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anastasia 22.10.2007 10:50

Wappensuche von Rudkowski
 
Moin Moin
bin auf der Suche nach einem Familienwappen aus Ostpreußen, habe leider wenig Infos. Die Familie stammt aus Ostpreußen, Vorfahren kommen aus dem Dorf Rudkowa. Suche das Wappen der Familie von Rudkowski. Kann mir da jemand weiterhelfen? Gruß Anastasia

Joachim v. Roy 22.10.2007 12:21

Die Familien v. Rutkowski (v. Rudkowski)
 
Hallo Anastasia,

es gab in Ostpreußen (zuletzt in Königsberg, Krausallee) und im Baltikum mehrere Adelsfamilien „v. Rutkowski“ (nicht: v. Rudkowski). Nicht eine dieser Familien behauptete, daß ihre Vorfahren aus einem Ort namens „Rudkowa“ stammten. Auch gab es in Ostpreußen keinen Ort „Rudkowa“, allenfalls einen alten Rittersitz namens „Rudkowitz“ im Kreis Neidenburg.

Am bekanntesten ist die baltische Familie v. Rutkowski, die am 13. Oktober 1826 eine russische Adelsanerkennung erhielt und die das polnische Stammwappen Pobog führt (= in Blau ein silbernes Hufeisen, das oben mit einem goldenen Kavalierkreuz besteckt ist). Soweit zu erkennen ist, lebte dieses Geschlecht jedoch ausschließlich in Kurland und nicht in Ostpreußen.

Von welcher Familie „v. Rutkowski“ Ihre Vorfahren abstammen und welches Wappen diese Vorfahren führten, müßten Sie im Wege der Ahnenforschung ergründen. Im übrigen war in Ost- und Westpreußen der – nicht-adelige – Familienname Rutkowski (gelegentlich auch Rudkowski geschrieben) überaus weit verbreitet.

Freundliche Grüße vom Rhein


Nachtrag

Ich sehe gerade, daß diejenige Adelsfamilie, die bis 1945 in Königsberg, Krausallee 21, wohnte, sich „v. Rudkowski“ schrieb. Der Vater wurde dort von den Sowjets ermordet (1945), die Familie lebte später in Wattenscheid.

Friedhard Pfeiffer 22.10.2007 14:57

RE: wappensuche von rudkowski
 
Hallo,
außer den adeligen Rutkowski der Wappengemeinschaft Pobog gab es noch Rutkowski v. Rudkowski aus Rutkowa in Bielsk, Rutkowski der Wappengemeinschaft Boncza aus Rutki in Wiskiej und Rutkowski der Wappengemeinschaft Jelen aus Rutki in Ciechanow.
Nichtadelige Wappen Rutkowski aus Klein Puspern, Kreis Gumbinnen ist einmal eingetragen bei der Deutschen Wappenrolle unter der Antragsnummer 4163/42, zum anderen aus Sensburg ist veröffentlicht in der Deutschen Wappenrolle, Band LV, Seite 53.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer

Joachim v. Roy 22.10.2007 16:10

Die Familien v. Rutkowski (v. Rudkowski)
 
Laut polnischer Sekundärliteratur (Danzig 2003) gab es noch die Adelsgeschlechter

- Rutkowski des Wappens „Brochwicz III“
- Rutkowski des Wappens „Gozdawa“
- Rutkowski des Wappens „Slepowron“

sowie eine weitere Familie Rutkowski, die ein Wappen besaß, das keiner Wappengemeinschaft angehörte.

MfG

anastasia 22.10.2007 16:12

Hallo
lieben Dank für die überaus schnelle Antwort. Ich bin die letzte von Rudkowski die der Familie aus Wattenscheid abstammt. Nun habe ich Kinder die auf der Suche nach ihrer Abstammung sind. Herr von Roy ich glaube Sie kannten meine Mutter, Anastasia, Beate würde mich sehr freuen mehr zu erfahren, vielen Dank lieben Gruß Anastasia

Billet 22.10.2007 16:22

Hier als kleine Unterstützung die genannten Wappen:

Rutkowski der Wappengemeinschaft Pobog
http://akromer.republika.pl/pobog.gif

Rutkowski der Wappengemeinschaft Boncza
http://akromer.republika.pl/_boncza.gif

Rutkowski der Wappengemeinschaft Jelen
http://akromer.republika.pl/jelita.gif

Rutkowski des Wappens „Brochwicz III“
http://akromer.republika.pl/armorial_pocz.html

Rutkowski des Wappens „Gozdawa“
http://akromer.republika.pl/gozdawa.gif

Rutkowski des Wappens „Slepowron“
http://akromer.republika.pl/slepowron.gif

:)

Joachim v. Roy 22.10.2007 16:32

Die Familien v. Rutkowski (v. Rudkowski)
 
Hallo Anastasia,

die Adressen eines „Dr. Anton v. Rudkowski“ (München und Schliersee) und einer „Anusch v. Rudkowski“ (Bremen) erhält man, wenn man hier ( http://www.telefonbuch.de/ ) den Namen Rudkowski eingibt.

Es würde sich wohl lohnen, diese Träger des Namens „v. Rudkowski“ nach ihrer Herkunft und nach dem Wappen ihrer Familie zu befragen.

Freundliche Grüße vom Rhein

anastasia 22.10.2007 16:42

Hallo Herr von Roy
ich bin geb. Lydia von Rudkowski der benannte Anusch, Michael von Rudkowski ist mein Sohn. Wir sind gemeinsam auf der Suche nach der Familiengeschichte, nach dem frühen Tod meiner Mutter Anastasia, sind nur noch Bruchstücke der Erinnerung der Familiengeschichte vorhanden. Wir freuen uns wenn wir mehr Informationen erhalten können. Lieben Dank und freundlichen Gruß anastasia

Friedhard Pfeiffer 22.10.2007 18:38

Zitat:

Michael von Rudkowski ist mein Sohn. Wir sind gemeinsam auf der Suche nach der Familiengeschichte, nach dem frühen Tod meiner Mutter Anastasia, sind nur noch Bruchstücke der Erinnerung der Familiengeschichte vorhanden.
"Normaler" Weise hat man wenigstens die Daten der Großeltern. Wenn Sie nur die Daten der Mutter haben, stellen Sie mindestens diese ein (wo und wann geboren), damit konkrete Hilfe einsetzen kann.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer

Joachim v. Roy 22.10.2007 23:32

Die Familien v. Rutkowski (v. Rudkowski)
 
Hallo Anastasia,


die Eheschließung (1933) Ihrer Großeltern v. RUDKOWSKI - ROCKSCHIES fand ich im Sommer 1966, als ich im West-Berliner Kirchenbucharchiv das Trauregister der Königsberger Dom-Gemeinde (Stadtteil Kneiphof) durchsah. Sollten Sie die Heiratsurkunde Ihrer Großeltern nicht besitzen, so könnten Sie diese heute beim Evangelischen Zentralarchiv (EZA) in Berlin (Kirchenbuchstelle), Bethaniendamm 29, 10997 Berlin-Kreuzberg, anfordern (anzugeben wäre: Königsberg/Ostpr., Domkirche, Trauregister Nr. 2247 (1933), lfd. Nr. 292).

Viele Königsberger Kirchenbücher aus der Zeit von etwa 1850 bis 1945 haben nicht den Zweiten Weltkrieg überdauert (im Gegensatz zu den älteren Büchern, die heute beim EZA lagern). Erhalten sind aber vielfach die entsprechenden Registerbände, weshalb es sich bei einer weiteren Erforschung Ihrer Königsberger Vorfahren lohnen würde, diese Bände beim Evangelischen Zentralarchiv durchzusehen (Termin geben lassen).

Die Familie ROCKSCHIES (Betonung auf der 2. Silbe) scheint schon seit längerer Zeit in Königsberg beheimatet gewesen zu sein. So ließen z.B. Johann ROCKSCHIES und seine Ehefrau Anna Regina geb. TRITTMACHER am 18. März 1821 in der Königsberger Kirche St. Trinitatis (Stadtteil Haberberg) ihren am 10. März geborenen Sohn Johann Rudolf ROCKSCHIES taufen.



Zu welcher der oben genannten Familien v. RUTKOWSKI (auch: v. RUDKOWSKI) Ihre Vorfahren gehören, vermag ich nicht zu erkennen.

Herr Friedhard Pfeiffer hat freundlicherweise zu verstehen gegeben, daß es eine Adelsfamilie RUDKOWSKI („Rutkowski - v[ide] = lateinisch: siehe - Rudkowski“) gab, die aus „Rutkowa in Bielsk“ stammte. Mit Bielsk dürfte die Kreisstadt BIELSK PODLASKI südlich von Bialystok gemeint sein (vgl. http://mapa.targeo.pl/Bielsk%20Podlaski ). Hier finde ich trotz längeren Suchens keine Ortschaft „Rutkowa“, wohl aber RUDKA ca. 30 km südwestlich von BIELSK (vgl. http://www.powiatbielski.pl/ - auf „Wizytówka powiatu“ klicken). Ob RUDKA und „Rutkowa“ identisch sind, wäre zu prüfen.

Leider fand Herr Pfeiffer wohl keinen Hinweis auf das Wappen der aus dem Raum BIELSK stammenden Familie RUDKOWSKI.


BIELSK PODLASKI gehörte im 19. Jahrhundert zum Gouvernement GRODNO (vgl. http://www.jewishgen.org/Belarus/183...bernia_map.htm ). In Grodno aber vergab König August II. von Polen dem Kasimir Konstantin RUTKOWSKI (Wappen Pobog = Hufeisen mit Kreuzchen) am 11. Oktober 1718 Grundbesitz in der Wojewodschaft Wilna. Ob hier ein Zusammenhang mit der Familie RUDKOWSKI aus dem Raum BIELSK angenommen werden darf, vermag ich nicht zu erkennen.


Die von Herrn Pfeiffer genannte Adelsfamilie RUTKOWSKI des Wappens Bóncza (= ein Einhorn) schrieb sich auch v. RUDKOWSKI (vgl. Emilian v. Zernicki-Szeliga, Der Polnische Adel, Hamburg 1900). Das Geschlecht stammt in der Tat aus Rutki im Lande Lomza (= rd. 70 km westlich von Bialystok), wo es bereits 1418 urkundlich erscheint. Ob hier ein Zusammenhang mit der Familie RUDKOWSKI aus dem Raum BIELSK angenommen werden darf, vermag ich ebenfalls nicht zu erkennen.


Hinweise auf die tatsächliche Herkunft der ostpreußischen Familie v. RUDKOWSKI und damit auf das entsprechende Familienwappen könnten sich allenfalls in den Königsberger Kirchenbüchern finden lassen.

Freundliche Grüße vom Rhein


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