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OPeZa 25.11.2009 11:58

1794 - Copulation: ein Ort
 
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Quelle bzw. Art des Textes: ev. Kirchenbuch
Jahr, aus dem der Text stammt: 1794
Ort/Gegend der Text-Herkunft: Groß Möringen (bei Stendal)


Hallo,

in der dritten Zeile des Eintrags "in [-?-] Johann Joachim Lühe" bin ich mir einfach nicht sicher, was das heißen soll. Ein Ort wohl, aber welcher?

Und: Wie ist "abgelassener" Halbspänner zu verstehen?
Ansässiger oder Niedergelassener?

OPeZa 25.11.2009 13:19

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In einem anderen Eintrag taucht dieser Ort nochmals auf. Siehe Bild.

animei 25.11.2009 13:43

könnte es West-Heeren heißen, ich hab zumindest ein Heeren bei Stendal gefunden: http://maps.google.de/maps?hl=de&sou...ed=0CAkQ8gEwAA

Bei familysearch hab ich den Namen Projahn in Ostheeren gefunden, ich weiß allerdings nicht, ob es sich tatsächlich um das heutige Heeren handelt, warum sollte man so ein kleines Dorf, das früher sicher noch kleiner war, in Ost und West einteilen, allerdingd würde die Gegend gut passen.

OPeZa 25.11.2009 13:48

Danke!
Ich glaube das ist es. Eben hatte ich es auch im Sinn und danach gesucht.

Meine Projahns kommen in diesem Zusammenhang aus Groß Möringen. Aber vielen Dank für den Hinweis! In der Ortschaft Schinne tauchen diese z.B. auch auf.

Ost- und Westheeren tauchen auch seperat aufgeführt (in Klammer dahinter Heeren) in dem Verzeichnis des Kirchenkreises Stendal auf.
Warum so eine kleine Ortschaft in Ost und West unterteilt war, keine Ahnung. Ich werde mal den Bürgermeister fragen, wenn ich ihn an die Strippe bekomme.

animei 27.11.2009 14:11

Das waren scheinbar zwei Orte, und die Kirche, die für beide zuständig war, stand genau dazwischen.

Kögler Konrad 27.11.2009 15:55

Noch einmal zu "abgelassen"

Im ersten Bild heiratet der "angehende" Halbspänner, Sohn des "abgelassenen" Ackermanns...

"angehend" bedeutet, dass er den das Anwesen angeht, d.h. übernimmt
könnte nicht "abgelassen" das Gegenteil sein?
einer, der von seinem Anwesen abgelassen hat, d.h. dieses übergeben hat.

Ich glaube nicht, dass das etwas mit dem Stand als Witwer zu tun hat.

Gruß Konrad

OPeZa 27.11.2009 17:39

Konrad,

so wie du es schilderst, hatte ich es mir eigentlich auch gedacht. Aber ich finde hierzu keine wirklich bestätigende Quelle.

"Angehend" wäre bei einem Bauen dann so sehen, dass er als noch lebender Elternteil dem Kind den Hof bereits versprochen d.h. aufgelassen bzw. somit davon abgelassen hat (und auf das Altenteil geht).

Aber meinerseits ist es nur eine Vermutung.

OPeZa 27.11.2009 17:55

Konrad,

jetzt habe ich in meinen Unterlagen geforscht und folgendes gefunden:

1805 stirbt die Ehefrau des noch lebenden Bauern und Gatten.
Unter Stand der Verstorbenen steht bei der Frau: "Ehefrau des abgelassenen Halb Spänners …"

1813 stirbt dann der Wittwer und hat unter Stand des Verstorbenen stehen: "abgelassener Halb Akkermann"

OPeZa 27.11.2009 18:10

Zitat:

Zitat von animei (Beitrag 248439)
Das waren scheinbar zwei Orte, und die Kirche, die für beide zuständig war, stand genau dazwischen.

Zu West-Heeren habe ich inzwischen etwas gefunden:

Ostheeren (1927 Amtsgericht und Post Tangermünde; 1. 4. 1935 eingegliedert in Heeren) 205 Einwohner (1925)
Westheeren (1927 Amtsgericht und Post Tangermünde; 1. 4. 1935 eingegliedert in Heeren) 274 Einwohner (1925)
Ab 2010 ist Heeren ein Ortteil von Stendal und keine eigenständige Gemeinde mehr.

DWK 20.08.2010 09:29

Hallo OPeZa,
falls die Frage nach der Bedeutung von "abgelassener" noch offen sein sollte.
Abgelassener ist ein Synonym für Altenteiler, Altsitzer. (Quelle: Enders, Lieselott; Die Altmark).
Weiter unten schreibst du, dass deine "Projahns" aus Groß Möringen stammen und, dass auch in Schinne Projahns auftauchen.
Dazu folgender Hinweis: Auch meine "Projahns" stammen aus Groß Möringen, vielleicht haben wir hier Gemeinsamkeiten? Der in dem KB-Auszug genannte Joachim Projahn könnte ein Sohn meines Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großvaters Nicolaus Projahn (*1683 +09.04.1765) sein. Seine Mutter wäre dann Catharina Margarete Reckling (*18.01.1696 +23.09.1757) aus Ostinsel.
Interessant ist auch, dass die (oder eine) Familie Lühe und die Projahns sich auch in einer späteren Generation sich untereinander verheiratet haben. Mein Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater Johann Friedrich Projahn hat den Sohn seiner Frau aus erster Ehe Johann Joachim Friedrich Lühe adoptiert.
Zu den Projahns aus Schinne habe ich nur den Hinweis, dass diese mit den Groß Möringern nicht (jedenfalls nicht wissentlich) verwandt sind (Oral History). Eine Schwester meiner Großmutter (geb. Projahn) war mit Friedrich Bittkau aus Schinne verheiratet. Dessen Mutter war eine geb. Projahn aus Schinne (Tafel am bittkauschen Hof in Schinne).
Und zuletzt: Mit Ostheeren und Westheeren (jetzt: Heeren, Krs. Stendal) verhält es sich genauso so wie mit Ostinsel und Westinsel (jetzt: Insel, Krs. Stendal).
Gruß DWK


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