Berufsbezeichnung / SU 1828 / Allagen (Sauerland)

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  • Ed Gonzalez
    Erfahrener Benutzer
    • 18.12.2021
    • 150

    [gelöst] Berufsbezeichnung / SU 1828 / Allagen (Sauerland)

    Quelle bzw. Art des Textes: Eintrag Sterberegister
    Jahr, aus dem der Text stammt: 1828
    Ort und Gegend der Text-Herkunft: Abschrift Kirchenbuch (katholisch)
    Namen um die es sich handeln sollte: Berufsbezeichnung


    Liebe Gemeinde,


    Den ersten Post werde ich dazu nutzen eine Frage bezüglich einer

    Berufsbezeichnung bzw. deren korrekten Entzifferung zu nutzen.


    Es handelt sich bei dem Dokument um einen Sterberegistereintrag

    aus dem Jahre 1828. Der Text ist nicht die Herausforderung; Probleme

    bereitet einzig die Berufsbezeichnung des Vaters.


    In Zeile 4, das vorletzte Wort erkenne ich als "... Bauerschliessers ...".
    Die Kombination "...aue..." scheint mir eindeutig; der "...schliesser" auch.


    Ich hänge jetzt gedanklich so an diesem Begriff fest, dass ich kaum

    noch auf Alternativen komme. Der Begriff macht so aber auch keinen

    Sinn; zumindest habe ich keine entsprechende Erläuterung finden

    können.


    Vielleicht hat jemand eine Idee. Danke fürs Mitdenken und jetzt werde

    ich mich hier ein wenig umschauen. Vielleicht kann ich auch etwas
    beitragen.


    Gruß
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    Herkunft des Joannes Gerhardus SCHMITZ, Schmied in Asbeck/Ahaus; geboren Dez. 1783 (berechnet).
  • Astrodoc
    Erfahrener Benutzer
    • 19.09.2010
    • 8801

    #2
    Hallo!

    Ich lese genauso.
    Aber was spricht gegen einen Bau-Erschließer? Ein Bauer-Schließer käme mir dagegen auch suspekt vor
    Schöne Grüße!
    Astrodoc
    ______


    Ergänzungen und Korrekturen mache ich gern. Aber Fleißarbeit erledige ich nicht mehr. Ihr müsst also etwas vorlegen!

    Kommentar

    • Ed Gonzalez
      Erfahrener Benutzer
      • 18.12.2021
      • 150

      #3
      Korrektur

      Die Jahreszahl ist natürlich 1809.
      Ich war gedanklich noch in einer anderen familie.
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      Herkunft des Joannes Gerhardus SCHMITZ, Schmied in Asbeck/Ahaus; geboren Dez. 1783 (berechnet).

      Kommentar

      • Ed Gonzalez
        Erfahrener Benutzer
        • 18.12.2021
        • 150

        #4
        Zitat von Astrodoc Beitrag anzeigen
        Hallo!

        Ich lese genauso.
        Aber was spricht gegen einen Bau-Erschließer? Ein Bauer-Schließer käme mir dagegen auch suspekt vor

        Bau-Erschließer hat was.

        Wir befinden uns aber in ländlicher bäuerlicher Umgebung.
        Viele Knechte, Weber, Schmiede, Holzschuhmacher etc.
        Zum Baugewerbe gibt es dort nicht den Hauch einer Verbindung.


        Die Idee ist aber schon viel mehr als mir bislang eingefallen ist.
        Merci
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        Herkunft des Joannes Gerhardus SCHMITZ, Schmied in Asbeck/Ahaus; geboren Dez. 1783 (berechnet).

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        • Huber Benedikt
          Erfahrener Benutzer
          • 20.03.2016
          • 4650

          #5
          Ich schlag den Baumschleisser vor (Beilknecht der Baumstämme spaltet)
          Ein Bau-erschliesser käme mir 1809 suspekt vor
          Ursus magnus oritur
          Rursus agnus moritur

          Kommentar

          • Ed Gonzalez
            Erfahrener Benutzer
            • 18.12.2021
            • 150

            #6
            Zitat von Huber Benedikt Beitrag anzeigen
            Ich schlag den Baumschleisser vor (Beilknecht der Baumstämme spaltet)
            Ein Bau-erschliesser käme mir 1809 suspekt vor

            Klasse. Ich bekomme zwar die Buchstabenfolge nicht ganz untergebracht aber immerhin der erste Ansatz für einen "echten" Beruf.
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            Herkunft des Joannes Gerhardus SCHMITZ, Schmied in Asbeck/Ahaus; geboren Dez. 1783 (berechnet).

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            • Astrodoc
              Erfahrener Benutzer
              • 19.09.2010
              • 8801

              #7
              Das ie halte ich auch nicht für verhandelbar.

              Dann eben ein "Baumschließer": hier
              Schöne Grüße!
              Astrodoc
              ______


              Ergänzungen und Korrekturen mache ich gern. Aber Fleißarbeit erledige ich nicht mehr. Ihr müsst also etwas vorlegen!

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              • Anna Sara Weingart
                Erfahrener Benutzer
                • 23.10.2012
                • 15111

                #8
                Zitat von Astrodoc Beitrag anzeigen
                ... Dann eben ein "Baumschließer": hier
                Hallo
                ein Beruf der Schiffahrt im bergigen Sauerland?

                Vielleicht aber im übertragenene Sinne, für jemand der einen Grenzbaum bewacht. Gab es dort eine Territorialgrenze?
                Zuletzt geändert von Anna Sara Weingart; 18.12.2021, 17:46.
                Viele Grüße

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                • Anna Sara Weingart
                  Erfahrener Benutzer
                  • 23.10.2012
                  • 15111

                  #9
                  Ja, das ist wohl die Lösung, denn ich fand folgendes Zitat aus Westfalen:

                  Dieser Name soll an den Lackhütterhof erinnern, der einst dort seine Hofstelle hatte. Aus alten Unterlagen geht hervor, dass der Hof vom Landesherrn, dem Bischof von Osnabrück, im 15. oder 16. Jahrhundert als Zollstation betrieben wurde. Dort, in der Bauerschaft Avenwedde, stand ein „Laackbaum" (Grenzbaum), und Aufgabe des Laakhütters war es, als Baumschließer und Zöllner zu arbeiten.
                  Viele Grüße

                  Kommentar

                  • Anna Sara Weingart
                    Erfahrener Benutzer
                    • 23.10.2012
                    • 15111

                    #10
                    OK, er könnte doch vielleicht auch die Schiffahrt überwacht haben, denn die gab es vermutlich auf dem Fluss Möhne, der durch Allagen fließt, laut dieser Quelle
                    Angehängte Dateien
                    Zuletzt geändert von Anna Sara Weingart; 18.12.2021, 18:08.
                    Viele Grüße

                    Kommentar

                    • Ed Gonzalez
                      Erfahrener Benutzer
                      • 18.12.2021
                      • 150

                      #11
                      Zitat von Anna Sara Weingart Beitrag anzeigen
                      OK, er könnte doch vielleicht auch die Schiffahrt überwacht haben, denn die gab es vielleicht auf dem Fluss Möhne, der durch Allagen fließt, laut dieser Quelle

                      Fleißkärtchen und Dank für dich und alle, die bislang mitgedacht haben.
                      Den Gedanken zum Baumschließer (noch nie gehört) werde ich als
                      Forschungsansatz mal aufnehmen. Da die Pfarrer vieles nur in
                      geschrieben-wie-gehört-manier aufnehmen konnten, finde ich die
                      Idee wirklich gut. Da ich bislang keine weiteren Daten zu diesem
                      Familienzweig habe, wird dies die Grundlage für weitere Forschungen
                      zum "maritimen" Wesen des Sauerlandes sein.


                      Merci an euch.
                      Für heute bin ich erstmal raus.
                      Schönen Advent und so.
                      Zuletzt geändert von Ed Gonzalez; 19.12.2021, 13:38.
                      Auf der Suche nach:
                      Herkunft des Joannes Gerhardus SCHMITZ, Schmied in Asbeck/Ahaus; geboren Dez. 1783 (berechnet).

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                      • Anna Sara Weingart
                        Erfahrener Benutzer
                        • 23.10.2012
                        • 15111

                        #12
                        Also die Sache mit der Schiffahrt auf der Möhne ist anscheinend doch eher unwahrscheinlich. Denn in dem Text, auf den vom obigen - von mir geposteten - Index verwiesen wird, steht nichts von Schiffahrt auf der Möhne.
                        Ich vermute eher, dass in Allagen ein Flussübergang war, der vom Handel stark frequentiert wurde, und daher dort eine Zollstelle mit Schlagbaum war.
                        Zuletzt geändert von Anna Sara Weingart; 18.12.2021, 18:22.
                        Viele Grüße

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                        • Xylander
                          Erfahrener Benutzer
                          • 30.10.2009
                          • 6449

                          #13
                          Zitat von Anna Sara Weingart Beitrag anzeigen
                          Ja, das ist wohl die Lösung, denn ich fand folgendes Zitat aus Westfalen:
                          Dieser Name soll an den Lackhütterhof erinnern, der einst dort seine Hofstelle hatte. Aus alten Unterlagen geht hervor, dass der Hof vom Landesherrn, dem Bischof von Osnabrück, im 15. oder 16. Jahrhundert als Zollstation betrieben wurde. Dort, in der Bauerschaft Avenwedde, stand ein „Laackbaum" (Grenzbaum), und Aufgabe des Laakhütters war es, als Baumschließer und Zöllner zu arbeiten.
                          Zur Ergänzung: Laa(c)ken hießen die Grenzzeichen, die mit dem Beil in regelmässigen Abständen in stehende Bäume entlang der Grenze geschlagen oder gerissen wurden, zB zwischen zwei Markengenossenschaften. Das Wort ist verwandt mit Lache und Leck: aus der Wunde leckte der Saft heraus, bzw in einem anderen Zusammenhang das Harz für die Harzgewinnung. Anscheinend konnte Laacke dann auch allgemein für Grenze stehen und der Laackbaum zum (liegenden) Grenzbaum werden. Siehe auch Lache, Lachbaum: https://fwb-online.de/lemma/lache.h2.1fn Der Zöllner und Baumschließer war im dritten Beruf dann meist auch noch Gastwirt im "Gasthaus zum Schlagbaum". Und Schifffahrt auf der oberen Möhne: Nein.
                          Viele Grüße
                          Peter
                          Zuletzt geändert von Xylander; 19.12.2021, 01:41.

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                          • Astrodoc
                            Erfahrener Benutzer
                            • 19.09.2010
                            • 8801

                            #14
                            Hallo, Anna Sara Weingart!
                            Vielen Dank für das tiefe Wühlen in der Geschichte.
                            Ich hatte weder einen Baumschließer noch Benedikts Baumschleißer jemals zuvor gelesen.
                            Aber erstere Bezeichnung verstand ich wenigstens intuitiv schon als Schrankenwärter. Und Schlag-Bäume gibt's ja nicht nur in Häfen.

                            Baumschließer ... immer noch besser als ein nordischer "Isenbahnboom-op-un-dol-dreier"

                            Ein schönes 4. Adventswochenende!
                            Schöne Grüße!
                            Astrodoc
                            ______


                            Ergänzungen und Korrekturen mache ich gern. Aber Fleißarbeit erledige ich nicht mehr. Ihr müsst also etwas vorlegen!

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