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-   -   Anna Margaretha ADRIAN ° ca 1702 X 1732 &GÜLLEN und + 12.12.1755 Salzkotten (https://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=223036)

atkuda 04.08.2022 13:03

Anna Margaretha ADRIAN ° ca 1702 X 1732 &GÜLLEN und + 12.12.1755 Salzkotten
 
Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 2)
Hallo Mitforscher,

Ich brauche Eure Meinung.

Ich habe eine Anna Margaretha ADRIAN, die Johann Bernd GÜLLEN oder GÜLDEN aus Salzkotten am 8.2.1732 in Salzkotten heiratet. Dort stirbt sie mit 53 Jahren am 12.12.1755.
So weit so gut.
Ich suche natürlich ihr Geburtsdatum um 1702 in Salzkotten. Nichts. Auch ein angebliches Geburtsdatum am 9.10.1707 in Lichtenau ist nicht zu finden.

Nun finde ich auf MyHeritage eine Anna Margaretha, Tochter von Hermanus BECKER alias ADRIAN und einer Anna geboren am 23.4.1702 in Anröchte.
So weit ist Anröchte von Salzkotten nicht. Würde sie Tochter eines Mannes namens ADRIAN sein, würde ich nicht so zögern... aber "BECKER alias ADRIAN"...

Wie steht Ihr dazu? Ich finde es sehr gewagt, aber ich habe keine Andere!

Vielen Dank für Eure Meinung. Vielleicht sucht Eine oder Einer auch nach ihr?

Beste Grüße.

Atkuda

hhb55 04.08.2022 13:44

Hallo Atkuda,

scheint mir gar nicht so übel zu sein!
Ich habe es hier im Münsterland sehr häufig mit diesen Alias-Namen zu tun, aber hier heißt es in der Regel „gnt.“ (Becker genannt Adrian).
Natürlich noch keine Absicherung aber immerhin! Vielleicht gibt es in den Kirchenbüchern von St. Pankratius noch Geschwister,die Trauung der Eltern oder Sterbefälle!

Viel Glück

Hans-Hermann

Hintiberi 04.08.2022 15:13

Hallo atkuda,
der Wechsel von Familien- und Hofnamen in dieser Zeit und in dieser Region sind normal. Der Name Adrian kommt ebenfalls in der Pfarrei Störmede vor und ich meine auch in Erwitte... Versuche zunächst, mehr Informationen über die Taufpaten der Kinder herauszufinden.
Viele Grüße

atkuda 04.08.2022 16:05

Hall Ihr zwei Helfer,

das mit den Taufpaten verlief negativ.
Ich versuche tatsächlich mit Geschwistern... obgleich... was hift mir das? dass der Vater plötzlich doch ADRIAN heisst?
Mal schauen.
Danke für Eure Denkanstöße.
Atkuda

Andre_J 04.08.2022 16:15

Hallo atkuda,

denkbarer Fall wäre, dass der Hermanus Becker die Hoferbin Anna Adrian ehelichte. Dann durfte er sich zukünftig auch Adrian nennen, damit der Hoffamilienname nicht untergeht.


Nebenan in Lippe gab es diesbezüglich Ehe- und Erbschaftsverträge, die als alternative Quelle zu Kirchenbüchern Details zum Erbausgleich mit den anderen Kindern des Hofes liefern. Ob die Paderborner und Kölner sowas archiviert haben, ist mir nicht bekannt.


Naheliegend wäre, nach den Sterbeeinträgen der beiden Eltern zu suchen.

atkuda 04.08.2022 19:47

Hallo Andre,
Ja. das habe ich auch gedacht, aber seine Frau (x in Anröchte 25.10.1678) heißt Anna Catharina BRACHT. Vielleicht seine Mutter? Er ist 1702 gestorben, ohne Altersangabe.
Ich habe zwischen 1645 und 1654 keinen Geburtseintrag gefunden.
Wo kommt dieses "Alias ADRIAN" her?
ADRIANS gibt es auch in anderen Pfarreien. Nur eine Anna Margaretha geb 1702 nur in Anröchte. Ob das wirklich reicht, um sie zu akzeptieren? Nicht sehr wissenschaftlich, findest Du nicht?
bei seinen Kindern keine BECKER-Paten, kein Hinweis auf Anröchte...wie schade!
Lasse ich beiseite bis Fortuna mir hilft... oder jemand anders?
beste Grüße
Atkuda

Jürgen_W 04.08.2022 22:00

Zitat:

Zitat von atkuda (Beitrag 1478723)
Auch ein angebliches Geburtsdatum am 9.10.1707 in Lichtenau ist nicht zu finden.

Hallo Atkuda,

laut FamilySearch wurde eine Anna Margaretha Adrian am 9.10.1707 in Lichtenau getauft:
https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:NZTZ-RXX
Die Kirchenbücher von Lichtenau sind zwar noch nicht bei Matricula online, Du könntest Dir aber diesen Taufeintrag per Records Lookup Service bei FamilySearch bestellen.

Viele Grüße
Jürgen

atkuda 05.08.2022 22:14

Hallo Jürgen,

Vielen Dank für diesen Tipp. Kannte ich nicht. Mal schauen, ob es trotz Datum besser paßt. 5 Jahre "zu spät". Ich weiß, dass es trotzdem sein kann.

Beste Grüße
Atkuda

Julio 08.08.2022 20:56

Guten Abend,
bei der am 8.2. (oder 18.2.?) 1732 geschlossenen Ehe scheint es sich um eine Verbindung zwischen zwei Eheleuten zu handeln, die vorher von irgendwo zur Heirat in Salzkotten entlassen worden sind. Ich lese in dem Eintrag: Johan Berendt Gulle, Surpensis [Durpensis, Zurpensis?] visi dimiss et Anna Margaretha Adrian.

Ist denn schon klar, woher der Ehemann Johan Berendt Gulle stammte? Falls er aus Salzkotten kam, könnte seine Braut von auswärts gekommen sein, eben von jenem Ort, von welchem sie zur Heirat nach Salzkotten entlassen worden sind.

Gruß Julio

Hintiberi 09.08.2022 17:05

Zitat:

Zitat von atkuda (Beitrag 1478760)
Hall Ihr zwei Helfer,

das mit den Taufpaten verlief negativ.
Ich versuche tatsächlich mit Geschwistern... obgleich... was hift mir das? dass der Vater plötzlich doch ADRIAN heisst?
Mal schauen.
Danke für Eure Denkanstöße.
Atkuda


Hallo Atkuda,

die Taufpaten können(!) hilfreich sein, da dort manchmal Ortsangaben vermerkt sind. Tauchen also Taufpaten aus der nahen Verwandtschaft auf, die bspw. Adrian oder Becker hießen und ist vermerkt "ex XYZ", dann könnte man den Herkunftsort annehmen. Das kommt selten vor, aber manchmal hat man Glück. Ich hab z.B. ein Ehepaar, die haben sechs Kinder. Lange habe ich die Herkunft der Frau gesucht, bis ich dann die Kinder näher unter die Lupe nahm. Beim jüngsten Kind war als Taufpatin "Theresia uxor XY in Borchen soror matris" angegeben, also die Schwester der Mutter... und in deren Heiratseintrag in Borchen stand dann auch die Herkunftsangabe. So habe ich über drei Ecken herausbekommen, woher meine Vorfahrin kam - sowohl ihren Taufeintrag (und den ihrer Schwester)
konnte ich im angegebenen Ort ausfindig machen - ohne die Taufpatin hätte ich das nicht herausbekommen.

Hintiberi 09.08.2022 18:09

Zitat:

Zitat von Andre_J (Beitrag 1478763)
Hallo atkuda,

denkbarer Fall wäre, dass der Hermanus Becker die Hoferbin Anna Adrian ehelichte. Dann durfte er sich zukünftig auch Adrian nennen, damit der Hoffamilienname nicht untergeht.

Nicht nur das - wie oben erwähnt: Die Familien- und Hofnamen sind in dieser Region und Zeit nicht fest.
Es war üblich, daß bei einem Hausstättenwechsel der Besitzer den Namen des Hauses übernahm, das galt für Einheirat aber auch für Arbeitsverhältnisse, die längerfristig auf einer Hofstätte ausgeführt wurden. Wir haben in dieses Geflecht kaum wirklich Einblick, da wir eigentlich nur die 3 Kirchenbuchereignisse (Taufe, Heirat, Tod) berücksichtigen.
Also: Joseph, Sohn des Heinrich Müller, ist auf dem Hof "Schulte" geboren und wird deshalb "Schulten Joseph" genannt, oder sogar "Schulten Jupp" oder "Schulten Sohn", sein Vater war dann "Schulten Heinrich" oder "Schulten Vater" wie auch immer. Joseph wächst heran und dient in jungen Jahren bei Wieneke als Knecht. In der Zeit wird er "Wieneken Jupp" genannt, obwohl er eigentlich Müller heißt. Ein paar Jahre später heiratet er dann Maria Brink, die Erbin des Tigges-Hofs und zieht zu ihr. In diesem Akt finden wir dann im Kirchenbuch "Joseph Müller gnt. Schulte" heiratet "Maria Brink gnt. Tigges". Bei den Taufen der nachfolgenden Kinder heißt er dann mitunter "Joseph Schulte", "Joseph Müller", "Joseph Tigges", "Joseph Müller gnt. Tigges", "Joseph Schulte jetzt Tigges" usw. usw. Das kommt immer auch auf die Lust und Laune des eintragenden Pfarrers an.
Es gibt Pfarreien, die hier ausschließlich den Hofnamen verwenden, sodaß bei Joseph die Namen Müller oder Schulte überhaupt nicht mehr auftauchen, v.a. nicht bei den Kindern: Die heißen dann durchgängig Tigges. Wie erwähnt: Das lag auch am Pfarrer und man muß da schon ziemlich aufpassen, denn die einzige tatsächliche Konstante ist zumeist der Vorname. - Das Risiko, Namen in diesen Orten zu verwechseln, ist groß, da eben Familiennamen nicht fest sind, sondern allenfalls die Herkunft von einer Hof- oder Hausstätte bezeichnen.


Zitat:

Naheliegend wäre, nach den Sterbeeinträgen der beiden Eltern zu suchen.
Das ist immer eine gute Idee.

Viele Grüße
Jens

atkuda 09.08.2022 22:24

Fortsetzung:
Der Bräutigam ist in Salzkotten geboren. Die Braut kommt wahrscheinlich von woanders, weil ich sie in Salzkotten nicht gefunden habe. In dem Eheeintrag steht nicht, wo die Braut herkommt. Das würde aber dafür sprechen, dass sie ebenfalls aus Salzkotten ist.
Bei ihren Kindern wird nie präzisiert, wo die Paten herkommen. Weshalb ich annehme, dass sie alle aus Salzkotten sind.
Verflixt!
Hat der Pfarrer vergessen, ihre Geburt einzutragen??
Für Julio: ich frage meine liebsten Latinisten, was diese 3 Wörter bedeuten. Mal abwarten.
Sonst, wie immer, "Liegen lassen" und auf die Erleuchtung warten.
DANKE an ALLE.
Atkuda

Hintiberi 10.08.2022 13:32

Zitat:

Zitat von atkuda (Beitrag 1479877)
Fortsetzung:
Der Bräutigam ist in Salzkotten geboren. Die Braut kommt wahrscheinlich von woanders, weil ich sie in Salzkotten nicht gefunden habe. In dem Eheeintrag steht nicht, wo die Braut herkommt. Das würde aber dafür sprechen, dass sie ebenfalls aus Salzkotten ist.
Bei ihren Kindern wird nie präzisiert, wo die Paten herkommen. Weshalb ich annehme, dass sie alle aus Salzkotten sind.
Verflixt!
Hat der Pfarrer vergessen, ihre Geburt einzutragen??

Nichts muß, alles kann. - Das waren nur Denkanstöße, wo man Infos finden könnte.
Möglich, aber viel aufwendiger wäre noch das Suchen der Taufeinträge anderer Adrian-Familien aus anderen, umliegenden Dörfern und Gemeinden, ob es dort einen Hinweis nach Salzkotten gäbe.
Es kommt ebenfalls in Betracht, daß der Pfarrer die Taufe vergessen hat einzutragen, allerdings solltest Du dann im Taufbuch um 1700 mal nachsehen, ob die Namen Adrian und/oder Becker überhaupt auftauchen?!



Zitat:

Für Julio: ich frage meine liebsten Latinisten, was diese 3 Wörter bedeuten. Mal abwarten.
Welche drei Wörter meinst Du?

VG


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