Nationalitäten in SH

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • Hondu
    Benutzer
    • 13.04.2023
    • 11

    Nationalitäten in SH

    Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 1700-1870
    Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Glückstadt und Krempe
    Konfession der gesuchten Person(en): vermutlich ev
    Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken):
    Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive):


    Schönen guten Tag in die Runde!
    Ich versuche für Vorfahren in Steinburg deren Staatenzugehörigkeit herauszufinden (sofern man zur damaligen Zeit um 1800 davon sprechen kann). Die Namen sind per se erst mal deutsch, gibt also einen gewissen Hinweis (wobei einer der Familiennamen noch heute in Dänemark vorkommt). Im Census 1835 Krempe ist eine der Familien angegeben. Dieser Census ist auf der dänischen Website entsprechend zu finden, aber vollständig in deutsch. Ein Stammhalter der anderen Familie ist in Glückstadt geboren und wird ca.1840 als Unteroffizier des dortigen Bataillons genannt (Heiratsurkunde). Es gibt wohl dänische Militäraufzeichnungen, aber die sind wohl recht umfangreich, da finde ich bisher nicht mal einen Ansatzpunkt wo ich anfangen soll, besonders nichts zum Kreis Steinburg. Abgesehen von den tumultigen Herrschaftswechseln über die Jahrhunderte ist mir nicht klar, wie man sehr konkret herausfinden kann, wer wohin gehörte zu einem konkreten Zeitpunkt. Meine Vermutung wäre bspw., dass der dänische Census impliziert, dass es eindeutig dänisches Gebiet war zu der Zeit und entsprechend die Nationalität der Personen und andererseits, dass ein Unteroffizier in Glückstadt 1840 auf dänischer Seite gewesen sein muss, und entsprechend der Nationalität nach, Däne. Aber ich habe bisher keinen Anhaltspunkt das konkreter zu belegen oder zu widerlegen.
    Weiß da jemand etwas?

    Gruß
  • Gastonian
    Moderator
    • 20.09.2021
    • 3296

    #2
    Hallo:


    Das Herzogtum Holstein war zu diesem Zeitpunkt ein Zwitterding: sowohl Gliedstaat des Deutschen Bundes wie auch (da der dänische König dauerhaft auch Herzog von Holstein war) Teil des dänischen Gesamtstaates. Die hieraus erwachsenden Konflikte wurden erst durch den Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 gelöst. Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Holstein.


    VG


    --Carl-Henry
    Meine Ahnentafel: https://gw.geneanet.org/schwind1_w?iz=2&n=schwind1&oc=0&p=privat

    Kommentar

    • Anna Sara Weingart
      Erfahrener Benutzer
      • 23.10.2012
      • 15113

      #3
      Hallo
      Der Deutschen Bund war so was ähnliches wie die EU heute. Der Nationalstaat für die Holsteiner blieb aber Dänemark. Sie waren also deutschsprachige Dänen.

      Genauso wie heuzutage Dänemark und Deutschland gemeinsam in der EU sind, waren damals das dänische Herzogtum Holstein (als Teil des Königreichs Dänemark), sowie andere Nationalstaaten, wie z.B. Preußen und Bayern, gemeinsam im Deutschen Bund
      Viele Grüße

      Kommentar

      • Hondu
        Benutzer
        • 13.04.2023
        • 11

        #4
        Vielen Dank Euch beiden!
        Sind Bürger von Krempe und Glückstadt dann tatsächlich offiziell dänische Bürger gewesen? Es müsste dann wohl dänische Register geben darüber? Ich meine den Zeitraum ca. 1750-1865.
        Ich hab auch weiterhin nichts zu militärischen Aufzeichnungen in Glückstadt gefunden aus der Zeit um 1840, ist zufällig jemandem eine Quelle bekannt? Ich suche vielleicht auch an falscher Stelle, ich weiß leider ja auch nicht, ob das primär deutsche oder dänische Militärregister sein müssten.

        VG
        Zuletzt geändert von Hondu; 31.03.2024, 22:27.

        Kommentar

        • Gastonian
          Moderator
          • 20.09.2021
          • 3296

          #5
          Hallo:


          Der Begriff des Bürgers eines Nationalstaates ist erst mit der französischen Revolution vno 1789 entstanden (siehe Begriff "citoyen") und ist nur allmählich im 19. Jahrhundert in weiteren Teilen von Europa angenommen worden.


          Zu jener Zeit war man Bürger einer Stadt (z.B. Glückstadt) oder Einwohner auf dem Land und als solcher Untertan des Herzogs von Holstein, der halt auch der König von Dänemark war (also nicht "Bürger" von Holstein oder von Dänemark).



          Da Untertanen abgabenpflichtig waren, ist die beste Chance einer Registrierung die jährlichen Amtsrechnungen, in denen die erhobenen Abgaben aufgezeichnet wurden. Für Krempe siehe z.B. die Amtsrechnungen des Amts Steinburg im Landesarchiv Schleswig-Holstein: https://arcinsys.schleswig-holstein....rue&sorting=41 (diese Rechnungen sind nicht online, die muß man im Landesarchiv in Schleswig einsehen).


          Ein Militätbataillon in Glückstadt in 1840 wird gewiß unter der Oberhoheit des dänischen Königs gestanden haben. Die zentralen Militärakten des dänischen Heeres sind im dänischen Reichsarchiv (rigsarkivet) in Kopenhagen. Da habe ich nichts online spezifisch zu einem holsteinischen Regiment/Bataillon 1840 gefunden; es gibt aber Karteien zu Unteroffizieren des 19. Jahrhunderts in der Artillerie (https://www.sa.dk/ao-soegesider/en/o...33051/17022133), im Fußvolk (https://www.sa.dk/ao-soegesider/en/o...33051/17022107), und in der Reiterei (https://www.sa.dk/ao-soegesider/en/o...33051/17022127). Vielleicht findet sich dein Vorfahre hier.


          VG


          --Carl-Henry
          Zuletzt geändert von Gastonian; 31.03.2024, 23:37.
          Meine Ahnentafel: https://gw.geneanet.org/schwind1_w?iz=2&n=schwind1&oc=0&p=privat

          Kommentar

          • Gastonian
            Moderator
            • 20.09.2021
            • 3296

            #6
            Hallo:


            Es gibt in Dänemark zu dieser Zeit die sogenannten "lægdsruller", d.h. Verzeichnisse der militärpflichtigen Männer (Einführung auf englisch: https://www.familysearch.org/en/wiki...3%A6gdsruller), auf dänisch: https://www.rigsarkivet.dk/udforsk/l...m-godt-i-gang/). Diese sind für das Königreich Dänemark vom Rigsarkivet online gestellt worden, aber für Holstein finde ich sie weder im Rigsarkivet noch im Landesarchiv Schleswig.


            VG


            --Carl-Henry
            Meine Ahnentafel: https://gw.geneanet.org/schwind1_w?iz=2&n=schwind1&oc=0&p=privat

            Kommentar

            • Hondu
              Benutzer
              • 13.04.2023
              • 11

              #7
              Hallo Carl-Henry, ich danke dir ganz herzlich für deine ausführliche Recherche!
              Bisher habe ich in den online verfügbaren Quellen noch nichts finden können, habe aber auch noch nicht alles durchgehen können. Soweit sieht es bei den Unterlagen zu den Unteroffizieren so aus als ob sich diese beziehen würden auf auch heute noch dänischen Städte. Zumindest steht ganz oft bspw Kbhvn.
              ich habe jetzt mal das Reichsarchiv direkt angeschrieben und um Hilfe gebeten in der Frage, wo militärische Aufzeichnungen aus dem Bereich Glückstadt zu finden sein könnten.
              Auf der Website danishfamilysearch gibt es einen Unterpunkt, der mir vorher nicht aufgefallen war, "other sources", wenn man auf eine Stadt klickt.
              Für Glückstadt sind dort 164 Aufzeichnungen unter Militär genannt, aber bisher scheint es sich nicht auf Glückstadt zu beziehen. Vieles ist bspw. zu "Slesvigske Fodregiment (2. Regiment)".
              Zufällig steht auf der wiki-Seite zum Holstein-Lauenburgisches Bundeskontingent im fraglichen Zeitraum in Glückstadt ausschließlich das 17. Linieninfanteriebataillon, das 1842 (laut eines Artikels der Detlefsen-Gesellschaft) aus dem Leibregiment Infanterie „Königin“ hervorgegangen sein soll. Vielleicht war dieses Bataillon ja das einzige in Glückstadt? Dazu würde passen, dass im Traueintrag der Person steht "von hiesigen Bataillon", was vielleicht andeutet, dass es nur eines zu der Zeit gab. Damit wäre etwas da, mit dem man konkreter suchen kann.

              Viele Grüße
              Frank

              Kommentar

              Lädt...
              X