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-   -   1748 -1758 welche Truppenteile lagen bei Steinitz /Senftenberg Lausitz (https://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=201206)

Balle 17.02.2021 07:59

1748 -1758 welche Truppenteile lagen bei Steinitz /Senftenberg Lausitz
 
1748 heiratet mein Ahn Hans in Steinitz. Im Eintrag des KB ist er Königl. Preuß. Grenadier, bei der Geburt mehrerer Kinder auch Schenker und Schenkwirth.
Immer wird er jedoch als Königl. Preuß. Grenadier erwähnt bis zum letzten Kind 1758.
Königl. Preuß. Grenadier setzt doch eine Einheit in der Nähe voraus, oder gab es so etwas wie Reservisten. Die Bezeichnung Schenkwirth ist wohl eher eine Tätigkeit nach militärischer Dienstzeit.
Wie kann ich mir das vorstellen.
Welche Truppenteile könnten bei Drebkau/Steinitz gewesen sein.

Manni1970 17.02.2021 09:47

Hallo Manfred,

jetzt musst du erst mal mir oder vielleicht auch den anderen hier helfen: Du meinst dieses Steinitz:
https://de.wikipedia.org/wiki/Steinitz_(Drebkau)
Aber das war doch zur fraglichen Zeit 1748-1758 nicht preußisch, sondern sächsisch. Im 7jährigen Krieg kämpfte Preußen ja u.a. gegen Sachsen. Und dein Vorfahre war Sachse, lebte in Sachsen und war trotzdem preußischer Grenadier gewesen?

Bei den altpreußischen Grenadieren ist die Zuordnung nicht so einfach, denn es gab keine Grenadier-Regimenter. Die Infantrieregiementer hatten je 2 Grenadier-Kompanien, die im Krieg mit 2 anderen zu einem Bataillon vereinigt wurden. Sehr oft lagen die Grenadier-Kompanien auch nicht in der Garnison, wo der Rest des Infantrieregiements stationiert war. Wurde im KB-Eintrag gar kein Offiziersname genannt ("Kompanie des Majors XY..." )?

MfG
Manni

Balle 17.02.2021 10:32

Hallo Manni,
Genau dieses Steinitz ist gemeint. Heute ist das Brandenburg, die Grenze zu Sachsen ist etwas weiter südlich. Zu damaliger Grenzziehung weiß ich nichts.
Der Eintrag der Trauung 1748
https://forum.ahnenforschung.net/sho...d.php?t=200957
Der Eintrag zur Taufe 1758
https://forum.ahnenforschung.net/sho...d.php?t=200953
Hier ein Taufeintrag von 1755 mit einem Königl.Preuß. Soldaten als Paten
https://forum.ahnenforschung.net/sho...d.php?t=201130

Alles aus dem Kirchenbuch von Steinitz. Offiziernamen sind nicht erwähnt.

Basil 17.02.2021 12:04

Zitat:

Zitat von Balle (Beitrag 1341279)
Hallo Manni,
Genau dieses Steinitz ist gemeint. Heute ist das Brandenburg, die Grenze zu Sachsen ist etwas weiter südlich. Zu damaliger Grenzziehung weiß ich nichts.

Hallo Manfred,

wer in der Region forscht, sollte auch wissen, dass die Niederlausitz bis 1815 zu Sachsen gehörte. Die Grenze zu Brandenburg verlief damals viel weiter im Norden. Darum waren im 18. Jh. Drebkau, Senftenberg und Spremberg Standorte wechselnder Kursächsischer Regimenter, z.B. 2. Garde und von Minckwitz (1746).

Viele Grüße
Basil

Balle 17.02.2021 12:22

Zitat:

Zitat von Basil (Beitrag 1341321)
Hallo Manfred,

wer in der Region forscht, sollte auch wissen, dass die Niederlausitz bis 1815 zu Sachsen gehörte.
Viele Grüße
Basil

Ok Basil, das hab ich jetzt verstanden.
Aber was machte dann der Preuß. Soldat in Steinitz. Und sein Freund war 1755 noch Trauzeuge, da waren sie schon zu zweit...
Immerhin war er dort über zehn Jahre und der Pfarrer hat ihn mehrfach als königl. preuß. Grenadier ins KB eingetragen.

Malte55 17.02.2021 12:41

Moin Manfred,
preussische Werber waren gerade in der 1. Hälfte des 18 Jh. berüchtigt und sicherlich auch ein Grund warum es in meine Grenzregion viele Deserteure gab. Wenn ich mich recht entsinne konnte das um 1710 herum schon ein Ohr kosten.
Und auch bei mir gibt es häufig Soldaten aus dem Ausland, die Hauptwege wurden zollmäßig sicherlich kontrolliert, aber es gab ja auch immer andere Wege.
Eventuell könnte man noch prüfen ob dieses Steinitz ein Ort unter zwei Herrschaften war, die eine Preussisch und die andere Sächsisch.
LG Malte

Balle 17.02.2021 12:53

Moin,
auf der Flucht war er nicht, eher sesshaft und stolz darauf preuß. Grenadier zu sein.
Er war Schenkwirth im Ort, und hat seine Zugehörigkeit zu den Preußen nicht verheimlicht wie ein Deserteur es tuen würde. Auch der Pfarrer hat es gewußt und eingetragen.
Im Feindesland ist er also wohl kaum gewesen, auch nach dem Beginn des siebenjährigen Krieges war er noch in Steinitz bis zur Geburt seiner Tochter 1758.
Da war schon zwei Jahre Krieg mit den Sachsen.

Basil 17.02.2021 12:55

Zitat:

Zitat von Balle (Beitrag 1341328)
Ok Basil, das hab ich jetzt verstanden.
Aber was machte dann der Preuß. Soldat in Steinitz. Und sein Freund war 1755 noch Trauzeuge, da waren sie schon zu zweit...
Immerhin war er dort über zehn Jahre und der Pfarrer hat ihn mehrfach als königl. preuß. Grenadier ins KB eingetragen.

Kein Hallo für mich? Na gut.

Der Ahn war gebürtig aus Steinitz? Vielleicht wurde er während des Ersten oder Zweiten Schlesischen Krieges von der Preußischen Armee rekrutiert. Die Niederlausitz liegt ja auf dem Weg von Brandenburg nach Schlesien.

Basil

Balle 17.02.2021 12:59

Moin Basil und natürlich auch Hallo, da will man schnell einen Gedanken loswerden und dann.....Fauxpas....sorry

Manni1970 17.02.2021 13:06

Hallo!

Ich kenne mich in der Ecke überhaupt nicht aus und quäle mich im Moment etwas mit der ein oder anderen Literaturangabe zu unserem Problem herum.

Steinitz gehört heute zu Domsdorf, das bestand aber "einst" aus einem sächsischen und einem brandenburgischen Anteil. Steinitz wird auch im Wiki-Artikel zu Domsdorf erwähnt, soll aber doch wohl nur zu Sachsen gehört haben. Nach einer "richtigen" Quelle soll es jedoch tatsächlich auch in Steinitz einen brandenburgischen Anteil gegeben haben. Nach Lage der Dinge kann der verwaltungsmäßig im 18. Jhd. nur zur preußischen Herrschaft Kottbus gehört haben. Die war zwar in der Niederlausitz, gehört aber zu Preußen. Dort lag das altpreußische Infanterieregiment Nr. 24 mit einem Teil, anderer in Frankfurt/Oder. Der Mannschaftsersatz kam dabei u.a. aus der Herrschaft Kottbus.

Im Moment nehme ich daher an, dieser Grenadier gehörte zum IR 24.

MfG
Manni

Nachtrag:
Nein, ein Ausländer (Angeworbener) war das nicht.


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