Hallo zusammen,
eine extrem krasse Art eines Selbstmordes hat sich 1895 ereignet.
Lippische Landes-Zeitung vom 31.5.1895:
„Daß ein Mann sich selbst skalpirt, dürfte wohl selten vorgekommen sein. Der Händler Epke in Camen(Westf.) trennte sich mit einem Rasirmesser die Kopfhaut von der Stirn und dem Nacken bis zum Wirbel los und riß die ganze Haut in Fetzen ab. Dann hatte der Mann noch die Kraft, die Pulsadern an einem Arme zu öffnen. In solchem Zustande fand man den Lebensmüden und brachte ihn in das Krankenhaus, wo er bald darauf verstarb.“
vgl. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodic...r%20Camen%22~4
Viele Grüße
Ralf
Seltsame Todesursachen und "interessante" Sterbefälle
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KB Schaafheim 1604-1700 ev. S.189, 1674
Den 24ten 8bris ist M. Hanß Söhnerdt von Schlierbach
der Müller Jämmerlich von seiner Muhl zerquetschet
undt hierrauff gestorben.
Mein direkter Vorfahre
Grüße
GiselaEinen Kommentar schreiben:
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Hallo zusammen,
der Umgang mit Sprengstoff war stets sehr gefährlich und endete manchmal tödlich!
Gelsenkirchener Allgemeine Zeitung vom 27.11.1905:
„Drei Menschen getötet. Straßburg t. Els., 24. Nov. Ein zu früh losgegangener Sprengschuß tötete im Sonderbacher Granitsteinbruch drei Personen, darunter den Mitbesitzer Wilhelm Bechtel; sein Bruder wurde tödlich verletzt.“
vgl. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodic...=%22Bechtel%22
Viele Grüße
RalfEinen Kommentar schreiben:
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Bin immer wieder begeistert, wie man solch lange Sätze bilden konnteZwar kein wirklich ungewöhnlicher Todesfall, sondern ein Selbstmord. Aufgrund der überaus blumigen Sprache des Pfarrers, zudem ein Meister der gepflogenen Schachtelsätze, möchte ich euch diesen Sterbeeintrag aus der Nähe von Pappenheim nicht vorenthalten:
Gräflich Pappenheimischer Unterthan und Halbbauer dahier, hat sich wegen einer ihm aufgebürdeten Schuld seines Vaters und daraus entstandenen Prozeßes mit einem (?) Juden zu Pappenheim und anderer, aus widrigen Verhältnissen seines ehelichen und häuslichen Lebens folgenden, Unruhen seines Herzens in einer verzweiflungsvollen Stunde Sonntags den 27. Juni 1830 Nachmittags zwischen 12 und 2 Uhr ungefähr 300. Schritte vom hießigen Dorfe auf der linken Seite des, von hier nach der Flemmühle führenden, Vicinae (?) fuhrweges auf einen mit Gras bewachsenen Ranken des untern Krautgartens im sogenannten Häselsteig mit einem scharfen Metzgersmessers den Hals ober dem Kehlkopf durchschnitten und wurde um 2 Uhr von Johann Georg Schwenk, Halbbauer dahier in seinem Blute liegend todt am bezeichneten Orte gefunden.
Nach der von dem Pferrennte (?) durch den Gemeindegestand (?) gemachten unverzüglichen Anzeige an das treffende (?) Gräflich Pappenheimische Herrschaftsgericht und hierauf von den selben durch Herrn Assessor Redenbacher und Herrn Gerichtsphysikus Doctor Redenbacher vorgenommenen gerichtlichen und physikalischen Untersuchung auch in Ort und Stelle aufgenommenen schriftlichen Besichtigungs-Protocolle, wurde der Entleibte nach Hause geführt und am andern Tage, Montags den 28ten Juni 1830. abends unter dem Gebetläuten in der Stille, ohne Gesang und Leichenbegängniß in einem, vom Zimmermann nur aus rohen Brettern gemachten, Sarge auf der Bahre und mit dem gewöhnlichen Leichentuche bedeckt von vier Trägern auf den hießigen Kirchhof gebracht und auf dem westlichen Erbe (?) desselben, nach einer, von mir dem dermaligen Pfarrer Lindner gehaltenen, kurzen Rede in der Abenddämmerung begraben.
Quelle: https://www.archion.de/p/5324c63be8/
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aus dem Kirchenbuch Schaafheim, Sterberegister 1747:
"den 3ten Oct. starb Johann Christoph Seltz, war zu Pflaum-
heim auf der Kerb mit 4 Stichen in Halß, Hertz und Lunge
ermordet, und hier seciret alt 28 Jahr 19 Monat einige Taeg."Einen Kommentar schreiben:
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Hallo zusammen,
Glatteisunfälle von Fußgängern mit Todesfolge sind zwar durchaus selten; stellen aber leider auch heute noch eine Gefährdung dar. Allerdings dürften die nun gültigen strengen Sicherheitsvorgaben das Risiko für einen vergleichbaren Betriebsunfall deutlich verringern.
Westfälischer Kurier vom 23.1.1941:
„Beckum. 22. Jan. Ein tödlicher Betriebsunfall ereignete sich auf dem Zementwerk Mersmann. Dort kam der 66jährige Invalide Kaldewey zu Tode, der an einem Kohlenbunker beschäftigt war. Infolge der Glätte rutschte der Mann aus und kam so unglücklich zu Fall, daß er sich schwere innere Verletzungen zuzog, an deren Folgen er nach drei Stunden verschied.“
vgl. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodic...query=Kaldewey
Viele Grüße
RalfEinen Kommentar schreiben:
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Aus dem Deersheimer Kirchenbuch im Jahre 1695:
"Den 8 Martii ist gestorben Dorothea Oppermanns, hat 2 Huren Kinder und das dritte Mal 1 Kind im Ehebruch mit Wolf Fischern des H. von Steinäckers Kutscher einem Bösen Buben gezeuget, die ersten beyden hier, das letzte zu Heßen taufen laßen, hat sich nach offentlicher Kirchen bußen niemahls frömmer bezeiget, ist mit Lügen und Trügen ümbgangen, hat sich dem Müßiggang ergeben, zur Kirchen, Behrtstuhl und Abendmahl sich selten und zu letzt fast ein Jahr nicht angestanden, daher sie der gerechte Gott gestraffet, daß sie hier erkranket, im Schweinestatt wegen vieler Leuse, weil kein Mensch bei ihr bleiben können, wie ein Vieh etliche Wochen gelegen, ob sie wohl ermahnet worden, ihre schweren Sünden zu erkennen u. zu beichten, hat sie es doch von einem Tag zum andern aufgeschoben, biß sie endlich, da sie das Abendmahl verlanget, vernunft- und sprachlos worden.
Deswegen ist sie ohne Gesang und Glockenklang hingeschleppet, u. zwar auf einer Mußtrage, u. ihr Leib verscharret, zu jedermans Abscheu am öffentlichen Straßenweg; nicht weit von dem Kirchhoff bey dem Lindetohr, als deren Gebarren nicht wehrt, bey den Gebeinen der Frommen zu liegen".
Erbarmungslos! Wie grausam.Einen Kommentar schreiben:
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Aus dem Deersheimer Kirchenbuch im Jahre 1695:
"Den 8 Martii ist gestorben Dorothea Oppermanns, hat 2 Huren Kinder und das dritte Mal 1 Kind im Ehebruch mit Wolf Fischern des H. von Steinäckers Kutscher einem Bösen Buben gezeuget, die ersten beyden hier, das letzte zu Heßen taufen laßen, hat sich nach offentlicher Kirchen bußen niemahls frömmer bezeiget, ist mit Lügen und Trügen ümbgangen, hat sich dem Müßiggang ergeben, zur Kirchen, Behrtstuhl und Abendmahl sich selten und zu letzt fast ein Jahr nicht angestanden, daher sie der gerechte Gott gestraffet, daß sie hier erkranket, im Schweinestatt wegen vieler Leuse, weil kein Mensch bei ihr bleiben können, wie ein Vieh etliche Wochen gelegen, ob sie wohl ermahnet worden, ihre schweren Sünden zu erkennen u. zu beichten, hat sie es doch von einem Tag zum andern aufgeschoben, biß sie endlich, da sie das Abendmahl verlanget, vernunft- und sprachlos worden.
Deswegen ist sie ohne Gesang und Glockenklang hingeschleppet, u. zwar auf einer Mußtrage, u. ihr Leib verscharret, zu jedermans Abscheu am öffentlichen Straßenweg; nicht weit von dem Kirchhoff bey dem Lindetohr, als deren Gebarren nicht wehrt, bey den Gebeinen der Frommen zu liegen".Zuletzt geändert von Sbriglione; 30.01.2024, 10:11.Einen Kommentar schreiben:
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Zwar kein wirklich ungewöhnlicher Todesfall, sondern ein Selbstmord. Aufgrund der überaus blumigen Sprache des Pfarrers, zudem ein Meister der gepflogenen Schachtelsätze, möchte ich euch diesen Sterbeeintrag aus der Nähe von Pappenheim nicht vorenthalten:
Gräflich Pappenheimischer Unterthan und Halbbauer dahier, hat sich wegen einer ihm aufgebürdeten Schuld seines Vaters und daraus entstandenen Prozeßes mit einem (?) Juden zu Pappenheim und anderer, aus widrigen Verhältnissen seines ehelichen und häuslichen Lebens folgenden, Unruhen seines Herzens in einer verzweiflungsvollen Stunde Sonntags den 27. Juni 1830 Nachmittags zwischen 12 und 2 Uhr ungefähr 300. Schritte vom hießigen Dorfe auf der linken Seite des, von hier nach der Flemmühle führenden, Vicinae (?) fuhrweges auf einen mit Gras bewachsenen Ranken des untern Krautgartens im sogenannten Häselsteig mit einem scharfen Metzgersmessers den Hals ober dem Kehlkopf durchschnitten und wurde um 2 Uhr von Johann Georg Schwenk, Halbbauer dahier in seinem Blute liegend todt am bezeichneten Orte gefunden.
Nach der von dem Pferrennte (?) durch den Gemeindegestand (?) gemachten unverzüglichen Anzeige an das treffende (?) Gräflich Pappenheimische Herrschaftsgericht und hierauf von den selben durch Herrn Assessor Redenbacher und Herrn Gerichtsphysikus Doctor Redenbacher vorgenommenen gerichtlichen und physikalischen Untersuchung auch in Ort und Stelle aufgenommenen schriftlichen Besichtigungs-Protocolle, wurde der Entleibte nach Hause geführt und am andern Tage, Montags den 28ten Juni 1830. abends unter dem Gebetläuten in der Stille, ohne Gesang und Leichenbegängniß in einem, vom Zimmermann nur aus rohen Brettern gemachten, Sarge auf der Bahre und mit dem gewöhnlichen Leichentuche bedeckt von vier Trägern auf den hießigen Kirchhof gebracht und auf dem westlichen Erbe (?) desselben, nach einer, von mir dem dermaligen Pfarrer Lindner gehaltenen, kurzen Rede in der Abenddämmerung begraben.
Quelle: https://www.archion.de/p/5324c63be8/Einen Kommentar schreiben:
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... also ich würde es als 123 1/2 Jahre lesen, es oder auch mein Lesen aber bestimmt sehr stark anzweifeln...
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Ob das Alter stimmt, mag ich auch stark bezweifeln. Der Pfarrer hat aber bei den wenigsten eine Altersangabe dazugeschrieben, fast gar nicht. Warum ausgerechnet bei einem 61-Jährigen. 61 ist zwar auch schon alt, aber ich glaube nicht die älteste Person im Dorf.
Das Kirchenbuch wurde von Alfred Maschke verkartet, dieser schreibt vorne: "1630 S. 118 Michael Mende 123 1/2 Jahr." Ich habe mir nochmal den Sterbeintrag angeschaut und es steht nicht Halbjahren, sondern: "von 123 halb Jharen". Fraglich wäre ob der Pfarrer 123 halbe Jahre meinte oder 123 + ein halbes Jahr. Nun, man kann ihn nicht mehr fragen, also bleibt es bei den Vermutungen.Einen Kommentar schreiben:
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