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JensM 13.01.2018 22:48

FTM 2017 - Erfahrungsbericht (auch mit GEDCOM)
 
Hallo @all,

nach einem kleinen Exkurs in die Welt des FTM 2017 möchte ich Euch anhand meiner Mail an den Support einen kleinen Erfahrungsbericht geben.
Das dürfte insbesondere für alle interessant sein, die auf GEDCOM-Standards oder Sinnhaftigkeit von Daten Wert legen.

Ich freue mich auf einen regen Austausch, falls jemand Lösungen für die angesprochenen Probleme kennt.

Viele Grüße
Jens

---------------------------------
Hier meine Mail an den Support (aus dem Englischen wieder zurück übersetzt):

Hallo,

seit 3 Tagen habe ich den FTM 2017. Und ich bin so enttäuscht.
Es gibt die gleichen Probleme und Bug´s wie seit vielen Jahren.

Ich nenne Ihnen gern einige Beispiele zu nur einem einzigen Thema: Der Tod einer Person.

Probleme in FTM 2017:

- Es gibt keinen Flag eine Person als tot zu setzen, ohne andere Informationen zu kennen.
- Ein Feld "Verstorben = Ja" gibt es nicht.
- Wie kann (in meinem Beispiel) eine in 1779 geborene Person noch am Leben sein.
- Im FTM kann man auch nicht sehen, dass dir Person einfach nur verstorben ist.

Import aus GEDCOM:

- Es gibt keine Möglichkeit den GEDCOM-Import anzupassen, damit der Flag DEAT als "tot" interpretiert wird, wobei nichts über Datum oder Ort bekannt ist.
- Ich habe das mit verschiedenen Flags probiert. Nicht läuft korrekt.
- Im FTM kann ich sowieso nicht sehen, dass eine Person tot ist.

Online bei Ancestry:

- Die Person ist bei Ancestry natürlich "lebend". Ich habe diese als "tot" geändert. Diese Funktion gibt es bei Ancestry.
- Nach dem Sync hat sich in FTM nichts geändert.
- Also habe ich diese verstorbene Person mal als GEDCOM exportiert. Und auch in der GEDCOM-Datei ist diese Person noch am Leben.
- Zur Erinnerung: Geboren 1779!

Und es gibt noch ein anderes Problem mit dem GEDCOM-Import: Die Log-Datei ist nicht vollständig.

- Beispielsweise hatte ich eine GEDCOM-Datei mit den Tags "1 EVEN - 2 TYPE Settlement - 2 PLAC Hanau".
- Der Import hat diese nicht verarbeitet.
- In der Log-Datei waren aber keine Hinweise auf diesen Fehler-

Sorry, aber das ist keine nutzbare Software.

Machen Sie es besser - und zwar so schnell wie möglich.
------------------------

Storkower 23.01.2018 09:50

Guten Tag JensM,

ich nutze auch FTM2017 (englisch). Das man dort keinen Status "Verstorben" oder "lebend", wie bei der Online-Version, hat finde ich auch schade.
Wo ich mir sicher bin das die Personen verstorben sind trage ich im Datumsfeld "deceased" unter "Death" ein. Diese Wort wird von FTM akzeptiert.
In der Online-Version steht unter Tod dann "Deceased" - es wird also nicht ins deutsche übersetzt.
Einen GEDCOM Export habe ich aber noch nicht gemacht, weiß also nicht was dann passiert.

Der Storkower

1975reinhard 23.01.2018 12:01

Gedcom
 
Hallo Jens,

die Ursache ist folgende: Im GEDCOM-Standard gibt es kein Feld für das Ereignis "verstorben"!
Wenn es in einem Programm dieses Feld gibt, wird es entweder gar nicht exportiert oder oder als nutzerdefiniertes GEDCOM-Tag, das natürlich nicht von jedem anderen Programm lesbar ist.
Und, wenn ich dich richtig verstanden habe, ist in der GEDCOM-Datei, die du aus Ancestry heraus erstellst, die Information nicht vorhanden. Also kann auch nichts importiert werden.

Zu deinem Thema Wohnort:
In welchem Programm wurde diese GEDCOM-Datei generiert? Im GEDCOM Standard gibt es das Tag "RESI" (Residence). Die Frage ist, warum die GEDCOM-Datei nicht dem Standard entspricht.

Voraussetzung dafür, dass eine GEDCOM-Datei ordnungsgemäß importiert wird, ist, dass sie dem Standard entspricht. Alle Abweichungen vom Standard lassen Interpretationen zu, die nicht unbedingt dem entsprechen müssen, was der Ersteller der GEDCOM-Datei beabsichtigt hatte.
Ausnahmen davon gibt es nur, wenn sich die Hersteller unterschiedlicher Programme darauf einigen, wie sie ihre nutzerdefinierten Felder exportieren und importieren.

Viele Grüße
Reinhard

offer 24.01.2018 08:31

Zitat:

Zitat von 1975reinhard (Beitrag 1067461)
...
die Ursache ist folgende: Im GEDCOM-Standard gibt es kein Feld für das Ereignis "verstorben"!
...

Das muß ich widersprechen.

Es gibt das Tag "1 DEAT" für die Festlegung, ob eine Person verstorben ist oder nicht. Dieses Tag ist in der "INDIVIDUAL_EVENT_STRUCTURE" definiert und Teil des GEDCOM-Standards.

Weitere Elemente dieser Struktur sind:
BIRT oder CHR,
BURI oder CREM,
ADOP,
BAPM oder BARM oder BASM oder BLES,
CHRA oder CONF oder FCOM oder ORDN
NATU oder EMIG oder IMMI
CENS oder PROB oder WILL
GRAD oder RETI
EVEN
Zitat:

Zitat von 1975reinhard (Beitrag 1067461)
...
Wenn es in einem Programm dieses Feld gibt, wird es entweder gar nicht exportiert oder oder als nutzerdefiniertes GEDCOM-Tag, das natürlich nicht von jedem anderen Programm lesbar ist.
...

Es gibt sehr wohl Programme, die den Tag "DEAT" einlesen, auswerten und und auch wieder in GEDCOM zurückschreiben.
Ist die Person verstorben, das Datum aber nicht bekannt, sieht der GEDCOM-Standard vor, daß "1 DEAT Y" eingetragen wird.
Es gibt auch Programme, die einfach ein "1 DEAT" akzeptieren.
Ist das Sterbedatum bekannt sollte der Eintrag so aussehen:
1 DEAT
2 DATE 2 OCT 1937

Zitat:

Zitat von 1975reinhard (Beitrag 1067461)
...
Wenn es in einem Programm dieses Feld gibt, wird es entweder gar nicht exportiert oder oder als nutzerdefiniertes GEDCOM-Tag, das natürlich nicht von jedem anderen Programm lesbar ist.
Und, wenn ich dich richtig verstanden habe, ist in der GEDCOM-Datei, die du aus Ancestry heraus erstellst, die Information nicht vorhanden. Also kann auch nichts importiert werden.

Zu deinem Thema Wohnort:
In welchem Programm wurde diese GEDCOM-Datei generiert? Im GEDCOM Standard gibt es das Tag "RESI" (Residence). Die Frage ist, warum die GEDCOM-Datei nicht dem Standard entspricht.

Voraussetzung dafür, dass eine GEDCOM-Datei ordnungsgemäß importiert wird, ist, dass sie dem Standard entspricht. Alle Abweichungen vom Standard lassen Interpretationen zu, die nicht unbedingt dem entsprechen müssen, was der Ersteller der GEDCOM-Datei beabsichtigt hatte.
Ausnahmen davon gibt es nur, wenn sich die Hersteller unterschiedlicher Programme darauf einigen, wie sie ihre nutzerdefinierten Felder exportieren und importieren.
...

Diesen Aussagen kann ich nur zustimmen.

Storkower 24.01.2018 16:40

In meiner bei Ancestry erzeugten GEDCOM Datei steht im Feld "DEAT" nicht Y oder N, sondern der Text den ich als Bemerkung zum Sterbeeintrag erfasst habe.

offer 24.01.2018 19:08

Ergo nicht GEDCOM konform.

Das Tag "DEAT" hat nur "Y" als Argument, wenn andere Angaben nicht bekannt sind:
Zitat:

1 DEAT Y
oder hat kein Argument wenn z.B das Datum bekannt ist:
Zitat:

1 DEAT
2 DATE 2 OCT 1937
oder wenn z.B der Sterbeort bekannt ist:
Zitat:

1 DEAT
2 PLAC Cove, Cache, Utah
Die deutsche Übersetzung der GEDCOM schreibt dazu:
Zitat:

Im Gegensatz zur reinen Existenz des Kennzeichens selbst – wird durch diese Konvention die Information vor dem Löschen durch GEDCOM-Prozessoren bewahrt, die alle Zeilen entfernen, die weder einen Wert noch untergeordnete Zeilen haben. Außerdem erlaubt es, eine Notiz oder Quelle dem Ereignis zuzuordnen, ohne dass dadurch impliziert wird, dass das Ereignis wirklich stattfand.
Es ist in GEDCOM nicht zulässig, ein N (für „No“=Nein) an ein Ereigniskennzeichen anzuhängen, um damit anzuzeigen, dass ein Ereignis nicht stattfand. In der Zukunft könnte eine Konvention gefunden werden, die Ereignisse behandelt, die nie stattfanden.

JensM 24.01.2018 21:21

Hallo,

danke für die angeregte Diskussion! :-)

Das spannende ist ja, dass FTM beim Import den Tag "1 DEAT" gar nicht erkennt. Wenn ich dann aber online oder im FTM die Person als verstorben markiere (ohne weitere Merkmale) und dann exportiere, dann enthält der Export aus FTM den korrekten Tag "1 DEAT".

Ist schon spannend.
Import GEDCOM = nicht konform
Export GEDCOM = konform

Viele Grüße
Jens

1975reinhard 25.01.2018 06:16

Hallo Jens,

ändere mal manuell in der GEDCOM-Datei über einen Texteditor bei einem Eintrag, bei dem sonst keine Sterbedaten bekannt sind, von "1 DEAT" auf "1 DEAT Y"

Vielleicht liest es FTM dann richtig ein.

Viele Grüße
Reinhard

JensM 25.01.2018 08:03

Guten Morgen Reinhard,

das hatte ich schon gemacht. Funktioniert auch. Aber dann schleppe ich das "Y" in der Ansicht im FTM mit rum, weil es die Funktion "Verstorben" nicht so wirklich gibt. Ich weiß adhoc aber nicht mehr, zu welchem Argument das zugeordnet wurde.

Also für eine saubere Datenbank ist das leider auch keine Lösung.

Viele Grüße
Jens

offer 25.01.2018 08:57

Hallo Jens!

Zitat:

Zitat von JensM (Beitrag 1067822)
...
Das spannende ist ja, dass FTM beim Import den Tag "1 DEAT" gar nicht erkennt. Wenn ich dann aber online oder im FTM die Person als verstorben markiere (ohne weitere Merkmale) und dann exportiere, dann enthält der Export aus FTM den korrekten Tag "1 DEAT".

Ist schon spannend.
Import GEDCOM = nicht konform
Export GEDCOM = konform
...

Enthält die exportierte GEDCOM nur den Tag "1 DEAT", ohne eine "2 DATE"?
Wenn nach dem "1 DEAT" keine weitere Info kommt, ist das nicht GEDCOM-konform.
Zitat:

Zitat von GEDCOM
All GEDCOM lines have either a value or a pointer unless the line contains subordinate
GEDCOM lines.
In other words the presence of a level number and a tag alone should not be
used to assert data (i.e. 1 DEAT Y should be used to imply a death known to have happened but
date and place are unknown, not 1 DEAT ). The Lineage-linked form does not allow a
GEDCOM line with both a value and a pointer on the same line.

Was passiert eigentlich, wenn Du in das Eingabefeld für das Sterbedatum oder den Sterbeort entweder ein "?" oder "UNKNOWN" bzw. "UNBEKANNT" eingibst?


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