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Bergkellner 14.06.2018 17:07

Im Sterbeeintrag meines direkten Vorfahren Albert Käting fand ich gestern folgende Todesursache:

"Heftige Gehirnerschütterung veranlaßt durch einen Sturz in einen Brunnen - bei Gelegenheit einer Hochzeitsfeier"

Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt!:wink:


Lg, Andreas der bergkellner

Artsch 14.06.2018 21:17

Zitat:

Zitat von Bergkellner (Beitrag 1100953)
bei Gelegenheit einer Hochzeitsfeier"
Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt!:wink:

Hallo,

aus den reichen Erlebnisschätzen meines verstorbenen Vaters, erinnere ich mich auch an eine Geschichte anläßlich einer Hochzeit Anfang der 1930-iger Jahre mit Todesfolge.

In dem sehr kleinen Dorf war es Brauch, daß das Hochzeitspaar Kuchen zum Hoftor heraus an die übrigen Dorfbewohner austeilte. In diesem Fall aber ließ sich weder Braut noch Bräutigam sehen. So rief man im Chor:
"Ist der Kuchen nicht geraten,
essen wir auch einen Schweinebraten!"
Einige Ungeduldige hämmerten schon am Tor. Trotz des Lärms blieb die Hochzeitsgesellschaft für sich. Man versuchte es mit verschiedenen Zurufen. Die Stimmung wurde gereizter. Es soll sich über Stunden hingezogen haben, aber nichts half. Schließlich stimmte man nochmal gemeinsam, aber deutlich aggressiver und drohender an:
"Ich bin der kleine König,
gebt mir nicht so wenig,
gebt uns etwas viel,
sonst kommen wir mit dem Besenstiel!"
Über so viel Geiz kam man zum Schluss so in Rage und die Stimmung kippte total. Einige Dorfburschen und Bauernknechte zerschlugen den Brauteltern das gesamte Hoftor. 8o Das war gar nicht mal klein, sondern da konnte ein Fuhrwerk raus und ein anderes gleichzeitig rein fahren. Also ein großer materieller Schaden. Nun aber freie Sicht.
Über Nacht starb die Große Mutter (Oma) der Braut. Am andern Tag hieß es im Dorf: "Bevor die ein Stück Kuchen rausgeben, fressen die sich lieber tot!"

Mein Vater (4 Jahre alt) fragte seinen Vater ob man sterben muß, wenn man viel (fr)ißt.
Mein Großvater, der die deftige Sprache auf dem Dorf nicht teilte, beantwortete diese Frage nicht. Er meinte nur, der Doktor hätte Darmverschluss gesagt.
Mein Vater verstand dies natürlich noch nicht. Aber es beruhigte ihn und er dachte bei sich: "Bloß gut, daß wir so arm sind! Mir haben gar nicht so viel Essen und durch unser niedriges Hoftor kann man sowieso durchsehen."


Kurz vor einer weiteren Hochzeit nach dem Krieg, gab es 2 Festnahmen im Dorf nach Schwarzschlächterei. Statt einem Schwein, waren zwei geschlachtet worden. Vielleicht wollte man so das Hoftor retten! :wink:


Beste Grüße
Artsch

Wolfg. G. Fischer 19.06.2018 10:07

Hallo,

bei einer 1884 als Witwe mit 55 Jahren verstorbenen Frau heißt es:

"Ohne kirchliche Mitwirkung still beigesetzt. War eine dem Trunk im höchsten Maße ergebene Person."

LG Wolfgang

SarahEmelie 20.06.2018 21:30

Gerade in einer Nebenlinie entdeckt: Johannes Hartmann starb 1872 in Heiligenrode "in Folge einer Lungenverletzung durch einen in einem Bissen Fleisch versteckten Knochen, der in der Speiseröhre stecken blieb". Klingt nach keinem schönen Tod.



Da sieht man mal wieder, wie gefährlich selbst so alltägliche Dinge wie die Nahrungsaufnahme sein können ;)

Niederrheiner94 20.06.2018 23:25

Mein Opa spuckte mal ein Stück Knochen aus seinem Eisbein, das er bei der Linsensuppe verzehrte und sagte "Die Metzgerinnen haben alle keine Kraft in den Armen. Müssen mehrmals draufschlagen bis der Knochen durch ist und dann splittert alles. Früher war alles besser, wo noch Männer den Beruf ausübten." :wink:

Lobelia 26.06.2018 11:01

Mein armer Urgroßonkel hat "Imbezilität und Tuberkulose" in der Sterbeurkunde stehen.

Wolfg. G. Fischer 28.06.2018 10:36

KB Mansbach
 
"Den 3. Junii (1798) nachtmitt. 1 Uhr starb Anton Rudolph, des Johannes Rudolphs dahier nachgelassener ehel. Sohn, welcher von Andreas Röder dahier am 30. Junii vorher 3 Uhr nachmitt. mit einem Heurechen, weil er ihm eine Rose aus dem an der Straße liegenden Gärtchen nehmen wollen, also unvorsichtig geschlagen wurde, daß er eine bis ins Gehirn reichende Wunde erhielt und unter großem Schmerze sein Leben endigen mußte.

Am 4. Jul. vormittags wurde sein Cörper gerichtlich secirt und nachmittags 3 Uhr christlich dahier zur Erde bestattet. Er war zu Vacha 1781 den 25. Jul. gebohren und nun alt 16 J., 11 M. und 8 T. Seine Mutter ist Anna Barbara Bickenbergin (Bückenberg) aus Harnrode."

Jen89 01.07.2018 13:15

Folgenden Eintrag habe ich im KB Schwanefeld 1718 gefunden:


Dom: V. post. Epiph: ist alhier ein armer lahmer Mann und Krüppel, welcher von Beendorff auff einem Schlitten hergefahren und plötzlich gestorben, begraben also er in ein platt Sarg geleget und von etlichen guten Leuten auch Christian Sporleder hierso nach dem Kirchhofe getragen und an der Kirchmauer verscharrt und ist dabey gesungen worden. Gott gebe: woher dieser Mann gebürtig gewesen hat man nichts erfahren können.




LG Jenny

Bergkellner 08.07.2018 12:17

Hallo,

heute wieder zwei Fälle aus "Leben kann tödlich sein"(aus dem KB von Jöhstadt):

Am 10.7.1573 wurde Simon Puschman beerdigt, der Pfarrer bemerkte lapidar im Sterbeeintrag "von seiner Scheun gefallen".

Am 1.1.1612 war die Beerdigung von Abraham Lahl, der "so im Schnee erfroren den 29. Dezemb: und aufs Schulmeisters gut am Zaun tod gefunden...".


Lg, Claudia von den bergkellners

Herbstkind93 22.07.2018 14:05

Ein trauriger Fall:


3. Feb 1839 KB Proseken in Mecklenburg-Schwerin

"Marie Sophie Friederike, uneheliche Tochter des Webergesellen Johann Joachim Rex zu Gaegelow u der Anna Möller zu Hinter Wendorf, wo das Kind starb.
4 Jahre.
fiel in ein Gefäß voll siedenden Wassers u starb gleich darauf."


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