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Sbriglione 11.09.2022 00:05

Danke für die Info! :)

Jule 11.09.2022 01:51

gefunden, als ich in einem Zeitungsportal gestöbert habe.....


Hagen, 26. Mai (1900)(Warnung für Eltern)
Daß man mit kleinen Kindern, die allein in der Wohnung bleiben müssen, nicht vorsichtig genug sein kann, beweist wieder ein trauriger Vorfall in Berlin in der Gneisenaustrasse 61. Die Frau des Handelsmanns Gnewuch, der im dritten Stock im zweiten Hofe wohnt, mußte vor einigen Tagen zum Einholen die Wohnung verlassen. Ihr drei Jahre alter Sohn lag noch im Bett und schlief. Trotzdem stellte Frau Gnewuch vorsichtshalber zwei Stühle vor das Bett, damit der Knabe liegen bleibe, wenn er erwachen sollte, oder im Schlaf nicht herausfalle. Die Fensterflügel band sie am Riegel mit einem Bindfaden zusammen. So glaubte sie, alle Vorsichtsmaßregeln getroffen zu haben, und ging beruhigt weg. Als sie nach kurzer Zeit zurück kehrte, spielte sich auf dem Hofe eine schreckliche Szene ab. Der Knabe war erwacht, hatte das Bett verlassen, die Fensterbank erklettert, den Bindfaden gelöst und das Fenster geöffnet, um nach der Mutter zu sehen. Gerade als diese den Hof betrat, verlor er das Gleichgewicht und stürzte auf das Asphaltpflaster herab. Mit zerschmettertem Schädel blieb er vor den Füßen der Mutter liegen, die fassungslos den kleinen Körper aufhob. Nachbaren, die auf ihren Schmerzensschrei herbeikamen, brachten den Verunglückten in ein Krankenhaus, wo er bald darauf starb.


https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodic...?query=Gnewuch


LG Jule

Brunoni 18.09.2022 15:11

Familientragödie
 
KB Thurland

Am 05.10.1950 wurde der Mechanikermeister Walter Röber, 38 Jahre, evangelisch, begraben.
Bemerkung des Pfarrers: Selbstmord durch Erhängen
Ebenfalls begraben wurden an diesem Tag Gerlinde Röber, 6 Jahre, evangelisch getauft,
und Waltraud Röber, 3 Monate, ungetauft.
Bemerkung des Pfarrers: vom Vater getötet, erschlagen.
Am 12.10.1950 wurde Agnes Röber geb. Lang, 31 Jahre, katholisch, begraben.
Bemerkung des Pfarrers: vom Ehemann durch Hammerschläge mit der Absicht des Tötens tödlich verwundet.
Sie starb am 07.10. in Dessau-Alten im Krankenhaus.

Viele Grüße
Brunoni

fps 18.09.2022 22:29

Unbekannte Verstorbene gab es früher wohl häufiger...
 
Aus dem KB Mehlkehmen/Ostpreußen 1754:

Adoms, dessen Zunahme sein Wirth Druggys aus Szwentiszken nicht anzugeben weiß, ist den 22ten Febr. von einem Baum im Wald erschlagen worden.

Auf derselben Seite ein entsprechender Eintrag, da wurde der Knecht Staszys, dessen Zunahme sein Wirth Jeddunatis nicht anzugeben weiß, ebenfalls von einem Baum erschlagen, sein Alter 60 Jahr.

Andrea1984 22.09.2022 23:18

Etwas seltsam, weil ich, bis dato, nur natürliche Todesfälle gehabt habe z.b. Altersschwäche, Typhus etc.

Doch gerade ist was aufgefallen: Ein Bruder eines Vorfahren von mir ist ca. 1731 geboren und 1745 im Offensee ertrunken, im Alter von 14 Jahren.

Was mag da wohl passiert sein ? Ein Unfall ?
Vielleicht hilft der Sterbeeintrag weiter. Ich habe den Kommentar zu dem Unfall im Sterberegister gefunden.

Ratlose Grüße

Andrea

LisiS 25.09.2022 12:27

Schönen Sonntag!

Hab grad beim Stöbern in einem Sterbebuch einen interessanten Eintrag gefunden, wo eine Rosina Kattpaur am 07.05.1715 während sie am Sonntag statt dem Gottesdienst allein das Haus gehütet hat umgebracht wurde. Räuberisches Gesindel hat das ganze Haus geplündert und ihr die Hand 2 mal gebrochen, ihr 2 Finger fast abgeschnitten und ihr die Hände am Rücken gefesselt und mit 11 Wunden liegen gelassen. Wie die Hausleute nach Hause gekommen sind hat sie noch ein wenig gelebt bevor sie gestorben ist. Die größten Stiche waren wohl am Kopf. 2 Mörder sind gefasst und nach Steyr ins Schloss gebracht worden.

Die ganze Geschichte ist hier über eine ganze Seite nachzulesen.
https://data.matricula-online.eu/de/...%252F04/?pg=22

NVMini1009 21.10.2022 21:45

Kein besonders außergewöhnlicher Sterbefall, aber ein Detail ist mir schon aufgefallen. Ansonsten ist der Eintrag sicher auch wegen seiner Detailliertheit interessant zu lesen.

Am 19. Oktober 1900 wird dem Standesamt zu Bocholt angezeigt...

Zitat:

...daß in der Aa vor dem Mühlenwehr der Königsmühle die Leiche einer vielleicht 30-35 Jahre alten Frauensperson am heutigen Tage Nachmittags gegen vier ein halb Uhr aufgefunden worden ist. Dieselbe ist bekleidet mit schwarzem Wollkleide, schwarzer Taille, rothgestreiftem Unterrock, grauen Strümpfen und Zugstiefeln. In der Kleidertasche befand sich ein schwarzes Bügelportemonaie mit 1,21 Mark Inhalt, eine Fahrkarte vierter Klasse von Blumenkamp nach Hamminkeln vom 17. Oktober 1900 Nro 3244 sowie ein Stuben- oder Hausschlüssel. Der Körper der Leiche ist vollständig verwachsen, die Beine sind krumm, das Gesicht ist rund, die Zähne sind braun und lückenhaft, vorn weit auseinanderstehend. Haar und Augenbraunen sind dunkelblond. Da weder Buchstaben eines Namens in der Wäsche vorhanden, noch keinerlei Papiere bei der Leiche vorgefunden wurden, so konnte dieselbe bis jetzt noch nicht recognoscirt werden. Die Größe der Leiche beträgt 1,40 Meter.
In einem Nachtrag vom 5. März 1901 heißt es dann:

Zitat:

Vorbezeichnete am 17. Oktober 1901 in der Aa aufgefundene Leiche ist durch den Ackerer Hermann Hansen zu Hamminkeln als die seiner Tante, der unverehelichten Näherin Johanna Hansen, katholischer Religion, geboren am 16. Mai 1843 zu Hamminkeln, Tochter des verstorbenen Tagelöhners Wilhelm Hansen und der verstorbenen Wilhelmine Witzens rekognoszirt worden.
Tatsächlich war die Verstorbene also 57 Jahre alt statt der geschätzten 30-35 Jahre. Da fragt man sich, wieso hat man sich da so verschätzt? Die restliche Beschreibung der Leiche gibt ja nun keinen Anlass zu der Annahme, Johanna hätte sich einfach gut gehalten. Hat man vielleicht den durch äußere Umstände entstandenen Schaden an der Leiche etwas zu groß eingeschätzt?

Niederrheiner94 22.10.2022 00:26

Zitat:

Zitat von NVMini1009 (Beitrag 1495164)
Tatsächlich war die Verstorbene also 57 Jahre alt statt der geschätzten 30-35 Jahre. Da fragt man sich, wieso hat man sich da so verschätzt? Die restliche Beschreibung der Leiche gibt ja nun keinen Anlass zu der Annahme, Johanna hätte sich einfach gut gehalten. Hat man vielleicht den durch äußere Umstände entstandenen Schaden an der Leiche etwas zu groß eingeschätzt?


Guten Abend!


Stark variierende Schätzungen kenne ich nur von Wasserleichen, die hier in Voerde sehr oft angeschwemmt wurden. Da wurde sich auch schon mal um zehn Jahre verschätzt, wenn die Leiche überhaupt identifiziert werden konnte. Manchmal konnte nicht einmal mehr das Geschlecht bestimmt werden. Vielleicht habe ich es überlesen, aber ich konnte nicht erkennen, wie lange die Verstorbene schon verschwunden oder verstorben war. Ist das vielleicht mit dem Ausdruck "verwachsen" gemeint? Oder einfach nur ausgewachsen? In jedem Fall dennoch sehr ungewöhnlich.


Gruß
Fabian

sternap 22.10.2022 00:39

vom wasser aufgeschwemmte, eventuell hochgekommene leichen, können allein aufgrund des vergrößerten aussehens schwer identifiziert werden, von den sonstigen veränderungen abgesehen.
das gesicht wird außerdem zuerst verschwunden sein.

Bienenkönigin 22.10.2022 11:09

Zitat:

Zitat von Niederrheiner94 (Beitrag 1495197)
Ist das vielleicht mit dem Ausdruck "verwachsen" gemeint? Oder einfach nur ausgewachsen? In jedem Fall dennoch sehr ungewöhnlich.

Ich denke verwachsen bezieht sich hier sicherlich auf verkrümmt, verkrüppelt, mit seltsamen Proportionen; ein etwas altertümliches Wort, bei dem man gleich an den Glöckner von Notre Dame denkt...

VG
Bienenkönigin


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