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Wolfg. G. Fischer 14.08.2018 08:01

Zitat:

Zitat von Andrea1984 (Beitrag 1108753)
Bis heute ist nicht sicher geklärt, ob Frau Weimar nun wirklich Schuld am Tod ihrer Kinder ist oder nicht.

Aber sie wurde rechtskräftig verurteilt.

Andrea1984 14.08.2018 21:01

Zu Recht oder zu unrecht. Sicher ist gar nichts. Mögen die armen Kinder, wer auch immer sie auf dem "Gewissen" hat, in Frieden ruhen.

Allgemein gesagt: Man soll nicht alles glauben, was in der Öffentlichkeit verbreitet wird, besonders wenn es keine Beweise dafür gibt oder jene nicht aufzufinden sind.

Was ist denn mit dem Fall, in welchem ein geistig behindeter Mann Ulvi K. eines Mordes verdächtigt, eingesperrt und dann , nach mühevollem Leiden, wieder freigelassen worden ist ? Der arme Mann wird den schlechten Ruf nie wieder los. Und der eigentliche Täter läuft immer noch frei herum.

Leider gibt es immer wieder Fälle von Opfern der Justitz und einige vermeintlich "Mordfälle" entpuppen sich als harmlose Todesarten.

-

Zurück zum Thema.

Eine meiner Vorfahrinnen ist an Syphilis gestorben. Nur: Wie kommt es dazu ? Der Mann der Vorfahrin ist lange vor seiner Frau gestorben und zwar an einer ganz anderen Ursache.

Entweder hat er sie mit der Syphilis angesteckt oder jemand anderer.

Svenja 14.08.2018 23:57

Hallo rpeikert

Zitat:

"David Hefti verreiste 5 Jahre vor seinem Tode nach Frankreich in Handelsgeschäften und soll daselbst wegen einem geringen Versehen auf eine Galeere gekommen sein und da er krank geworden, kam er in den Spital, woselbst eine Brunst entstanden und er dann sein Leben geopfert habe."
Hast du schon nach dem Sterbeeintrag in Brest gesucht?
https://archives.mairie-brest.fr/4DC...ance/ILUMP4710

Siehe unter "Sources généalogiques" und dann "Registres paroissiaux-Etat civil"
und dann "Registres paroissiaux de Brest 1608-1793".

Gruss
Svenja

Niederrheiner94 11.09.2018 23:01

Kein Verwandter, aber gleicher FN:


Ev. Hochemmerich Beerdigungen 1835


Zitat:

Den fünfzehnten Abends um fünf Uhr, war Heinrich Frütel, ein noch unverheirather [sic!] Sohn von Heinrich und Cathrina Janns, Ackerknecht bei Schnellen am Essenberg, in dem Pferdestall, um ein Pferd, das nicht auf seiner Stelle stand, an seine Stelle zu setzen; nachdem er dies gethan und dem Pferde einige Stockhiebe gegeben hatte, versetzte dasselbe ihm wieder einen Schlag gegen den Unterleib, wodurch er einen solchen Bruchschaden bekam; daß er nur noch ein Paar Worte sprechen konnte und einige Minuten; nachdem er sich noch aufs Bette geworfen hatte, todt war


Ihr Alter nach Jahren: 25 Jahre alt


Angabe der Krankheit: vom Pferde erschlagen

KoH 12.09.2018 22:15

es starben Fünf von Sechs Geschwistern innerhalb von einer woche. Sie waren alle 75-85 Jahre Alt und alle Ledig. sie haben aus einem vergifteten Topf gegessen. nur mein ururur.. überlebte als jüngster.

Bergkellner 13.09.2018 10:42

Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 1)
Einer meiner sehr weitläufigen Verwandten starb unter merkwürdigen Umständen:

Er war um 1910 Förster in Jöhstadt und kam gerne nach dem Rundgang im Wald abends auf ein oder zwei oder mehr Schnäpse in den "Weißen Hirsch".
An diesem Abend warteten seine Trink-Kumpane lange auf ihn, es war schon dunkel. Als sie aus Richtung Pleiler Heide mehrere Schüsse hörten, dachten sie, er habe wohl einige Pascher(Schmuggler) gestellt.

Schließlich kam Förster Freudenthaler dann auch, er war kreideweiß und zitterte am ganzen Körper. Er zitterte so sehr, dass er den ersten Schnaps verschüttete und den zweiten mit beiden Händen zum Mund führen musste.
Nur mühsam ließ er sich aus der Nase ziehen, was geschehen war.
Auf der Pleiler Heide hatte er hinter sich ein Geräusch gehört und als er sich umdrehte, stand er einem Soldaten aus dem 30-jährigen Krieg gegenüber. Es wurde immer mehr dieser durchscheinenden Gestalten, die ihn bedrohlich umringten. Erst als er zweimal geschossen habe, seien die Spukgestalten verschwunden...

Er bezahlte seinen Schnäpse, ging nach Hause, legte sich in Bett und stand nicht wieder auf. Er starb einen Monat später in erheblicher geistiger Verwirrung.

PS: Auf der Pleiler Heide fand 1641 eine Schlacht zwischen schwedischen Truppen unter Johann Banér und der kaiserlichen Armee statt, die unter dem Namen "Die Schlacht von Preßnitz" in die Annalen einging. Noch Jahrhunderte später fanden sich bei Feld- und Rodungsarbeiten Spuren des Gefechts.

PPS: Diese Geschichte hat ihren Eingang in die erzgebirgischen Gespenstergeschichten gefunden.

Salzkind72 13.09.2018 20:50

Guten Abend,
meine Uroma war in die Kindheit gekommen und lief immer weg.
Dann im Februar 49 wurde eine große
Suchaktion gestartet weil sie aus dem
Haus im Nachthemd verschwunden war.
Nach etlichen Stunden fand man sie schlafend hinterm Hichaltar der Kirche.
Von da an wurde sie eingesperrt.
Aber irgendwann ist sie wieder verschwunden hat dann noch den Blumenkarten geplündert.
Gefunden hat man sie diesmal auf dem Altar der Kirche.
Friedlich lächelt zum Herrn gegangen.
Mit Blumenstrauß und weißem Nachthemd.

Juanita 09.12.2018 17:54

KB Großengottern "St. Walpurgis": 16. 06. 1684

"Hans Franke hinterlassene 2 Söhne, der eine hat geheißen Hans, seines Alters 9 Jahr, der andere hat geheißen Hans Matthes 4 Jahr u. 4 Monat alt, welche von ihrer leiblichen Mutter sind mit Gifft getötet worden u. den 16. junij mit einem Volckreichen Leichenbegängnis christlich begraben worden."



Im Sommer 1684 wurde die Mutter "in der Unstrut bei Merxleben" ersäuft.
Sie wollte wieder heiraten u. ihre 3 Kinder standen ihr dabei im Wege. Das 3. Kind, eine Tochter, hat überlebt.


Juanita

Jenenserin 11.12.2018 09:40

Bei einem meiner Vorfahren findet sich folgender Eintrag zu einem Unfall im KB:

Ward den 24ten April vom überhängenden Abraum in
einem Steinbruch nach Ollendorf zu verschüttet, von
seinem Sohn, welchen nur Geschwindigkeit gerettet hatte, sogleich wieder aus gegraben und auf einem Wagen herein geschafft. Der Schreck, der Schmerz, das Gefühl der Nähe des Todes, und der Anblick seines Pfarrers, der ihm nach besten Kräften in seiner Noth beystand, obgleich derselbe … (da er ihm hatte auf mehrfache weise widerstehen müssen), seine Feindschaft und seine sehr böse Zunge hatte ertragen müssen, bewirkten Sehnsucht nach Versöhnung mit selbigen um nach dem heiligen Abendmal, was er aus obigem Grunde ebenfalls über Jahr und Tag nicht genossen hatte. Nach dem er von beyden die Nacht hindurch viel gesprochen, erhielt er es auf bitten seines Sohnes, Dominica Missericordias Dom früh 6 Uhr (vor dem Gottes Dienst!)- Obgleich äußerlich nichts obgleich äußer nichts bedeudeutend verletzt schien und nun 8 Tage Später bewirkt ward, daß er seine Arm ausgefallen spürtte er doch am Todestag nemmlich Eiter aus seiner ………Lunge …

Die letzte Zeile im KB ist leider sehr schlecht lesbar, so daß ich sie nicht mehr ganz transkripieren konnte.

Jenenserin

assi.d 12.12.2018 16:38

Hallo, ich habe gestern im KB von Tepl einen 15 jährigen Lehrbuben gehabt, der 1670 von der "Segemühl zerrissen" wurde...

Darf gar nicht darüber nachdenken....

Gruss
Astrid

hmw 29.12.2018 07:24

Hier das Schicksal eines Vorfahren:

"Dieser Mann wurde bei der Arbeit in seinem Schiffe durch den umfallenden Mastbaum erschlagen."
Harburg/Elbe, 14.05.1853

Der Gute war offenbar nicht vom Glück verfolgt :roll:

consanguineus 17.01.2019 22:32

Hallo zusammen!

Mein 7xUrgroßvater Lüddecke Hoyer kam zu Tode, als er in das heiße Wasser der Braupfanne fiel. Ich vermute, er war Braumeister auf dem v. Rössing'schen Rittergut in Deersheim, so wie sein Schwiegervater Curdt Sasse. Falls er das nicht war, kann man sich schon denken, was er da im Brauhaus wohl vorhatte. Es ist ihm offensichtlich nicht gut bekommen. Möge der HErr seiner Seele gnädig sein. Prost, ähh Amen!

Viele Grüße
consanguineus

hotdiscomix 17.01.2019 23:09

Im Jahr 1792 fand ich folgenden Eintrag:

"…gestorben den 22. Mart. nachdem, ein Tages vorher durch unvorsichtige herabwerfung eines Sacks mit Taubenmiste von hiesigen Kirchthurme tödtlich verwundet worden."

Nicht immer kommt alles Gute von oben.

Steffen

Anna Sara Weingart 23.01.2019 18:43

"Anna Barbara Veit Bergschneiders Bürgers und Satlers zu Marpach eheliche Tochter, so von der Sandgruben erschlagen worden - 22 Jahr alt"

(+ 5.7.1660 Esslingen)
Was machte eine junge Marbacherin in einer Sandgrube bei Esslingen ???
Soweit zum Thema Männerarbeit = Frauenarbeit

Niederrheiner94 24.01.2019 18:02

Vielleicht hat sie ihrem Mann ja was zu Essen gebracht. Oder er hatte seine Hose vergessen. Wer weiß.

Cardamom 24.01.2019 19:02

Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 1)
Hier wurde die Todesursache auf jeden Fall nicht "political correct" dargestellt. Von der Rechtschreibung ganz zu schweigen.




Liebe Grüße


Cornelia

Feldsalat 24.01.2019 19:45

1707 stirbt ein Vorfahre von mir, Auszug aus seinem Sterbeeintrag:

... Christlich Zur Erden bestattet hat ge-
lebet bey 88. Jahr. 10 Jahr weg[en] blödigkeit des Gesichts Zu
hauß geseßen.

Ich kann mir nicht wirklich was unter "Blödigkeit des Gesichts" vorstellen 8o

Horst von Linie 1 24.01.2019 20:15

Zitat:

Zitat von Feldsalat (Beitrag 1153455)

Ich kann mir nicht wirklich was unter "Blödigkeit des Gesichts" vorstellen 8o


Guten Abend,
er war schwachsichtig (nicht schwachsinnig) und blieb deshalb inhäusig.

Feldsalat 24.01.2019 21:15

Danke, darauf wäre ich nicht gekommen!

mumof2 25.01.2019 00:28

Ein Vorfahr lebte 15 Jahre in einem Versorgungsheim und starb 1879 an Marasmus. Da das zusätzliche 'sensilis' fehlt, was auf einen natürlichen Altersvorgang schließen würde, kann ich den Auslegungen zufolge, nur auf eine chronische Unterernährung schließen, die schließlich zum Tod führte. Wie traurig!

Ralf-I-vonderMark 27.01.2019 19:43

Hallo zusammen,

am 21.12.1882 gab es gegen 3:00 Uhr auf der Zeche Fürst Hardenberg in Lindenhorst (erst am 10.06.1914 eingemeindet zur Stadt Dortmund) ein schweres Unglück bei der Seilfahrt.

Als sich der nördliche Förderkorb beim Auffördern von Bergleuten der Morgenschicht höchstens noch 5 Fuß unter der Hängebank befand riß das Förderseil und der Förderkorb mit den darauf befindlichen 25 Bergleute stürzte in rasender Geschwindigkeit in den 472 Meter tiefen Schacht. Zwar hatte die Fangvorrichtung funktioniert, blieb aber wegen des erheblichen Gewichts des Förderkorbes und des darunter hängenden Unterseils wirkungslos. Der Aufprall des Förderkorbes erfolgte mit derart großer Wucht, dass alle Lampen am Auffüllort erloschen und die untere Anschlagsbühne durch den Luftdruck in die Höhe gehoben wurde. Der zertrümmerte Förderkorb lag im Schachtsumpf und die Körper wurden bis zur Unkenntlichkeit zertrümmert.
Hierüber und zum Stand der Untersuchung zur Ursache des Unglücks berichtet die Dortmunder Zeitung in der Ausgabe vom 22.12.1882 auf Seite 2 mit vollständiger Nennung der Namen der 25 tödlich verunglückten Bergleute im Alter von 19 bis 54 Jahren, welche nur aufgrund der Marken, welche nicht zurückgegeben worden sind, identifiziert werden konnten.
vgl. https://zeitpunkt.nrw/download/pdf/2...351%2022121882
Folgeberichte in Dortmunder Zeitung in der Ausgabe vom 23.12.1882 auf Seite 6 (keine Schuld des Maschinisten);
vgl. https://zeitpunkt.nrw/download/pdf/2...352%2023121882
und in Dortmunder Zeitung in der Ausgabe vom 27.12.1882 auf Seite 2 (zur Beerdigung am Sonntagnachmittag, 24.12.1882 in einem Massengrab mit 12 Särgen);
vgl. https://zeitpunkt.nrw/download/pdf/2...354%2027121882

Als Unglücksursache wurde letztendlich Überladung angenommen, da nur maximal 20 Personen in dem Förderkorb hätten transportiert werden dürfen.

Am 07.10.1911 gab es auf der Zeche Fürst Hardenberg ein ähnliches Unglück. Erneut stürzte ein Förderkorb nach dem Riss des Förderseils in den Schacht; dabei gab es 9 Tote.

Besonders schicksalhaft war, dass sogar die drei Brüder Theodor, Johann und Wilhelm Leidag aus Mengede bei der Seilfahrt zusammen in den Tod gestürzt sind.

Aber dies war nicht das einzige familiäre Mehrfachschicksal. Denn nach der Rückkehr von der Beerdigung des ebenfalls bei dem Unglück verstorbenen Camener Bergmanns Wilhelm Brandt ist sein Bruder einige Tage später nach heftigen Kopfschmerzen und häufigem Erbrechen verstorben, wobei er wohl den Wunsch geäußert hatte, mit seinem Bruder sterben zu wollen, wie die Dortmunder Zeitung in der Ausgabe vom 9.1.1883 auf Seite 2 schreibt.
vgl. https://zeitpunkt.nrw/download/pdf/2...ame=9%20911883

Viele Grüße
Ralf

Ralf-I-vonderMark 06.02.2019 21:47

Hallo zusammen,

im Ruhrbergbau haben sich viele Bergunfälle ereignet, welche in der damaligen Presse auch sehr ausführlich beschrieben wurden.

So steht z.B. in der Dortmunder Zeitung vom 22.07.1884 auf S. 2:
Aplerbeck, 21. Juni. [Grubenunglücksfall]
Auf der hierselbst belegenen Zeche „Margaretha“ kam am 19. d. M. in der Morgenschicht der Fahrhauer Adolf Topp aus Sölde zu Tode. Der Genannte wurde beim Fahren in einem sogenannten Maschinenabhauen unter der vierten Bausohle – 296 – Meter von dem aufgehenden Gestell erfaßt und sodann eine weite Strecke, zirka 150 Meter, bis in die Nähe des unter der vierten Bausohle aufgestellten Lufthaspels fortgeschleppt, woselbst er von seinen Kameraden aufgefunden worden ist. Der c. Topp, ein langjähriger und pflichttreuer Beamter, stand seit nunmehr 19 Jahren in den Diensten der Zeche „Margaretha“, war verheiratet und hinterläßt Frau mit 6 Kindern.

Aus den standesamtlichen Nachrichten in der Dortmunder Zeitung vom 3.8.1884, S. 2 ergibt sich:
Standesamt Aplerbeck. Anmeldungen vom 20. bis 26. Juli 1884: Fahrhauer Adolf Topp, Sölde, 43 J. 6 M.

Viele Grüße
Ralf

assi.d 10.02.2019 16:55

Vater hält eigene Tochter für eine Bären und erschießt sie
 
http://www.portafontium.eu/iipimage/...96&w=732&h=308

Letzter Eintrag linke Seite ganz unten

...hat Matthias Henrich, Schütz(e) in Pern seine eigene Tochter in seinem Acker solche für einen Bären ansehent erschoß und ist den 5 darauf mit einer gesungenen Mess in Krips begraben worden, ihres Alters 20 Jahr.

:unfassbar:

Astrid

Leineweber12 10.02.2019 22:27

nicht ganz ein Todesfall
 
Ein NB bei einem Copulationseintrag von 1772:


Der Bräutigam hat 1766 wegen angeschuldigter Dieberey zur Schaumburg gesessen und sich selbst im Gefängnis aufgehangen. Wie er aber abgenommen, um zur Anatomie geliefert zu werden, ist er wieder aufgelebt
und so wurde er in Eisen wieder ins Gefängnis geschickt und im Frühjahr 1772 begnadigt.

Wolfg. G. Fischer 20.02.2019 12:52

KB Friedewald (Hessen)
 
1827 März 21

Jakob Lesser, Tabakhändler aus Brotterode, welcher den 18. ejusdem gegen Abend einen Schubkarren, worauf er Tabak zum Verkauf herumfuhr, hier durchgekommen und mit etlichen Kameraden, die ihm aber voraus geeilt waren, noch das eine gute Stunde von hier gelegene Dorf Sorga erreichen zu können geglaubt hatte, und den 19. des Morgens nicht weit von Friedewald an der Straße nach Hersfeld tot im Schnee war gefunden worden. Er war alt angeblich 36 Jahre.

Ralf-I-vonderMark 10.03.2019 12:36

Hallo zusammen,

in der Geschichte des Adels finden sich viele sehr seltsame und merkwürdige Todesfälle.

Karl der II. (1332 – 1387), König von Navarra, genannt „der Böse“ war wohl schon für sich betrachtet zu Lebzeiten eine schillernde Persönlichkeit von negativem Ruf.

Aber auch sein Tod war offenbar sehr atypisch. Er soll nämlich die Angewohnheit gehabt haben, sich jeden Abend in mit Weinbrand getränkte Tücher einnähen zu lassen. Dumm nur, dass er dann irgendwann in diesem Zustand mit einer Fackel in Berührung kam und die Tücher sofort Feuer fingen. Er ist dann noch brennend entdeckt und gelöscht worden. Aufgrund der vermutlich stärkeren Verbrennungen ist er dann nach zwei Wochen schmerzvoller Quälerei am 01.01.1387 verstorben.
vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_II._(Navarra)

Na ja, das Einnähen in mit Weinbrand getränkte Tücher:roll: als vermeintliche Heilmethode hat sich in der Medizin irgendwie nicht wirklich durchgesetzt.

Viele Grüße
Ralf

Ralf-I-vonderMark 10.03.2019 12:38

Hallo zusammen,

noch einen weiteren höchst außergewöhnlichen Todesfall aus der Geschichte des Hochadels kann ich ergänzen.

Am 28.01.1393 fand in Paris ein Bal des Ardents, ein Ball der Brennenden statt: Es handelte sich um den Polterabend für eine Ehrendame der Königin Isabeau.

Dazu verkleidete sich der französische König Karl VI. (1368 – 1426), genannt „der Wahnsinnige“, mit fünf weiteren Adeligen als „wilde Männer“, wozu sie sich mit Pech einschmierten und mit Werg und Federn bedeckten und aneinander ketteten. Die Lichter wurden gelöscht und die sechs Verkleideten stürmten gegen Mitternacht schreiend und gestikulierend den Saal. Der Bruder des Königs, der Herzog Louis von Orleans wollte dann mit einer Fackel die Identität der Verkleideten feststellen. Dabei hat er sich wohl ungeschickt angestellt und ist den Kostümierten zu nahe gekommen, so dass die Verkleidung Feuer fing.

Die Ketten waren nun sehr hinderlich und erschwerten eine Rettung. Lediglich der König wurde durch seine angeheiratete 14-jährige Tante, die Herzogin von Berry gerettet, indem sie ihn in ihr Kleid und ihren Unterrock einwickelte und offenbar das Feuer ersticken konnte.

Einer der fünf anderen konnte sich von den Ketten befreien und durch einen Sprung in ein Weinfaß retten! Ein weiterer wurde zwar durch Diener noch in ein nasses Tuch gewickelt, ist aber ebenso wie die anderen drei in den Folgetagen an den Verbrennungen gestorben.
vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Bal_des_Ardents

Die Selbstrettung durch einen Sprung in ein gefülltes Weinfaß ist sicherlich auch außergewöhnlich.

Der ohnedies schon geistesgestörte König Karl VI. ist aufgrund dieses für ihn wohl traumatischen Ereignisses endgültig dem Wahnsinn verfallen und war nun überwiegend handlungsunfähig.
vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_VI._(Frankreich)
und (mit vielen Details auch zu den „geistigen Aussetzern des Königs) http://www.manfred-hiebl.de/mittelal...ch_+_1422.html

Viele Grüße
Ralf

Ralf-I-vonderMark 10.03.2019 12:39

Hallo zusammen,

aller merkwürdigen Dinge aus französischen Hochadelskreisen sind drei!

Der französische König Karl VIII. (1470 – 1498), genannt der Freundliche wollte am 07.04.1498 im Schloss Amboise zu einer Partie Jeu de Paume (Vorläufer des Tennis) gehen. Dabei hat er wohl nicht aufgepasst und nicht darauf geachtet, wo er hinläuft. Denn er ist beim Gehen mit dem Kopf so heftig gegen einen steinernen Türsturz geprallt, dass er ins Koma fiel und wenige Stunden später an einer Hirnblutung starb. Dazu passt irgendwie der Spruch „dumm gelaufen“.:evil:
vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_VIII._(Frankreich)

Viele Grüße
Ralf

Friedrich 10.03.2019 15:46

Moin Ralf,


Zitat:

Zitat von Ralf-I-vonderMark (Beitrag 1165498)
Dazu passt irgendwie der Spruch „dumm gelaufen“.:evil:


wie sagte man schon bei den Vorfahren der Franzosen, den Galliern, Zitat Miraculix im Band 19, Der Seher, S. 30, letztes Bild, als Obelix vom stinkenden Gebräu des Druiden gerochen hat und bewusstlos umkippt:
"Weißt du, Asterix, wir machen ja nie Wortspiele, sonst könnte ich jetzt sagen: Meine Idee ist umwerfend!"


Friedrich

fps 10.03.2019 21:34

Donnerschlag, Friedrich, hast Du alle Asterix-Bände auswendig im Kopf??? 8o8o8o

Friedrich 10.03.2019 23:37

Nee, aber alle gelesen, und ein paar gute Sprüche bleiben hängen. Und einen Teil Bände habe ich immerhin im Regal, einige übrigens im Dialekt.


Die sind weit besser als die hochdeutschen, z.B. Die Odysee: Da sagt Miraculix zum neuen Zaubertrankrezept: "Geschmacklich absolut eine Verbesserung!" Plattdeutsch: "Smeckt as wenn di'n Engel op de Tung pisst!"


Wir schweifen ab... Aber Dialekt hat zumindest ein wenig mit unserem Hobby zu tun.


Friedrich



Friedrich

clarissa1874 23.03.2019 12:34

Dreher erschlägt Schlicht
 
Sterbehauptregister Standesamt Neudörfchen, Kreis Marienwerder, Westpreußen, Nr. 8/1911:


"Auf Grund der Mittheilung des Ersten Staatsanwalts zu Graudenz ist heute eingetragen worden, daß der Arbeiter Otto Schlicht aus Klein Gilwe, 26 Jahre alt, geboren in Ohra bei Danzig am 10. Juli 1884 als Sohn des Gottlieb Schlicht und der Susanne Mathe, evangelisch, am 3. Januar 1911 von dem Arbeiter Rudolf Dreher in Klein Gilwe erschlagen worden ist. Der Standesbeamte Paul Lück"


Frage:
Sehr wahrscheinlich wurde dem Rudolf Dreher der Prozess gemacht. Wo findet man weitergehende Informationen zu diesem Mord oder Totschlag? (Gerichtsakten, Mitteilung im Amtsblatt o. ä.)


Vielen Dank für entsprechende Hinweise!

assi.d 26.03.2019 10:09

Hallo Clarissa,

in der örtlichen Zeitung.... War bestimmt damals eine Sensation.

Gruss
Astrid

consanguineus 27.03.2019 18:53

Hallo zusammen!

Ich habe auch noch einen: mein 11xUrgroßvater Harmen Goes ertrank am 11. November 1630 beim Enteisen des Wolfenbütteler Festungsgrabens. Ja, was waren das noch für Winter, in denen bereits im November der Festungsgraben zufror...? Oder war das "aaine klaaine Aaiszaait", wie man rund um die Wolfenbütteler Festung zu sagen pflegt?

Viele Grüße
consanguineus

Bienenkönigin 10.04.2019 11:31

Vergiftet von den Nazis oder Selbstmord?
 
Hallo zusammen,
bin neu angemeldet hier und habe auch einen Todesfall, der einem Krimi gleicht.

Es geht um meine Müller-Linie. Meine Urgroßmutter Marie Müller aus Memmingen hatte noch drei Geschwister, und einer der Brüder (Fritz Müller-Beindorff, der noch einen eigenen Eintrag wert ist) hatte eine Tochter Ellinor, die einen Herrn Theodor Fuchs heiratete (sie ließen sich dann scheiden).
Diese hatten wiederum eine Tochter Sigrid. Aus den Aufzeichnungen meiner Familie (ich habe einen großen Haufen Fotos etc. geerbt) konnte ich entnehmen, dass sie mit 18 Jahren starb (1920-1938).

Da fiel mir wieder ein, was mir meine Großtante erzählt hatte:
Ein junges Mädchen aus der Verwandtschaft (ihre Kusine 2. Grades) wollte seine Eltern erschrecken und nahm ein klein wenig E605 in ein Glas Wasser, und trank nur einen kleinen Schluck daraus. Am nächsten Morgen fand man sie tot in der Gartenlaube (wenn ich mich recht erinnere).

Konnte das Sigrid Fuchs sein?
Ich fand die Geschichte sehr traurig, niemand mehr erinnert sich an sie, ein sehr hübsches, lebensfrohes Mädchen.

Ich fing an zu recherchieren (eher planlos, im Internet), als ich online plötzlich auf ein Foto von Sigrid stieß. Mir war, als hätte ich einen Geist gesehen. Es gab niemanden mehr von ihrer Verwandtschaft außer mir!

Es stellte sich heraus, dass ein peruanischer Künstler namens Christian Fuchs der Urenkel von Sigrids Vater ist, der Photo-Performances mit seinen Ahnen macht (wer schauen will, er macht sehr interessante Sachen: https://www.facebook.com/christianfuchs.artistavisual).

Theodor Fuchs war nach Südamerika emigriert und hatte noch einmal geheiratet.
Christian Fuchs und ich sind also beide blutsverwandt mit Sigrid, aber nicht miteinander.
In seiner Familie wurde gesagt, dass Sigrid damals von den Nazis vergiftet wurde, weil ihr Vater Regimegegner war und (von Chile aus) gegen Deutschland spionierte. So hatte er es wohl in seinem Tagebuch dargestellt.

Bisher habe ich nichts Konkretes herausfinden können. Sigrid starb am 3.7.1938 in Lindau.
Ich konnte nur herausfinden, dass dem Vater Theo Fuchs die Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Aber deswegen seine Tochter vergiftet?

Also wer einen Tipp hat, wie und wo ich Genaueres herausfinden kann, bitte her damit.

assi.d 17.05.2019 09:33

Eben im KB Tepl gelesen:

Rödlmühle 24.07.1744: "Lauretius Pepperl aus Einsiedl(Mnichov) durch die Seg-Mühl zerrissen".

Der arme Kerl war erst 15 Jahre alt.

RIP sagt
Astrid

fajo 17.05.2019 19:39

>Warum gibt es dann zwei Versionen, wenn eine mindestens absurd ist?<

Ja das fragt man man sich. Eigentlich kann es nur ein Zeichen von schweigen aus Scham oder Angst sein. Hab ich das Gefühl. Vielleicht hilft der Zeitraum in dem es geschah eine Rolle für das Verhalt?-

Bienenkönigin 17.05.2019 21:16

Ist das ein Kommentar zu meinem Post mit dem toten Mädchen?

Leider bin ich da noch nicht weiter.
Aber in zwei Wochen besucht mich der Enkel von Theo, dem Vater des Mädchens. Er hat sicher dessen Tagebücher dazu gesehen.

Ein Giftmord war damals vielleicht wirklich weniger beschämend als ein Selbstmord.

Zitat:

Zitat von fajo (Beitrag 1182351)
>Warum gibt es dann zwei Versionen, wenn eine mindestens absurd ist?<

Ja das fragt man man sich. Eigentlich kann es nur ein Zeichen von schweigen aus Scham oder Angst sein. Hab ich das Gefühl. Vielleicht hilft der Zeitraum in dem es geschah eine Rolle für das Verhalt?-


Ryusoken 30.05.2019 11:40

Hallo zusammen,

da ich gerade die Kirchenbücher von Batzwitz aufarbeite, finde ich auch Mal einige besondere Sterbeursachen.
Am 15.10.1826 hat sich Sophie Eleonore Tugendreich Kahl in Barkow erhängt. Sie hatte 3 uneheliche Kinder, wovon auf jeden Fall 2 vom Herrn von Strantz stammten. Das 3. vermutlich auch. Sie war als Dienstmädchen meine ich bei ihm beschäftigt, oder als Wirtschaftlerin. Kein schönes Schicksal.

Noch einen: Am 18.12.1826 starb Heinrich Wilhelm Lemke im Alter von 10 Jahre da, er "auf der Mühle gewesen u. ins Kammrad gefallen" war. Als Todesursache wurde "Todtgemahlen" eingetragen.

Grüße
Sönke

fps 30.05.2019 17:47

Zitat:

Zitat von Ryusoken (Beitrag 1184760)
Noch einen: Am 18.12.1826 starb Heinrich Wilhelm Lemke im Alter von 10 Jahre da, er "auf der Mühle gewesen u. ins Kammrad gefallen" war. Als Todesursache wurde "Todtgemahlen" eingetragen.

Hatte Wilhelm Busch von daher die Idee für das Ende von Max und Moritz???


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