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52georg 05.03.2014 00:20

Hallo zusammen,


einige transkribierte Originaleinträge aus dem 17. Jhdt:



Den 16.dito ist ein Wachter bey den Fuhrwagen auß Mähren durch ein Pferd dot geschlagen worden undt alhier Conduciert und begraben worden.


Den 10. Dito ist ein Mann Namens Philipp Rauscher so von denen Rebellen ist dötlich verwundt worden undt beym baader alhier gestorben undt eingesegnet worden.





Den 29. Dito ist bey alhiessig Leithgeber einer auß den Stattgraben von Wien kranker alhero kommen, dessen Namen Niemand weiß, gestorben und eingesegnet worden.



Beste Grüße
Georg




Rieke 05.03.2014 03:12

Zitat:

Zitat von Asphaltblume (Beitrag 724751)
Ich las heute im Niederbarnimer Kreisblatt von einem Selbstmord eines Soldaten, der mit der Überstellung von Straffälligen betraut gewesen war, dem diese aber abgehauen sind. Aus Angst vor einer strengen Bestrafung fuhr er mit dem Zug von Spandau (wo er die Arrestanten hätte abliefern sollen) zum Bahnhof Thiergarten, der als etwas unübersichtlich beschrieben wurde, stieg dort auf der dem Bahnsteig abgewandten Seite aus und legte sich so unter den Waggon, dass sein Kopf durch das Rad vom Rumpf getrennt wurde, als der Zug wieder anfuhr.

Da frag ich mich doch nach der Logik; aus Angst vor einer strengen Bestrafung verurteilt er sich selber zur schlimmsten Bestrafung = Todesstrafe.

Liebe Gruesse,
Rieke

Mark Obrembalski 05.03.2014 20:42

Ja, das ist wirklich wahrscheinlich nicht allein durch die drohende Strafe zu erklären. Von wann ist der Bericht?

Um mal selbst etwas zu diesem Thema beizutragen: Ein Bruder eines meiner Vorfahren wurde im Kindesalter "vom Blitze erschlagen", wie es im Kirchenbuch heißt.

Asphaltblume 05.03.2014 21:34

Die Enthauptung qua Eisenbahn geschah 1896.
Ob er "nur" Angst vor einer strengen Strafe hatte oder sich noch weiterreichend für entehrt und ohne berufliche Zukunft hielt (keiner wird ihn mehr kennen, sein Jettchen wird ihn nie heiraten und sich verächtlich von ihm abwenden, er wird aus dem Militär ausgestoßen und kann das väterliche Gut nicht retten, seine Kameraden werden ihn verachten und verhöhnen... - ich lese vielleicht zuviel Fontane und Marlitt...), weiß ich nicht; im Zeitungsartikel wurde ihm Angst vor Strafe zugeschrieben.
Unlogisch finde ich das auch, aber von außen betrachtet sind viele Suizide unlogisch.

SarahMarie 10.03.2014 20:04

Hallo alle zusammen,

ich bin ganz neu hier und als erstes über diesen Thread gestolpert, wirklich schaurige Geschichten dabei :-/

Manchmal sind es auch die Formulierungen der jeweiligen Pfarrer welche die Todesursachen kurios erscheinen lassen. So hier aus dem Totenbuch Stuttgart-Wangen 1709: "Catharina Gohlin, weyl. Conrad Gohlen, Bürgers u. Kühhirten hinterl. Ways; 47 Jahr, 10 Wochen, 5 Tage; Krebs-Schaden am Angesicht."

Liebe Grüße, Sarah

Corinne 10.03.2014 21:17

Hallo,

Ich will euch folgenden Bericht aus dem "Luxemburger Wochenblatt" vom 24ten April 1824 dann auch nicht vorenthalten. Es handelt sich hierbei um den Bruder meines 4xUrgroßvaters:

"Ein schreckliches Verbrechen ist vorigen Sonnabend in der letzten Stunde vor dem hl. Ostertage hier begangen worden.
Der im Pfaffenthale im Mittelschen Hause Nr 44 wohnhafte Fischer und Spielmann Johann Pomerel, Vater von 4 Kindern, welcher seit 8 Tagen wegen vielfach wiederholter Mißhandlung seiner Ehefrau, von dieser verlassen war, lockte solche unter Versicherung einer bessern Behandlung zu sich und legt sich abends mit ihr zu Bette. Doch um 11 Uhr schlägt er ihr mit einem eisernen Hammer den linken Theil des Schädels ein, so daß das Auge derselben Seite herausspringt. Die unglückliche Frau (welche unter den unbeschreiblichsten Schmerzen noch den heutigen Tag erlebt hat) erhielt überdies noch mit einem Barbiermesser mehrere Schnitte ins Gesicht und in die Hände. Doch mit demselben Messer schnitt sich der Johann Pomerel gleich nach dieser ( im Finstern) vorgefallenen Mordszene die eigene Gurgel durch."

Glücklicherweise ist scheint der Rest der Familie friedfertiger veranlagt gewesen sein!


Die arme Frau starb schlußendlich ein paar Tage später am 28.4.1824 im Bürgerhospiz der Stadt Luxemburg.


Corinne

Ostpreussin 11.03.2014 18:33

Tod im Brunnen
 
Hier ein Beitrag aus Kobylin (Kreis Krotoschin) aus dem Jahr 1801:

Am 5ten November fiel in der Stadt Kobilin eine blinde Weibsperson in einen bürgerlichen Privatbrunnen auf dem Hofe, so dass sie sogleich todt war und alle angewandte chirurgische Mittel vergeblich zu ihrer Rettung angewandt wurden. Der Umschroot des Brunnens war schon alt und mürbe, daher jenes blinde Frauenzimmer, als sie sich an selbigen lehnte und derselbe einbrach, hinunterstürzte. Sie hatte sich dabei an den Seitenwänden und Steinen den Gehirnschädel ganz zerschmettert.

:cry:

zimba123 11.03.2014 20:19

Hallo zusammen,
Zitat:

Zitat von Ahrweiler (Beitrag 723782)
Ein Ahn von mir erfror bei Grabeshämmern.

Was bedeutet denn dieser Ausdruck?

Viele Grüße
Simone

Asphaltblume 14.03.2014 17:37

Für mich hört es sich so an, als habe er in gefrorenem Boden mit der Hacke ein Grab ausgehoben und sei dabei selbst erfroren.
Aber obs stimmt?

Anna Sara Weingart 14.03.2014 23:12

Zitat:

Zitat von Asphaltblume (Beitrag 727093)
Für mich hört es sich so an, als habe er in gefrorenem Boden mit der Hacke ein Grab ausgehoben und sei dabei selbst erfroren.
Aber obs stimmt?

Hallo
vermutung dazu: er war alleine, trank sich beim arbeiten einen an, wurde müde, schlief ein ...


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