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sternap 08.06.2023 02:10

meine mutter hat einen bruder, der durch heirat ihr engster onkel wurde.
sein sohn war demnach ihr neffe und cousin, aber der war zur eigenen verwirrung sein eigener vetter. wenn er sich mit ihm treffen wollte, musste er sich zum spiegel bemühen.


er starb jung als pumperlgesunder arzt einen plötzlichen tod.
weil seine andere tantencousine, marcela, darauf beharrrte, dass erdurch ein gift

ermordet worden war, untersuchte man sämltlich mögliches material.
er hatte, wie sich entlastend heraustellte, eine seltene genetische krankheit, für die zwei elternteile mit der gleichen seltenen disposition zusammenkommen mussten und dem nachwuchs ein sterben mit knapp über dreißig sicher sei.
marcela beschimpfte nun die armen verwaisten eltern, sie hätten durch inzucht den tod ihres sohnes vorprogrammiert. man sollte wie sie, einen partner von weither nehmen müssen, gesetzlich vorgeschrieben.


kein jahr später fiel der pumperlgesunde sohn marcelas mit noch nicht vierzig jahren tot um.
wegen der verleumdungen vorher untersuchte man genau, was die todesursache sei, ob nicht doch mord im spiel wäre.
marcela, selbst ausgestattet mit der unseligen disposition, hatte einen mann aus der fremde mit ausgerechnet der gleichen genetischen voraussetzung erwischt. weltweit gibt es jedoch nur einen paar dutzend genträger.


dass sie ausgerechnet einen von ihnen als partner fand, war hohn des schicksals.

Herbstkind93 08.06.2023 21:57

Zitat:

Zitat von sternap (Beitrag 1545158)
meine mutter hat einen bruder, der durch heirat ihr engster onkel wurde.
sein sohn war demnach ihr neffe und cousin, aber der war zur eigenen verwirrung sein eigener vetter. wenn er sich mit ihm treffen wollte, musste er sich zum spiegel bemühen.
.


Das verstehe ich nicht ganz. Der Bruder deiner Mutter hat also seine eigene Tante geheiratet? Die Schwester seines Vaters oder seiner Mutter?


LG
HK

Herbstkind93 08.06.2023 22:02

Zitat:

Zitat von Juanita (Beitrag 1545057)
Ich habe während meiner Arbeit als Bibliothekarin eine ältere Dame, welche die Minibibliothek in einem Dorf besorgte, kennengelernt. Sie war eine kleine zarte Frau u. sehr freundlich. Sie erzählte mir stets, wenn wir uns trafen, dass sie immer am Sonntag ihre Tochter Erika besuchen würde. Ich dachte mir lange nichts dabei. Aber eines Tages hakte ich nach u. fragte, wo sie denn wohne. Folgende Geschichte kam dabei heraus.
Das Ehepaar war von Hitler sehr, sehr überzeugt, vor allem der Ehemann. Er war Lehrer.
Als die Russen kamen, beschlossen sie sich, das Leben zu nehmen. Sie nahmen Gift. Die Eltern wurden gerettet, aber die 6-jährige Tochter Erika nicht. Ich habe diese Geschichte und diese kleine zerbrechliche Frau bisher nicht vergessen können. Ausser sie in den Arm zu nehmen, konnte ich ja nichts tun. Wie kann man nur mit so einer Schuld leben !!??
:( Juanita


Was für eine schreckliche Geschichte, ähnlich wie "meine". Wobei ich es noch brutaler finde die kleine Enkelin in der Wanne zu ertränken, wie sie gezappelt haben muss. Die Mutter des Kindes lebte auch in dem Haus, sie hat offensichtlich überlebt, da sie den Tod angezeigt hat. Warum sie es wohl nicht verhindern konnte? War sie am abend zuvor, als ihr Schwiegervater erschossen wurde, brutal vergewaltigt worden und konnte sich nicht mehr regen? Oder war sie es die in Wirklichkeit ihre eigene Tochter ertränkt hat und es dann der toten Schwiegermutter in die Schuhe geschoben hat?


LG
HK

sternap 08.06.2023 22:12

Zitat:

Zitat von Herbstkind93 (Beitrag 1545335)
Das verstehe ich nicht ganz. Der Bruder deiner Mutter hat also seine eigene Tante geheiratet? Die Schwester seines Vaters oder seiner Mutter?


LG
HK


oma ina verlässt dorf und die erwachsenen kinder.
heiratet erneut, johann aus dem dorf. einen verwandten.



kind dieser ehe ist meine mutter.

johanns schwester ,marca, also schwägerin von oma ina, heiratet sohn von oma ina, julius.
aber marca und julius sind über die väterliche seite cousins.
marcas sohn georg ist somit 2 cousin von julius sohn, georg, ihm selbst

Herbstkind93 08.06.2023 22:20

Also hat er seine Stieftante geheiratet.

Juanita 11.06.2023 18:42

Ja, es war schrecklich, wie die Nazis den Menschen Angst vor den Gegnern eingeredet haben. Natürlich gab es nach Dt.s Niederlage viele Verbrechen, aber das ist für mich kein Grund, die eigenen Kinder zu töten, teilweise in so grausamer Form, wie Du, Herbstkind, es beschrieben hast. Aber man denke nur an Göbbels + Frau, 7 Kinder umzubringen !!!
X-( Juanita

Pavlvs4 15.06.2023 15:42

Zitat:

Zitat von Juanita (Beitrag 1545778)
Aber man denke nur an Göbbels + Frau, 7 Kinder umzubringen !!!

Oder an den Bürgermeister von Leipzig, der sich samt Gattin und zwei Töchter in seinem Amtszimmer kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner umbrachte.

Sbriglione 17.06.2023 22:25

Keine seltsame Todesursache, aber ein wohl äußerst seltenes Sterbedatum (eindeutige Lesung und daher kein Zweifel möglich):

Heinrich BOLLMANN's Sohn Johann Hennig in Wasserleben (Börde) starb am 30. Februar 1730 und wurde am 5. März des gleichen Jahres bestattet... :D

Ralf-I-vonderMark 29.06.2023 21:53

Hallo zusammen,

dies ist das traurige Schicksal eines Brautpaares mit einem erbärmlichen Tod in einer Mistpfütze.

Rhein- und Ruhrzeitung vom 21.06.1856:
„Essen, 19. Juni. Die verflossene Nacht war für uns eine Nacht des Schreckens, sie bewahrheitete das Spruchwort, daß ein Unglück selten allein komme. Händelsucht und Unvorsichtigkeit forderten ihre Opfer. Auf einem Balle nämlich, der in dem Lokale eines hiesigen Wirthes abgehalten wurde, entspann sich zwischen 10 und 11 Uhr geringfügiger Ursachen halber Streit, der sich später auch auf die Straße fortpflanzte. Mehrere Theilnehmer am Streite trugen arge Verletzungen davon und auch der Wirth empfing bei seinen Anstrengungen, die Ruhe herzustellen, mehrere Kopfwunden; schlimmer aber erging es zwei jungen Leuten, die als Polizeiagenten auf dem Kampfplatze erschienen, sich rasch entfernen wollten, aber in die Kellerräume eines Hauses stürzten, die auf der Limbecker Straße, der Staatsstraße, aufgeworfen worden, aber weder beleuchtet noch abgesperrt sind. Der eine von den jungen Leuten brach ein Bein, der andere ein paar Rippen. So traurig auch diese Vorkommnisse sind, so treten sie doch in den Hintergrund, gegen den der bei derselben Gelegenheit einem Brautpaare begegnet ist. Dasselbe wollte den Händelsüchtigen ausweichen und bog von der Post in eine Seitengasse; die Braut glitschte aus und fiel in eine Mistpfütze; sie zog den Bräutigam, der sie retten wollte nach, und ehe Hülfe erschien, waren beide ertrunken. Armes Brautpaar!“
vgl. https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/4856835?query=%22ertrunken%22

Viele Grüße
Ralf

Bachstelze1160 02.07.2023 23:30

Viel Text bei einer Bestattung
 
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Hallochen

hier habe ich einen abenteuerlichen Bestattungstext gefunden, über einen zu großen Sarg, bei dem sogar der Decke nicht richig geschlossen war, und beobachte Besuche am Grab, obwohl beide vom Ehepaar Geiger tot waren.


So etwas zum Schriften Lesen üben!

Ralf-I-vonderMark 15.07.2023 15:12

Hallo zusammen,

beispielhaft einer von vielen Unglücksfällen, welche zum tragischen Tod eines Bergmannes geführt haben.

Essener Zeitung vom 24.11.1871:
"Auf der Zeche Zollverein wurde vorgestern der Bergmann W. durch ein hereinbrechendes schweres Gesteinstück, einem sogenannten Sargdeckel, erschlagen, sodaß der Tod sofort erfolgt ist."
vgl. https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodic...0Zollverein%22

Viele Grüße
Ralf

Pavlvs4 15.07.2023 21:15

Im Kirchenbuch von St. Ägidien zu Hannover ist zu erfahren, dass der 1585 zum Stadtrat (Senator) gewählte Tönnis Scheers/Schär am Tag der Hochzeit seines Sohnes Cunradi/Curdt gestorben sei. Der hatte am 15.05.1586 geheiratet. Im Beerdigungsregister der Stadt wird die Beerdigung des Vaters ebenfalls auf den 15.05.1586 terminiert. Er ist also nicht nur am Hochzeitstag des Sohnes gestorben, sonder sogleich auch bestattet wurden.

Offenbar waren die Totengräber unter den Hochzeitsgästen, so das sie gleich nach dem Ringtausch das Loch für den Vater des Bräutigams ausheben konnten. :D

Sbriglione 23.07.2023 16:44

Ein Sterbeeintrag aus Hornhausen (Börde) aus dem Jahre 1722:

"Den 17. April kömt ein Roßkarren nacher Hornhausen, gegen abend schlägt das eine Kuppel-Pferd den Knecht im Stalle thot, nahmentlich Jacob".

Balle 25.07.2023 12:39

Notiz in der „Provinzial-Zeitung für Geestemünde und Lehe“ vom Donnerstag, den 31. März 1870.
Ein schweres Unglück hat sich letzter Tage an Bord des Dampfers „Newyork“ im hiesigen Hafen zugetragen. Der erste Feuermann des Schiffes stürzte beim Reinigen des Cylinders in Folge eines Fehltrittes in die Maschine und obwohl er im ersten Augenblicke keine schwere Verletzung erlitten zu haben schien, war er bereits am folgenden Tag eine Leiche. Der Verunglückte war verheirathet und Vater mehrerer Kinder.

Das war mein Ur-Urgroßvater.

consanguineus 29.07.2023 10:42

Kein spektakuärer Todesfall, wie ich meine, aber die Umstände sind interessant. Auszug aus dem Sterberegister von St. Pauli in Halberstadt 1645:

"Am 9. Martij Simon Lappen uxor Fr(au): Catharina Findels. an(nos): 49."

Ob sie an gebrochenem Herzen starb? Zwei Einträge weiter dies:

"Am 23. Martij Dietrich Haarstricks Fraw Magdalena Hintzen so den 21. dieses (Monats) publice in foro ihres mit Simon Lappen 8-jährigen Ehebruchs halber decolliret worden"

Haben damals die Taliban in Halberstadt regiert? 8o

consanguineus 29.07.2023 11:07

Saufen war nie gesund. Oft sogar tödlich. In demselben Jahr, auch aus Halberstadt:

"Am 1. Junij Hinrich Buttenstedt h(ui)us eccl(esi)ae 30 Jahr gewesener Glöckner hatt sich den letzten Tag in den Pfingsten abends umb 5. Uhr in H(errn). Bennigsen Hoffe beÿ der Leinweber Gelage oder Pfingstbier zu Tode gefallen, vndt uff Cconcession des Herrn Domdechands hieher gebracht vndt begraben, gratis wie einem Kirchendiener gebühret ann(os): 48."

HelenHope 29.07.2023 12:04

Zitat:

Zitat von consanguineus (Beitrag 1554512)
Saufen war nie gesund. Oft sogar tödlich. In demselben Jahr, auch aus Halberstadt:

"Am 1. Junij Hinrich Buttenstedt h(ui)us eccl(esi)ae 30 Jahr gewesener Glöckner hatt sich den letzten Tag in den Pfingsten abends umb 5. Uhr in H(errn). Bennigsen Hoffe beÿ der Leinweber Gelage oder Pfingstbier zu Tode gefallen, vndt uff Cconcession des Herrn Domdechands hieher gebracht vndt begraben, gratis wie einem Kirchendiener gebühret ann(os): 48."

Oh , so einen habe ich auch im Baum.
Am 21.10.1899 ertrank in Haarholm, Ksp. Nübel der Johann Hans Gust in betrunkenem Zustand im einem Wasserkübel. Immerhin hatte er es 78 Jahre auf der Erde überlebt, bis er feuchtfröhlich (hoffe zumindest, dass er fröhlich war) abdankte.

HelenHope 29.07.2023 12:09

Zitat:

Zitat von consanguineus (Beitrag 1554500)
Kein spektakuärer Todesfall, wie ich meine, aber die Umstände sind interessant. Auszug aus dem Sterberegister von St. Pauli in Halberstadt 1645:

"Am 9. Martij Simon Lappen uxor Fr(au): Catharina Findels. an(nos): 49."

Ob sie an gebrochenem Herzen starb? Zwei Einträge weiter dies:

"Am 23. Martij Dietrich Haarstricks Fraw Magdalena Hintzen so den 21. dieses (Monats) publice in foro ihres mit Simon Lappen 8-jährigen Ehebruchs halber decolliret worden"

Haben damals die Taliban in Halberstadt regiert? 8o

Ich bin immer wieder erstaunt über die Härte der Strafen, die sich Menschen so ausdenken, um empfundenes Unrecht zu sühnen. Der Mensch ist ganz und gar barbarisch. Zum Glück trifft das nicht auf alle zu.

consanguineus 29.07.2023 12:20

Zitat:

Zitat von HelenHope (Beitrag 1554530)
Ich bin immer wieder erstaunt über die Härte der Strafen, die sich Menschen so ausdenken, um empfundenes Unrecht zu sühnen. Der Mensch ist ganz und gar barbarisch. Zum Glück trifft das nicht auf alle zu.


Erstaunlich auch, daß offenbar mit zweierlei Maß gemessen wurde. Simon Lappen wurde nämlich nicht auf diese Weise bestraft.

HelenHope 29.07.2023 12:34

Zitat:

Zitat von consanguineus (Beitrag 1554536)
Erstaunlich auch, daß offenbar mit zweierlei Maß gemessen wurde. Simon Lappen wurde nämlich nicht auf diese Weise bestraft.


Aber leider nicht verwunderlich.

consanguineus 29.07.2023 12:53

Zitat:

Zitat von HelenHope (Beitrag 1554539)
Aber leider nicht verwunderlich.


Natürlich nicht. SIE hat ihn ja in Versuchung geführt!

fajo 30.07.2023 13:04

... ja, ja immer diese bösen Eva`s....

Ralf-I-vonderMark 01.08.2023 11:04

Hallo zusammen,

im Rahmen meiner Westhofener BRUCHHÄUSER-Forschung habe ich dank der großartigen Hilfe von @goli von diesem ungewöhnlichen Sterbefall erfahren, welchen ich hier – ergänzt um die militärische Zuordnung nach der Sterbeurkunde – kurz darstellen möchte.

Im Jahr 1885 starb in Wiesbaden der Sergeant Adolf Döffinger der 5ten Batterie Hessischen Feldartillerie Regiments No. 27 bei Reitübungen, „wo er sich beim Abspringen aus dem Sattel", tödliche Verletzungen zufügte.
vgl. https://forum.ahnenforschung.net/sho...1&postcount=15

Wäre er einfach vom Pferd gefallen, wäre das nicht ungewöhnlich gewesen; aber der Tod infolge eines bewussten Abspringens aus dem Sattel ist sicherlich sehr ungewöhnlich!

Vielleicht ist er unglücklich aufgekommen und dann zu Tode gestürzt oder er ist mit dem Fuß im Steigbügel hängengeblieben und wurde zu Tode geschleift.

Aufgrund der m.E. etwas ungewöhnlichen Reitübung habe ich bewusst gesucht und zumindest einen auf Reiten und Abspringen bezogenen Übungsfall – wenn auch ohne Todesfolge – gefunden:

Wattenscheider Zeitung vom 9.5.1888:
„Würzburg, 4. Mai (….) daß er einen aus Urlaub zurückgekehrten Soldaten Gauer, welcher zu seinem Unglück um 15 Pfd. an Körpergewicht zugenommen hatte und in Folge dessen bei den Uebungen etwas unbeholfener geworden war, unter der Aeußerung:„Dem will ich das Fett heruntermachen" rein marterte. Er ließ ihn bei der Reitübung vom Pferde schnell abspringen, dann längere Zeit Laufschritt zu Fuß machen, wieder aufspringen und dieses Manöver so lange wiederholen, bis Gauer endlich vor Ermattung nicht mehr auf das Pferd kam. Einmal wurde Gauer auf Befehl des Göttel ganz ermattet aufs Pferd gehoben und mußte weiter reiten, wobei er vom Pferde fiel und den Arm brach, sodaß er pensionirt werden mußte. (….)
vgl. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodic...n%20Pferd%22~8

Viele Grüße
Ralf

HelenHope 06.08.2023 20:27

Im Kirchenbuch Wulfen gibt es eine ganze Sammlung von Merkwürdigkeiten, darunter auch auch Tode, die der Pfarrer für erwähnenswert hielt. Die meisten sind einfach nur tragisch, aber hier hat sich wohl ein Täter etwas dumm angestellt :

1748 d. 16. April ist Johann Andreas Johann, ein verwachsener Bursche zu Drosa, von einem Knechte Christian Biermann aus Trinum gebürtig, so geschlagen worden, dass er d. 19. ej. gestorb. Man hat ihn öffentlich begraben. Der Thäter wolte 1751 zu Hohnsdorf heiraten, ward daher kund, nach Köthen gebracht,und bekam 1751 d. 4. Oct. hier zu Wulfen den Staupenschlag.

http://www.archion.de/p/bb3b0b0d99/


Na ich hoffe, es hat wehgetan.

HelenHope 12.08.2023 20:03

Okay, das ist wirklich bitter :
Aus dem Kirchenbuch Barby, Kirchenkreis Egeln

Sonntagh den 19 Novembris (1671) wardt Hans Pechs Frau, so sich uff der Windtmühlen todt gemahlen begraben 18 g.


http://www.archion.de/p/843933e318/

Sbriglione 13.08.2023 20:42

Das klingt ja RICHTIG übel...

HelenHope 14.08.2023 09:29

Zitat:

Zitat von Sbriglione (Beitrag 1557751)
Das klingt ja RICHTIG übel...

Ich finde die Vorstellung auch richtig richtig übel, da zieht sich mir alles zusammen.

assi.d 14.08.2023 15:52

Gruselig!

Ich habe einen Vorfahren, der um 1700 als Weißgärbergeselle arbeitete und mit dem Arm "in die große Mang" geriet. Der Arm wurde komplett zerquetscht und der arme Kerl starb erst 3 Tage später.

Ein anderer war Müllergeselle und und wurde vom Mühlrad unter Wasser gezogen und dort zerquetscht "Kopf und etlich Glieder zerbrochen".

Gefährliche Berufe...

Astrid

Olaf Berg Nielsen 14.08.2023 17:53

Flüchtlingskind aus Rostock

Eine deutsche Frau hat mir wegen das Grab von ein kleines Kind, die in Dänemark gestorben ist.
Ihren Großmutter Tille Henny Küther geborene Schuldt kam mit ihrem Sohn nach Aarhus ins Flüchtlingslager. Dort starb ihr Sohn Wolfgang Schuldt.
Ich habe in Kirchenbuch für Aarhus Vor Frue Kirsche, Wolfgang Küther gefunden.
Er ist beim Unfall mit Brustkorbquetschung gestorben.
Am 06.09.1946 Kremiert.
Urne auf Kolumbarium des Durchgangslager angebracht und am 22.05.1947 abgeholt.
Das heiß, er ist nicht in Dänemark begraben, aber wahrscheinlich in Deutschland.
Von „Aarhus Kommunes Kirkegårde og Krematorium“ habe Kopien von die Auslieferung des Urne bekommen.

Die Familie hat am Patriotischerweg 133 in Rostock vor das Flucht nach Dänemark gewohnt. Das Haus existiert noch.

Vielleicht besteht die Möglichkeit, das Tille Henny Küther zurück nach Rostock gekommen ist und die Urne in Juni/Juli in einen Friedhof in Rostock niedergesetzt ist.

Gibt es eine von die tüchtige Leute hier, der das untersuchen wollen.

Gruß aus Dänemark
Olaf

Bienenkönigin 17.08.2023 21:07

Im Tod vereint
 
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Hallo zusammen,

bei Sterbematriken habt ihr sicher auch schon traurige Entdeckungen gemacht, dass innerhalb von Tagen mehrere Kinder einer Familie sterben - ansteckende Krankheiten treffen auf Mangelernährung, fehlende Hygiene etc.

Ähnlich gibt es auch immer wieder Fälle, wo zwei Ehepartner kurz hintereinander versterben. Von daher ist mein Fund nicht spektakulär, aber beispielhaft für so einen Doppeltod.
Ob da auch eine Krankheit im Spiel war, oder so etwas Romantisches wie Herzeleid?
Beide waren 65 Jahre alt, er stirbt drei Tage nach ihr. Vermutlich waren sie Jahrzehnte verheiratet:
Anna Koptisch am 23.2.1726
Otto Koptisch am 26.2.1726

https://www.portafontium.eu/iipimage...zice-03_0090-z (rechte Seite, ziemlich weit unten)

Wer weiß, vielleicht war das Schicksal gnädig mit dem Ehepaar.

PS: Gerade erst gesehen, drei Tage später stirbt auch der erwachsene Sohn mit 30 Jahren. Wahrscheinlich haben sie zusammen gewohnt (Eintrag ganz unten).

VG
Bienenkönigin

LisiS 21.08.2023 18:43

@Bienenkönigin


Oder es gab eine Seuche wie die Plattern oder so was?
Da hab ich schon Sterbebücher gesehn, da hats binnen Wochen das halbe Dorf dahingerafft gehabt... :(

fps 21.08.2023 22:15

Da haben dann also die Blattern das halbe Dorf platt gemacht.....

Friedrich 21.08.2023 23:21

Moin fps,


die Blattern das Dorf blatt
oder die Plattern das Dorf platt?


Friedrich

LisiS 22.08.2023 06:39

:wink::D
Jajaaaaa! Ihr habt natürlich recht - die Blattern schreibt man mit "B" - mein durchgekochtes Hirn war gestern nimmer fähig ordentlich zu sagen was die Finger tippen sollen...

GiselaR 22.08.2023 13:44

Zitat:

Zitat von Bienenkönigin (Beitrag 1558757)
.....
Ähnlich gibt es auch immer wieder Fälle, wo zwei Ehepartner kurz hintereinander versterben. ....

Da fällt mir ein, dass ich dazu auch etwas habe. Die Einträge im dresdener KB sind unspektakulär, außer dass 2 frisch verheiratete junge Leute 5 Monate nach der Hochzeit in kurzem Abstand voneinander sterben.
In der Leipziger Zeitung fand ich den Hintergrund. Die junge Frau war war im 5. Monat schwanger, wurde krank und starb 5 Monate nach der Hochzeit. Ihr Ehemann konnte das nicht verkraften. Offensichtlich war es eine echte Liebesheirat gewesen. Er wurde ebenfalls krank und starb bald darauf.
Die Dramatik wird in einer umfangreichen Familienanzeige anschaulich dargestellt.
Grüße
Gisela

Falls der Link nicht so dargestellt wird, wie ich das möchte,
die Anzeige befindet sich auf S. 3040 des Gesamtbandes, 4. von unten.

https://www.google.de/books/edition/...sec=frontcover

Pavlvs4 24.08.2023 11:51

1964 wurden in Neckarsulm die Leichen des alten Ehepaares Reith in ihrem Haus gefunden, die offenbar zeitgleich verstorben sein müssen. Zur Beerdigung des Paares ist deren Tochter und deren Ehemann, ein US-Offizier mit dem sie in Amerika lebte, eigens in die alte Heimat eingeflogen. Für die Tage ihres Aufenthaltes beabsichtigte das Paar im elterlichen Haus der Tochter zu nächtigen.

Wenige Tage nach der Beerdigung wurden auch die Tochter und ihr Mann in dem Haus tot aufgefunden. Wie eine erst jetzt eingeleitete Untersuchung ergab, sind die beiden Paare aufgrund aufsteigenden Kanalgases zeitgleich im Unglückshaus gestorben. Die Leichen der Tochter und des Ehemannes wurden nach Amerika überführt und dort beigesetzt. Der Umstand ihres Todes war eine Nachricht u. a. in der NYT wert.

Bienenkönigin 31.08.2023 15:32

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Hallo,

ich lese im digitalisierten "Amperboten" (Tagesanzeiger für das Dachauer Gebiet im 19. Jahrhundert), und im Jahrgang 1877 sind ganz viele interessante Sterbefälle.
- Blutvergiftung nach Insektenstichen (mehrmals)
- Vergiftung spielender Kinder, die mit Wasserschierling "gekocht" hatten
- Sturz in Brunnen, vom Heustadel etc.
- Mord und Totschlag sowieso

Aber auch aus der ganzen weiten Welt wurde berichtet, hier z.B. aus dem fernen Amerika.
Der Mormonengründer stirbt und hinterlässt auf einen Schlag 29 Witwen.

Ziemlich makaber, dass diesem einen Toten die halbe Million aus Madras gegenüberstehen, die in der Meldung direkt darüber genannt werden.

VG
Bienenkönigin

fajo 08.09.2023 20:11

Ist doch immer schön zu lesen, was ihr da so findet!
Bei mir findet sich so etwas leider nicht...
außer... immer mal wieder ein Toter der aus dem Sterbeverzeichnis gestrichen wurde, als wenn er wieder zum Leben erwacht wäre.
Hab mich schon gefragt ob es in manchem Zeitabschitten alles so genannte Scheintote waren? -

Sbriglione 10.09.2023 12:22

Ich habe gerade bei einem Nachfahren eines meiner Vorfahren einen eher weniger schönen Tod gefunden, bei dem gleichzeitig noch zwei weitere Personen mit drauf gegangen sind:

der Jungbauer Hugo Matthias Albert SALOMON zu Pabstorf verunglückte am 19.09.1941 gemeinsam mit zwei polnischen "Fremdarbeitern" durch das Berühren einer Starkstromleitung.

Quelle: Gerhard Reiche 1987: "Die Familien der Gemeinde Pabstorf in neuerer Zeit".

Saraesa 24.09.2023 20:04

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Ich habe soeben einen schrecklichen Vorfall in einem Leipziger Tageblatt von 1914 entdeckt. Beim Lesen ist mir förmlich das Blut in den Adern gefroren. Die Katze und der Tod der beiden Kinder tun mir unendlich leid. :(
Unabhängig davon kann ich allerdings nicht glauben, dass eine Hauskatze derartige Verletzungen hätte anrichten können.


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