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-   -   Rudolf Traugott Vollrath Zwahr, FPN L01653, 33647B oder 37509A (https://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=170982)

ImkerSandra 20.01.2019 17:32

Rudolf Traugott Vollrath Zwahr, FPN L01653, 33647B oder 37509A
 
Liebe Mitforscher,

ich habe bereits über den DRK-Suchdienst und auch die WASt versucht herauszubekommen, was mit dem Bruder meiner Ur-Großmutter zum Ende des 2. WK geschehen ist.

Er ist jedenfalls nicht zurückgekehrt, auch wenn er bei der WASt weder als gefallen noch als vermisst geführt wird.

Sein letzter Standort war wohl Liebenthal bei Hirschberg (Schlesien).

Noch ein paar Eckdaten: geboren am 16.07.1901 in Tiefhartmannsdorf; verheiratet, letzter vorliegender Brief an seine Ehefrau datiert vom 08.04.1945, nach welchem er wohl zum 07.04.1945 zu V-Komp. versetzt wurde.

Aus den Briefen ergibt sich außerdem, dass er bis ca. Ende Februar 1945 auch unter der Feldpostnummer 33647B zu erreichen war.

Vielleicht hat jemand von euch noch eine Idee, wie ich etwas zu seinem Schicksal herausfinden kann :?

Da ich mich in der Militärgeschichte nicht so gut auskenne, würde ich mich auch über eine kurze Erklärung zu den ständig wechselnden FPN freuen - wurden diese je nach Einheit vergeben und somit immer bei einer Versetzung geändert?

Danke und einen schönen Sonntag noch.

Viele Grüße

ImkerSandra

Saure 20.01.2019 18:37

Hallo Sandra,

diese Daten liegen beim Volksbund vor:

'Nachname: Zwahr
Vorname: Rudolf
Geburtsdatum: 16.07.1907
Todes-/Vermisstendatum: 28.12.1944

Nach den uns vorliegenden Informationen ist Rudolf Zwahr seit 28.12.1944 vermisst.

In dem Gedenkbuch des Friedhofes Siemianowice - Sammelfriedhof haben wir den Namen und die persönlichen Daten von Rudolf Zwahr verzeichnet. Sie können gern einen Auszug bei uns bestellen.

Bitte beachten Sie, dass auf einigen Friedhöfen nicht die aktuelle Version ausliegt, somit kann der Name Ihres Angehörigen darin evtl. noch nicht verzeichnet sein.

Falls Rudolf Zwahr mit Ihnen verwandt ist, und Sie von uns über Sachstandsänderungen informiert werden möchten, füllen Sie bitte das folgende Formular aus.'

Nehmen Sie doch bitte Kontakt mit dem Volksbund auf.
Ich gehe davon aus, dass diese Daten vom DRK-Suchdienst stammen.
Fügen Sie bitte die Antworten von der WASt und vom DRK-Suchdienst bei.

Lt. der DRK-Vermisstenbildliste gehörte die FPN 33647 zum Felders.Btl. 200 (neu)

JürgenP 20.01.2019 18:43

Moin Sandra,

zunächst allgemein zu den Feldpostnummern:
Die Feldpostnummer war die Adresse einer Einheit und somit hatte jeder Soldat dieser Einheit die gleiche Feldpostnummer. Wurde ein Soldat in eine andere Einheit versetzt, war seine Adresse somit die Feldpostnummer der neuen Einheit.
Erschwerend kam hinzu, daß sich auch die Zuordnung einer Feldpostnummer zu einer Einheit im Verlauf des Krieges mehrfach ändern konnte.
Es ist also durchaus möglich, daß ein Soldat einer Einheit im Verlauf des Krieges verschiedene Feldpostnummern hatte ohne das er versetzt wurde.

Darum ist es immer notwendig, zum Auftreten einer Feldpostnummer auch ein Datum zu haben, da sonst keine eindeutige Zuordnung möglich ist.

Die Feldpostnummer 33647B müßte im Februar 1945 zum Feldersatz-Bataillon 200 gehört haben.
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/...heiten21-R.htm

Zu den anderen Nummern brauchen wir ein Datum.

Was haben denn die WASt und das DRK geschrieben?

Herzliche Grüße Jürgen

Saure 20.01.2019 19:23

Hallo Sandra,

da Sie schreiben:
ich habe bereits über den DRK-Suchdienst und auch die WASt versucht herauszubekommen, ...
bin ich auch gespannt, was die WASt und der DRK-Suchdienst Ihnen geschrieben haben.

Vielleicht haben Sie ja auch noch eine Geburtsurkunde von Rudolf Zwahr.
Es geht mir hierbei um das Geburtsjahr, 1901 oder 1907.

ImkerSandra 21.01.2019 07:16

Hallo Dieter und Jürgen,

vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen.

Ja, beim Geburtsdatum war mir ein Schreibfehler reingerutscht - Rudolf Zwahr wurde am 16.07.1907 geboren (Geburtsurkunde liegt mir vor).

Die Daten beim Volksbund wurden damals eingetragen, nachdem ich meinen ersten Versuch unternommen hatte, Rudolf zu finden (ca. 2007).

Seitens der WASt wurde mir folgendes mitgeteilt:

"Rudolf Zwahr ist hier letztmalig mit einer Meldung vom 28.12.1944 als Angehöriger der Einheit 2./Panzer-Feldersatz-Bataillon 200 erfasst.
Eine Vermisst- oder Todesmeldung liegt nicht vor.
Er war Träger der Erkennungsmarke: -668- Fl.H.Kdtr.L., Liegnitz
(Fliegerhorst-Kommandantur L., Liegnitz)"


Die letzte Mitteilung vom DRK ist:

"Neue Meldungen über den Verbleib oder den Tod von Eugen FRANZ Rudolf
Zwahr liegen uns nicht vor. Die erneute Auswertung der uns zur Verfügung
stehenden Karteien und Datenbanken verlief negativ. ln den aus Moskau
übermittelten Daten der in den Lagern der ehemaligen Sowjetunion
verstorbenen Zivil- und Kriegsgefangenen ist er ebenfalls nicht enthalten.
Rudolf Zwahr gehört nach wie vor zu den Menschen, die verschollen sind,
deren Schicksal ungeklärt ist. Der Suchfall bleibt bis zu einer möglichen
Klärung weiterhin offen."

Hierzu erfolgte meinerseits eine Mitteilung an das DRK, da diese offensichtlich einen falschen Namen eingetragen haben - eine erneute Rückmeldung habe ich aber leider nicht erhalten.

Auch zu einer erneuten Anfrage aus dem Jahr 2018 an das DRK liegt mir noch keine Rückmeldung vor.

Beim Volksbund steht zwar, dass Rudolf in das Gedenkbuch des Friedhofes eingetragen wurde, aber ist er dann auch tatsächlich zur letzten Ruhe gekommen?

Hinsichtlich der Feldpostnummern kann ich folgende (nach chronologischem Abheften der vorliegenden Briefe) Daten nennen:

L01653 03/1941 bis ca. 10/1943
37509A 02/1944 bis ca. Ende 1944
33647 c 12/1944
33647 B 02/1945
37509A 03/1945 bis 08.04.1945 (Datum des letzten mir vorliegenden Briefes)

Offensichtlich ist er in den Kriegsjahren weit herumgekommen (laut Erzählungen war er anfangs wohl auch in Finnland).

Ich würde mich wirklich freuen, mehr über das Schicksal von Rudolf Traugott Vollrath Zwahr herauszubekommen - seine Frau und seine Schwestern hatten hierzu gar kein Glück (die amtliche Toderklärung erfolgte in den 50er Jahren).

Falls ihr noch Ideen/Anregungen habt, würde ich mich riesig über eine weitere Rückmeldung freuen.

Viele Grüße

Sandra

Kasstor 21.01.2019 08:23

Hallo,


beim einzigen Soldaten, der in den Vermisstenbildlisten unter der FPN 37509 aufgeführt wurde und dessen letztes Lebenszeichen im März 45 erfolgte, ist als letzter Ort Kaltwasser eingetragen, was leider nicht eindeutig ist https://de.wikipedia.org/wiki/Kaltwasser
Nach den Lagekarten unten dann wohl dasjenige nördlich v Görlitz?
Die anderen Vermisst-Meldungen stammen alle aus 1944.
Das Pz-Gren-Rgt 125 war nach http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/...Gliederung.htm der 21. Panzer-Division unterstellt, diese im März 45 dem Panzerkorps Großdeutschland. Lagekarten März http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/...arte/V0345.jpg und April http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/...arte/V0445.jpg
Frdl Grüße


Thomas

Basil 21.01.2019 09:23

Moin,

das ist komisch, ich hab auch in der Vermisstenbildliste unter FPN 37509 geschaut und eine ganze Reihe Soldaten gefunden, die seit 1945 vermisst sind. Z.B. seit 3.45 bei Guben und Görlitz, seit 4.45 bei Liebenthal und Hirschberg, seit 5.45 bei Cottbus und Elsterwerda. Auf den Folgeseiten befinden sich die Buchstaben A bis F zur FPN. Die FPN 37509 steht ja für das II. Bataillon des Pz.-Gren.-Reg. 125. Laut dem A war er beim Bataillonsstab, wurde aber vermutlich zum 7. April zur 5. Kompanie versetzt, also B.

Gruß
Basil

Kasstor 21.01.2019 09:27

Zitat:

Zitat von Basil (Beitrag 1152409)
das ist komisch, ich hab auch in der Vermisstenbildliste unter FPN 37509 geschaut und eine ganze Reihe Soldaten gefunden, die seit 1945 vermisst sind.
l


Ja, das passiert einem, wenn man nicht nur die erste Seite, sondern auch die Folgeseiten anschaut :).


Thomas

Basil 21.01.2019 09:45

Zitat:

Zitat von Kasstor (Beitrag 1152410)
Ja, das passiert einem, wenn man nicht nur die erste Seite, sondern auch die Folgeseiten anschaut :).

Was ja richtig ist, wenn sich die FPN auf den folgenden Seiten fortsetzt, oder siehst du das anders?

Basil

Saure 21.01.2019 13:25

Hallo Sandra,

ich bin jetzt ein wenig verwirrt, da Sie schreiben:
Die Daten beim Volksbund wurden damals eingetragen, nachdem ich meinen ersten Versuch unternommen hatte, Rudolf zu finden (ca. 2007).

Ich frage mich auch, warum Sie dem Volksbund keine Kopie des WASt-Schreibens zur Vervollständigung der Daten von Rudolf Zwahr geschickt haben.

Wie soll der Volksbund das Grab finden, wenn Sie nicht alle Ihre vorliegenden Daten dem Volksbund zur Verfügung stellen ?

So langsam frage ich mich auch, was genau Sie dem Volksbund mitgeteilt haben ?

Das frage ich mich auch
Beim Volksbund steht zwar, dass Rudolf in das Gedenkbuch des Friedhofes eingetragen wurde, aber ist er dann auch tatsächlich zur letzten Ruhe gekommen?,
da Sie dem Volksbund keine Angaben gemacht haben.

Wegen des DRK-Suchdienst-Schreibens sollten Sie mal in München anrufen.

Es wäre für unsere Suche hilfreich, wenn Sie das WASt-Schreiben hier mal einstellen würden.
Ich frage mich auch, warum dort kein Dienstgrad angegeben ist.
Wir können die darauf befindlichen Daten vielleicht besser einordnen.

Auch wäre es hilfreich, wenn Sie den Antrag auf Todeserklärung sowie dessen Begründung einmal besorgen könnten.

Über den Zeitpunkt des Todes haben Sie ja verschiedene Angaben gemacht. Volksbund, WASt Ihre Angabe.

Ich frage mich auch, warum Sie diese Angaben der WASt und dem Volksbund zur Verfügung gestellt haben:
Sein letzter Standort war wohl Liebenthal bei Hirschberg (Schlesien).

Noch ein paar Eckdaten: geboren am 16.07.1901 in Tiefhartmannsdorf; verheiratet, letzter vorliegender Brief an seine Ehefrau datiert vom 08.04.1945, nach welchem er wohl zum 07.04.1945 zu V-Komp. versetzt wurde.

Aus den Briefen ergibt sich außerdem, dass er bis ca. Ende Februar 1945 auch unter der Feldpostnummer 33647B zu erreichen war.


Erklären Sie mir doch bitte, was Sie unter V-Komp. verstehen.
5. Kompanie von welcher Einheit ?.
Die FPN 37509 steht ja für das II. Bataillon des Pz.-Gren.-Reg. 125. Laut dem A war er beim Bataillonsstab, wurde aber vermutlich zum 7. April zur 5. Kompanie versetzt, also B.

Auch finde ich es erstaunlich, dass der Gesuchte anscheinend nie beim DRK-Suchdienst als vermisst gemeldet wurde.

Da Sie schreiben:
(die amtliche Toderklärung erfolgte in den 50er Jahren).
gehe ich davon aus, dass er aus diesem Grund nicht in die DRK-Vermisstenbildliste aufgenommen wurde.
Bei meinem Vater war es genau so.

Ja ich weiß, das sind Fragen über Fragen, aber ohne Antworten auf diese Fragen kommen wir nicht weiter.


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