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Marlies 19.08.2011 16:44

Welche Berufe galten als "nicht ehrbar"
 
Hallo,

welche Tätigkeiten gehörten zu den geachteten und welche zu den geächteten Berufen?

geachtet waren wohl ganz sicher alle Richter, Amtsmänner usw. ...

geächtet war der Scharfrichter, Schinder, Wasenmeister

Kennt Ihr weitere Berufe, die geachtet oder geächtet waren?

Auf eine Ergänzung freut sich

Marlies

Radheim 19.08.2011 16:53

Hallo,

So spontan fällt mir nur ein, dass auf jeden Fall Hänker geächtet waren.

Nette Grüße
Timo

Cubert 19.08.2011 17:09

Hallo,

auch den Totengräber würde ich bei den geächteten einreihen.
Räumlich nahe dazu der Priester, allerdings bei den geachteten

Klingerswalde39_44 19.08.2011 17:11

Hallo,

geachtet wurden sicher auch Ärzte und Hebammen.

Gruss, Gabi

Dominik 19.08.2011 17:26

ärzte, apotheker ect gehörten zb zu den gachteten

Pendolino 19.08.2011 17:38

Hallo zusammen! :D

"Geächtet" würde ich jetzt nicht sagen, aber der Beruf des Müllers galt lange Zeit als "anrüchig".

Sozialgeschichte des Müllerberufes (bitte im Link etwas runterscrollen :wink:)

karin-oö 19.08.2011 18:10

Hallo!

Ich habe mich während des letzen Jahres ziemlich intensiv mit dem Beruf des Müllers beschäftigt und bin dabei auch immer wieder auf den Ruf der Unehrlichkeit dieser Zunft gestoßen.
Bei der Erforschung der Müllerfamilien in meinem Heimatdorf habe ich aber eher die Erfahrung gemacht, dass es sich dabei um geachtete Familien handelte.

Jedenfalls gab es seit dem Mittelalter eine Vielzahl von Bestimmungen, die das Mühlenwesen regelten. Daraus könnte man ableiten, dass die Müller wirklich oft betrogen haben und deshalb so viele gesetzliche Vorschriften nötig waren.
Das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber den Müllern war zweifellos immer hoch - schließlich übergab man ihnen das kostbare, lebensnotwendige Getreide zur Verarbeitung. Da musste man schon sicher sein, dass man auch das dafür bekam, was einem zustand.

Ich bin deshalb zu dem Schluss gekommen, dass die Vielzahl von Vorschriften beide Seiten absicherte: Der Bauer bekam was ihm zustand und der Müller musste sich keinen Vorwurf des Betrugs machen lassen, wenn er die Vorschriften einhielt.

Soweit mein Exkurs zum (Be)Ruf des Müllers.

Schöne Grüße
Karin

Leineweber12 19.08.2011 20:03

Hallo zusammen!
Auch die Leineweber (ja ja,:wink:) gehörten vielerorts, besonders in den mittelalterlichen Städten, zu den nicht geachteten Berufen. Sie standen in der Handwerkhierarchie ganz unten und wurden in einem Atemzug mit den "unehrenhaften" Nachtwächtern, Totengräbern und Scharfrichtern genannt. Sie gehörten in den Städten zu der ärmsten Bevölkerungsschicht. Aber auch in den ländlichen Gebieten hatten sie keinen guten Stand. Dort wurde das Handwerk oft von hörigen Bauern und Tagelöhner, die als unehrlich galten, im Nebenerwerb ausgeübt. Eine richtig schlüssige Begründung, warum die armen Leineweber so schlecht angesehen waren, lässt sich nur schwer finden. Ähnlich wie beim Müller ließ sich bei den Leinewebern auch nur schwer überprüfen, ob sie den angelieferte Rohstoff, hier das Garn, auch wirklich komplett verarbeitet hatten. Es wurde ihnen auch nachgesagt, dass sie bei der Ausübung ihres Berufes unangemessen oft geflucht und geschimpft haben, was damals unter Strafe stand. Allerdings gab es im 17.Jh. auch viele Orte, in denen Bauern begannen, Flachs anstatt Korn anzubauen und diesen im eigenen "Leinewebernebenerwerb"" zu Leinen zu verarbeiten und so einen gewissen Wohlstand erreichten.
Gruß von Leineweber:)

mumof2 19.08.2011 20:38

Hallo,
die Tatsache, ob ein Beruf "unehrlich", das heißt unehrenhaft war, hatte was damit zu tun, ob derjenige im Kriegsfall einberufen werden konnte. Und das konnte ein Müller nicht: Er mußte bei seiner Mühle bleiben, genau wie der Schäfer, der seine Schafe nicht verlassen konnte. Daher war der Beruf des Schäfers auch unehrenhaft.
mum of 2

Eva64 20.08.2011 09:43

Die Pfarrer waren auf jeden Fall geachtet auch Lehrer, Schulmeister etc. gehörten dazu. Dann denke ich, dass die meisten Handwerker dazu zählten. Also Schmied, Maurer, Zimmermann etc.

Geächtet oder weniger angesehen waren sicherlich Gerber.

Grüßle
Eva


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