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Friedrich 02.08.2017 22:58

Schlimmer war's noch in Kriegszeiten
 
Wir sind im Jahre 1634, also im 30jährigen Krieg, in Elsoff in Wittgenstein. Mit den Cöllnischen waren die Truppen aus dem Sauerland und ihre Verbündeten gemeint:

Den 10ten Junij sind die Cöllschen alhiere zu Ellsoff eingefallen und das gantze Dorf wie auch Allertzhausen geplündte. Die Leutt unbarmhertzig und tyrannischerweise darnieder geschossen, es sindt 5 fromme Männer in dieser Gemein todt pliben undt einen Knecht.
1. Johann Wiegandt sambt seinem Sohn
2. Johannes Homerkhusen Schulmeister alhirro zu Ellsoff
3. Johannes Awen
4. Johannes Achenbach sonsten der Pfeilschmit genandt
5. Fuhr Hans
6. Johannes Feuring sein Knecht war Weber Toffel Sohn von Allertzhausen.
Hierbey sindt auch 8 Personen verwundt worden, deren noch 2 gestorben sindt als nemelich Theiß Schmidt d. 1ten Julij u. Christ uf dem Scheidt den 16ten Augusti.


Und es geht weiter:
Am 6ten Decembris sindt abermahl Cöllsche [unleserlich] zu Ellsoff eingefallten, und Peter Schmit mit einem schoß u. Stich verwundte, das er endlich den 3 Tag hernach gestorben ist.

Friedrich

Eva64 04.08.2017 15:22

Hallo,

wenn Friedrich grad die gruselige Zeit des Dreißigjährigen Krieges anspricht... Da hab ich einen schlimmen Mord an einem Pfarrer und seiner Frau (meine Vorfahren)

"In Holzgerlingen fielen Pfarrer Christoph Ruof und seine Frau den Soldaten zum Opfer.
Der amtliche Bericht des Böblinger Spezials erzählt: Dienstag den 9. September sind die Feind in Holzgerlingen eingefallen und haben alsbald den Pfarrer gefangen, an ein Roß gebunden, durch die Gassen und ins Feld hinausgeschlaift, jämmerlich geschlagen, und ihr sonder Lustspiel an dem guten alten Mann gehabt und verübt, indem sie ihn auf den Kopf gestürzt, seine beede Füße von einander gesperrt, über und durch ihn geriten. Nachdem sie ihn lang genug jämmerlich und erbärmlich gemartet, haben sie ihn auf dem freien Feld, ohne Zweifel als ihres Vermeinens ganz toten Mann, liegen lassen. Er ist aber folgends von zwei Holzgerlingen Weibern bis in den Flecken, und folgends von zwei Gerichtspersonen ins Pfarrhaus getragen und daselbst verbunden worden, wieder zu seinem Verstand und Rede gekommen, und erst Mittwoch Nachts um 10 Uhr, den 10. September gar geduldig und selig verschieden. Seine Hausfrau haben sie vier Tag nacheinander zu etlich unterschiedlich Malen gefangen, übel traktiert, ranzioniert; und weil sie sich verschnappt, oder vielleicht Gnad zu erlangen gesagt, sie habe(n) schon ihren Herrn umgebracht, als sie, als eine gute arme Pfarrerin, nicht Geld hergeben könnte, haben sie selbige endlich am Freitag jämmerlich mit Stichen und Zerhackung ihres Kopfes ermordet, da sie beede am folgenden Samstag, den 13. September in ein Grab, doch sine ullo pulsu et cerimoniis sind begraben worden.
Sein Alter betreffend, ist er das 77. Jahr angetretten ... Sein zeitlich Vermögen anbelanged, bezeugt jedermänniglich im ganzen Flecken, und wer ihn gekennt hat, daß er eines sehr geringen Vermögens gewesen, daß er nicht bald einen Gulden bar Geld in seinem Haus gehabt, daher auch ohne Zweifel er und seine Hausfrau sich so jämmerlich haben müssen martern lassen, weil sie am allerwenigsten kein Geld gehabt, noch gewußt, sich zu lösen." Blätter für Württ. Kirchengeschichte 1928, S. 296 f.

Wie grausam die Menschen doch immer wieder waren und immer noch sind...

Grüße
Eva

renatehelene 10.08.2017 23:28

Guten Abend,

gesehen in den kirchl. Wochenzettel 1857

Es stirbt am 6.12.1857 die ledige Joh. Eleon. Aug. Röhr Alter 25 Jahre

Todesursache: Tobsucht im Wochenbett

:cry:

renatehelene 10.08.2017 23:42

Nachtrag:

Sie hatte am 5.12.1857 Zwillinge zur Welt gebracht.

Socke13 24.08.2017 16:26

Hallo zusammen,

gefunden in der Koschminer Zeitung vom 21. 07.1909

"Der totbringende Schleier

Aus Kopenhagen wird dem Berliner Tageblatt berichtet: Das Opfer einer seltsamen Vergiftung ist eine junge Kopenhagenerin, Frl. Kastrup, geworden. Vor einigen Tagen hatte sie sich einen blauen Schleier gekauft; als sie ihn auf einem längeren Ausflug benutzte, wurde sie vom Regen und Sturm überrascht und der durchnäßte Schleier kam mit ihrem Mund und ihren Augen in nahe Berührung. Kurz nach dem Ausflug empfand sie heftige Gesichtsschmerzen, das ganze Gesicht schwoll an und die Augen entzündeten sich. Der Arzt stellte eine gefährliche Vergiftung durch die im Regen aufgelösten Farbstoffe des Schleiers fest. Nach wenigen Tagen büßte Frl. Kastrup infolge der heftigen Entzündungen der Augen ihr Sehvermögen ein; jetzt ist sie an den Folgen einer allgemeinen Blutvergiftung gestorben."

So etwas könnte sich nicht einmal die Traumfabrik Hollywood einfallen lassen!!!

Gruselige Grüße Sirka

Artsch 05.11.2017 00:25

Hallo,

aus einer Tabelle vom Schlachthof Leipzig für die Jahre 1926/27 entnehme ich, die Schlachtung dreier Hunde für 1926 und von einem Hund für 1927.
Es ist noch keine 100 Jahre her, aber für uns heute eine undenkbare Todesursache für einen Hund in Deutschland.
Meine älteste Tante war da 10 Jahre alt. 8o
Auch heute noch hört man den Spruch:
"Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt!"
Obwohl ich mir dies schon in meiner Kindheit bildlich vorstellte, glaubte ich eher an einen Scherz-Spruch mit dem man seiner Entrüstung Nachdruck verlieh.
Da stellt sich mir die Frage nach der Rasse, und ob das Fleisch wirklich in den Verkauf ging?

Beste Grüße
Artsch

Bergkellner 18.11.2017 19:23

Hallo,

nach all den Schauerlichkeiten etwas zum Thema "Arbeit an sich ist gefährlich":

Mein Urgroßvater mütterlicherseits hat sich beim Schweineverladen selbst erschossen, weil er - wie immer - sturzbesoffen war...

Lg, Andreas

Baptist 21.11.2017 14:16

Sterbefälle
 
Grüß Euch,

Meine Altgroßtante nahm sich 1819 wohl selbst das Leben.
Auszug aus dem KB Eintrag:
Magdalena verschied nächtlicher Weile in der Scheune
des Gutes zu Schiltern. Niemand ruft einen Priester,
der ihr die hl. Sterbesakramente reichte.
Alter 40 Jahre und ledig.

HBR121 04.12.2017 05:38

Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 1)
Zitat:

Zitat von didirich (Beitrag 815487)
Am 1. Febr.1845 verunglückte auf dem Weg von Weissach
Gruß didirich

Im Totenregister Deckenpfronn ist zu finden:
Erfroren bei Mönsheim ... kann Jemand den Rest lesen?
Johann Georg Stöffler wurde 38 Jahre und 10 Tage alt. Er hatte laut Familienregister II387b nur einen Sohn (*28.5.1843,+30.6.1843)

Friedrich 04.12.2017 10:51

Moin HBR121,

erfroren bei
Mönsheim,
und blieb 1nen
ganzen Monat
unentdeckt unter
dem Schnee liegen.

Der Gute hatte sich bestimmt im Schnee verirrt und war vor Erschöpfung zusammengebrochen.

Friedrich


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