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Papaver 04.04.2022 11:45

Lastenausgleichsarchiv
 
hallo zusammen! habe vor fast einem jahr antrag auf kopie einer akte und besuchstermin gebeten im lastenausgleichsarchiv in bayreuth. inzwischen wird nicht mehr auf nachfragen reagiert. was ist eure erfahrung? kann man den vorgang beschleunigen mit einer untätigkeitsklage oder freundlichem anwaltlichen brief oder vermasselt man sichs damit komplett? würde mich über eure empfehlungen sehr freuen! vg

Svet_Lin 04.04.2022 14:00

Hallo,

Anfrage vom 04.07.2020
Nachfrage am 25.02.2022

Bislang keine Antwort erhalten! X-(

maikel88 04.04.2022 15:30

Bisher ging das eigentlich immer. Nach einem halben Jahr hatte man seine Sachen. Mittlerweile scheint sich das aber geändert zu haben, und leider nehmen die dort das Thema Datenschutz auch ein bisschen zu ernst - ich sollte in der Vergangenheit tatsächlich mal nachweisen, dass ein 1869 in Ostpreußen geborener Vorfahre wirklich schon verstorben ist. Der Kontakt war bishher auch alles andere als Freundlich. Das kannte ich so von anderen Außenstellen des Bundesarchivs nicht.

Papaver 04.04.2022 20:31

ok, 2020 antrag gestellt und noch keine antwort ... habt ihr das schon mit anwalt probiert, nach 6 monaten kann man ja schon untätigkeitsklage stellen?!

maikel88 05.04.2022 10:08

Zitat:

Zitat von Papaver (Beitrag 1452026)
ok, 2020 antrag gestellt und noch keine antwort ... habt ihr das schon mit anwalt probiert, nach 6 monaten kann man ja schon untätigkeitsklage stellen?!


Damit kannst du gerne drohen, das bewirkt meist schon was. Allerdings hast Du dann auch ein gewisses Prozessrisiko. Das Gericht wird einen Streitwert festlegen, i.d.R. 5.000 EUR, dann belaufen sich die Gerichtskosten auf >400 EUR. Und es gibt durchaus Gründe, die eine längere Bearbeitszeit rechtfertigen. Im Zweifel die Covid-19 Pandemie. Wenn das Verwaltungsgericht das genauso sieht, dann trägst du die Gerichts- und Anwaltkosten. Ob die gesuchte Information so wertvoll für Dich ist, musst Du selber entscheiden.

Ich habe aber in der Vergangenheit auch schon mal mit einer Untätigkeitsbeschwerde gedroht, allerdings bei einer Kommunalverwaltung, weil meine Anfrage bzgl. einer Meldekarte zu einem Vorfahren nicht bearbeitet wurde. Einen Tag später hatte ich Sie. Digital per Email. Gratis.

Papaver 05.04.2022 20:38

ok, alles klar, also alles wie immer, die behörde dient nur sich selbst ... das mit der untätigkeitsbeschwerde merk ich mir, danke dir für dein offenes feedback! :)

Feldsalat 05.04.2022 22:37

Ich warte seit Februar 2020 :evil:
Man soll ja von Nachfragen absehen, aber ich fürchte, lange kann ich nicht mehr an mich halten.

Svet_Lin 06.04.2022 08:52

Zitat:

Zitat von Feldsalat (Beitrag 1452300)
Ich warte seit Februar 2020 :evil:

Oh je, das ist ja fast nochmal ein halbes Jahr länger, als ich schon warte.

Nein, an einen Anwalt habe ich bislang noch nicht gedacht, ich übe mich weiterhin in Geduld (auch wenn's zunehmend schwerer fällt) :D

OliverS 06.04.2022 11:43

Das Bundesarchiv (wo auch das Lastenausgleichsarchiv zugehört) hat in Berlin auch über 2 Jahre Wartezeit. Das ist leider normal bei denen.
Anwalt - nein daran hätt ich nie gedacht, es dauert halt leider. Wenn man mal den Film über das Archiv gesehen hat, durch wie viele Hände und Abteilungen und Suchstellen das geht, dann sieht man was so lange dauert.
Gruß

DerBerliner 06.04.2022 15:39

Ich hatte an das Bundesarchiv Abt. PA in Berlin eine Rechercheanfrage zur Militärzeit meines Großvaters (WK 1). Am 10. Februar 2022 ging meine Anfrage raus, am 14. März 2022 hatte ich das Ergebnis mit Unterlagenscans per Mail. Das sollte dann auch gesagt werden.
Elmar

Zetteltante 07.04.2022 21:21

Zitat:

Zitat von DerBerliner (Beitrag 1452462)
Ich hatte an das Bundesarchiv Abt. PA in Berlin eine Rechercheanfrage zur Militärzeit meines Großvaters (WK 1). Am 10. Februar 2022 ging meine Anfrage raus, am 14. März 2022 hatte ich das Ergebnis mit Unterlagenscans per Mail. Das sollte dann auch gesagt werden.
Elmar


Oh, wie schön. Das freut mich für Dich.
Wirft aber bei mir die Frage auf, warum ich mit meiner Anfrage von Mitte Januar noch warten muß?

Nun hoffe ich, daß es einfach sehr viel zu meiner Anfrage zu finden gibt:)

Papaver 27.04.2022 16:15

habe mich beim lastenausgleichsarchiv ganz naiv nach einem ansprechpartner für untätigkeitsbeschwerden erkundigt und hab dann 1 tag später nachricht bekommen ... allerdings fällt mir zur anwort nix mehr ein ... ich muss, um die akte zu erhalten die "erben" um erlaubnis bitten. man hat mir nun 2 namen kommuniziert und sonst nichts .... woher kann das archiv diese namen haben, wenn diese namen bekannt sind, dann müsste es doch automatisch auch weitere anhaltspunkte geben, ob das nun enkel, urenkel, aufenthaltsort ... habe jetzt nichts als die blanken namen?! irgendwie spooky.


wären auf sterbeurkunden grundsätzlich kinder vermerkt? dann könnte man sich von unten nach oben hocharbeiten?



Zitat:

Zitat von maikel88 (Beitrag 1452108)
Damit kannst du gerne drohen, das bewirkt meist schon was. Allerdings hast Du dann auch ein gewisses Prozessrisiko. Das Gericht wird einen Streitwert festlegen, i.d.R. 5.000 EUR, dann belaufen sich die Gerichtskosten auf >400 EUR. Und es gibt durchaus Gründe, die eine längere Bearbeitszeit rechtfertigen. Im Zweifel die Covid-19 Pandemie. Wenn das Verwaltungsgericht das genauso sieht, dann trägst du die Gerichts- und Anwaltkosten. Ob die gesuchte Information so wertvoll für Dich ist, musst Du selber entscheiden.

Ich habe aber in der Vergangenheit auch schon mal mit einer Untätigkeitsbeschwerde gedroht, allerdings bei einer Kommunalverwaltung, weil meine Anfrage bzgl. einer Meldekarte zu einem Vorfahren nicht bearbeitet wurde. Einen Tag später hatte ich Sie. Digital per Email. Gratis.


Tausendaugen 27.04.2022 22:05

Hallo Papaver,

ein paar kurze Anmerkungen bzw. Informationen. Beim LAA heißt es leider immer: Geduld mitbringen. Man kann die Einsicht in Akten beschleunigen, wenn man direkt zur Einsicht nach Bayreuth fährt, was aber wohl für die meisten ein Problem darstellen dürfte. Aufgrund des Rückstaus hat das Archiv bereits in den vergangenen Jahren mehr Leute eingestellt (so sagte es man mir am Telefon). Danach ging es zumindest auch bei mir etwas schneller - meine Antwort dauerte fast 2 Jahre (was aber nun mal leider so ist... nicht nur in diesem Archiv). Da nützt keinerlei Klage und ähnliches, so naheliegend und verständlich der ganze Frust auch ist. Es liegt leider nicht an den Archiven. Das große Problem ist, dass Unmassen an Akten in die Bundesarchive gelangt sind (DRK-Suchdienst, WASt) - was politisch so gewollt war - für die es einfach keine Mitarbeitenden gibt. Schwund ist halt überall. Auch dort.

Zu der Sache mit den Erben: Ich hatte auch u.a. eine Akte zu meiner Vorfahrin beantragt und später erhalten. In den LAA-Akten kommen mitunter Personen mit Daten vor, die noch am Leben sein könnten und deren Daten daher geschützt sind. Das Vorkommen dieser Daten liegt daran, dass oftmals die teils recht alten Antragstellenden während des LAA-Prozesses verstorben sind. Folglich liegen den Akten Informationen zu den Erben vor. In einem Fall musste ich dann nachweisen, dass diese Person entweder ihr Einverständnis gibt oder schon gestorben ist. Da ich wusste, wann und wo die Person gestorben war, habe ich das Standesamt am Todesort kontaktiert und freundlich gebeten, per Mail dem Archiv zu bestätigen (also nicht als Urkunde oder anderes Aufwendigeres), dass die betroffenen Person verstorben ist. Das hat keinen Tag gedauert und, zack, dann hatte ich die Akte.

LG
Tausendaugen

Papaver 28.04.2022 22:24

hallöchen tausendaugen! vielen dank für deinen ausführlichen kommentar! nach bayreuth persönlich zu fahren, wär für uns kein thema, leider hat man mir auch hier mitgeteilt, dass auch ein persönlicher termin und ob überhaupt einer stattfinden kan eine bearbeitungszeit von ca. 1 jahre braucht ... ein witz!


mir sind die daten des antragstellers bekannt, werde mich jetzt von unten nach oben hocharbeiten bis ich zu den sog. erben komme, wenn das aber enkel oder urenkel sein sollten wird das dauern, weil das anfordern/bearbeiten der sterbeurkunden auch einige wochen in anspruch nimmt.



noch mal danke für deine freundliche unterstützung!


beste grüße!

Zetteltante 29.04.2022 23:46

Kleiner Tip:

Bestelle Dir am besten gleich die Sammelakte zu den Sterbeurkunden mit.

Auf der Todesanzeige steht eine Adresse eines Angehörigen.
Ehepartner, Kind, Enkel oder auch die Nachbarin, wenn Du Pech hast...

Papaver 01.05.2022 15:33

oha! danke dir, sehr gute idee!



beste grüße!

Feldsalat 02.08.2022 09:50

Heute habe ich mir erlaubt, per Mail nach dem Stand der Bearbeitung zu fragen - ich warte mittlerweile über zweieinhalb(!) Jahre :evil:

Feldsalat 02.08.2022 09:59

Und eben kam die Info, daß meine Mail nicht zugestellt werden konnte. Ich hatte sie an die Mitarbeiterin geschickt, mit der ich Anfang 2020 Kontakt hatte. Das ist doch nicht zu fassen, ich springe hier gleich im Dreieck :evil:


Habe die Mail nun an die zentrale Mailadresse des LAA geschickt und es kam eine automatische Eingangsbestätigung. Nun heißt es wieder warten.

Svet_Lin 02.08.2022 10:54

Meine Frau hatte am 22.07. mal freundlich an ihre Anfrage vom Juli 2020 und auch an die unbeantwortete Sachstandsanfrage vom April 2022 erinnert. Mit einer Antwort haben wir nicht wirklich gerechnet, aber oh Wunder, am 26.07. kam eine E-Mail, dass in Kürze mit einem Antwortschreiben gerechnet werden kann. So, jetzt müssen wir mal abwarten, wie das LAA "in Kürze" definiert ;-)

Svet_Lin 03.08.2022 12:43

So, "in Kürze" heißt also ca. eine Woche :)

Gerade kam die Antwort vom LAA. Allerdings handelt es sich lediglich um die Mitteilung, dass die bestellten Akten geprüft wurden und freigegeben sind. Davon können wir jetzt also Scans bestellen. Hoffentlich dauert das dann nicht nochmal so lange :(

Feldsalat 09.08.2022 23:42

Heute bekam ich eine Mail vom LAA: Der Status meines Vorgangs wird geprüft, man wird sich in Kürze mit mir in Verbindung setzen.

Das ist ja schon mal was, nach über 30 Monaten Wartezeit und einer Nachfrage nach dem Stand der Bearbeitung :D

Svet_Lin 11.08.2022 18:44

Zitat:

Zitat von Svet_Lin (Beitrag 1478463)
So, "in Kürze" heißt also ca. eine Woche :)

Gerade kam die Antwort vom LAA. Allerdings handelt es sich lediglich um die Mitteilung, dass die bestellten Akten geprüft wurden und freigegeben sind. Davon können wir jetzt also Scans bestellen. Hoffentlich dauert das dann nicht nochmal so lange :(


... und heute hatten wir die CD im Briefkasten. Waren ca. 230 gescannte Seiten aus vier Vorgängen. Der Gebührenbescheid kommt mit gesonderter Post.


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