Vertriebene / Flüchtlinge in Neumünster 1945

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  • Ka_NMS
    Benutzer
    • 01.02.2024
    • 7

    Vertriebene / Flüchtlinge in Neumünster 1945

    Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 1945
    Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Neumünster / Königsberg
    Konfession der gesuchten Person(en): evangelisch
    Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken):
    Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive):



    Moin,


    ich komme bei der Suche nach meinen Vorfahren mütterlicherseits leider nicht weiter. Meine Großeltern sind 1945 aus Königsberg nach Neumünster geflohen. Die Vertriebenen / Flüchtlinge müssen ja irgendwo registriert worden sein, ich hoffe, dass dort auch Angaben zu Eltern / Verwandten gemacht werden mussten. Hat jemand Erfahrung mit der Suche nach Information über Vertriebene und kann mir sagen, wo und wie ich am besten noch suchen könnte?



    Leider hat meine Internetrecherche bzw. Suche auf diversen Seiten keine Namenstreffer ergeben. Meine Anfrage beim Landesarchiv Schleswig-Holstein lief auch ins Leere, da dort nur Aufzeichnungen aus 3 Auffanglagern vorliegen und beim Stadtarchiv Neumünster komme ich aktuell nicht weiter, da es aus Personalmangel bis auf weiteres geschlossen ist.



    Meine Großmutter: Stefania Maria Orlik, geboren 9.10.1917 in Heilsberg Mein Großvater: Friedrich Alexander Karl Gerhard Beyer (Rufname Gerhard), geboren 19.9.1903 in Bunzlau


    Geheiratet haben meine Großeltern am 28.07.1941 in Königsberg.
    Ob sie direkt nach Neumünster oder erstmal irgendwo untergekommen sind, weiß ich leider nicht. Die erste Aufzeichnung in NMS ist erst aus dem Jahr 1949 zur Geburt meiner Mutter. Die Informationen über die Geburtsdaten und das Hochzeitsdatum habe ich von der Kirche in NMS, in der meine Mutter getauft wurde, die haben mir alle dort verfügbaren Unterlagen geschickt.


    Es wurde ein möglich Bruder meiner Oma gefunden, dadurch habe ich Eltern und Großeltern gefunden. Aber ob das wirklich Verwandschaft oder nur Zufall ist, kann ich bisher leider nicht verifizieren. Ein gefundener möglicher Vater und Großmutter meines Opas konnte ich bisher auch nicht verifizieren.

    Vielleicht muss ich mich einfach gedulden, bis das Stadtarchiv NMS wieder besetzt ist, aber vielleicht findet sich vorher ja schon ein Weg.


    Viele Grüße
    Katrin
  • annika
    Erfahrener Benutzer
    • 12.09.2011
    • 242

    #2
    Hallo Katrin,

    ich würde bei der Heiratsurkunde ansetzen, die Standesamtunterlagen der Standesämter in Köngisberg lagern beim Standesamt I in Berlin. Der Jahrgang 1941 wurde auch noch nicht ans Archiv abgegeben.




    Bunzlau liegt nach meiner kurzen Recherche in Schlesien, da gibt es ein gesondertes Unterforum für.

    Zu den Beständen des Standesamts Heilsberg siehe hier.

    LG Annika
    Suche nach den Namen:

    Staatz, Lindenblatt, Kellmann und Kretschmann in Wakelsdorf (Wackelsdorf), Kl. Wilmsdorf, Vogtshof bei Grünhagen und Pfalsdorf im KREIS MOHRUNGEN/OSTPREUßEN

    Uecker bzw. Ücker und Balfanz in Ristow im KREIS BELGARD/POMMERN

    Kommentar

    • Gast

      #3
      Hallo!

      Das hier ist sicher ein Beispiel dafür, wir schwierig sich die Forschungen in den früheren Dt. Ostgebieten gestalten. Ich habe mich bemüht, aber man findet keinen wirklich brauchbaren Ansatz.

      Fangen wir hinten an:

      1.) Sterbeukunden von Gerhard Beyer (+1971 Neumünster) und Stefania Maria Orlik (+1999 Neumünster)
      Die bringen beide nichts, weil keine Eltern vermerkt sind. Hast Du aber mal nach Sammelakten zu den St.-Urkunden geschaut, sind da vl. Abschriften/Fotokopien der Geburtsurkunden dabei?

      2.) Heiratsurkunde vom 28.07.1941 in Königsberg.
      Da gabe es vier Standesämter. Nach dem amtl. Verz. der Urkunden im Sta I zu Berlin fehlen bei allen der Band mit den He vom 28.7.1941.

      3.) Trauungseintrag im Kirchenbuch in Königsberg
      Da muß man sich zunächst eine Familie Orlik anschauen, das sieht so aus:

      Richard Orlik, kath., Reichsbahnstationsvorsteher in Königsberg, *~1854, oo Karolie Luise Borkert
      Kinder:

      _ Anna Orlik, *~1881, 1915-1935: Reichsbahnassistentin in Königsberg, Oberhaberberberg 2.
      _ Reinhold Max Orlik, * 19.2.1882 Wohlau/Niederschlesien, kath., 1901: Abitur am Kneiphöfischen Gym. in Königsberg, 1913/14: kand. Lehrer an der Realschule in Heilsberg/Ostpr., 1914: verläßt die Schule in Heilsberg, tritt eine Lehrerstelle in Guttstadt an, 1918: verwundet als Oberleutnant d. Reserve, 1933: Lehrer in Königsberg, Oberrollberg 13, oo Frieda Hedwig Freund, *~1886 Landsberg, + 26.5.1933 Königsberg.
      Kinder:

      __ Lothar Reinhold Nikolaus Orlik, * 6.5.1920 Heilsberg, + 25.7.1943 Nowo-Lissino, Feldwebel, Mechaniker, 1943: Altenburg, Riebeckstr. 19, oo 10.7.1943 Altenburg, Irene Helene Schmidtke.

      _ Paul Oswald Wilhelm Orlik, *24.12.1888 Gnesen, 1915: Magistratsbüroanwärter in Königsberg, 1935, 1941: Stadtoberinspektor in Königsberg, Schindekopstr 10, oo 16.11.1915 Königsberg, Johnna Margarete Grömmeck
      _ Meta Orlik, 1935, 1941: Reichsbahnsekretärin in Königsberg, Oberhaberberberg 2.

      Es spricht ja alles dafür, daß Reinhold erneut Lehrer in Heilsberg wurde und die gesuchte Stefania Maria Orlik, * 1917 Heilsberg, seine Tochter war. Dann aber war sie sicher katholisch.

      Daher wäre es wichtig und verm. der einzige Weg, die kath. KB von Königsberg für 1941 durchzusehen:
      kath. KB Königsberg I

      kath. Königsberg II

      4.) Geburtsurkunde von Heilsberg
      Da geht es ja um den Jg. 1917. Bereits angegeben wurde die Genwiki-Übersicht, ergänzend dazu gibt es die Anzeige poln. Archivsystem. Die Ge-Jgg. enden bei 1914. Im Standesamt Berlin I / Landesarchiv Berlin liegen auch nur 1909 und 1919. Bleibt eine Anfrage beim heute poln. Standesamt in Heilsberg, ob dort noch der Ge-Jgg. 1917 liegt. Das wäre hier.

      5.) Kath. Tf-Eintrag von Heilsberg
      Da scheint ja aus dem 20. Jhd. gar nichts vorhanden zu sein. Siehe hier. Ob sich da eine Anfrage an das heute poln.-kath. Pfarramt Heilsberg lohnt, bleibt fraglich.

      6.) Geburtsurkunde von Bunzlau, Jg. 1903
      Gibt es wohl nicht mehr - siehe https://www.szukajwarchiwach.gov.pl/de/strona_glowna

      7.) Taufeintrag im ev. KB Bunzlau
      Der Jg. 1903 fehlt bei Archion.

      8.) Bunzlauer Zeitung für 1903
      Da gab es wohl nur das Bunzlauer Stadtblatt und das Bunzlauer Tageblatt. Hier in Deutschland läßt sich der Jg. 1903 davon nicht nachweisen. In der Breslauer UniBib gibt es viel davon, aber der Jg. 1903 fehlt. Was es gibt ist: Bunzlauer Stadtblatt und andere Bunzlauer Zeitungen : Auszüge aus den Jahren 1849 bis 1945. Da wird kaum die standesamtliche Meldung der Geburt von Gerhard Beyer aus dem Jahr 1903 dabei sein.

      9.) Bunzlauer Adreßbücher
      1903 Beyer
      Friedrich, Bureau-Vorsteher, Gnadenbergerstr. 35
      Joseph, Restaurateur, Bahnhofstr. 23
      Katharina, verwitwete Kanzlist, Gnadenbergerstr. 35
      Marie, Witwe, Eckersdorferstr.

      1913/14 Beyer
      Georg, Ingenieur, Alt Jätschwitzer Str. 12
      Georg, Postdirektor, Bahnhofsplatz, Postgebäude

      1932/33 Beyer
      Georg, Maschinentechniker, Antonienstr. 3
      Marie, Witwe, Lindenstr. 3 a
      Oswald, Arbeiter, Rothlaher Str. 54
      Otto, Pfleger i.R., Gnadenbergerstr 20
      Otto, Buchhalter, Wilhelmstr. 20

      Vl. war Friedrich der Vater von Gerhard, aber wo ist der abgeblieben?

      10.) Adreßbücher Königsberg
      1935 Beyer
      Gerhard, Elektriker, Beeckstr 25
      Gerhard, Ingenieur, Steinstr. 25
      1941 Beyer
      Gerhard, Betriebsdirektor, Ritterstr. 15

      11.) Bundesarchiv
      Da gibt es ein Stammrollenblatt aus dem NS-Archiv für einen Gerhard Beyer, * 20.09.1903. Der hier gesuchte wurde bekanntlich am 19.9.1903 geboren!

      Die Überprüfung der kath. Tr-KB von Königsberg - siehe oben - wäre also der nächste Schritt. Und dann die Daumen drücken, daß darin die Eltern erwähnt werden.

      Grüße,
      Peter.
      Zuletzt geändert von Gast; 13.02.2024, 22:59.

      Kommentar

      • Ka_NMS
        Benutzer
        • 01.02.2024
        • 7

        #4
        Moin Peter,

        das ist ja der Wahnsinn, vielen vielen Dank!

        Nach Sammelakten habe ich nicht geschaut, das versuche ich nochmal. Vielleicht gibts da dann irgendeinen Beleg meiner Vermutungen.

        Ich habe beim Einwohnermeldeamt von Neumünster eine erweiterte Meldeauskunft angefordert, vielleicht finde ich da noch, wann und von wo genau sie geflüchtet sind.

        Tatsächlich wurde ich von einem anderen Nutzer auf Lothar Orlik aufmerksam gemacht, über den ich dann die Eltern Reinhold Richard Max und Frieda Hedwig gefunden habe. Vom Geburtsdatum von Lothar habe ich auf den Bruder meiner Oma getippt, somit Reinhold Max und Frieda erstmal als Eltern notiert. Das würde sich mit deiner Vermutung mit dem Lehrer ja decken. Ich weiß nur, dass meine Mutter evangelisch getauft und in der Sterbeurkunde meiner Oma evangelisch notiert ist, aber kann dann ja katholisch geboren sein.

        Reinhold wiederum (bzw. ich habe den Namen Reinhold Richard Max gefunden) habe ich als Sohn von Richard Orlik und Karoline Luise Borkert gefunden. Deren Sohn ist außerdem Paul Oswald Orlik. Demnach der Onkel meiner Oma.

        Die katholischen KB schaue ich mir auch nochmal an, bisher bin ich ja von evangelisch ausgegangen, aber das scheint ja doch ein Versuch wert zu sein.

        Zu den Beyers ist es wirklich auch nicht so leicht. Friedrich könnte der Vater von Gerhard sein, das würde von seinem Vornamen ja passen. Katharina dann die Großmutter. Wo auch immer sie dann hin...
        Gerhard Beyer ist in Unterlagen, die mir vorliegen, als Bankkaufmann und als Buchhalter bezeichnet, deswegen hatte ein anderer Forumsuser auch auf die Verwandschaft getippt, weil es von den Berufen so passt (Kanzlist, Bürovorsteher, Buchhalter).

        Eine Verständnisfrage zu deinem Punkt 11: Was bedeutet das Stammrollenblatt aus dem NS-Archiv? Also was sagt das aus? Datum kann ja auch irgendwo ein Übertragungsfehler und das mein Opa sein.

        Leider fehlen wirklich genau die Unterlagen beider Großeltern in den Archiven. Aber ich wühle mich dann nochmal in Ruhe durch die Kirchenbücher und die anderen Links, die du geschickt hast So, so toll aber, vielen Dank nochmal. Das freut mich gerade wirklich sehr.

        Viele Grüße
        Katrin
        Zuletzt geändert von Ka_NMS; 13.02.2024, 22:08.

        Kommentar

        • Gast

          #5
          Hallo Katrin,

          falls Du einen leichten Zugang zu einer Forschungsstelle der Mormonen hast, ist die Überprüfung der kath. KB Königsberg ja der einfachste Weg. Eine Mail in polnischer Sprache (dieser Übersetzter ist ganz gut) an das Standesamt Heilsberg zu verschicken zwar auch, aber in letzter Zeit sollen die poln. Standesämter öfters Probleme machen, wobei hier der Jg. 1917 älter als 100 Jahre und damit in Polen frei zugänglich ist.

          Sammelakten werden in Deutschland wohl meist entsorgt, weil dafür in den Archiven kein Platz ist. Allerdings ist Stefanias Tod noch keine 30 Jahre her, somit müßte da noch was vorhanden sein.

          Bleibt dieses Stammrollenblatt. Nein, ich weiß nicht was das ist. Zum "NS-Archiv" werden aber verm. Materialien betref. der Zugehörigkeit zur NSDAP o.ä. Organisationen bis 1945 gehören. In dem Zusammenhang fällt ja meist der Begriff Ariernachweis - also die Übersicht der Vorfahren über einige Generationen hinweg. Wenn alles andere nicht hilft, kannst Du ja mal ans Bundesarchiv in Berlin deswegen schreiben. Die Berliner sind da auch in der Regel viel schneller mit der Bearbeitung als die im Bundesarchiv Bayreuth, wo wir mittlerweile bei 1 1/2 Jahren Wartezeit sind.

          Viel Glück!
          Peter.

          Kommentar

          • Ka_NMS
            Benutzer
            • 01.02.2024
            • 7

            #6
            Vielen Dank, Peter. Ich werde deine ganzen Tipps und Hinweise abarbeiten und bin sicher, das eine oder andere damit noch rausfinden zu können. Ich freue mich echt sehr darüber.

            Kommentar

            • svenningjensen
              Benutzer
              • 29.03.2022
              • 17

              #7
              Plön

              Hallo. Ich suche die Eltern von Joachim Christian Fuhlendorf, geboren 20.Nov 1816 Plön, Holstein. Ich weiss aber nicht wie ich anfangen soll.

              Vielen Dank im Voraus.

              Kommentar

              • sonjavi
                Erfahrener Benutzer
                • 30.08.2016
                • 303

                #8
                Hallo svenningjensen,

                du kannst einen eigenen Beitrag hier im Unterforum für Schleswig Holstein schreiben:


                Oben rechts ein Button „Neues Thema“.

                Dort schauen eher Forumer hinein, die sich in SH auskennen.
                Bitte den Admin, deinen Beitrag dorthin zu verschieben.

                Viele Grüße
                Sonja
                Zuletzt geändert von sonjavi; 16.02.2024, 22:29. Grund: Ergänzt
                Suche FN PELZ, TOLSKI aus Liebemühl/Osterode und Umkreis, VEIT/VEID und MEIRITZ aus Elbing sowie
                BAUM aus dem Raum Rieder, (Sachsen-)Anhalt

                Kommentar

                • svenningjensen
                  Benutzer
                  • 29.03.2022
                  • 17

                  #9
                  Danke sehr

                  Liebe Sonja

                  Danke sehr, vielen Dank

                  Svenning

                  Kommentar

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