Interpretationsfrage Taufregister / Aus FN Nagel wird Tielker

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  • sternap
    Erfahrener Benutzer
    • 25.04.2011
    • 4072

    #16
    meine meinung, dass tielkers stelle lediglich der ortsbezeichnung oder der herdstelle dient, verstärkt sich dadurch.




    ich wohne beispielsweise, sagen wir auf herdstelle 10.
    so war das vor 300 jahren bezeichnet, als zehnte erlaubte feuerstelle.


    im 19 jhdt. mussten viele menschen bei nummer 10 mitessen, wenn sie was warmes wollten, wiewohl sie in stattlichen häusern wohnten. in der küche feuer machen durften sie jedoch nicht. das war nur dem großbauern erlaubt. sie durften nur mit dem kachelofen die stube wärmen.



    im 20.jhdt wohnten hunderte mieter in zinshäusern auf dem grundstück, das ehemals herdstelle 10 war.
    ende des 20.jhdts baute man eine neue wohnanlage, der architekt benannte alles nach wiesenstraße 10, nach der herdstelle 10 mitten in der wiese.
    alle hunderten hauseingänge haben nun als beginn wiesenstraße 10, dann stiege nr., tür nr.
    freundliche grüße
    sternap
    ich schreibe weder aus missachtung noch aus mutwillen klein, sondern aus triftigem mangel.
    wer weitere rechtfertigung fordert, kann mich anschreiben. auf der duellwiese erscheine ich jedoch nicht.




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    • sternap
      Erfahrener Benutzer
      • 25.04.2011
      • 4072

      #17
      wenn tielkers stelle eine feuerstelle meinte, wäre der betreffende jedenfalls der bauer geworden, gleichzeitig jener der die herdstelle betreiben durfte.


      es wäresomit die nennung des rangs innerhalb möglicherweise mehrerer wohnstätten.
      freundliche grüße
      sternap
      ich schreibe weder aus missachtung noch aus mutwillen klein, sondern aus triftigem mangel.
      wer weitere rechtfertigung fordert, kann mich anschreiben. auf der duellwiese erscheine ich jedoch nicht.




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      • LDH1
        Erfahrener Benutzer
        • 31.01.2023
        • 195

        #18
        Interessante Theorie...im Kirchbuch Bergkirchen habe ich für 1678 eine Auflistung aller Seelen der Gemeinde gefunden (Siehe auch mein Beitrag unter Lesehilfe), den entsprechenden Eintrag hab ich hier auch nochmals beigefügt.
        Demnach wohnten auf Böllingshöfen 5 verschiedene Familien, unter anderem die Familie Johan Bölling und Familie Hartke Tilcken /Tileken.
        Allerdings wird eben jener Hartke Tilcken / Tileken nur 1678 so benannt,
        in allen anderen gefunden Einträgen, wie Abendmahl-Teilnahme, Taufe seiner Tochter 1689 und Sterbeeintrag 1702 wird er als Hartke Bolling(s) tituliert.
        Auch Johan Bolling bleibt bei allen Einträgen Johan Bolling.

        Erst Hartke Tilcken/Tileke´s Enkel (Sohn seines Sohnes Jobst Hermann Bölling) stirbt als Johann Hinrich Bölling auf Tielkers Stelle 1745.
        Jobst Hermann heiratet 1725 als Bölling, seinen Sterbeeintrag habe ich leider bisher nicht finden können.

        Ich bleibe hier mal am Ball...

        Danke und Gruß
        Roman
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        • LDH1
          Erfahrener Benutzer
          • 31.01.2023
          • 195

          #19
          Nachdem ich jetzt bereits mehrfach durch das KB Bergkirchen und Volmerdingsen auf der Suche nach meinen Ahnen geritten bin,
          konnte ich mittlerweile feststellen, dass die Titulierung "XXX auf YYY Stätte" eine durchaus übliche (Orts-)Bezeichnung im Raum Minden / Bad Oeynhausen gewesen ist.
          Teilweise wurde (wie im Fall meiner Familie) dann dieser Name adaptiert und weitergeführt, leider konnte ich im meinem Fall bisher jedoch nicht den Ursprung ermitteln, da die KB vor 1640 verloren sind.
          Anbei zeige ich mal ein Beispiel, wo auf einer KB-Seite gleich in drei Fällen die o.g. Ortsangabe verwendet wurde.
          Schönen Gruß
          Roman
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          • hschmauck
            Erfahrener Benutzer
            • 15.06.2023
            • 475

            #20
            Hallo,

            ich habe hier mit dem Ortfamilienbuch Lohmar gelernt, dass bei den Kirchenbucheinträgen im 17. Jahrhundert der Gegend quasi noch gar keine Nachnamen in dem Sinne genutzt wurden. Stattdessen wurden die Herkunfts- oder Wohnorte zur Identifizierung genutzt. Im weiteren Verlauf wurden aus den Wohn- oder Herkunftsorten dann oft die Familiennamen.

            Vielleicht ist das ja bei Deinen Vorfahren ähnlich zu sehen und ein Umzug hat dann evtl. auch gleich einen neuen "Nachnamen" gebracht?

            VG
            Heiko

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            • LDH1
              Erfahrener Benutzer
              • 31.01.2023
              • 195

              #21
              Hallo Heiko,
              in meinem Fall spielt sich die Geschichte in einer kleinen Siedlung ab, die aus drei heute noch existierenden Großhöfen besteht (Böllingshöfen / Bad Oeynhausen).
              Interessant ist hier, dass ein geborener Bölling (also auch Namensgeber der Siedlung) hier teilweise (!) den FN Tielker übernimmt.
              Er scheint den Hof des Bauern Tielker (Tielcken / Tileke) übernommen zu haben, denn es gibt im KB mehrere Titulierungen ("Bölling / Tielcken / Bölling auf Tielckers Stätte").
              Auch zwei Generationen später passt das Gleiche ("Nagel / Nagel auf Tielkers Stätte / Bölling").
              Mein 4x Urgroßvater wird als Nagel geboren, heiratet als Bölling und stirbt als Tielker.
              Seine Mutter heißt bei der Geburt der Tochter mit ihrem zweiten Mann (FN "Stühmeier") mit FN "Tielcker" und diesen FN nimmt auch der zweite Mann später an, siehe Screenshot des Sterbeeintrags von 1790.

              Es ist also einiermaßen verwirrend

              Gruß
              Roman
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