FN Hasenkopf

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • loyane
    Erfahrener Benutzer
    • 12.11.2011
    • 1440

    FN Hasenkopf

    Familienname: Hasenkopf
    Zeit/Jahr der Nennung: ab 1600-1630
    Ort/Region der Nennung: Waid, Unterreichenstein, Böhmen
    Grüß Gott!

    Die älteste schriftliche Quelle, wo och diesen Namen gesehen habe, ist eine Grundbuchmatrikel aus dem Jahr 1630 von Waid in Unterreichenstein, Böhmen: https://digi.ceskearchivy.cz/134310/15
    wo der Hans HASENKOPF einer von sechs Grundbesitzer war.

    Der Name wird in vielen Kirchenbüchern bis etwa 1720 mit dem Namen HAAS «abgekürzt» als die alte Form HASENKOPF wieder von sämtlichen bekannten männlichen Nachkommer benutzt wird. Es sieht aus als ob der Name ziemlich eindeutig dieser gleichen Familie gehört.

    In der gleichen Gegend taucht auch der Name HASENÖHR auf, aber ohne irgendwelche Verwandtschaft...

    Beide Namen sind offenbar «Ableitungen» von HASE (oder HAAS?), aber kann jemand mir sagen WOHER der HASENKOPF-Name stammt, und WIE es entstanden ist?

    Ich danke recht herzlich im Voraus für jeden Hinweis!

    Hochachtungsvoll,

    Lars E. Oyane
  • Xylander
    Erfahrener Benutzer
    • 30.10.2009
    • 6488

    #2
    Hallo Lars,
    nur zur Ergänzung:
    1606 schreibt der Glasmeister Hans Hasenkopf an seinen Nürnberger Glashändler Friedrich Luckner. Der Link kam von Huber Benedikt im Thema Hasenkopf im Böhmen-Forum. Das ist wohl die früheste Erwähnung, die wir kennen.
    Eisch-Angus Mit dem Glas stirbt Kultur - Lies mehr über Glas, Kultur, Glasmacher, Frauenau, Bayerischen und Glasmuseum.

    (auf S 2 unten)

    Hier der Eintrag im DFD:


    Demnach:
    - ein Übername, beispielsweise für einen ängstlichen Menschen. Laut DRW und fwb auch für einen Narren

    Bedeutung, Definition, Rechtschreibung, Synonyme und Grammatik von hasenkopf auf fwb-online nachschlagen. Wörterbuch der frühneuhochdeutschen Sprache, des früheren, alten Deutsch.


    - ein Wohnstättenname nach einer Erhebung im Gelände

    Zum Übernamen vgl.auch Hasenfuß. Interessant die frühe Erwähnung Ludwig von Hasencop 1281 in Schwerin. Ich denke nicht, dass da Verwandtschaft besteht. Aber der Verbreitungsschwerpunkt im Bayerischen Wald scheint mir verdächtig. Weißt Du da schon mehr? Gibt es dort oder in der Gegend von Waid einen Berg namens Hasenkopf?

    Allerdings tippe ich im vorliegenden Fall eher auf einen Übernamen, weil zwischendurch die Form Haas verwendet wurde. Es klingt für mich wie ein sehr früh enststandener Name, deutlich vor 1606. Damit wird es schwierig, den Entstehungsort und ersten Träger zu ermitteln.

    Viele Grüße
    Xylander
    Zuletzt geändert von Xylander; 03.04.2020, 15:51.

    Kommentar

    • loyane
      Erfahrener Benutzer
      • 12.11.2011
      • 1440

      #3
      Grüß Gott!

      Recht herzlichen Dank an Peter für einen sehr spannenden Kommentar.

      Ich hatte das Erwähnen von 1606 vergeßen. Wir wißen also er müßte so gegen 1570 geboren sein, und vielleicht kam er schon aus Waid.

      Ich kenne diese Gegend überhaupt nicht, bin noch nie im Böhmerwald gewesen (hatte eine Reise für heuer geplant, wird wohl aber nichts...), so wie es an der Waid aussieht, weiß ich nicht. Ich habe aber Grund zu glauben es sei eine hügelige Gegend! Vielleicht gibt es dort ein Hügel der die Form eines Haasens hat? Aber warum dann die Abkürzung HAAS?

      Ich glaube kaum es kommt von jemand der ängstlich war. Als «Spitzname» könnte wohl so etwas vorkommen, and wenn ich ängstlich wäre, würde ich nicht so einen Namen selber tragen wollen!

      Was der Verbreitung des Namens betrifft, bin ich relativ überzeugt, die meisten der bekannten HASENKOPFs stammen von diesem Hans oder von möglichen Geschwister odere nahen Verwandten, und sie mußten ja alle den Böhmerwald in 1945 verlaßen. Mittlerweile war der Name auch in der Bukowina wohl ausgebreitet...

      Ich danke nochmals für jeden Hinweis!

      Hochachtungsvoll,

      Lars E. Oyane

      Kommentar

      • Xylander
        Erfahrener Benutzer
        • 30.10.2009
        • 6488

        #4
        Hallo Lars,

        im Unterschied zu Dir würde ich einen Übernamen für gut möglich halten. Familiennamen dieses Typus hatten als Vorläufer zunächst Beinamen, oft durchaus im Sinne von Spitznamen, nicht selten auch mit wenig schmeichelhafter Bedeutung. Diese verfestigten sich dann im Lauf der Generationen zu Familiennamen. Aussuchen konnte man sich das eigentlich nicht, aber ein bisschen entschärfen manchmal schon. Deswegen vielleicht Haas statt Hasenkopf.

        Daneben will ich aber einen Wohnstättennamen nicht ausschließen. Welcher Berg Hasenkopf da Pate gestanden haben könnte. das zu ermitteln, wird sehr schwer sein.

        Viele Grüße
        Xylander

        Kommentar

        • loyane
          Erfahrener Benutzer
          • 12.11.2011
          • 1440

          #5
          Grüß Gott!

          Recht herzlichen Dank an Peter für den letzten Beitrag!

          Ja, wer weiß, was die «richtige» Erklärung sein könnte. Hat vielleicht Laurin eine Meinung in dieser Sache?

          Nochmals ganz herzlichen Dank für jeden Hinweis!

          Hochachtungsvoll,

          Lars E. Oyane
          Zuletzt geändert von loyane; 07.04.2020, 19:17.

          Kommentar

          • Huber Benedikt
            Erfahrener Benutzer
            • 20.03.2016
            • 4650

            #6
            moin
            Es gibt in der Umgebung weder Örtlichkeiten , Erhebungen o.ä. die irgendwas mit Hase(n) zu tun haben. Die durchaus vorkommende Bezeichnung kopec bzw. verkleinert kopecka für Erhebung/Hügel hängt zwar mit Kuppe /Kop(f) etc sprachlich zusammen jedoch viel später im Rahmen der tschechisierung deutscher Ortsbezeichnungen entstanden.
            Falls nicht eine entsprechende Zuwanderung (Herkunft) nachgewiesen werden kann tendier ich auch zu einem Übernamen

            @ Lars
            von einem Besuch der Orte darfst du nicht viel erwarten. Fast alle Siedlungseinheiten in der Gegend wurden spätestens Anfang der 1960 er Jahre bei militärischen Sprengungen vollständig dem Erdboden gleichgemacht.
            (Militär Sperr-und Übungsgebiet um Gutwasser)
            Mittlerweile fast vollständig zugwachsen, ausser ein paar (in neuerer Zeit) aufgestellten Hinweistafeln ist nichts mehr zu sehen.
            Im Netz findest du einige historische Aufnahem die durchaus stattliche Anwesen zeigen.
            Z.B.
            Města, obce, osady, samoty a objekty zaniklé nebo částečně zaniklé (dobové pohlednice, historie, vojenské mapy, místopis)
            Ursus magnus oritur
            Rursus agnus moritur

            Kommentar

            • loyane
              Erfahrener Benutzer
              • 12.11.2011
              • 1440

              #7
              Grüß Gott!

              Recht herzlichen Dank an Benedikt für den letzten Beitrag.

              Es ist eigentlich traurig zu erfahren, wie diese ganze Wohngegend so dermaßen «raziert» worden ist, aber die Natur bleibt, und ich nehme an, man hat noch alte Karten wo man die unterschiedliche Wohnsitze erkennen kann?

              Sonst muß man wohl davon ausgehen können, es handelt sich bei HASENKOPF um einen Übername oder Spitzname. Es kommt wohl ein bißchen darauf an, ob man die Herkunft dieser Familie finden könnte. Wenn man bei GedBas nachkuckt, stelle ich fest, es gibt mehrere HASENKOPF-Familien im mittelaltrigen Deutschland!? Und die meisten Deutschsprachigen Familien in Böhmen sind wohl irgendwann von Deutschland rübergekommen...!?

              Ich danke nochmals ganz herzlich für jeden Hinweis!

              Hochachtungsvoll,

              Lars E. Oyane

              Kommentar

              Lädt...
              X