von folgenden Familienmitgliedern die Rede:
Claudio (Richter) 1273,
Giacomo (hat liturgische Werke geschrieben) 1308,
Ernesto (römischer Prokonsul, delegiert in Spanien) 1500,
Filippo (Präsident des Senatsrat) 1588,
Teodoro (Hauptmann) 1634
und Stefano (Stellvertreter des Oberbürgermeisters in Viterbo) 1773

Leider kann ich nicht mehr in Erfahrung bringen, woher mein Opa das Wappen hatte.

Im Prinzip müßtest Du ja nur Ahnenforschung betreiben um den Anschluß an die obigen angeblichen Vorfahren zu finden.

Ich tippe mal, daß Du da nicht viel finden wirst und Dein Großvater zu den Leuten gehört, die sich von einem Wappenschwindler betrügen haben lassen.

Nun zeig mir, daß ich unrecht hab. 8-)

Johannes v.W. 13.09.2017 00:45

Hallo Tino,

leider, leider ein ganz klarer Fall von Wappenschwindel!
Da hat jemand mit einiger Fantasie deinem Opa etwas angedreht, v.a. hinsichtlich der illustren Vorfahren (bis ins 13. Jh. -und woher sollte der denn das in Deutschland wissen?).
Der Grund für die Mühe: das hat sicher etwas gekostet :wink:

In Italien war seit der Neuzeit nur noch der Adel wappenführend, die Patrizierfamilien („Patrizio di ...“ dann ein Titel) wurden ebenso dem Adel zugerechnet.

VG Johannes

Anna Sara Weingart 13.09.2017 12:11

Zitat:

Zitat von Johannes v.W. (Beitrag 1034681)
... hinsichtlich der illustren Vorfahren (bis ins 13. Jh. -und woher sollte der denn das in Deutschland wissen?) ...

Hallo,
der Text und das Wappen sind italienisch geschrieben, also aus Italien.
Im Text steht auch nichts von Vorfahren, sondern nur, welche Träger des Wappens es gegeben habe.

Für mich ist Tinos Wappen kein Wappenschwindel (so wie es in Deutschland im 19. Jht. oder Anfang 20. Jht. vorkam), weil die Wappenzeichnung nicht professionell genug ist. Ein Wappenschwindler müsste ja, da er beruflich Wappen zeichnete, dies wenigstens einigermaßen beherrschen.
Der vorliegende Fall spricht aber eher dafür, dass hier ein Laie in Sachen Wappenzeichnung im guten Glauben gehandelt hat.

Im Übrigen haben meine Vorredner wahrscheinlich keine tiefgehende Ahnung von italienischen Wappen. Ich bezweifle auch, dass es in diesem Forum jemanden gibt, der in der italienischen Heraldik bewandert ist.

Viele Grüsse

Anna Sara Weingart 13.09.2017 13:02

Nachtrag: nach genauerer Betrachtung der Zeichnung ändere ich meine Meinung dahingehend, dass das Wappen doch von einem geübten Zeichner stammen könnte, also Jemandem, der durch schnellen Anfertigung von solchen Dingen Geld von unbedarften Kunden verdiente. Viele Grüsse

Johannes v.W. 14.09.2017 14:54

Hallo

Zitat:

Zitat von Anna Sara Weingart (Beitrag 1034734)
Im Übrigen haben meine Vorredner wahrscheinlich keine tiefgehende Ahnung von italienischen Wappen. Ich bezweifle auch, dass es in diesem Forum jemanden gibt, der in der italienischen Heraldik bewandert ist.

Vorsicht! Und nicht so voreilig!
Ich lebe seit ueber 20 Jahren in Italien, habe mich -am Rande- auch mit hiesiger Heraldik beschaeftigt und habe Zugang zu Quellen und Literatur.
Stimmt: ich sehe jetzt auch in der 1. Abb. den italienischen Text.
Das aendert aber wenig:
- Ein solches Wappen "Ferrauti" ist nirgends zu finden!
- Die ganze Machart ist sehr unbedarft.
- Eine Aufstellung von "Namenstraegern" macht im Zusammenhang nur Sinn, wenn es agnatische Verwandte und somit Wappentraeger sind. Das ist alles hoechst unwahrscheinlich, man haette zumindest Spuren von dem einen oder anderen oder von der Familie gefunden. Die ganze Machart erinnert an die gaengigen Wappenfaelschungen.
- Familiennamen in Italien sind generell haeufiger in der Verbreitung als bei uns. Es ist also noch weniger wahrscheinlich, dass verschiedene Namenstraeger miteinander verwandt sind, es sei denn, sie stammen wirklich aus demselben Ort. Selbst dann muss man es beweisen koennen.
- In Italien muesste zudem bei einem Wappen mindestens ein lokaler Patrizier- oder Beamtenadel vorliegen. Davon keine Spur!
- Aus eigener Anschauung: Wappenfaelschungen scheinen in Italien kaum weniger verbreitet zu sein als bei uns.

Johannes


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