Foto datierbar WK1 Baden

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  • robertdecker
    Benutzer
    • 05.02.2019
    • 65

    Foto datierbar WK1 Baden

    Hallo leibe Mitforschende,

    Folgendes Bild zeigt meinen Urgroßvater, (Johann Georg Decker, geb. 13.8.1874 in Oberstetten, später wohnhaft in Mannheim) der in Mannheim lebte und in Frankreich im ersten Weltkrieg verwundet wurde. Das Foto ist undatiert und ich würde gerne wissen, ob man es zeitlich zuordnen kann.

    Er war wohl im IR40 was in Rastatt aufgestellt wurde.

    Wenn ihr da helfen könntet, wäre es wirklich klasse.
    Gibt es irgendwo Informationen zu seinen militärischen Daten?

    Vielen Dank vorab und viele Grüße,
    Robert
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  • Basil
    Erfahrener Benutzer
    • 16.06.2015
    • 2468

    #2
    Moin Robert,

    das Foto wurde im 1. Weltkrieg aufgenommen. Die Soldaten tragen Feldrock, Vereinfachter Feldrock und die im September 1915 eingeführte Feldbluse.

    Gibt es zu dem Foto eine Ortsangabe?

    Zitat von robertdecker Beitrag anzeigen
    Er war wohl im IR40 was in Rastatt aufgestellt wurde.
    Woher stammt diese Information?

    Das Füsilier-Regiment Nr. 40 (FR 40) war in Rastatt stationiert, wurde aber in Luxemburg aufgestellt. Für dieses Regiment scheint er mir aber zu alt gewesen zu sein. Vielleicht gehörte er zum Reserve- oder Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 40? Beide Regimenter wurden in Mannheim aufgestellt.
    In den Verlustlisten finde ich ihn nicht, nur einen Johann Decker aus Oberstetten, Gerabronn beim württembergischen Infanterie-Regiment Nr. 121. Da dieser Ersatz-Reservist war, muss er jünger gewesen sein.

    Die Kriegsstammrollen der badischen Regimenter, inkl. FR 40, RIR 40 und LIR 40, sind im Landesarchiv Baden-Württemberg (online).



    Grüße
    Basil
    Zimmer: Oberlausitz und Dresden; Stephanus: Zittau, Altenburg und Ronneburg
    Raum Zittau: Heidrich, Rudolph
    Erzgebirge: Uhlmann, Lieberwirth, Gläser, Herrmann
    Burgenlandkreis: Wachtler, Landmann, Schrön


    Kommentar

    • robertdecker
      Benutzer
      • 05.02.2019
      • 65

      #3
      Hallo Basil,

      vielen Dank wie immer
      Die Zuordnung kam mal von dir:

      Hallo leibe Mitforschende, obwohl ich im militärischen Bereich etwas Ahnung habe, komme ich hier nicht weiter. folgendes Bild zeigt meinen Urgroßvater, (Johann Georg Decker, geb. 13.8.1874) der in Mannheim lebte und in Frankreich verwundet wurde, weshalb er anscheinend nur noch mit Wachpostendiensten beauftragt wurde. Das


      Das mit dem Alter wundert mich auch, er war auch bei der Landwehr.
      Nachdem er sich im Zug nach Frankreich eine Lungenentzündung geholt hatte, war er nicht mehr fronttauglich und hat am Mannheimer Schloss einen Wachposten besetzt (siehe Bild aus dem anderen Thread).

      LG
      Robert

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      • Basil
        Erfahrener Benutzer
        • 16.06.2015
        • 2468

        #4
        Moin Robert,

        ich hatte geschrieben, dass das die Uniform des FR 40 ist. Ich hatte aber auch geschrieben, dass der Landsturm teilweise mit den Friedensuniformen der aktiven Regimenter eingekleidet wurde. Die Regimenter brauchten die Uniformen ja nicht, wenn sie im Feld waren.

        Hast du denn zwischenzeitlich mal die Kriegsstammrollen durchgeschaut? Den Link hatte ich dir damals schon gegeben.

        Wenn er in Mannheim Wache halten musste, gehörte er vielleicht zum Ersatz-Bataillon des RIR 40. Das RIR 40 trug dieselbe Uniform wie das FR 40. Das Ersatz-Bataillon war in Mannheim stationiert und bildete vielleicht aus nicht-fronttauglichen Soldaten eine Wachformation. Oder das Landsturm-Infanterie-Ersatz-Bataillon Mannheim.

        Grüße
        Basil
        Zimmer: Oberlausitz und Dresden; Stephanus: Zittau, Altenburg und Ronneburg
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        Burgenlandkreis: Wachtler, Landmann, Schrön


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        • robertdecker
          Benutzer
          • 05.02.2019
          • 65

          #5
          Hallo zusammen bzw. hallo Basil,

          ich bin tatsächlich fündig geworden, kann aber nicht alles entziffern,
          die persönlichen Daten sind klar (Wohnort, Familienstand, Eltern etc.),
          was bedeutet der Rest?
          Was verbirgt sich hinter den Abkürzungen?
          Kann da jemand bitte Licht in mein Dunkel bringen?
          Auszug aus der Kriegsstammrolle anbei.
          LG
          Robert
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          • LDH1
            Erfahrener Benutzer
            • 31.01.2023
            • 196

            #6
            EBRIR40 = Ersatz-Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments No. 40

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            • Basil
              Erfahrener Benutzer
              • 16.06.2015
              • 2468

              #7
              Moin Robert,

              im Feld Zusätze zu den Personalnotizen:

              a.v. H. - arbeitsverwendungsfähig Heimat
              g.v. Feld - garnisonsverwendungsfähig Feld


              in der Spalte Dienstverhältnisse:

              Rekr.(uten) Dep.(ot) II E.B. (Ersatz-Bataillon) R.I.R. 40 (Reserve-Infanterie-Regiment)
              Dep.(ot) I E.B. R.I.R. 40

              Grüße
              Basil
              Zimmer: Oberlausitz und Dresden; Stephanus: Zittau, Altenburg und Ronneburg
              Raum Zittau: Heidrich, Rudolph
              Erzgebirge: Uhlmann, Lieberwirth, Gläser, Herrmann
              Burgenlandkreis: Wachtler, Landmann, Schrön


              Kommentar

              • robertdecker
                Benutzer
                • 05.02.2019
                • 65

                #8
                Hallo LDH1 und Basil,

                vielen lieben Dank

                Mit drei Fragen muss ich aber noch nerven:

                Heißt das, dass er ab der Zeit im Rekrutendepot (ab 25.06.17) im aktiven Militärdienst "eingezogen" war und vorher nicht im Kampfeinsatz war?
                Dann müssen sämtliche Militärfotos erst ab dann entstanden sein, richtig?

                Mein Uropa soll auf dem Weg zur Front erkrankt sein, und danach nicht mehr fronttauglich gewesen sein, gibt das Dokument darüber Aufschluss? Es existiert ein Brief vom 08.01.1915 wo er von einer Erkrankung spricht (hatten wir als diese kriegsbedingte Krankheit gedeutet) - das kann aber nicht stimmen, oder gäbe es hier eine weitere Stammrollennummer, die ich suchen müsste?

                Und: Was ist das erste Wort neben dem Namen "Lsturm" ?
                Haben die Zahlen links (3484 ist die Stammrollennummer, danach drei Buchstaben G. N. F. ??? Was ist das? und darunter 419 und 643. Sind dies weitere Rollennummern mit Daten? Es muss ja auch etwas zu der Zeit 1918 geben.

                Ich danke im Voraus - oh Mann, zweiter WK kenne ich mich aus aber das hier ist wirklich ne andere Hausnummer.
                LG
                Robert






                Zitat von Basil Beitrag anzeigen
                Moin Robert,

                im Feld Zusätze zu den Personalnotizen:

                a.v. H. - arbeitsverwendungsfähig Heimat
                g.v. Feld - garnisonsverwendungsfähig Feld


                in der Spalte Dienstverhältnisse:

                Rekr.(uten) Dep.(ot) II E.B. (Ersatz-Bataillon) R.I.R. 40 (Reserve-Infanterie-Regiment)
                Dep.(ot) I E.B. R.I.R. 40

                Grüße
                Basil

                Kommentar

                • Basil
                  Erfahrener Benutzer
                  • 16.06.2015
                  • 2468

                  #9
                  Moin Robert,

                  normalerweise sollten da auch frühere Verwendungen eingetragen sein. Möchte aber nicht ausschließen, dass der vorherige Kriegseinsatz, der bei einem Versuch blieb, bei den Eintragungen "übersehen" wurde. Aus dieser Kriegsstammrolle erhalten wir aber nur Angaben für die Zeit ab 25.06.1917, als er als Landsturmpflichtiger eingezogen wurde und als ungedienter Landsturm im Rekrutendepot ausgebildet wurde. Wenn er 1915 bereits auf dem Weg an die Front war, müsste er ja schon mal ausgebildet worden sein.

                  "Ldstrm" steht für Landsturmmann und ist der Dienstgrad. Er war dem Alter entsprechend Angehöriger des Landsturms.

                  Ja, manchmal weisen die weiteren Zahlen bei der Stammrollennummer auf Eintragungen in anderen Stammrollen hin. Ich habe noch folgenden Eintrag in der Stammrolle des Rekrutendepots II mit der Nr. 1971 gefunden.



                  Dann gab es auch noch einen Eintrag in der Stammrolle der 2. Kompanie (später Kommandierten-Kompanie), Band XVII Nr. 105. Leider fehlt Band XVII.

                  siehe Namensregister, letzter Eintrag: http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-832193-13

                  Die Zahlen stimmen also nicht überein. Die Abkürzung, P.N.S. ?, kann ich auch nur raten, vielleicht Personen-Nummer-???. Ich weiß es nicht.

                  In der Stammrolle des Rekrutendepots I kann man nachlesen, dass er als Landsturmpflichtiger und ungedienter Landsturm eingezogen wurde. Und er wurde direkt als arbeitsverwendungsfähig Heimat gemustert. Das konnte z.B. Arbeitseinsatz in der Kriegswirtschaft bedeuten. Fronttauglich war er nicht. Später wurde dann der Befund auf garnisonsverwendungsfähig Feld geändert. Vielleicht ergab sich daraus der Wachdienst am Schloss.

                  Ich bin skeptisch, ob er tatsächlich 1915 bzw. bereits 1914 schon einmal eingezogen wurde. Im 1. Quartal 1915 wurde der ungediente Landsturm im Alter von 21-35 Jahren einberufen. Ab Juli 1915 die über 36-jährigen. Da waren aber die Musterungskriterien noch hoch. 1917 wurden Männer einberufen, die 1914/15 noch ausgemustert wurden. Er könnte sich natürlich auch freiwillig gemeldet haben.

                  Grüße
                  Basil
                  Zimmer: Oberlausitz und Dresden; Stephanus: Zittau, Altenburg und Ronneburg
                  Raum Zittau: Heidrich, Rudolph
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                  Burgenlandkreis: Wachtler, Landmann, Schrön


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                  • robertdecker
                    Benutzer
                    • 05.02.2019
                    • 65

                    #10
                    Hallo Basil,
                    weltklasse!!!
                    Damit hast du mir sämtliche Rätsel zu dem "Fall" gelöst.
                    Vielen vielen Dank!

                    Robert

                    Kommentar

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