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Tim0111 17.08.2021 15:15

Der Bruder meines Großvaters (väterlicherseits) starb mit 17, weil er in einem See ertrank, man weiß aber nicht genau wieso er ertrank.

Ein Onkel meines Vaters hat sich erschossen.

Gudrid 17.08.2021 19:54

Mein Großvater hat sich aufgehängt, niemand wusste eigentlich warum. Als 25 Jahre später meine Oma starb fand man in ihrer Hinterlassenschaft den Abschiedsbrief meines Großvaters. Er hatte aufgrund einer Nervenkrankheit mit 60 Jahren seine Arbeit verloren. Er wollte nicht mehr leben, weil er seine Familie nicht mehr ernähren konnte, schrieb er. Sein jüngster Sohn solle sich um die Oma kümmern. Weil meine Großmutter nicht wollte, dass sich der Sohn verpflichtet fühlte, sich um sie zu kümmern, verheimlichte sie den Brief Zeit ihres Lebens. Der Kriminalpolizei sagte sie damals, ihr Mann habe keine Nachricht hinterlassen.

Tim0111 17.08.2021 23:28

Zitat:

Zitat von Garfield (Beitrag 400840)
Habe was kurioses im Kirchenbuch gefunden: ein Mann (vermutlich nicht verwandt, sondern nur Namensvetter) "wurde mitten auf der Strasse tot aufgefunden".
Autounfall, würden wir denken, allerdings war das 1860...
Er war 40 Jahre alt, da würde man eigentlich nicht denken, dass er einfach so tot umkippte. Aber soll ja vorkommen 8o.

Vllt war es ein Unfall mit einer Kutsche?

Andrea1984 18.08.2021 19:03

Oder ein Herzinfarkt/plötzlicher Herztod ?

Das wäre auch eine Möglichkeit.

Herzliche Grüße

Andrea

Tim0111 19.08.2021 20:22

Zitat:

Zitat von Andrea1984 (Beitrag 1392191)
Oder ein Herzinfarkt/plötzlicher Herztod ?

Das wäre auch eine Möglichkeit.

Herzliche Grüße

Andrea

Wobei ein Herzinfarkt mit 40 auch selten ist aber in der Zeit wo es war bestimmt möglich da gab es ja auch weniger Vorsorgeuntersuchungen oder sowas

Wolfg. G. Fischer 20.08.2021 18:04

1898 starb eine 55-jährige Frau an inneren Verletzungen von den Tritten eines Rindes.

LG Wolfgang

Svet_Lin 06.09.2021 13:37

Hallo zusammen,

ich bin gerade wieder am Stöbern (diesmal nach dem Namen Klump im Warthegau) und dabei auf folgende Todesursache gestoßen:

"Erschlagen, (nachdem) er von einem mit Brettern beladenen Wagen herunter und dieser auf ihn gefallen ist."

Es handelt sich um den Vogt Mathias Klump aus Bußewo (StA Kruschwitz 132/1883)

leo ro 14.09.2021 00:29

unglückliches Zusammentreffen mit örtlicher Fauna
 
Ein Eintrag aus dem Totenregister Rietheim (Münsingen): "d. 17. Aug - 1711 - ist gestorben Zacharias R[...], Beysitzer und Flecken-Schütz
in Rietheim, den die wilde Schwein bey nachts in der Hut angefallen, u. also ver[le]tzt, daß das Gedärm in seinem Leibe theils auffgesprungen [?], theils sich also ineinander [ver]flochten, daß die naturalia excrementa wieder die Natur aus dem Mund ihren ausfluss [ge]nommen, und in der öffnung also befunden worden, daß weder artzt noch salbe deßen re[st]itution procuriren mögen. alt gewesen [?] 29. Jahr, 5. Monath. Es haben ihn zuwühlet die wilde Säue."
Der arme Kerl hat sich immerhin vorher noch fortpflanzen können, um mein neunfacher Urgroßvater zu werden.

Geschichtensucher 14.09.2021 08:37

Was sagt ihr zu
 
Demenz?

Geschichtensucher 14.09.2021 08:40

Sorry,
 
Geschichtensucher ist noch unerfahren hier. Sollte ein Zitat sein zu Roswithas "Wandel..." als Todesursache der 54jährigen.

Geschichtensucher 14.09.2021 21:43

Zitat:

Zitat von Feldsalat (Beitrag 1153455)
1707 stirbt ein Vorfahre von mir, Auszug aus seinem Sterbeeintrag:

... Christlich Zur Erden bestattet hat ge-
lebet bey 88. Jahr. 10 Jahr weg[en] blödigkeit des Gesichts Zu
hauß geseßen.

Ich kann mir nicht wirklich was unter "Blödigkeit des Gesichts" vorstellen 8o




halbseitige Gesichtslähmung, sicher nach Schlaganfall?

Anna Sara Weingart 14.09.2021 22:27

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Nein, das bedeutete einfach, dass er schlecht sehen konnte. Daher blieb er zu Hause.

"Gesicht" = Sehvermögen
"Blödigkeit" = Schwachheit

Siehe dazu den Bildanhang: wer ein "blödes Gesicht" hat, muss eine Brille tragen

Anna Sara Weingart 14.09.2021 22:42

Zitat:

Zitat von Anna Sara Weingart (Beitrag 1398358)
... "Blödigkeit" = Schwachheit ...

Ein Blödsinniger ist ein Schwachsinniger

Zitat:

Zitat von Anna Sara Weingart (Beitrag 1398358)
... Siehe dazu den Bildanhang: wer ein "blödes Gesicht" hat, muss eine Brille tragen

Wer ein "kurtzes Gesicht" hat ist ein Kurzsichtiger
Wer ein "blödes Gesicht" hat ist ein Schwachsichtiger

Anna Sara Weingart 14.09.2021 23:00

Dazu passend die "Leibsblödigkeit" = körperliche Schwachheit
https://drw-www.adw.uni-heidelberg.d...ibsbloedigkeit

Anna Sara Weingart 14.09.2021 23:24

Etymologisches Wörterbuch
blöd = ahd. blōdi ‘träge, furchtsam, körperlich schwach’ (9. Jh.), mhd. blœde ‘gebrechlich, zart, zaghaft’, mnd. blȫde ‘schwach, furchtsam, verzagt’
https://www.dwds.de/wb/blöd

consanguineus 15.09.2021 07:38

Verwandt mit dem in Schottland gebräuchlichen "blate" (fast deckungsgleiche Bedeutung)?

LutzM 12.10.2021 14:32

18.1.1720
... Nach Mitternacht von Mördern durch den Hals gleich todt erschossen worden.

Bienenkönigin 18.10.2021 22:19

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Hallo,

die Tochter hat gerade keine Zeit, sich mit dem Lateinischen zu befassen, aber vielleicht mag ja jemand von Euch über diesen Todesfall berichten?

Es sieht auf den ersten Blick interessant aus, aber wirklich schlau werde ich nicht.
Was passierte da am 27. Januar vor fast 400 Jahren?
http://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bd...1e84d91fd02e86

Danke und Grüße
Bienenkönigin

Bienenkönigin 01.11.2021 21:19

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Hallo,

leider konnte noch niemand den lateinischen Sterbeeintrag aus meinem letzten Beitrag ansehen. Mag jemand kurz erzählen, was darin beschrieben steht?

Ich versuche es noch einmal, diesmal mit einem deutschen Eintrag.
Anderer Ort, andere Zeit:
1878 in Böbing, Schongau (Oberbayern), stirbt inmitten lauter katholischer Dorfbewohner ein protestantischer "Ingenier", und zwar durch Selbstmord "infolge Grieß????" - meine Entzifferungsversuche bleiben heute leider ohne Erfolg.
Wer findet es heraus und stillt meine Neugier?

Ich gehe das Sterbebuch übrigens Seite für Seite durch, da aus Datenschutzgründen das Register noch nicht freigegeben ist!
Danke und viele Grüße
Bienenkönigin


http://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bd...0e48b1a758df49

Schischka 02.11.2021 09:58

Hallo Bienenkönigein,
ich lese (#899) "Geistesstörung".


LG Schischka

Bienenkönigin 02.11.2021 13:03

Zitat:

Zitat von Schischka (Beitrag 1410163)
Hallo Bienenkönigein,
ich lese (#899) "Geistesstörung".
LG Schischka

Hallo Schischka,

danke! Wie tragisch, so jung zu sterben fern der Familie (und evtl. Heimat), in einem kleinen Kaff... Ob er wohl eine Schusswaffe hatte?
Ich lese etwas von Murnauerbahn, aber ich vermute mal, da hat er als Ingenieur dran gearbeitet.
Ob er wohl dort begraben wurde?
Von Überführung steht nichts da.

Viele Grüße
Bienenkönigin

Geschichtensucher 03.11.2021 13:22

Unrecht gut gedeihet nicht!
 
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und das musste der Pfarrer im folgenden Falle extra vermerken!


im Kirchenbuch Elbisbach fand ich die folgende Geschichte:



zunächst war am 9. 8. die Ehefrau Thieme verstorben. Offenbar versagte ihr der Ehemann das "öffentliche" Begräbnis und verbot auch ihren leiblichen Kindern aus der 1. Ehe, dem Sarg zu folgen. "Diese unchristlichen That wurde zunichte gemacht durch seinen schnellen Tod". Der böse Gatte starb am 11. 8...


und dem Pfarrer war das eine Anmerkung wert, offenbar sah er Gottes Strafe in dem Geschehen.



Zum Nachlesen ein Foto anbei, leider nicht optimal fotografiert...


LG Iris

BiancaBetten 06.11.2021 10:07

Bin mir nicht sicher, ob dieser Beitrag hierher gehört, oder besser unter "Humoris causa", jedenfalls komm ich ausm Lachen nicht mehr raus....

Sowas findet man, wenn man nicht schlafen kann und einfach in Digitalisaten der Heimatstadt stöbert. Ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1894 in einer polizeilichen Akte, der einen etwas kuriosen Todesfall behandelt.

Vlotho, 9. September. Ein alter Mann von hier, der seit ca. 30 Jahren in demselben Arbeitsverhältnis bei einem hiesigen Zuckerfabrikanten stand, hat am Freitag Abend sein Leben ausgehaucht. Am Donnerstag Nachmittag kam derselbe unerwartet von der Arbeit nach Hause, legt sich hin und war am nächsten Abend eine Leiche. Eine etwas sonderbare Vorgeschichte hat dieser unerwartete Todesfall. In der betr. Zuckerfabrik sind die Aborte in einer Weise angelegt, dass die Benutzung derselben schwere Gefahren in sich birgt, besonders für alte und gebrechliche Arbeiter. Der Arbeiter benutzte den Abort, ob er nun eingeschlafen oder einen Schwindel bekommen, konnte nicht fest gestellt werden, genug, nach einiger Zeit hörten Arbeiter ein Stöhnen und Aechzen und fanden den den Mann, der hinuntergestürzt, in der Senkgrube. Ob der Sturz oder folgende Reinigungsprozedur den Tod herbeigeführt, wissen wir nicht. Am Abend wurde seitens des Arbeitgebers der Lohn, die Quittungskarte usw. dem Verunglückten mit dem Bemerken zugestellt, er brauche nicht wieder zu kommen, wovor derselbe ja nun behütet bleibt.

http://dfg-viewer.de/show?id=9&tx_dl...%5Bpage%5D=168

Bienenkönigin 14.11.2021 17:46

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Hallo,

ich bin gerade auf einen tragischen Fall im Jahr 1694 gestoßen, ich weiß nur nicht, ob ich den lateinischen Eintrag richtig entziffere:
Ein Kind ist im Bade (?) ertrunken, anscheinend aber schon 6 Monate alt, und was die Eltern subito gemacht haben, kann ich auch nicht erraten.

Warum 6 Monate alt, aber dennoch im Taufbuch erwähnt?

Wer selbst lesen mag, im Anhang und im Link ganz links unten:
https://data.matricula-online.eu/de/.../3-TSH/?pg=105

VG
Bienenkönigin

consanguineus 22.11.2021 01:11

Hallo zusammen!

1641 in Zilly. In dieser Art habe ich mehrere unter meinen Vorfahren und deren Nachbarn: "In diesem Jahr sindt allhier begraben worden 54 personen, warunter Lüdder Klawen vnd Herman Lange (sonsten Voß genandt) von den kayserlichen Soldaten iammerlich erstochen vnd vmbgebracht worden." Soweit nicht seltsam. Eher normal in jener Zeit.

Viele Grüße
consanguineus

Ursula 22.11.2021 19:36

Heute habe zum ersten Mal in einem KB gesehen, dass ein Pfarrer Fehlgeburten im Taufregister eingetragen hat. Abortus 5 Monate, Abortus 2 1/2 Monate, Abortus 4 Monate. Ab 8 Monaten war es dann ein "Kind bei der Geburt gestorben."

Alle wurden vom Totengräber begraben. Es waren viele. :(


LG
Uschi

Lama 22.11.2021 20:03

Zitat:

Zitat von Bienenkönigin (Beitrag 1413590)
Hallo,

ich bin gerade auf einen tragischen Fall im Jahr 1694 gestoßen, ich weiß nur nicht, ob ich den lateinischen Eintrag richtig entziffere:
Ein Kind ist im Bade (?) ertrunken, anscheinend aber schon 6 Monate alt, und was die Eltern subito gemacht haben, kann ich auch nicht erraten.

Warum 6 Monate alt, aber dennoch im Taufbuch erwähnt?

Wer selbst lesen mag, im Anhang und im Link ganz links unten:
https://data.matricula-online.eu/de/.../3-TSH/?pg=105

VG
Bienenkönigin


Hallo Bienenkönigin,



ich lese, ohne Garantie: cum parentes subito propter perussionem (?) curre(re)nt, "obwohl die Eltern sofort gelaufen kamen wegen der Verbrühung (?)". Warum das Kind 6 Monate alt sein soll und im Taufbuch steht, weiß ich auch nicht.


LG Lama

Lama 22.11.2021 20:09

Zitat:

Zitat von Bienenkönigin (Beitrag 1406729)
Hallo,

die Tochter hat gerade keine Zeit, sich mit dem Lateinischen zu befassen, aber vielleicht mag ja jemand von Euch über diesen Todesfall berichten?

Es sieht auf den ersten Blick interessant aus, aber wirklich schlau werde ich nicht.
Was passierte da am 27. Januar vor fast 400 Jahren?
http://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bd...1e84d91fd02e86

Danke und Grüße
Bienenkönigin


Nach erbärmlichen Qualen und nachdem die unbekannte Krankheit endlich etwas nachließ und er ein wenig aufatmen konnte, nach ausgedehnten Gebeten, beschloss er sein Leben im Zustand eines Schlafenden zuhause.


Wenn ich richtig gelesen habe.



LG Lama

Bienenkönigin 22.11.2021 21:31

Hallo Lama,

vielen Dank, dass du dir noch die Mühe gemacht hast, die Einträge zu entziffern.
Leider hatte ich Latein nur als Wahlfach.

Schon seltsam, dass manche Ereignisse so ausführlich beschrieben wurden, andere in knappen, dürren Worten.
Ich denke mal, es hat den Pfarrer entweder besonders berührt (oder es hat sich zum Teil um bedeutende Personen der Gemeinde gehandelt).

Viele Grüße
Bienenkönigin

Lama 23.11.2021 20:11

Hallo Bienenkönigin,
ja, aus irgendeinem Grund muss das der Pfarrer als besonderen Krankheitsverlauf empfunden haben. Vielleicht weil es erst besser wurde und alle auf Heilung gehofft haben, und dann der Tod eingetreten ist? Aber man würde vermuten (oder ich hätte vermutet), dass das öfter so passiert wäre und daher nicht so erwähnenswert sei. Vielleicht geschah es aber gar nicht so oft.


Interessant vielleicht auch der "morbus ignotus", vielleicht war auch das der Grund des Eintrags, weil der Pfarrer nicht einfach "Typhus" oder "Febris" oder "Frais" schreiben konnte. Andererseits ist die Krankheitssymptomatik dafür auch sehr ungenau beschrieben.


LG Lama

Anna Sara Weingart 23.11.2021 21:40

Sindelfingen 1668

Den 5. Augusti. Ist Daniel Bernhardts Knäblin Hanns Jerg Seines alters 7 Jahr 8 Monat gestorben, nach deme es zuvor mit andern in den Sommerhofer Waldt ausgeritten, und der grossen dollen nachtschatten (welches schwartze glützende beer so gros als Judenkürschen sein, wachsen auf steidlin [Stauden] eines halben mans groß, dickh wie ein finger oder wie ein rohr von feickheln stöckhen, stehen einzechtig, blühen zu vor, welche blüest hernach fünfspitz [fünfblättrige Blüte] ..., sihet [sieht aus] wie ein sternlein eines thalers gros, worauf auch das beer stehet, sonsten habens die leuth underschidlich geheißen wolfsbeer wildbeer etc., obgesetzter Nam aber ist in einem In Dianischen Creuterbuch sampt deßen operation und tugendt, das nemlich sechs [Beeren] sollen taubsichtig machen, gefunden worden) geeßen [gegessen], nach 8 stunden gantz sinnlos und taubsichtig worden, nachgehendts über die 24 stund lang gestorben

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Tollkirsche
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:...lla-donna0.jpg

Anna Sara Weingart 23.11.2021 22:26

Zitat:

Zitat von Anna Sara Weingart (Beitrag 1416040)
... stehen einzechtig, blühen zu vor, welche blüest hernach fünfspitz [fünfblättrige Blüte] ..., sihet [sieht aus] wie ein sternlein eines thalers gros, worauf auch das beer stehet ...

Nachtrag/Korrektur: mein Zusatz "[fünfblättrige Blüte]" ist an dieser Stelle falsch. Denn es waren vom Pfarrer stattdessen die fünf spitzen Kelchblätter gemeint, die nach der Blüte unter der Beere zu sehen sind und nicht die eigentlichen Blütenblätter (Kronblätter)

Sbriglione 23.11.2021 23:00

Ein mit ziemlicher Sicherheit interessanter Todesfall betraf den gleichnamigen Sohn meines Vorfahren Philipp HERTEL in Klingenberg am Main im Jahre 1678 (seine Eltern dürften nicht gerade glücklich über die Umstände gewesen sein - er starb unverheiratet mit 24 Jahren):

"Bestattet wurde Philipp Hertel, der vor seiem Tod litt, was er durch Schmerz, Laute und Zeichen zu verstehen gab und sich deshalb im Fieberwahn selbst die Kehle wegschnitt und der vielleicht noch lange weiterleben würde, wenn seine Eltern den pfarrlichen Rat befolgt hätten und alle Messer und Küchenutensilien weggeschafft hätten und auf ihn, wie vom Pfarrer gemahnt, aufgepasst hätten". (aus dem Lateinischen übersetzt mit Unterstützung diverser Leute auf diesen Seiten)...

Sbriglione 23.11.2021 23:18

Sterbeeintrag einer meiner Vorfahrinnen aus Dardesheim im Jahre 1687:

"Den 30ten September Frau Ilse HOLLEN, Mstr. Matthia BEHRENS nachgelaßene Witwe, mit einer Leichenpredigt beerdiget, alt 56 Jahr. NB: Sie ist in ihrem eigenen Garten von einem Wein-Diebe mit 3 1/2 Lot Steine todt geworffen, noie Hanß Lorentz, von Rohrsheim gebürtig".

Ein Jahr später (1688) findet sich im gleichen Sterberegister der folgende Eintrag:

"Den 16ten November Hanß LORENTZ, Simon EITZENS Schwieger-Sohn, aus Rohrsheim bürtig, durch das Schwerdt vom Leben zum Tode gebracht, weil er Anno 1687 den - September Ilsen HOLLEN mit einem Steine todtgeschmißen hat".

LutzM 23.11.2021 23:54

Das finde ich mal sehr interessant! :)

consanguineus 24.11.2021 00:13

Spektakulär! Und das gewissermaßen vor meiner Haustür.

Weltenwanderer 25.11.2021 17:21

Ein Mensch in Stücke gerissen
 
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Hallo,

anbei ein sehr grafisch beschriebener Todesfall von 1877.
Die standesamtliche Heirat der Braut war am 29.09.1877 in Laurahütte.
Der genannte ZENCZ war mit vollständigem Namen Johann ZIENCZ; dieser wurde um 1846 in Danietz Kreis Oppeln geboren und starb infolge der erlittenen Verletzungen am 01.10.1877 im Knappschaftslazarett zu Siemianowitz Kreis Kattowitz. Verheiratet war er mit Agnes GAYDZIK.
Die beiden genannten Kinder starben dann leider auch 1877 und 1878 in Hugokolonie.

Quelle: Militscher Kreisblatt, Jg. 39, Nr. 40, S. 334, Samstag, 06.10.1877

LG,
Michael

Sbriglione 25.11.2021 19:03

Ein Sterbeeintrag aus Weißensee in Thüringen aus dem Jahre 1601:

"18 die May Ist nach Urtheil und recht, mit dem Schwerdt gerichtet worden, Leonhard Setzpfandt, ein Bürger alhier, welcher, mit Dorothea, Melichois Fleischmann seligen hinterlassenen tochter, ehbruch begangen.
Und ist sie zur Staupe geschlagen, und des landes ewig vorwiesen worden.
Und dieweil der Hencker oder Scharffrichter, aus eile und unbeschiedenheit ihn nicht recht gerichtet hatt, ist der Meister mit Steinen zu tode geworffen worden von den frömbden Leuten und etlichen Soldaten, die damals seind zu der Verschwertigung kohmen, widder des Rechts willen, und enrstes Verbott".

Sbriglione 25.11.2021 19:13

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Der Schreiber des vorgenannten Kirchenbuches hatte offensichtlich auch eine Freude an der drastischen Darstellung mancher Hinrichtungen (so zum Beispiel der hier dargestellten Verbrennung einer "Hexe"):

Ursula 25.11.2021 20:50

Zitat:

Zitat von Sbriglione (Beitrag 1416427)
Ein Sterbeeintrag aus Weißensee in Thüringen aus dem Jahre 1601:

"18 die May Ist nach Urtheil und recht, mit dem Schwerdt gerichtet worden, Leonhard Setzpfandt, ein Bürger alhier, welcher, mit Dorothea, Melichois Fleischmann seligen hinterlassenen tochter, ehbruch begangen.
Und ist sie zur Staupe geschlagen, und des landes ewig vorwiesen worden.
Und dieweil der Hencker oder Scharffrichter, aus eile und unbeschiedenheit ihn nicht recht gerichtet hatt, ist der Meister mit Steinen zu tode geworffen worden von den frömbden Leuten und etlichen Soldaten, die damals seind zu der Verschwertigung kohmen, widder des Rechts willen, und enrstes Verbott".

Das ist ja schauderhaft.

LG
Uschi


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