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PISA911 13.02.2021 00:37

Bitte Lese- und Interpretationshilfe
 
Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 2)
Quelle bzw. Art des Textes: Kirchbucheintrag
Jahr, aus dem der Text stammt: 1858
Ort und Gegend der Text-Herkunft: Herbergen, Litauen
Namen um die es sich handeln sollte: Berufs, etc Bezeichnungen



Hallihallo Ihr Lieben,

und ich scheine nun den letzten Bruder meines Urgrossvaters gefunden zu haben, vielen Dank an AlAvo und Pemberton, und moechte die Details in dem Geburtseintrag bestaetigen, bzw. erlaeutert bekommen.
Hier die Seite, Eintrag Nr.79


Anhang 130533

Anhang 130534


Bez. des Vaters: Karl Ferdinand Dohmann, "Einwohner ?, Mitauerscher Okladist, Toepfer"


Geburtsort: Herbergen, "Kanepe"?



Zeugen: Jakob Philipp Stahl, ???Krueger, August Theodor Krause, Schuhmacher, Marie Stahl, geb. Hasenfuss, Schmidtsfrau.



Meine Fragen nun:
1. was bedeutet die Bezeichnung "Einwohner", ist dies eine Art Vorstufe zum "Buerger""?

2. wenn er als Mitauerscher Okladist notiert ist, sollten/koennten die Revisionslisten von Mitau mehr Informationen zu ihm beinhalten? Ich suche noch immer seine Geburtsinformation (1826 Kurland).

3. Ist Kanepe ein Ortsname oder eine Bezeichnung fuer ein Gebaeude?



Schlussbemerkung:

Karl Ferdinand hatte einem Kirchenbucheintrag nach 8 Kinder in einem Zeitraum von 23 Jahren, die in 5 verschiedenen Orten geboren/ getauft wurden.

Sein Bruder/ Cousin/??? Heinrich Albert (ca. 4-10 Jahre juenger) hatte innerhalb von 28 Jahren auch 8 Kinder, alle in St.Petri in Riga getauft.


Entweder war mein Ur-urgrossvater eine unruhige Seele oder hatte mit den Behoerden oefters Krach und musste oft weiterziehen??!! :wink:



Soviele Fragen und leider keine Moeglichkeiten, darauf Antworten zu bekommen. :cry:


vielen lieben Dank,
Petra

hepfi 13.02.2021 10:40

Einwohner habe ich bei meinen Vorfahren auch, http://genwiki.genealogy.net/Inwohner
Die hatten nichts. (Ich habe nur auch mal gelesen, dass sich der Begriff regional weiterentwickelt haben kann.)
Allerdings ist es bei meinen Vorfahren auch so, dass sie viele Kinder in verschiedenen Orten (nicht weit auseinander) hatten und auch hin und wieder andere Berufe angegeben waren. Sie waren arm und zogen herum, wo sie Arbeit und Unterkunft fanden. Die Kinder blieben oft dort, wo sie geboren worden waren. Wahrscheinlich wurden sie verkauft oder als Knechte und Mägde eben dortgelassen.

Xtine 13.02.2021 11:18

Hallo,

Steht in der Spalte wirklich der Geburtsort?
Ich lese: Herberge Kanepe
Ist er überraschend in der Herberge geboren worden?

PISA911 13.02.2021 19:05

Zitat:

Zitat von Xtine (Beitrag 1339556)
Hallo,

Steht in der Spalte wirklich der Geburtsort?
Ich lese: Herberge Kanepe
Ist er überraschend in der Herberge geboren worden?

Hallo, es gibt tatsaechlich einen Ort namens Herbergen. Und der Eintrag ist aus einer der zustaendigen Gemeinden. In anderen Eintraegen sehe ich manchmal Zusaetze wie Krug, Riege und frage mich, ob Kanepe etwas aehnliches bezeichnet.
Ich nehme an, die Wirtshaeuser haben damals als Herbergen funktioniert. Sollte es dann nicht den Zusatz Krug haben?
Petra.

PISA911 13.02.2021 19:19

Zitat:

Zitat von hepfi (Beitrag 1339544)
Einwohner habe ich bei meinen Vorfahren auch, http://genwiki.genealogy.net/Inwohner
Die hatten nichts. (Ich habe nur auch mal gelesen, dass sich der Begriff regional weiterentwickelt haben kann.)
Allerdings ist es bei meinen Vorfahren auch so, dass sie viele Kinder in verschiedenen Orten (nicht weit auseinander) hatten und auch hin und wieder andere Berufe angegeben waren. Sie waren arm und zogen herum, wo sie Arbeit und Unterkunft fanden. Die Kinder blieben oft dort, wo sie geboren worden waren. Wahrscheinlich wurden sie verkauft oder als Knechte und Mägde eben dortgelassen.


Danke fuer diese Info, interessant und traurig. Die Maenner in diesem Zweig sind in der Regel Toepfer, Tischler und Schlosser, Von einfachen bis zu Meistern, sooo arm koennen die wohl nicht gewesen sein.

Der Gedanke, dass die Menschen soo arm sind, dass die ihre Kinder zuruecklassen ist schon hart!


Ich habe leider die Familienverknuepfung zwischen Carl und Heinrich noch nicht machen koennen, aber wie stark waren damals die Familienverbindungen?
Haetten sich die einzelnen Mitglieder nicht gegenseitig unterstuetzt, oder war der Konkurrenzdruck zu gross?


Alles so Fragen, die mit einem Kirchbucheintrag nicht beantwortet werden. 😏

hepfi 14.02.2021 09:52

Ja so Fragen habe ich auch viele... interessante Familiengeschichten. Ich denke, es ist sehr unterschiedlich, wie die Familienbande waren. Meine Oma - Bauerstochter - und ihre Vorfahren hatten einen extrem starken Familienverband, der auch in ihrer Generation (geb. 1900 - 1920) fortbestand, und das, obwohl sie 20 Kinder mit jeweils vielen Nachkommen waren.
Bei der Familie des Opa dagegen war es überhaupt nicht so. Die waren anscheinend eher alles Einzelkämpfer.

Die Kinder zu verkaufen war anscheinend zumindest in meinem Gebiet gang und gäbe, die Bauern brauchten die Arbeitskräfte und konnten sie wenigstens durchbringen, und die armen Familien hätten sie eh nicht ernähren können.


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