Seltsame Todesursachen und "interessante" Sterbefälle

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  • renatehelene
    antwortet
    Wau, mit 80 Jahren noch auf einen Kirchbaum klettern

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  • Friedrich
    antwortet
    Moin zusammen,

    zur Abwechslung mal ein Tod, der nicht gewaltsam erfolgte:

    Auis dem KB Vöhl (Tod Merten Dieterich): ... Ist 80 Jahr alt gewesen, und ist den 2ten July an welchem war das Fest der Heimsuchung Mariae auff einen Kirschenbaum gestiegen, und ist ein Ast unter ihm gebrochen das er gefallen, und nur eine Stunde gelebet, und gestorben. ...

    Friedrich

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  • Geufke
    antwortet
    Zitat von renatehelene
    Hallo Weltenwanderer,

    was hat der Pfarrer denn als Todesursache angegeben?
    Moin,
    ich würde auf Diphterie tippen. Das ist mir schon öfter untergekommen und daran sind hauptsächlich Kinder und junge Erwachsene gestorben.

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  • Friedrich
    antwortet
    Moin zusammen,

    es wird wieder scharf geschossen:

    Beerdigung am 16. Januar 1674 in Berleburg:
    Johann Rötger Hartenroth, junger Gesell, ist, da er außm Hessenland zurückkommend, zwischen Elsoff und Berlenburg, obig dem Gebach, von einem gottlosen Buben und Soldaten, mit 5., einem großen, und 4 kleinen Kugelen, zu seinem Rück hinein geschoßen, worauf er alsobald nidergefallen, zu Gott geseuffzet, Herr meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, etc.: Und anderthalb Stunde hernach, beyseins Mannus Baltens, Bürgers alhir uf der Struht, seinen Geist aufgegeben, mit höchster, herztlicher Betrübniß, als eines eintzigen, frommen, fleißigen und wolgerathenen Sohns, seiner Elteren, Geschwistern, Freund u. Zuwanten [?].

    Friedrich

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  • Weltenwanderer
    antwortet
    Hallo,

    keine Ahnung, die Totenbücher der Pfarrei Friedrichshütte sind leider noch nicht online.
    Auch in der Pfarrei Alt Tarnowitz nebenan lässt sich keine Epidemie erkennen.

    LG,
    Weltenwanderer

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  • renatehelene
    antwortet
    Hallo Weltenwanderer,

    was hat der Pfarrer denn als Todesursache angegeben?

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  • Weltenwanderer
    antwortet
    Hallo,

    im Standesamt Piassetzna Kreis Tarnowitz bin ich eben über eine Todesserie 1893 gestolpert, die eine halbe Familie dahingerafft hat:
    Nummer | Todesdatum | Alter | Name
    55 | 14.05.1893 | 7,5J | Ignaz LYSCHIK
    56 | 15.05.1893 | 9J8M | Agnes LYSCHIK
    57 | 16.05.1893 | 17J11M | Anna LYSCHIK
    58 | 18.05.1893 | 11J10M | Albina LYSCHIK
    Epidemien sind mir zwar schon früher untergekommen, aber nicht so viele Todesfälle aus derselben Familie in Folge.
    Eltern waren der Johann LYSCHIK und die Karoline geb. SZCZYGIOL aus Rybna Kreis Tarnowitz.

    LG,
    Weltenwanderer

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  • renatehelene
    antwortet
    Danke Artsch; wieder etwas dazugelernt;

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  • Artsch
    antwortet
    Zitat von renatehelene
    Hallo,

    gerade gesehen KB Erfurt 1839

    Dort stirbt ein 1 Jahr 2 Monate alter Junge; Todesursache "böses Wesen"


    Hallo,

    böses Wesen umschreibt Epilepsie, auch Fallsucht genannt.

    Beste Grüße
    Artsch

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  • renatehelene
    antwortet
    Hallo,

    gerade gesehen KB Erfurt 1839

    Dort stirbt ein 1 Jahr 2 Monate alter Junge; Todesursache "böses Wesen"


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  • Mats
    antwortet
    Zitat von Andrea1984

    Ob man Geschwister in einem gemeinsamen Sarg beigesetzt hat, wenn sie z.B. an einer Infektionskrankheit gestorben sind. Warum nicht.
    Hat man, zumindest hab ich gerade so einen Eintrag gelesen.
    Da waren innerhalb von 2 Tagen 3 Geschwister an den Blattern verstorben.
    Der Pfarrer hat extra vermerkt, daß das zuletzt gestorbene Kind mit extra eingeholter Erlaubnis vorzeitig bestattet wurde, weil die Eltern alle 3 in einem Sarg bestatten wollten.

    Grüße aus OWL

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  • Wolfg. G. Fischer
    antwortet
    Zitat von Friedrich
    Traurig, diese Geschichte, und für mich gleichzeitig wieder erfreulich. Die Witwe heiratete noch im selben Jahr erneut, und diese Verbindung gehört zu meinen Ahnen.
    Ich denke, das Trauerjahr ist etwas neueres, bürgerliches. In unserer Gegend wurde nach sechs Monaten wieder geheiratet.

    Mit besten Grüßen
    Wolfgang

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  • Friedrich
    antwortet
    Moin Araminta,

    im Prinzip stimmt es, daß wegen unversorgter Kinder schnell wieder geheiratet wurde. Hier allerdings waren noch keine Kinder da.

    Friedrich

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  • Araminta
    antwortet
    Heute sagt man: "nicht mit dem Leben vereinbar"

    In meiner Jugend hieß es immer, man hält ein Trauerjahr ein. Also nur schwarze Kleidung, keine Feste usw. eine alte Dame hatte nach dem Tod ihres Mannes sogar ihr Fahrrad schwarz angemalt.
    In früheren Jahrzehnten oder Jahrhunderten konnte man sich ein Trauerjahr nicht "leisten". Da wurde sofort erneut geheiratet um sich und die Kinder zu versorgen.

    Jedenfalls wissen wir jetzt auch, woher die strengen, deutschen Waffengesetze kommen

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  • Friedrich
    antwortet
    Moin zusammen,

    aus meiner "Schüssesammlung" vorläufig der letzte aus dem Kirchenbuch Feudingen (Wittgenstein), Jahrgang 1708:

    Johann=Christian Wieck zu Banff der durch einen Schuss ... [durch Falz verdeckt] Hirn verletzt u. verunglücket, hatt sein Leben darüber einbüsen müssen, d. 23. Marti

    Traurig, diese Geschichte, und für mich gleichzeitig wieder erfreulich. Die Witwe heiratete noch im selben Jahr erneut, und diese Verbindung gehört zu meinen Ahnen.

    Friedrich

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