Kriterien für Ariernachweis

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  • neele
    Neuer Benutzer
    • 18.02.2017
    • 4

    Kriterien für Ariernachweis

    Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 1930-1045
    Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Bremen
    Konfession der gesuchten Person(en): evangelisch
    Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken): Ancestry.de
    Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive):

    Guten Tag, ich bin ganz neu hier im Forum und bin seit einiger Zeit dabei die geheimnisvolle Vergangenheit meiner Großmutter zu durchleuchten.
    Sie (Alice Grüning) wurde 1920 geboren in Bremen und laut eigener Aussage mit 14 Jahren aus der Schule genommen weil die Schule geschlossen bei dem BDM eingetreten ist.
    Für ihre Familie war klar, sie würde keinen Ariernachweis bekommen weil so viele jüdische Nachnamen in der Familie vorkamen.
    Nun stehe ich vor dem Problem das ich weiss das ein "jüdisch anhörender " Nachname kein offizielles Kriterium für eine Ablehnung damals war, meine Großmutter und deren Eltern auch getauft waren und laut der mir vorliegenden Urkunden keiner jüdischen Abstammung.

    Weiß jemand Rat? War das möglich das einem der Ariernachweis verweigert werden konnte wegen Nachnamen in der Familie wie "Freudenberg, Israel, Stein"? Alle Familienmitglieder mit solche Namen waren laut den Urkunden die ich finden konnte evangelisch getauft.

    Danke schon im Voraus.
  • Anna Sara Weingart
    Erfahrener Benutzer
    • 23.10.2012
    • 15111

    #2
    Hallo,
    bist Du schon bis zu den 4 Großeltern Deiner Großmutter vorgedrungen?

    Denn: (Zitat):
    Der Nachweis der „arischen“ Abstammung erfolgte durch die Vorlage von sieben Geburts- oder Taufurkunden (des Probanden, der Eltern und der vier Großeltern) sowie drei Heiratsurkunden (der Eltern und Großeltern). Diese mussten von Pastoren, Standesbeamten oder Archivaren offiziell beglaubigt worden sein.


    Also quasi müssten schon die Urgroßeltern Deiner Großmutter christlichen Glaubens gewesen sein, so dass diese ihre Kinder (die 4 Großeltern Deiner Großmutter) christlich taufen ließen.

    Du siehst, welch ein Aufwand mit solch einem Ariernachweis verbunden war.

    So eine Kinderei, dass man sagte, weil der Name jüdisch klingt, bekommt man deshalb keinen Ariernachweis, trotz erwiesener christlicher Abstammung, erscheint mit unwahrscheinlich.
    Viele Grüsse
    Viele Grüße

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    • neele
      Neuer Benutzer
      • 18.02.2017
      • 4

      #3
      Hallo,
      Danke für die schnelle Nachricht.
      Ja die Urgroßeltern meiner Großmutter habe ich auch schon ausfindig gemacht und sie sind evangelisch bzw. katholisch.
      Das einzige was aus der Reihe tanzt ist das die Großmutter meiner Großmutter mütterlicherseits min. zwei Kinder unehelich hatte und erst später geheiratet hat. Der Ehemann hat diese min. zwei Stiefkinder aber adoptiert und der biologische Vater ist mir nicht bekannt.
      Die "jüdisch klingenden" Nachnamen sind in der Familie väterlicherseits meiner Großmutter und auch dort ist auf den Urkunden evangelisch notiert.

      Ich denke mir auch das man solch eine Behauptung nicht so einfach hinstellt ohne Grund. Immerhin hat meine Großmutter die Schule nicht abschließen können, obwohl sie Tierärztin werden wollte.

      Leider kann ich keine Hinweise finden was genau sie gemeint hat. Und leider kann ich sie nicht mehr fragen...

      Liebe Grüße

      Kommentar

      • Tunnelratte
        Erfahrener Benutzer
        • 10.03.2014
        • 726

        #4
        jüdisch klingende Nachnamen waren bestimmt kein Hindernis, um Karriere zu machen schon mal nicht:
        wenn man den Nachbarshund zum angeln mitnimmt, ist wenigstens die Köterfrage geklärt

        Kommentar

        • tastge
          Erfahrener Benutzer
          • 21.01.2017
          • 1147

          #5
          Hallo neele,

          hier ein kurzer Auszug aus einem originalen Ahnenpass, vielleicht hilft es dir.

          Gruß Gerald
          Angehängte Dateien
          Viele Grüße Gerald

          Suche:
          Sachsen Anhalt (Raum Naumburg/Merseburg) - Ungebauer vor 1780

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          • Mariolla
            • 14.07.2009
            • 1698

            #6
            Hallo an Alle,
            darf ich mich einmal einklinken.
            Habe ich das jetzt richtig verstanden, man kann
            evangelisch oder auch katholisch getauft sein und
            ist trotzdem Jude?

            Viele Grüße Mariolla

            Kommentar

            • Artsch
              Erfahrener Benutzer
              • 14.07.2013
              • 1933

              #7
              Hallo Mariolla und alle anderen,

              ja, richtig verstanden.
              Lest bitte einmal den Artikel von Wikipedia unter "Juden:" 5.3 Im Antijudaismus und Antisemitismus
              Dort wird u. a. auf das Jahr 1800 als Zeitpunkt der Konversion begrenzt.

              Ohne den Bezug zum Jüdischen mußte die ev. Taufe meines Vaters 1936 nachgeholt werden, damit er überhaupt eingeschult werden konnte.
              So konnte man wahrscheinlich besser die Übersicht behalten.

              Beste Grüße
              Artsch

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              • Mariolla
                • 14.07.2009
                • 1698

                #8
                Hallo Artsch,
                besten Dank für die Bestätigung.
                Viele Grüße Mariolla

                Kommentar

                • neele
                  Neuer Benutzer
                  • 18.02.2017
                  • 4

                  #9
                  Update...

                  Hallo Gerald, vielen Dank für den Auszug einer Ahnenpasses. Sehr interessant!
                  Ein kleines Update von mir...
                  Nach dem letzten Mal als ich hier gepostet habe, bin ich nochmal zu meinen Urkunden und Unterlagen. Ich habe leider nicht alle Urkunden die meine Großmutter hätte haben müssen für einen Ariernachweis und habe mich seit dem daran gemacht sämtliche Geburtsurkunden/Taufeinträge zu suchen.
                  Es stellt sich heraus das es nicht so einfach ist.
                  Für meine Ururgroßmutter kann ich nichts mehr finden, denn laut dem Archiv sind damals alle Papiere im 2.Weltkrieg zerstört worden.
                  Der Vater meiner Urgroßmutter ist unbekannt. Sie wurde damals von dem Stiefvater adoptiert, doch sicherlich zählt er dann nicht als Vater im Sinne der Nazis...
                  Weiß jemand von Euch wie die ein Taufeintrag ausgesehen hätte wenn es sich um Konvertiten handelt? Wären zB. Juden getauft worden, wurde das ja markiert. Wie wurde das gekennzeichnet?
                  Soweit habe ich die meiste Info über Ancestry.de erhalten und kann keine jüdischen Wurzeln finden. Vielleicht finde ich ja noch eine Urkunde die mehr Antworten gibt...

                  Viele Grüße, Neele

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