FN Hasselkus (Haßelkus)

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  • Ahrweiler
    Erfahrener Benutzer
    • 12.12.2009
    • 1063

    FN Hasselkus (Haßelkus)

    Familienname:Hasselkus
    Zeit/Jahr der Nennung: 1760
    Ort/Region der Nennung: Lennep

    Guten Tag
    Ich suche bitte die Deutung des FN Hasselkus
    Danke
    Liebe Grüße
    Franz Josef
  • Joachim Fischer
    Erfahrener Benutzer
    • 15.07.2011
    • 1087

    #2
    Moin Franz Josef,

    aus Kleemann, Die Familiennamen Quedlinburgs (1891), S. 156:
    Auch manche der folgenden dem Pflanzenreiche ange- hörigen Familiennamen können als solche Hausnamen oder Haus- zeichen verstanden werden: Rosenstiehl; Blumstengel 1600 (Plaum- stenger 1599); Widenasth 1505—1515; Hasselkus (vielleicht zu vergleichen mit dem schwedischen Namen Hasselquist „Hassel- zweig"); Hauerkost 1601 („Haferbüschel"); Lilgenzweig 1582, Lilien- zweig 1582, Lillienzweigh 1606; Lindenzweigh 1587; Grünzweig
    Gruß Paul Otto

    Kommentar

    • Ahrweiler
      Erfahrener Benutzer
      • 12.12.2009
      • 1063

      #3
      Hallo Paul Otto
      Vielen Dank für die vielen Antworten die Du gegeben hast
      Liebe Grüße
      Franz Josef

      Kommentar

      • Xylander
        Erfahrener Benutzer
        • 30.10.2009
        • 6488

        #4
        Hallo,
        der oder die Hasselkus kam aus Haßlinghausen (plattdeutsch Hasselkusen), heute zu Sprockhövel. Im Sprockhöveler Wappen ist Haßlinghausen mit einem Haselzweig vertreten, übernommen aus dem früheren Haßlinghauser Wappen.

        Dabei handelt es sich jedoch um einen Irrtum. Haßlinghausen gehört vielmehr zur Gruppe der -inghausen-Siedlungen, mit der Bildung Personenname + ing-Suffix + hausen. Den Personennamen ermittelte Paul Derks als Haistilo oder Haistila. Haßlinghausen ist also die Siedlung der Leute des Haistilo oder der Haistila. Den Namen deutet er als der bzw. die Hastige, Eilige.

        Viele Grüße
        Xylander

        Kommentar

        • Marvin Haßelkus
          Benutzer
          • 28.04.2018
          • 27

          #5
          Familienname: Haßelkus
          Zeit/Jahr der Nennung:
          Ort/Region der Nennung: Niederlitauen, Samogiten


          Hallo liebe Forenmitglieder,

          ich suche Informationen und eine mögliche Bedeutung meines Nachnamens Haßelkus.
          Durch einen litauischen Kunden der Arbeit meiner Mutter wissen wir, dass der Nachname aus Litauen kommt (typische zemaitische Endung -us,-kus) und dort verbreitet sei. Er konnte uns aber keine nähere Erklärung zum Namen geben.
          Wenn jemand etwas weiß wäre ich dafür dankbar, aber es eilt nicht und ist reines Interesse.

          In meiner Familie väterlicherseits gibt es sogar einen Franz Josef und mein Großvater väterlicherseits lebte sogar in Lennep wie in diesem Foreneintrag angegeben. Habe ihn mal angeschrieben.

          Liebe Grüße

          Marvin :-)

          Kommentar

          • focke13
            Erfahrener Benutzer
            • 16.02.2015
            • 1331

            #6
            Hallo

            Hallo
            Siehe auch hier:


            Mfg
            Focke13

            Kommentar

            • Laurin
              Moderator
              • 30.07.2007
              • 5665

              #7
              Hallo Marvin,

              zwischen dem ursprünglich angefragten FN Hasselkus und Deiner Variante Haßelkus scheint es über den Ort Lennep im Bergischen Land
              womöglich direkte Beziehungen zu geben.
              Mangels anderer Quellen könnte sowohl die von Kleeman vermutete Etymologie (bei deutscher Namensherkunft), bezogen auf die Hasel,
              naheliegen oder auch der von Xylander oben unter #4 dargelegte Herkunftsname.

              Nach Durchsicht verschiedener Namenslisten für Ostpreußen und das Memelland gab es dort so gut wie keine Familiennamen baltischen Ursprunges, die mit einem Buchstaben H beginnen.
              Siehe dazu:

              Weiterhin ist der Anfangs-Buchstabe H sowohl im Litauischen als auch im Lettischen nicht gebräuchlich und wird nur für Fremdworte verwendet.
              Ein litauisches oder lettisches Wort, welches (annähernd) mit has- beginnt, konnte ich in z.T. historischen Wörterbüchern deshalb auch nicht herauslesen.

              Das Zemaitische als ein litauischer Dialekt brachte das Suffix -kus als männliche Namensendung mit.
              Daraus kann jedoch m.E. nach nicht abgeleitet werden, daß ein jeglicher Familienname, der auf -kus endet, auch baltischer Etymologie ist.
              Freundliche Grüße
              Laurin

              Kommentar

              • Xylander
                Erfahrener Benutzer
                • 30.10.2009
                • 6488

                #8
                Zitat von Laurin Beitrag anzeigen
                Hallo Marvin,
                zwischen dem ursprünglich angefragten FN Hasselkus und Deiner Variante Haßelkus scheint es über den Ort Lennep im Bergischen Land
                womöglich direkte Beziehungen zu geben.
                Mangels anderer Quellen könnte sowohl die von Kleeman vermutete Etymologie (bei deutscher Namensherkunft), bezogen auf die Hasel,
                naheliegen oder auch der von Xylander oben unter #4 dargelegte Herkunftsname.
                Hallo zusammen,
                ich bin sehr sicher, dass der Ursprung in der westfälischen Bauerschaft Haßlinghausen, heute Stadtteil von Sprockhövel, zu suchen ist. Die Entfernung nach (Remscheid-)Lennep beträgt laut Googlemaps 21,2 km, nach (Remscheid-)Lüttringhausen, wo Ahrweiler forscht, nur 17,2 km. Die Wirtschafts- und Familienbeziehungen im Grenzraum des Bergischen Landes und der westfälischen Mark waren und sind sehr eng.

                Es gibt übrigens heute auch noch die hochdeutschen Varianten Haßlinghaus und Hasslinghaus:


                Schwerpunkt der Verbreitung ist Westdeutschland, auch das spricht weniger für einen baltischen Ursprung.

                Für die Klärung eher sekundär, aber onomastisch interessant: es handelt sich mE nicht um einen (am Ort der Auswanderung vergebenen) Herkunftsnamen, sondern um einen (am Ort des Ursprungs entstandenen) Wohnstättennamen. Es gab nämlich in der Bauerschaft Haßlinghausen u.a. den Hof/die Hofschaft "zu Haßlinghausen", wohl die Keimzelle der Bauerschaft. So wird in einer Steuerliste von 1625 in der Haßlinghauser Baur der Peter zu Haßelinghausen mit 7 1/2 Thalern veranschlagt. (Schnettler: Ein Steuerstreit im Amte Wetter)


                Dass die Stammsilbe Haß- im Fall von Haßlinghausen nichts mit der Hasel zu tun hat, erwähnte ich schon in #4. Der Ort gehört zu den -inghausen-Orten der Region, deren ersten Bestandteil jeweils ein Personenname bildet. Das -ing ist auch sonst als Zugehörigkeitssuffix, zB als Sippenbezeichnung, bekannt. Meine Lehrerin in meiner Haßlinghauser Volksschule meinte noch, ein "Hasso" habe mit seiner Sippe, den "Hasslingen", den Ort gegründet. Paul Derks hat dann, für mich schlüssig, einen Haistilo/eine Haistila mit den Haistilingen als Pionier/in angenommen.
                https://books.google.de/books?id=lQf...hausen&f=false (Googlebooks rückt nicht alles raus)
                Das Sprockhöveler Wappen mit dem Haselzweig wurde allerdings nicht geändert. Ist ja auch wappentauglicher als ein eiliger Mensch.

                Fazit für Franz Josef und Marvin: hier kann die Namenforschung der Ahnenforschung helfen. Wer in Lüttringhausen, Lennep oder sonstwo im Bergischen oder Westfälischen Haßelkus/Hasselkus/Haßlinghaus-Vorfahren hat, kann hoffen, weiter zurück in Haßlinghausen fündig zu werden. Dh in der fraglichen Zeit vielleicht im zuständigen KB Schwelm. Bis zu Haistilo werdet Ihr aber nicht vordringen.

                Viele Grüße
                Xylander
                Zuletzt geändert von Xylander; 06.05.2018, 09:26.

                Kommentar

                • Marvin Haßelkus
                  Benutzer
                  • 28.04.2018
                  • 27

                  #9
                  Hallo Xylander und Laurin :-)

                  Vielen Dank für eure Beiträge.
                  Wollte nur eben schreiben, dass ich diese zur Kenntnis genommen habe und mir die Seiten der Links heute Abend durchlesen werde. Dann schreibe ich noch einen Beitrag darauf bezogen.
                  Ich kann halt nur sagen, was dieser Litauer damals gesagt hat und was mein DNA Test sagt, werde bald wissen, von wem ich den baltischen Anteil habe. Aber geschichtliche Aufzeichnungen wie diese haben ja mehr Gewicht. Wurde ja über Jahrhunderte gesammelt :-)
                  Ich werde meinen Vater kommende Woche sehen und frage ihn dann über unserer Familie (Haßelkus) aus.
                  Das einzige was ich weiß kommt von meiner Mutter. Sie erzählte mir, dass mein Opa väterlicherseits aus Lennep, Remscheid kam und dort lebte, bis er nach Essen kam, wo ich leben, meine Oma väterlicherseits heiratete und schließlich auch hier mein Vater geboren wurde. Vor dem Tod meines Opas zog er nach Höxter, Ostwestfalen. Ob er dort Familie hatte weiß ich nicht.
                  Bis heute Abend und liebe Grüße
                  Marvin :-)

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                  • Xylander
                    Erfahrener Benutzer
                    • 30.10.2009
                    • 6488

                    #10
                    Hallo Marvin,
                    bis dahin noch ein Link mehr, aus der bergisch-märkischen Fundgrube von Frank Heidermanns: http://www.heidermanns.net/gen-form....s&ON=&BB=&BR=1

                    Demnach gab es Namensträger Hasselkus in Lennep schon seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert. Damit wird baltische Herkunft noch unwahrscheinlicher. Auch die plattdeutsche Namensform statt der hochdeutschen wird so plausibel.

                    Nebenbei: es gibt in Lennep ein Parallelbeispiel, die Hofschaft Leveringhausen/Leverkusen, davon abgeleitet den FN Leverkus, noch heute im Remscheider Telefonbuch mit einer Nennung vertreten, und auch sonst in der Region. Die Stadt Leverkusen am Rhein heißt nach Carl Leverkus.
                    https://de.wikipedia.org/wiki/Leverkusen_(Remscheid)

                    Ein anderes Haßlinghausen/Hasselkusen außer dem von mir genannten (womöglich sogar in Lennep) habe ich nicht gefunden.

                    Wie es aussieht, wirst Du aber erstmal die jüngere Familienforschung betreiben müssen. Dann wohl besser im Unterforum Nordrhein-Westfalen als hier in der Namenforschung. Ich bin gespannt.

                    Nachtrag: hier noch die Links zu den Hasselkus-Einträgen in Gedbas und zum OFB Lennep von Carsten Pick. Und zur Familienforschung Schönau/Schuch. Dort der Name auch in älteren Schreibweisen Haßelckhaus, Haßelckhusen (bei Pick und in seinem Gefolge bei Frank Heidermanns und in Gedbas wohl vereinheitlicht zu Hasselkus). Baltikum ist damit endgültig widerlegt. Vielleicht nimmst Du mal Kontakt zu den Autoren auf, insbesondere Schönau/Schuch und Carsten Pick, vielleicht lohnt sich auch seine CD.
                    Nur: nirgendwo bisher ein Hinweis auf Herkunft aus (Sprockhövel-)Haßlinghausen. Ich finde aber nach wie vor auch keinen Hof/Hofschaft/Ort mit diesem oder ähnlichem Namen in Lennep und Umgebung. Sprockhövel-H bleibt mein Favorit.
                    http://gedbas.genealogy.net/search/simple (Hasselkus eintragen)




                    Viele Grüße
                    Xylander
                    Zuletzt geändert von Xylander; 07.05.2018, 09:24. Grund: Nachtrag

                    Kommentar

                    • Xylander
                      Erfahrener Benutzer
                      • 30.10.2009
                      • 6488

                      #11
                      Hallo Marvin,
                      hab entdeckt, dass die Topographia Ducatus Montium von 1715 online ist und nochmal das Blatt mit Lennep und Umgebung abgesucht, dabei kein dortiges Hasslinghausen/Hasselkusen o.ä. entdecken können. Vielleicht suchst Du aber auch selbst nochmal durch. Dazu brauchst Du den kostenlosen DFG-Viewer.


                      Zwischenstand:
                      In Lennep taucht im 17 JH der Name Haßelckhauß/Haßelckhusen auf, verfestigt sich später in der Form Hasselkus
                      Darin steckt die Siedlungsbezeichnung -inghausen
                      Anzunehmende Herkunft: (Sprockhövel-)Haßlinghausen, niederdeutsch Hasselkusen
                      Hypothetische Alternative: ein Hasselkusen o.ä. in Lennep und Umgebung, bisher nicht gefunden. Niemals existent oder verschwunden?
                      Auszuschließen zumindest für die Lenneper Hasselkus ist baltische Herkunft (ebenso für die Sprockhövel-Haßlinghauser)

                      Zu klären:
                      Deine genealogische Anbindung an die Lenneper Hasselkus, z.B. im NRW-Unterforum
                      Herkunft des ersten Lenneper Namensträgers Hasselkus. Aus Sprockhövel-H* oder aus einem hypothetischen Lenneper H*?
                      Abschließende Beurteilung von Herkunft und Bedeutung des FN Hasselkus im Raum Lennep

                      Viel Spaß und viel Erfolg
                      Xylander
                      Zuletzt geändert von Xylander; 10.05.2018, 10:32.

                      Kommentar

                      • Anna Sara Weingart
                        Erfahrener Benutzer
                        • 23.10.2012
                        • 15111

                        #12
                        Xylanders Herleitung unterstützt das Zitat:
                        "Leverkusen wurde erstmals 1247 als Laverinckhusen urkundlich erwähnt."

                        Laverinck-husen --> Leverk-usen

                        Entsprechend könnte man herleiten:
                        Hasselinck-husen --> Hasselk-usen
                        Hasselinck-husen --> Haßling-hausen

                        Also Haßlinghausen und Hasselkus[en] ließen sich beide auf eine Ortsnamenform Hasselinckhusen (oder ähnlich) zurückführen
                        Viele Grüsse
                        Viele Grüße

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                        • Xylander
                          Erfahrener Benutzer
                          • 30.10.2009
                          • 6488

                          #13
                          Danke, ASW. Weiteres Beispiel: Hiddinghausen, Nachbarort von Haßlinghausen und heute ebenfalls Stadtteil von Sprockhövel, heißt plattdeutsch Hinkusen.

                          @Marvin Bist Du in Deiner Forschung weitergekommen?


                          Viele Grüße
                          Xylander

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                          • Xylander
                            Erfahrener Benutzer
                            • 30.10.2009
                            • 6488

                            #14
                            Weitere Beispiele:
                            Hekenkusen = Wuppertal-Heckinghausen
                            Hekenkusen

                            Wichelkusen = Wuppertal-Wichlinghausen
                            Wichelkusen

                            Das Bildemuster wäre damit mE klar. Würd mich nur noch interessieren, woher der erste Lenneper Hasselkus kam.

                            Viele Grüße
                            Xylander

                            Kommentar

                            • MaJaLu
                              Erfahrener Benutzer
                              • 20.04.2014
                              • 145

                              #15
                              Hallöle,

                              aus dem Kirchenbuch Lüttringhausen:

                              Bernd Hasselkus vor 1676 Cluse.

                              Die Ortschaft Cluse liegt auf der Grenze Lennep/Lüttringhausen/Wuppertal und gehört heute zu Wuppertal-Beyenburg.

                              Allen sende ich ein schönes Wochenende aus dem Bergischen Land.

                              LG Andrea

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