Hoffmeister in 2. Compagnie 4. Pionier-Abteilung in Erfurt 1857

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  • gamakichi
    Erfahrener Benutzer
    • 14.03.2021
    • 479

    Hoffmeister in 2. Compagnie 4. Pionier-Abteilung in Erfurt 1857

    Hallo!

    Johann August Hoffmeister wurde am 11. Januar 1833 in Boppard geboren. Er ist später mit seinen Eltern umgezogen nach Nordhausen (Thüringen). Laut Sterbeeintrag des Vaters am 1. Dezember 1857 in Nordhausen war er zu diesem Zeitpunkt Unteroffizier der 2. Compagnie 4. Pionier-Abteilung in Erfurt.

    Gibt es irgendwelche Listen oÄ. wo man ihn finden könnte? Kann man erschließen wohin er danach gekommen ist? Der Sterbeeintrag des Vaters ist die letzte Info, die ich zu ihm habe.

    Ich hoffe diese wenigen Informationen sind genug um irgendetwas herausfinden zu können.

    Besten Gruß,
    gamakichi
  • hhb55
    Erfahrener Benutzer
    • 07.04.2014
    • 1397

    #2
    Hallo gamakichi,

    kannst du noch die Vornamen des Vaters, den Namen der Mutter und den Beruf des Vaters beisteuern? Gehörte er auch zum Militärwesen? Religion wäre auch hilfreich (Militärkirchenbücher?).

    Grüße

    Hans-Hermann

    Kommentar

    • gamakichi
      Erfahrener Benutzer
      • 14.03.2021
      • 479

      #3
      Hallo,

      der Vater ist Johann Carl Hoffmeister. Am 20.10.1823 heiratete er Amalia Florentine Kunze in Berlin. Dort wird er als Unteroffizier der Preußischen Armee Artillerie Brigarde bezeichnet - später Zollbeamter und Steueraufseher.

      Johann Carl Hoffmeister, geboren angeblich ca. 1796 in Rügenwalde, war Sohn von Friedrich Hoffmeister, ehemaliger königlicher/preußischer(?) Soldat zu Köpnitz bei Rügenwalde.

      Laut Nordhausener Einwohnerliste 1846 ist er evangelisch, die Kinder katholisch, obwohl die in evangelischen Kirchenbüchern stehen - ohne katholische Angabe. Amalia Kunze wurde in Berlin evangelisch getauft.

      Hier ist ein weiterer Thread von mir wo ich nach Infos zum Vater und Friedrich frage...

      Gruß,
      gamakichi
      Zuletzt geändert von gamakichi; 05.09.2023, 19:45.

      Kommentar

      • gamakichi
        Erfahrener Benutzer
        • 14.03.2021
        • 479

        #4
        Gibt es evtl. noch andere Infos welche ich liefern könnte, die die Suche erleichtern kann?

        Besten Gruß,
        gamakichi

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        • RLP-Peter
          Erfahrener Benutzer
          • 09.01.2023
          • 756

          #5
          Hallo!

          Ich kenne die Verhältnisse zur damaligen Zeit in Erfurt nicht, aber scheinbar gab es nicht genug Wohnraum für Uffz.-Dienstgrade innerhalb der Kaserne oder Festung Erfurt. Jedenfalls findet sich:

          August Hoffmeister, * 11.1.1833 Boppard, Sergeant, katholisch, wurde am 26.5.1859 in Erfurt angmeldet und am 16.8.1859 abgemeldet. Zugezogen in ein Privathaus war er von der Zitadelle auf dem Erfurter Petersberg.

          Das paßt zur 4. Pio.Abtl., die seit 1859/60 Magdeburgisches Pio.Batl. Nr. 4 hieß und von Erfurt sowie Torgau und Wittenberg nun komplett nach Magdeburg verlegt hatte. Man kann also davon ausgehen, daß der Sergeant Hoffmeister seit ~9.1859 in Magdeburg stationiert war. Er war scheinbar ledig. Bei seinem Bruder Josef Wilhelm Hoffmeister, der war Oberfeuerwerker in Erfurt, werden Frau und Kind miterwähnt.

          Jetzt wäre das Militärkirchenbuch der besagten Pionier-Truppe von Interesse.

          Grüße,
          Peter.

          Kommentar

          • gamakichi
            Erfahrener Benutzer
            • 14.03.2021
            • 479

            #6
            Danke!

            Woher hast die diese Info?

            Zitat von RLP-Peter Beitrag anzeigen
            August Hoffmeister, * 11.1.1833 Boppard, Sergeant, katholisch, wurde am 26.5.1859 in Erfurt angmeldet und am 16.8.1859 abgemeldet. Zugezogen in ein Privathaus war er von der Zitadelle auf dem Erfurter Petersberg.
            Bei FS gibt es für Magdeburg "Pionier Batl. 4: Taufen, Heiraten 1860-1868 Tote 1838-1867" (DGS 102459029) - leider ist er im Register für Taufen/Heiraten/Tode nicht zu finden.

            Gruß,
            gamakichi

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            • RLP-Peter
              Erfahrener Benutzer
              • 09.01.2023
              • 756

              #7
              Zitat von gamakichi Beitrag anzeigen
              Bei FS gibt es für Magdeburg
              Da gibt es auch die Erfurter Häuserbücher. Hier Dein August, Zeile 22:

              Kommentar

              • RLP-Peter
                Erfahrener Benutzer
                • 09.01.2023
                • 756

                #8
                Ein paar Gedanken noch zu den Pionieren.

                Das waren die größten Spezialisten, die es damals in der pr. Armee gab. Bedeutet: Die haben nicht jeden genommen. Dein August muß schon vorher in einem "technischen Beruf" tätig gewesen sein. Wahrscheinlich hatte er eine Lehre im Bergbau absolviert - lebte die Familie Hoffmeister nicht im Raum Nordhausen?

                Nach neun Jahren Dienstzeit in der Armee konnte er auf eine Zivilversorgung hoffen. Ehemalige Pionier-Unteroffiziere wurden Festungsunterbeamte, Brückenwärter oder wurden im Bau- bzw. Vermessungswesen tätig.

                Mit den Kirchenbüchern dieses Pio.Btl. Nr. 4 ist es - wie so oft in der pr. Armee - etwas schwierig. Es müßten Bände zws. etwa 1815 und 1868 vorliegen. Leider wurde überhaupt erst 1830 mit der Führung eines eigenen Buchs angefangen. Der damalige Divisionsprediger versuchte aus anderen Unterlagen, die fehlenden Eintragungen bis wenigstens 1822 nachzutragen. Die 4. Pio.Abtl. war zu dieser Zeit im Rheinland stationiert, hatte oftmals Kommandos an die verschiedenen Festungsbaustellen in Wesel, Minden, Jülich abgestellt. Die meisten arbeiteten aber an der Großfestung Köln. Als 1833 der Umzug ins thüringische Erfurt erfolgte, blieb das KB 1830 (1822)-1833 in Köln. In Erfurt war die Abtl. auf dem Petersberg stationiert. Dort führte man nun ein "normales" Kirchenbuch. Es handelt sich um: Tf 1834-1860, Tr 1834-1861, Bg 1834-1861, das sich im Archiv der ev. Kirche Erfurt befand (Signatur: Nr. 705 (74)). Davon gab es dort eine Kopie: Tf 1834-1857, Tr 1834-1855, Bg 1833-1857 (Signatur: Nr. 101). Sowie eine weitere (oder das ist schon eine Verfilmung) im Archiv der ev. Kirche Magdeburg: Tf,Tr,Bg 1834-1860. Diese zwei bzw. drei Bände liegen heute im ev. Landeskirchenarchiv Magdeburg. 1859/60 erfolgte der Umzug nach Magdeburg. Daher wurde dort ein Band mit Tf, Tr, Bg 1857-1868 geführt (Signatur KB 24, Tf 6 Seiten, Tr 14 S., Bg 9 S.)

                Nur der "kleine" Kölner Band sowie der Magdeburger sind verfilmt und online bei Ancestry. Der Magdeburger umfaßt jedoch nur 1 Seite! Der Rest besteht aus dem Namensindex für Tf,Tr,Bg. Von daher weiß ich nicht, was der von Dir erwähnte "Mormonen-Index" umfaßt - vermutlich nur die 1 Seite. Im handschriftlichen Index kommt der Name Hoffmeister aber auch nicht vor. Der Katalogeintrag bei den Mormonen "... Bg 1838-1867" ist falsch, es beginnt erst 1858.

                Da August Hoffmeister 1859 scheinbar nicht verheiratet war, hatte er danach auch nicht mehr im Magdeburg geheiratet. Allerdings setzten katholische Militärkirchenbücher für Magdeburg erst 1868 ein.

                Im Oktober 1855 hatte man ihn übrigens "zur Fahndung" ausgeschrieben, bzw. zunächst aufgefordert, sich beim Landrat in St. Goar (zuständig für Boppard) betref. seines Militärdienstes zu melden. Da er bereits 1857 Uffz. war, sollte er 1855 schon längst bei den Pios gewesen sein. Vielleicht seit 1853, 1857 Uffz., 1859 Sergeant und dann etwa 1862 Abgang vom Militär.

                Gesucht wird also das Amtsblatt einer pr. Regierung, in der der Abgang eines Pio-Sergeanten namens Hoffmeister um 1862 mit dem Übergang in einer Zivilstelle als eben Festungsunterbeamter o.ä. erwähnt wird.
                Zuletzt geändert von RLP-Peter; 07.10.2023, 10:42.

                Kommentar

                • gamakichi
                  Erfahrener Benutzer
                  • 14.03.2021
                  • 479

                  #9
                  Danke für die vielen Gedanken - davon ist vieles für mich neu.

                  Zitat von RLP-Peter Beitrag anzeigen
                  Im Oktober 1855 hatte man ihn übrigens "zur Fahndung" ausgeschrieben, bzw. zunächst aufgefordert, sich beim Landrat in St. Goar (zuständig für Boppard) betref. seines Militärdienstes zu melden. Da er bereits 1857 Uffz. war, sollte er 1855 schon längst bei den Pios gewesen sein. Vielleicht seit 1853, 1857 Uffz., 1859 Sergeant und dann etwa 1862 Abgang vom Militär.
                  Kannst du dazu noch die Quelle geben?

                  Zitat von RLP-Peter Beitrag anzeigen
                  lebte die Familie Hoffmeister nicht im Raum Nordhausen?
                  Die Eltern haben 1823 in Cüstrin geheiratet, der Vater Johann Carl Hoffmeister war Unteroffizier der pr. Armee Artillerie Brigarde. Um diese Zeit sind sie nach Boppard gezogen. Ab 1834 sind sie im Adressbuch von Nordhausen zu finden, wo sie auch gestorben sind. Der Vater war berittener Grenzaufseher, später berittener Steueraufseher.

                  Zitat von RLP-Peter Beitrag anzeigen
                  Da August Hoffmeister 1859 scheinbar nicht verheiratet war, hatte er danach auch nicht mehr im Magdeburg geheiratet. Allerdings setzten katholische Militärkirchenbücher für Magdeburg erst 1868 ein.
                  Warum sollte er, wenn er ledig war, nicht noch in Magdeburg geheiratet haben?

                  Besten Gruß,
                  gamakichi

                  Kommentar

                  • RLP-Peter
                    Erfahrener Benutzer
                    • 09.01.2023
                    • 756

                    #10
                    Hallo!

                    1.)


                    2.)
                    Also paßt das mit dem Bergmann im Raum Nordhausen.

                    3.)
                    - 1859 waren in diesem Erfurter Häuserbuch weder Frau noch Kinder bei ihm eingetragen - also war er verm. ledig.
                    - Der handschriftliche Tr-Index im online-KB bei Ancestry für Magdeburg reicht bis 1868 - also war er verm. ledig.
                    - Die kath. MKB Magdeburg seit 1868 sind bei Matricula. Die kannst Du ja selbst prüfen.

                    Allerdings soll die Unterbringung in Magdeburg noch schlechter als in Erfurt gewesen sein. Ein Drittel der Soldaten war privat untergebracht. In den Magdeburger Adressbüchern von 1860-1865 habe ich keinen August Hof(f)meister gefunden. Vielleicht braucht man aber auch hier handschriftliche Quellen aus dem Magdeburger Stadtarchiv, um ihn als privat wohnend nachzuweisen.

                    Ich vermute aber weiterhin, daß er 1862/63 das Militär verlassen hatte.

                    Grüße,
                    Peter.

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                    • gamakichi
                      Erfahrener Benutzer
                      • 14.03.2021
                      • 479

                      #11
                      Ich verstehe, besten Dank für die Erläuterungen!

                      Gruß,
                      gamakichi

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