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Dominik 10.11.2019 02:38

Zitat:

Zitat von Ursula (Beitrag 1221226)
Die Pfarrer waren nicht immer garstig, machten nicht immer schlimme Bemerkungen. Manche waren gnädig und mitfühlend, setzten sich über kirchliche Gebräuche hinweg.

Ein junger Mann von 27 Jahren hat sich selbst getötet. Beim Beerdigungsdatum steht: "wurde kirchlich beerdigt, weil mit Schwermut behaftet."

Liebe Grüße
Uschi

oh der arme das klingt sehr traurig

Asphaltblume 13.11.2019 00:33

In einem Sterberegister von 1947 stand als Todesursache: "Schädeldurchschuß - Schußbruch re. Unterschenkel. Tod durch penetrierende Verlagerung des Großhirns."


"Penetrierende Verlagerung des Großhirns" ist eine bemerkenswerte Formulierung, finde ich.

Nebelmond 15.11.2019 23:15

Grausamer Tod eines Kindes
 
... darüber informierte der amtierende Pfarrer von Pressel/nahe (Bad) Düben im Jahr 1757 recht ausführlich auf einer ganzen Kirchenbuchseite die Nachwelt. - Der kleine, viereinhalb Jahre alte Johann Christoph, das einzige Söhnlein seiner Eltern Elias (Hüfner) und Anna Maria, wurde "von seinem eigenen Vater unglücklicher Weise auf der Stelle todt gefahren".
(etwas Schrift steckt im Falz, aber das Wesentliche kann man erkennen)
"Der Vater fuhr mit Getreyde in die Windmühle und das Kind lies nicht nach, bis er dasselbe mitnahm. Er setzte es also mitten drauf und sich selber auf die Deichsel. Als aber bey der Windmühle die scheuen Pferde beyseit auswichen, sprang der Vater von der Deichsel, um demselben Einhalt zu thun, ehe aber dieses geschehen konte, war das Kind schon herunter gefallen und das Hinterrad über deßen Haupt weggegangen, da es dann von einem scharfen Radkegel gleich gequetschet und auf der Stelle getödtet worden ... noch am Begräbnistage ... gleich am Wagen ... Blut zu sehen war.
Erschreckl. Exempel der Warnung vor alle unvorsichtigen Eltern."

Ursula 15.11.2019 23:50

Ja, das ist sehr grausam.

Z.Zt. scheine ich mich forscherisch in einer gefährlichen Gegend aufzuhalten. Die kleine, gerade mal 1 Jahr alte Magdalena stirbt an einer "Hirnverletzung in Folge eines Falles." Die Familie bekommt noch ein Mädchen, wieder eine Magdalena. Auch diesem kleinen Mädchen ist es nicht beschieden 2 Jahre alt zu werden. Es stirbt an "Wundbrand infolge einer Verbrennung mit siedendem Wasser."

Erst das Kind mit abgerissenem Arm, dann der Suizid und nun diese beiden kleinen Kinder.

Ich möchte weg da!!! (Aber es gibt noch so viel zu forschen da 8o)

LG
Uschi

Nebelmond 02.12.2019 23:41

Kriegs-u. Pestjahr 1637
 
Hallo, habt Ihr so etwas schon mal in den Kirchenbüchern gefunden - es reicht für heute, wenn ich mir das vorstelle, nee ... (Anhang)
Gruß Nebelmond

Anna Sara Weingart 03.12.2019 00:05

Hi. Ich nehme aber stark an, dass sie vorher schon tot waren (Pest)

Ursula 03.12.2019 00:07

Rauhe Sitten, mein lieber Schwan.

LG
Uschi

Bergkellner 03.12.2019 10:29

Da weiß man, woher George R.R. Martin die Ideen für seine Bücher(Das Lied von Feuer und Eis aka Game of Thrones) genommen hat.

assi.d 03.12.2019 10:54

Bäh. Gruselig....

Ich habe letzte Woche einen Sterbeeintrag von etwa 1840 über einen Säugling gelesen, dem "wegen Beckenenge (der Mutter) der Kopf perforiert wurde".

Die arme Frau hat das dann noch zweimal mit sich machen lassen müssen.....bevor ihr Mann gestorben ist!

Gruss Astrid, die froh ist, daß sie heute lebt.

Duppauer 03.12.2019 13:31

Hallo ich habe 2 Fälle aus Böhmen, aber nichts spektakuläres !

Ein Vorfahre von mir ist beim Eisstechen auf der Eger ertrunken.
Damals wurden Eisblöcke auf Flüssen und Seen gestochen und in sogenannten Eiskellern zur Kühlung verwendet.

Bei einem anderen Vorfahren fand ich nie sein Sterbedatum in den Kirchenbüchern, auch in den umliegenden Kirchengemeinden nicht.
Also dachte ich mir der, ist bestimmt an einem unbekannten Ort verstorben.
Aber falsch gedacht!
In einem erst kürzlich aufgetauchtem Stadtbuch fand ich die Lösung bzw. das Sterbedatum.
Hier hatte der Stadtrat 1706 eine Anfrage an den Grafen Lützow, als Grundherren gestellt, wie mit dem Leichnam meines Vorfahren der an Meancholeij, also Melancholie/Depression, verstorben ist umzugehen sei.

Hier hatte der Vorfahre also einen Suizid/Selbsmord begangen.
Der Begriff der in den Stadtbücher stand war "Entleibung".
Als Antwort kam, das der Leichnam ohne Geläut und Gebränge ausserhalb des Kirchhofes vor der Kirchmauer vergraben werden sollte.

Da Selbsmord zu damaligen Zeit in der kath.Kirche eine Todsünde war wurden diese Selbsmörder auch nicht auf dem Kirchhof begraben und wahrscheinlich deshalb auch nicht in die Kirchenbücher eingetragen.
Ergo konnte ich das Sterbedatum in den Kirchenbüchern nicht finden, obwohl mein Vorfahre in seinem Geburtsort verstorben ist!

Also immer auch an o.g. Sachverhalt denken, falls man ein Sterbedatum nicht findet!


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