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Mandragora 14.01.2017 17:46

In Münchberg dieser Fall - wo eher die Umstände denn der Tod außergewöhnlich waren....:

1745 April:
Ißt Maria Magdalena Schäfnerin, aus Magdeburg gebürtig, eine Zahn-Arztin, laut bey sich gehabten Paß de dato Nürnberg den 24. Martii ad 1745 mit dergleichen Artzneyen, von da abgegangen, und den 9 Apr. alhier in Münchberg bey ihrer Durchreiße in der Garküchen beym Hennemann, mit einem todten Söhnlein niederkommen. Ihr Mann soll der Anzeige nach, Gottfried Schäffer, ein Preusischer Soldat, unter dem Waldgräflichen Regiment gewesen seyn, welcher aber desertirt und sie verlaßen.

Mandragora 14.01.2017 18:15

und noch eine grausige Gschicht....

Stephann Goller, Leonhard Friedrich Gollers auf der untern Eiben Söhnlein, Ist d 14. July durch ein unversehen unglückliche Feuers Noth Mittags um 12 Uhr, dann in seiner Wiegen geschlafen, und durch den Schrecken vergeßen worden, erbärml. um das Leben kommen, und die Füße wegbrannten, das Gesicht u: die Hände Noth litten, und den 15. dann mit den obigen beerdiget worden, alt: 3 Jahr weniger 1 Mon. u. 9 Tagen.

Leineweber12 14.01.2017 19:49

Ich hatte den Eintrag eines Zwillingspärchens, dass 1740 bei der Geburt verstarb, da es, lt. Bademutter, nur halb geboren ward. Die Kindsmutter
hat scheinbar überlebt.

Grüße von Leineweber

Leineweber12 19.02.2017 13:05

Es starb der fürstliche Musicant Ulrich S. [1670] in der Nacht des 9. zwischen 11 und 12 als Hans G. Hochzeit gehalten, da er durch die "Lucken im Gange so sie offengestanden waren" gefallen und er das "Genicke abgeknicket" hat.

Ob da die Feier wohl vorbei war? Grüße von Leineweber

katrinkasper 19.02.2017 13:24

Zitat:

Zitat von Mandragora (Beitrag 978618)
In Münchberg dieser Fall - wo eher die Umstände denn der Tod außergewöhnlich waren....:

1745 April:
Ißt Maria Magdalena Schäfnerin, aus Magdeburg gebürtig, eine Zahn-Arztin,

Guten Tag,
ich würde eher den Beruf als außergewöhnlich ansehen.

Wolfg. G. Fischer 26.02.2017 14:40

Ronshausen 1805
 
Zitat:

Zitat von Leineweber12 (Beitrag 978648)
Ich hatte den Eintrag eines Zwillingspärchens, dass 1740 bei der Geburt verstarb, da es, lt. Bademutter, nur halb geboren ward. Die Kindsmutter
hat scheinbar überlebt.

"Halb" ist hier auch das Stichwort:

"Anna Gertruda starb in Kindsnöten, nachdem das Kind teils in Stücken von ihr geholt, teils bei ihr geblieben."

:-(

renatehelene 11.05.2017 15:26

Gesehen im KB Passow 1848

August Bergemann und Christian Friedrich Kielblock (unbekanntes Alter )
verstarben am 31.1.1848
Todesursache: Erforen im Backofen
:cry:

renatehelene 14.05.2017 16:29

Gesehen im KB Alt Rehse August 1877;

dort stirbt eine 38jährige Frau; Todesursache: Magenerkältung während der
Schwangerschaft.

Also ist nicht nur sie verstorben, sondern auch das ungeborene Kind.

Traurig

renatehelene 17.05.2017 19:37

Gesehen in der Sammelakte zu Sterbefällen in Schönfeld bei Dresden 1914;

dort wird der Unglücksfall eines Otto Julius Richter ( geb. 9.1.1869 in Schullwitz) wohnhaft in Krieschendorf wie folgt beschrieben:

"durch Überfahren mit der Dampfstraßenwalze" und als Ursache wird
"Unvorsichtigkeit Deßelben" angegeben.

Ich frage mich jedoch, wie schnell war eine Dampfstraßenwalze im Jahr 1914?
Und das geschah um 8.40 Uhr morgens?

Spargel 19.05.2017 19:36

Tod 10. Dec. 1760 Schwetzingen, lutherisch
NS.: Dieser Bösewicht hat ganz offen gesagt, daß, wenn er sterben würde, kein Pfarrer die Ehre haben würde ihn zu begraben,
sondern man sollte ihn in eine Kuhhaut mit .... reinnähen, so thäten ihn doch die Kinder hinausschleppen.

Seine Frau hat ihn morgens um 9 Uhr ohne Sang und Klang durch den Pfarrer begraben lassen.

Träumerin17 23.05.2017 19:08

Dann erzähle ich doch auch einmal von einem Todesfall in meiner Familie.
Der Vater meiner Ur-urgroßmutter Karl Franz Prauser ist (das Datum ist mir leider nicht bekannt) eines Abends, nach vielen Gläsern in einem Wirtshaus, auf dem Weg nach Hause gestürtzt. Er lag im Schnee und konnte sich alleine nicht mehr aufrichten. Da ihn niemand dort gefunden hat, ist er über Nacht erfrohren. Das alles geschah in Schlesien, während der eisigen Winterzeit.

Eigentlich eine sehr traurige Geschichte, die meine Uroma und Oma jedoch oft schmunzeln ließ.

Liebe Grüße, Träumerin17.

dorsch 23.05.2017 20:35

Hmm... die Stelle zum Schmunzeln entgeht mir... :(
Ratlosen Gruß
DorSch

renatehelene 29.06.2017 13:36

Gesehen im KB Spremberg 1855;

FN Wagner (Horndrechslermeister) 53 Jahre; vermisst seit dem 3.10.1855,
aufgefunden den 17.10.1855 unter der hiesigen langen Brücke;
Todesursache: ersäuft ( mit Steinen an den Beinen ).

Frage ich mich; wollte er nicht "auftauchen" oder war es "Mord"???

Friedrich 29.06.2017 14:51

Moin Renate,

da tippe ich eher auf gewaltsames Ertrinken.

Friedrich

Dominik 29.06.2017 14:57

hm, i denke es war selbstmord...sich selber mit steinen zu beschweren war früher sehr "beliebt"..sogar die gute virginia woolf hat ihre manteltaschen mit steinen befüllt bevor sie ins wasser ging

liebe grüße,

dominik

Mfeldt 29.06.2017 18:28

Ich habe dazu keine Dokumente, aber diese Geschichte ist in unserer Familie schon legendär (und meine Großtante schwört, dass sie wahr ist):

Eine meine Vorfahrinnen aus dem 18./19. Jahrhundert lebte als Schwester eines recht wohlhabenden Bauern in einem Dorf im heutigen Tschechien, wo sie sich in einen stattlichen Burschen aus dem fahrenden Volk verliebte. Aus der Liebe wurde dann auch ein Kind (auch meine Vorfahrin), was im Dorf für heftiges Getuschel sorgte. Der Bauer sagte seiner Schwester, dass sie ihren Lover zum Teufel schicken soll - sonst wirft er sie vom Hof.

Da sie aber beides behalten wollte (das einigermaßen bevorzugte Leben als Bauersschwester und ihren Liebhaber), schmiedete sie mit ihren Freund zusammen einen Mordplan. Während eines heftigen Regengusses, als der Bauer Schutz in einem Heuballen suchte (fragt mich nicht, wie das auszusehen hat), schlich sich der Don Juan mit einer Sense an und hackte den Bauern in Stücke.

Die beiden mordlüsternen Liebenden wurden aber geschnappt und hingerichtet. Die kleine Tochter kam zu entfernten Verwandten weit, weit weg.

Ich hoffe, dass ich von der Mordlust nichts geerbt habe! 8o

Achja und einer meiner Vorfahren ist in einem riesigen Bierfass ersoffen.

DDres 29.06.2017 21:23

Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 1)
Hallo liebe Leser,

aus meiner Bitte um Lesehilfe setze ich mal aus den Antworten hier was zusammen:


"in dem Sterbeeintrag ist offensichtlich eine Sterbegeschichte eingetragen.
Aber welche? Leider kann ich das wenigste deuten, hier mein Versuch:
...
Für Profis sicher nicht allzu schwer.
...
25.
H
Rof.?
------
Heinrich Gläser Schuhmacher zum Heydelberge kam am 1 Julij früh
unglück(licher)weise in (Prof. durchgestrichen) Hans George Kadens Pochwerck ums leben da ein Däum-
ling an Stempel los word(en) und er denselben wieder einzuricht(en) angeschützt
und über die welle herzu gekrochen weil aber der Schutz zweifels ohne
los .......... ab Radt wieder heran gegangen hatt ihn der Stempel erschlag(en)
das er früh Todt gefund(en) word(en) wurd(e) mit einen Leichenprdigt und
Abdanckung christ(lich) beerdigt et 3 ejusd(em) a(e)t(atis) 57 ann(orum)
....
Da möchte ich mich bei allen die hier ihre Lesekünste eingebracht haben bedanken.
Da sieht man es mal wieder, wenn sich ein Schuster an einem Hammerwerk versucht. Der gute Mann könnte heute noch leben.
Also. Schuster bleib bei deinen Leisten."

Tja, das Leben ist gefährlich.
Schönen Abend. Wolle

renatehelene 30.06.2017 14:18

Okay vielleicht für manchen Leser nicht "interessante" aber .....

Gesehen im KB Spremberg 1862

Es stirbt ein Arbeitsmann im Alter von 33 Jahren, der in einer Spinnerei in
Spremberg arbeitete.

Todesursache: fiel in der Nacht vom 7. zum 8. Januar von dem Dampfkessel,
wo er geschlafen hatte und starb am Gehirnschlage.

renatehelene 03.07.2017 18:44

Gesehen im KB Spremberg 1868

Frühzeitig todtgeborene Zwillingssöhne, welche mit dem Vorderleib
zusammengewachsen waren, aber nur einen Kopf hatten.

Unter Bemerkung steht: An das anatomische Museum in Berlin geliefert.


:cry:

Matthias Möser 03.07.2017 19:48

Zitat:

Zitat von renatehelene (Beitrag 1019369)
Gesehen im KB Spremberg 1868

Frühzeitig todtgeborene Zwillingssöhne, welche mit dem Vorderleib
zusammengewachsen waren, aber nur einen Kopf hatten.

Unter Bemerkung steht: An das anatomische Museum in Berlin geliefert.


:cry:

Wahrscheinlich zu Forscherzwecken.....:-/

Gruß
Matthias

renatehelene 03.07.2017 20:08

Ach Matthias,

was will man da noch "er"forschen?
Dieses Museum gibt es noch heute und ist Teil der Charite.

Friedrich 04.07.2017 23:29

Moin zusammen,

im Kirchenbuch Helsen (Landeskirche Kurhessen-Waldeck, Kirchenkreis Twiste) fand ich im von 1686 bis 1712 geführten Kirchenbuch einen Eintrag von 1707:
Den 6t Jan ist Maria Elisabeth Römer zu Arolsen im Kruge von der magd mit einer pistolen unvorsichtig tod geschossen und den 9t eiusd. alhir begraben worden.

Lag die Schußwaffe einfach so herum? Die Magd dürfte doch bestimmt keine Verfügungsgewalt gehabt haben.

Friedrich

Matthias Möser 05.07.2017 00:46

Zitat:

Zitat von Friedrich (Beitrag 1019665)
Moin zusammen,

im Kirchenbuch Helsen (Landeskirche Kurhessen-Waldeck, Kirchenkreis Twiste) fand ich im von 1686 bis 1712 geführten Kirchenbuch einen Eintrag von 1707:
Den 6t Jan ist Maria Elisabeth Römer zu Arolsen im Kruge von der magd mit einer pistolen unvorsichtig tod geschossen und den 9t eiusd. alhir begraben worden.

Lag die Schußwaffe einfach so herum? Die Magd dürfte doch bestimmt keine Verfügungsgewalt gehabt haben.

Friedrich

Vielleicht waren es Rivalinnen und es ging um einen Mann:roll:.....

Gruß:wink:
Matthias

fps 05.07.2017 01:15

Ich glaube, aus diesen rudimentären Daten ließe sich der Stoff für mehrere historische Krimis, Thriller und Actionfilme konstruieren.... :idea::idea::idea:

Friedrich 05.07.2017 11:40

Moin zusammen,

ein weiterer Fall, der im weiteren Sinn zu den ungewöhnlichen Sterbefällen gehört:

Im Kirchenbuch Girkhausen (NRW) findet sich unter dem 1. April 1743 die Geburt der Siamesichen Zwillinge Anna Elisabeth und Catharina Elisabeth Treude:
Den 1. April sind gebohren und 2. dito getaufft Zwillinge mit den Köpffgens aneinander gewachsen...

In einer Abschrift des Kirchenbuches vermerkt der Abschreiber, daß in der Berleburger Chronik (Berleburg ist die nächstgelegene Stadt) der Tod der beiden vermerkt ist, und zwar starb eins der Mädchen am 6. April, das zweite am 7., und sie wurden zusammen beerdigt. Einen entsprechenden Vermerk im Kirchenbuch Girkhausen gibt es kurioserweise nicht.

Friedrich

Friedrich 06.07.2017 12:29

Der nächste Erschossene
 
Moin zusammen,

auch der wurde erschossen. Aber ich wundere mich, wie man einen Menschen treffen kann, wenn man nach einem in die Luft geworfenen Hut zielt:

Den 28ten Mai in der Nacht zwischen 11 und 12 Uhr starb an einer nachmittags gegen 4 Uhr durch unglücklichen Zufall erhaltenen Schußwunde Georg Andreas Dickel Herrschaftlicher Forstläufer und Inwohner in Reinhardshaus Alt 20 Jahre 5 Monathe und einige Wochen. Nach geschehener Section wurde er am 30ten Ej[usdem] beerdigt. Diese unglückliche Begebenheit geschahe in der Oster bey der alten Wiese, als die Forstbedienten von einer Holzmessung aus dem Walde kamen, und sich einer der Forstläufer im Schiesen nach einem in die Luft geworfenen Huthe probiren wollte, aber zum Unglück den unten stehenden Förster Dickel trafe, seinen besten Kameraden, doch auch solche Unglücksfälle stehen unter Gottes Vorsicht und Regierung, der menschliche Thorheiten und Unvorsichtigkeiten, woraus[?] sie entstehen, zwar nicht will, Sie aber zuläßt und zum besten lenkt. 2. Buch Mosis 21 V 13.
(Kirchenbuch Girkhausen)

Friedrich

fps 06.07.2017 13:54

Der Hut flog halt tief. Ein Vorläufer der Frisbees.

renatehelene 07.07.2017 00:15

Okay, passt nicht so ganz zum Thema aber .......

Gesehen KB Erfurt 1864

"unzeitig todtgeboren" In der Spalte "wann und wo begraben" steht:

Ist nach Aussage der Hebamme Forelle in das Grab einer größeren
Leiche beigesetzt worden.

:unfassbar:

fps 07.07.2017 00:25

"Hebamme Forelle" - das hat auch was....
Mit feuchten Flossen flutscht sich's besser!

renatehelene 07.07.2017 00:39

Ach fps :roll:

Jetzt sehe ich einen Eintrag Erfurt 1865, da sterben unzeitig geb Drillingssöhne
und lt. Aussage des Vaters sind seine Söhne in einem Sarg auf dem
Brühlerfriedhof? in das Grab eines Erwachsenen beigesetzt worden.

Frage; war das damals so üblich???? Hat man die Angehörigen des
verstorbenen "Erwachsenen" um Erlaubnis gefragt?

Friedrich 07.07.2017 00:48

Moin zusammen,

was ich öfter in den KB gefunden habe, sind Beerdigungen von Kindern, die zufällig am gleichen Tag wie ein Elternteil oder ein Großelternteil beerdigt wurden. Dann gab es nur ein gemeinsames Grab.

Friedrich

Friedrich 07.07.2017 14:24

Moin zusammen,

und weiter geht's mit ungewöhnlichen Sterbefällen aus dem Kirchenbuch Girkhausen:
Eintrag Taufe Maria Magdalena Hellwig, * 08.03.1808:
Dieses Kind kam mit einem starken schwammichten Wesen auf dem Kopfe, in Form einer Hause, zur Welt. Da es aber übrigens eine vollkommen menschliche Gestalt hatte, und keine eigentliche Mißgeburt, so stunde ich nicht an, ihm auf Verlangen des Vaters, die Taufe zu geben. Einen Tag darauf starb es. Das schwammichte Wesen auf dem Kopfe, schien die Anlage zu noch einem Kopfe zu sein, soll aber da Blut daraus floß, immer kleiner geworden sein.

Friedrich

Araminta 07.07.2017 19:41

Diese Kuriositäten zu lesen ist höchst interessant!

@ Renate Soweit ich weiß, war es noch mind. bis vor 70- 90 Jahren oft üblich tot geborene Kinder in den Sarg eines kürzlich Verstorbenen mit hinein zu legen. Jedenfalls wurde es mir von meiner Oma so berichtet, die auch viele verstorbene Geschwister hatte. Sie konnte mir aber auch nicht mehr sagen, ob die Angehörigen des Erwachsenen um Erlaubnis gefragt wurden.

Andrea1984 07.07.2017 19:51

Mir ist das nur von den Adeligen her bekannt, dass Mutter und Kind einen gemeinsamen Sarg gehabt haben z.B. Maria Luisa, Großherzogin der Toskana, geborene Prinzessin von Neapel-Sizilien (1773-1802) und ihr totgeborener unbenannter Sohn (1802-1802), beide begraben in der Kaisergruft in Wien.

Gut möglich, dass man das auch bei den Bürgerlichen so gehandhabt hat. Vgl. z.B. Martina von Trapp Dupiere (1921-1951) und ihre Tochter Notburga (1951-1951), beide begraben auf dem Friedhof der Trapp Family Lodge in Stowe, Vermont.

Ob man Geschwister in einem gemeinsamen Sarg beigesetzt hat, wenn sie z.B. an einer Infektionskrankheit gestorben sind. Warum nicht.

Araminta 07.07.2017 20:53

In der Kapuzinergruft in Wien war ich auch schon - sehr interessant!

Wie gesagt, die Geschwister meiner Oma wurden in den Sarg eines unbekannten Verstorbenen mit hineingelegt. Da sie selbst zu dem Zeitpunkt entweder noch nicht geboren war oder zu klein,bzw. war ja auch Krieg, konnte sie mir nichts näheres dazu sagen.
Da sie selbst noch ein kleines Kind war, hat man ihr erzählt, dass man das macht, damit die Babys nicht so allein sind ;)

Aber es ist heute ja auch noch üblich mehrere frühgeborene Kinder oder Föten in einen Sarg zu legen und dann ein Gemeinschaftsbegräbnis durchzuführen. Zumindest wird es bei uns so gemacht.

Friedrich 08.07.2017 14:37

Moin zusammen,

aus meiner "Schüssesammlung" vorläufig der letzte aus dem Kirchenbuch Feudingen (Wittgenstein), Jahrgang 1708:

Johann=Christian Wieck zu Banff der durch einen Schuss ... [durch Falz verdeckt] Hirn verletzt u. verunglücket, hatt sein Leben darüber einbüsen müssen, d. 23. Marti

Traurig, diese Geschichte, und für mich gleichzeitig wieder erfreulich. Die Witwe heiratete noch im selben Jahr erneut, und diese Verbindung gehört zu meinen Ahnen.

Friedrich

Araminta 08.07.2017 23:02

Heute sagt man: "nicht mit dem Leben vereinbar" :wink:

In meiner Jugend hieß es immer, man hält ein Trauerjahr ein. Also nur schwarze Kleidung, keine Feste usw. eine alte Dame hatte nach dem Tod ihres Mannes sogar ihr Fahrrad schwarz angemalt.
In früheren Jahrzehnten oder Jahrhunderten konnte man sich ein Trauerjahr nicht "leisten". Da wurde sofort erneut geheiratet um sich und die Kinder zu versorgen.

Jedenfalls wissen wir jetzt auch, woher die strengen, deutschen Waffengesetze kommen :wink:

Friedrich 08.07.2017 23:49

Moin Araminta,

im Prinzip stimmt es, daß wegen unversorgter Kinder schnell wieder geheiratet wurde. Hier allerdings waren noch keine Kinder da.

Friedrich

Wolfg. G. Fischer 09.07.2017 07:28

Zitat:

Zitat von Friedrich (Beitrag 1020327)
Traurig, diese Geschichte, und für mich gleichzeitig wieder erfreulich. Die Witwe heiratete noch im selben Jahr erneut, und diese Verbindung gehört zu meinen Ahnen.

Ich denke, das Trauerjahr ist etwas neueres, bürgerliches. In unserer Gegend wurde nach sechs Monaten wieder geheiratet.

Mit besten Grüßen
Wolfgang

Mats 10.07.2017 18:25

Zitat:

Zitat von Andrea1984 (Beitrag 1020200)

Ob man Geschwister in einem gemeinsamen Sarg beigesetzt hat, wenn sie z.B. an einer Infektionskrankheit gestorben sind. Warum nicht.

Hat man, zumindest hab ich gerade so einen Eintrag gelesen.
Da waren innerhalb von 2 Tagen 3 Geschwister an den Blattern verstorben.
Der Pfarrer hat extra vermerkt, daß das zuletzt gestorbene Kind mit extra eingeholter Erlaubnis vorzeitig bestattet wurde, weil die Eltern alle 3 in einem Sarg bestatten wollten.

Grüße aus OWL


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