Musste der Pate bei der Taufe (1910) persönlich anwesend sein?

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  • Frank92
    Erfahrener Benutzer
    • 04.01.2021
    • 609

    Musste der Pate bei der Taufe (1910) persönlich anwesend sein?

    Hallo,


    ich habe (aus Verzweiflung) eine Frage zur Patenschaft. Mein Großvater Albrecht Rippel wurde am 5.4.1910 in Nürnberg geboren. Im Taufbuch stehen zwei Paten: die Schwester des Vaters und - hier wird's spannend - ein "Albrecht Rippel, Brauereibesitzer, Amerika". Nach etwas Suche habe ich einen fast passenden Onkel des Vaters gefunden. Der Onkel heißt "Albrecht Rippel", ist 1885 im Alter von 25 Jahren nach Amerika ausgewandert, war Bierbrauer, heiratet 1 Jahr nach der Ankunft und lebte bei Chicago. Leider verstarb er am 30.1.1907. Er hatte auch einen Sohn namens "Albrecht Rippel", der aber erst 1896 geboren wurde.



    Ich hätte also einen potenziellen Paten, der 3 Jahre vor der Taufe bereits verstarb oder einen, der bei der Taufe erst 14 Jahre alt war (und sicherlich noch kein Brauereibesitzer war).



    Ich bin etwas ratlos. Meine Überlegung ist nun, ob vielleicht die Eltern ein Schrieb von Albrecht Rippel (geschrieben vor seinem Tod 1907) hatten, dass er die Patenschaft übernehmen wird. Aufgrund seines Wohnorts in Amerika könne er leider nicht persönlich kommen. Dass er schon tot war, vergaßen die Eltern zu erwähnen. Ist das realistisch?

    Immerhin war die Taufe 12 Tage nach der Geburt, d.h. der Pate müsste sonst schon sehr schnell aus Amerika angereist sein (sofern er nicht sowieso in Deutschland war).



    Ich bin gespannt auf eure Einschätzung.



    Liebe Grüße,
    Frank
  • Pommerellen
    Erfahrener Benutzer
    • 28.08.2018
    • 1635

    #2
    Hallo Frank,

    der Pate konnte vertreten werden, das wird auch oft in den Taufbüchern registriert.
    Da da nichts steht ist vielleicht der Unkenntnis oder vielleicht Schludrigkeit in deiner Vermutung vielleicht auch einer Verwechselung geschuldet.

    Viele Grüße

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    • sternap
      Erfahrener Benutzer
      • 25.04.2011
      • 4072

      #3
      hier nehme ich an, dassder vierzehnjährige als ehrenpate, der durch eine erwachsne reale person vertreten wurde, genannt wurde.
      das stärkte die sonst durch die entfernung entgleitenden verwandtschaftsgefühle.
      freundliche grüße
      sternap
      ich schreibe weder aus missachtung noch aus mutwillen klein, sondern aus triftigem mangel.
      wer weitere rechtfertigung fordert, kann mich anschreiben. auf der duellwiese erscheine ich jedoch nicht.




      Kommentar

      • Frank92
        Erfahrener Benutzer
        • 04.01.2021
        • 609

        #4
        Ich habe mir aufgrund eurer Rückmeldung die Seite im Taufbuch nochmal angeschaut. Der Albrecht Rippel ist "Pate" und die Schwester des Vaters ist "Stellvertreter der Paten". Vielleicht war dann der Albrecht Rippel wirklich nicht anwesend und wurde durch die Schwester des Vaters vertreten.



        Jetzt wundert mich nur noch, dass der 14jährige als "Brauereibesitzer" bezeichnet wurde.



        Liebe Grüße,
        Frank

        Kommentar

        • Friedrich
          Moderator
          • 02.12.2007
          • 11344

          #5
          Moin Frank,


          warum sollte der Sohn kein Brauereibesitzer sein, wenn der Vater früh gestorben war? Die Brauerei muss ja vererbt worden sein. Das ist m.E. kein Ausschlusskriterium für den Sohn.



          Friedrich
          "Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."
          (Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)

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          • Upidor
            Erfahrener Benutzer
            • 10.02.2021
            • 2139

            #6
            Taufpaten mussten wohl nicht vollzählig anwesend sein. Ich habe Eintragungen in Kirchenbüchern, bei denen mehrere Paten angegeben sind und dazu die Bemerkung "nur No 1 und 3 waren anwesend"

            Kommentar

            • Frank92
              Erfahrener Benutzer
              • 04.01.2021
              • 609

              #7
              Im Census von 1910 (https://www.familysearch.org/ark:/61...FK&action=view) steht die Witwe Martha Rippel (keine Beschäftigung), die Tochter Frances (20J., Operator in Gürtelfabrik) und der Sohn Albrecht (Beruf: "none"). Sie wohnen im eigenen Haus ("owned") in der Halsted Street 3041.



              Im Census von 1900 (https://www.familysearch.org/ark:/61...FK&action=view) war Albrecht Rippel noch als "Brewer" angegeben und sie wohnten in der Cottage Grove Avenue zur Miete.



              Aufgrund eurer Rückmeldungen (Danke dafür!) nehme ich jetzt an, dass der Pate Albrecht Rippel nicht anwesend war, sondern von der Schwester des Vaters vertreten wurde. Aufgrund des Census von 1900 und 1910 denke ich, dass die Familie vielleicht die Brauerei nach dem Tod des Albrecht Rippels verkauft und das Geld in eine eigene Wohnung in der Halsted Street investiert hat. Bei der Einberufung ins Militär 1917 (https://www.familysearch.org/ark:/61...A1%3A748V-M5T2) arbeitete Albrecht Rippel (bzw. Albert, wie er sich da nannte) bei Albert Pick & Co (https://www.madeinchicagomuseum.com/...t/albert-pick/).



              Ich denke, der Pate meines Großvaters war der Brauer Albrecht Rippel, auch wenn er bei der Taufe schon 3 Jahre tot war.


              Vielen Dank für's Mitgrübeln!


              Liebe Grüße,
              Frank

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